Skip to main content

Full text of "Theorie der Vielfachen Kontinuität"

See other formats


This is a reproduction of a library book that was digitized 
by Google as part of an ongoing effort to preserve the 
information in books and make it universally accessible. 


Google books 


https://books.google.com 


Google 


Über dieses Buch 


Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Regalen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im 
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfügbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. 


Das Buch hat das Urheberrecht überdauert und kann nun Öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, 
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann 
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles 
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist. 


Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei — eine Erin- 
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat. 


Nutzungsrichtlinien 


Google ist stolz, mit Bibliotheken in partnerschaftlicher Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse 
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nichtsdestotrotz ist diese 
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch 
kommerzielle Parteien zu verhindern. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. 


Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien: 


+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche für Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese 
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden. 


+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen 
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen 
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern dıe Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials für diese Zwecke und können Ihnen 
unter Umständen helfen. 


+ Beibehaltung von Google-Markenelementen Das "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über 
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht. 


+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sıe sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, 
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA 
öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist 
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig 
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der 
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben. 


Über Google Buchsuche 


Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google 
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser Welt zu entdecken, und unterstützt Autoren und Verleger dabei, neue Zielgruppen zu erreichen. 


Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter|http: //books.google.comldurchsuchen. 


a y_ | De I , tr Te N ei in in Da 9" 
| we er, | L 


. R Z ‚ | Bu iale 


N 

A mi 
el ' 
u ‚s P\ 

N 

e ) 

47 

[4 ” 

JS 


a ne he N a en in I - m Een nen 


. 
= de 
na) 


# 


ee 


au 


rn N ar 


ie SL En doc - 


Ep 


Dir at a“ 


Class Book 
University of Chicago Library 
GIVEN BY 


Besides the main topic this book also treats of 
Subject No. On fage Subject No. On Jagı 


a 
a ee 


oma nimernpun - Bu. —- u a 7 . 


nn ; 
r 5 ® ” ne See a 
+ > Ei [20 h 
- - - | Ei "n e 
. 


— - ie = - = —_ = Pe .- 


a 
w er Er 2 en 

—gr Bi f Be 
A .. 


! . ß . , ru > 
Be: Be > rt - n Pe Ze x -r’ u. 


—e. se 


Pen 


EEE I? ram 7 Fe 


— Tetnune 


nun 5 —. nn nn nn. 


a a NR 
* j 10; >». its, - ers ’ 
Pe s MS, } “4, = ‘ 


Von 


T L. Schläfli. 


Herausgegeben im Auftrage der 
Denkschriften-Kommission der Schweizer. Naturforschenden Gesellschaft 


von 


J. H. Graf, Bern. 


Separatabdruck aus den Denkschriften der Schweizerischen naturforschenden Gesellschaft. % 


Band XXXVII. 1. Hälfte. 


Auf Kosten der Gesellschaft und mit Subvention des Bundes 
_ gedruckt von Zürcher & Furrer in Zürich 
Kommissions-Verlag von Georg & Co. in Basel, Geneve und Lyon. 

1901.  ' 


.. 
— ze 


er 
ne RAR m 


. i 8 
le: 


ki“ 


Sr 


u A i rr 
- 
e) 1 “ r Fu: 
ar use j y» u, - 2. E ' 
2 A Er ’ 43 “L \ 5, . le . 
A . 4 , , ‚ da ! k . ; - » 
“ ar a f) # ö ‚ 
nu > Al h „ 
x . } ” au 3 # [} 
ri, ’ > j . 
* . nr \ 
a; h r . ® e 
. u - P - 
r EM I x 
a h & 
MN ai s e . . ar r 
r« wi & i 
Y nn . . 3 
. 
kn 
uw 
er 
FAR, 
P «% .i 
en DE ar . 
WITT er a: 
>A# venk hr ß u i 
ERSTE 
IN; . 


Fa were, #:£! 
Le Re = ei; 


Theorie 


der 


vielfachen Kontinuität, 


Von 


f L. Schläfli. 


Herausgegeben im Auftrage der 
Denkschriften-Kommission der Schweizer. Naturforschenden Gesellschaft 
von 


J. H. Graf, Bern. 


Druck ron ZÜRCHER & FURRER in Zürich. 


2393386 


Vorbemerkung 


Die vorliegende Abhandlung Ludwig Schläfli’s stammt aus den Jahren 1850 
bis 1852. Schläfii erwähnt sie zum ersten Mal in seinem Brief an Steiner 3.1. 1852 *) 
und sandte sie, nachdem die Wiener Akademie seine Arbeit „Ueber die Resultante eines 
Systems mehrerer algebraischer Gleichungen“ angenommen und in ihren Denkschriften 
1852 publiziert hatte, dem Sekretär dieser Akademie ein. Auf dem Umschlag findet sich 
von dessen Hand der Vermerk: „655/1852 praes. 8. Okt.“. Schläfli bringt ım ange- 
gebenen Brief noch mehrere Integrale, die wir als Anmerkung zum Brief publiziert 
haben und spricht die Absicht aus, falls die Akademie die Schrift wegen ihres grossen 
Umfangs (sie wurde auf 23 Bogen 4° geschätzt) nicht annehmen wolle, dieselbe als 
Privatschrift herauszugeben und bittet Steiner, ihm hiezu in Berlin behülflich zu sein. 

Seite 27 des „Briefwechsels“ haben wir das Konzept eines Briefes dat. vom Dez. 
1851 an den Sekretär der k. k. Akademie der Wissenschaften in Wien publiziert. Dieser 
Brief sollte denselben über die Absichten des Autors orientieren. Die Aufnahme der 
Arbeit wurde des grossen Umfangs halber verweigert. Vergeblich ermunterte Steiner 
(siehe Brief vom 15. Okt. 1853, S. 41 des Briefwechsels, sodann in einem Brief an 
Schläfi’s Freund Prof. Ris und an Schläfli vom 10. März 1854) aus der „Weltüber- 
stürmenden Erdewälzenden“ Abhandlung einen Auszug zu machen, der etwa 4 oder 
12 Bogen wäre, Schläfli’s erste Begeisterung für die Arbeit war vorbei (S. 59). Er 
sandte sie erst 1854 an Crelle in Berlin, den Herausgeber des Journals für reine Mathe- 
matik (siehe $S. 74). 1855 liess Steiner Crelle wieder an die Arbeit erinnern (siehe S$. 191), 
dann verwandte sich Steiner erfolglos bei Reimer, dem Verleger des genannten Journals; 
auch Borchardt, der neue Herausgeber desselben, wollte mithelfen, die Publikation der 
Arbeit zu ermöglichen. Am 17. Mai 1856 konnte Steiner seinem Freunde L. Schläfli . 
schreiben, dass sich Reimer herbeigelassen habe, die Aufnahme der Arbeit ins Journal, 


*, Vergleiche „Der Briefwechsel zwischen Jakob Steiner und Ludwig Schläfli, herausgegeben von 
J.H. Graf, Mittlgen. der bern. Naturf. Gesellschaft 1896, S. 76 und auch separat bei K. J. Wyss, Bern, S. 20. 


2a4LS 7 


IV 


sowie 200 Extraabzüge und ein kleines Honorar zu versprechen. Trotzdem sich Schläfli 
laut Brief vom 19. Mai 1856 sofort, beseelt von dem Wunsch, die Arbeit nach so vielen 
Jahren endlich einmal veröffentlicht zu sehen, mit allen Bedingungen einverstanden er- 
klärte, da auch die Fortsetzung dazu schon längst geschrieben sei, so unterblieb der 
Druck doch. Nach einer Aeusserung Steiner’s zu schliessen, war nun Borchardt dagegen. 
Die Arbeit kam wieder nach Bern zurück, wo wir sie unter den nachgelassenen Papieren 
des grossen Meisters gefunden haben. Das Manuskript gehört wie alle andern von 
Schläfli stammenden der schweizer. Landesbibliothek in Bern an. Der erste Teil 
bis Seite 78 trägt Korrekturen, wahrscheinlich von der Hand Crelle’s oder Borchardt’s, 
um die Arbeit zum Drucke einzurichten. Sie sind mehr redaktioneller Natur oder be- 
ziehen sich auf die Auswahl der Lettern oder die Anordnung. Wir halten aber dafür, 
die Arbeit soll im ursprünglichen Wortlaut ohne jeden Zusatz oder irgend 
eine Anmerkung unsererseits gedruckt werden, und sind der Meinung, dass sie 
nicht bloss historischen Wert, sondern gerade für die Theorie der Geometrie von 
n Dimensionen noch eine Fülle anregender Gedanken enthalte. Beigegeben wird die 
Selbstanzeige, dat. 5. Juli 1852, hinzugefügt ist ein Inhaltsverzeichnis. Der Denkschriften- 
Kommission der Schweiz. Naturforschenden Gesellschaft gebührt der beste Dank, dass sie 
die Herausgabe des Werkes ermöglicht hat. Herr Prof. Dr. P. Stäckel in Kiel hat 
die Güte gehabt, die Korrektur ebenfalls durchzusehen, wofür ich ıhm an dieser Stelle 
herzlich danke. 


Bern, im Oktober 1901. 
Prof. Dr. J. H. Graf. 


Anzeige einer Abhandlung 
über die Theorie der vielfachen Kontinuität. 


Die Abhandlung, die ich hier der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften vorzu- 
legen die Ehre habe, enthält einen Versuch, einen neuen Zweig der Analysis zu begründen 
und zu bearbeiten, welcher, gleichsam eine analytische Geometrie von n Dimensionen, 
diejenigen der Ebene und des Raumes als spezielle Fälle für n = 2, 3 in sich enthielte. 
Ich nenne denselben Theorie der vielfachen Kontinuität überhaupt in demselben Sinne, 
wie man z. B. die Geometrie des Raumes eine Theorie der dreifachen Kontinuität nennen 
kann. Wie in dieser eine Gruppe von Werten der drei Koordinaten einen Punkt bestimmt, 
so soll in jener eine Gruppe gegebener Werte der n Variabeln x, y. ... eine Lösung 
bestimmen. Ich gebrauche diesen Ausdruck, weil man bei einer oder mehreren Gleichungen 
mit vielen Variabeln jede genügende Gruppe von Werten auch so nennt; das Unge- 
wöhnliche der Benennung liegt nur darin, dass ich sie auch noch beibehalte, wenn gar 
keine Gleichung zwischen den Variabeln gegeben ist. In diesem Falle nenne ich die 
Gesamtheit aller Lösungen die n-fache Totalität; sind hingegen 1, 2, 3,... Gleichungen 
gegeben, so heisst resp. die Gesamtheit ihrer Lösungen (n — 1) faches, (n — 2) faches, 
(n — 3) faches, ... Kontinuum. Aus der Vorstellung der allseitigen Kontinuität der 
in einer Totalität enthaltenen Lösungen entwickelt sich diejenige der Unabhängigkeit 
ihrer gegenseitigen Lage von dem System der gebrauchten Variabeln, insofern durch 
Transformation neue Variabeln an ihre Stelle treten können. Diese Unabhängigkeit 
spricht sich aus in der Unveränderlichkeit dessen, was ich den Abstand zweier ge- 
gebener Lösungen (x, y, - . -), (&,y, ...) nenne und im einfachsten Fall durch 


Ve — 0)? +(y — y)’ + ete. 


definiere, indem ich gleichzeitig das System der Variabeln ein orthogonales heisse, 
zum Unterschied von einem schiefen System, worin 


Va — DD? +(y — W+ete +2k(e —a)(y —y)—+ etc. 


den Abstand zweier Lösungen darstellte Indem ich ferner ausschliesslich orthogonale 
Systeme gebrauche, nenne ich jede lineare Transformation der Variabeln, durch welche 
die Orthogonalität eines Systems nicht geändert wird, d. h., bei welcher die analytische 


u Do 


Form des Abstandes, Quadratwurzel aus einer Summe von Quadraten, dieselbe bleibt, 
eine orthogonale Transformation. Sind diese Vorstellungen durchlaufen, so hat 
man einen Begriff von der Gleichgültigkeit der vielfachen Totalität, ganz ähnlich 
wie von der des Raumes; .man hat gleichsam die Totalität von dem willkürlichen 
Zwang des zu ihrer Darstellung verwendeten Variabeln-Systems wiederum befreit. 
Diese Andeutungen, bei denen ich einige Weitläufigkeit nicht wohl vermeiden konnte, 
mögen genügen, um die Grundlage der hier behandelten Theorie zu bezeichnen. 

Die Abhandlung zerfällt in drei Abschnitte, 1. über die linearen, 2. über die 
sphärischen, 3. über die quadratischen und höheren Kontinuen. Um ohne Weitläufigkeit 
zu zeigen, dass namentlich in den zwei ersten Abschnitten Dinge vorkommen, welche 
von der analytischen Geometrie des Raumes aus kaum sich ahnen lassen, führe ich nur 
den Satz in S 22 an. 

Um die Aussage desselben einzuleiten, diene folgende Erklärung. Wenn 
p=ac+by+cez+...+hlw py =ac+by+...—+ hw zwei lineare und homogene 
Polygone der n Srthöronalen Variabeln x, y,.... w bezeichnen, und man denkt sich die 
Gesamtheit aller Lösungen, für welche zugleich p>o, p >o: so steht diese zur unbe- 
schränkten Totalität im Verhältnis eines Bruchteils zum Ganzen. Wird 2: als letztes 
Glied dieses Verhältnisses angenommen, so nenne ich das erste Glied den Winkel der 
Polynome p,p'. Wird derselbe durch Z (p,p’) bezeichnet, so ist 


ad +bb +ccl -H... + hl 
Ye+ß®+..+122 Ya?+b?+...+%? 


wo die Quadratwurzeln im Nenner nur positiv zu verstehen sind. 


— 08 Z/ (pp) = 


Ist nun das nfache Integral S, = f dxzdydz...dw durch die Bedingungen p, > o, 
Pr >9% :...- pr>9, @+y—+...—+w?”<1l begrenzt, so hängt sein Wert nur von den 
Yan(nm —1) Winkeln zwischen den n linearen und homogenen Grenzpolynomen p ab 
(wesshalb ich diese Winkel die Argumente der Funktion $, nenne); und, wenn die 
transcendente Funktion, als welche der Winkel in Beziehung auf seinen zunächt ge- 
gebenen Kosinus en ist, en mitgezählt wird, so erfordert die Berechnung 


® fache Integrationen, je nachdem n gerade oder 


—2 
jenes Integrals nur I—- oder — = 


ungerade ist. Denn der z. B. nach dem Argument Z (p, pP.) genommene Differential- 
koeffizient von S, ist der nte Teil eines ähnlichen, aber bloss (n — 2) fachen Integrals 
S„_., dessen Argumente durch trigonometrische Relationen mit den ursprünglichen Ar- 
gumenten verbunden sind. Transformiert man nämlich orthogonal die Variabeln so, 
dass die Polynome p, und 9, nur die zwei ersten von den neuen Variabeln enthalten, 
und tilgt dann in allen übrigen Polynomen diese zwei Variabeln, so hat man die v — 2 
Grenzpolynome von S,_:. 

Ist die Ordnung n einer Funktion S,„ ungerade, so kann man diese linear durch 
lauter solche Funktionen von gerader Ordnung ausdrücken, deren Argumente geradezu 


=, 9 


schon unter den ursprünglichen sich vorfinden. (Hieher gehört es z. B., wenn fürn = 3 
der Inhalt eines Kugeldreiecks nicht eine neue transcendente Funktion erfordert, sondern 
sich durch die schon der Ebene eigenen Funktionen, nämlich durch die Winkel des 
Dreiecks, linear ausdrücken lässt.) Nur die Integrale $S, von gerader Ordnung sind 
demnach eigentümliche transcendente Funktionen. 

Man kann ferner jedes. Integral S, auf mannigfaltige Weise als Summe von 
Integralen derselben Ordnung darstellen, deren. Argumente mittels trigonometrischer 
Relationen aus den ursprünglichen zu berechnen sind. Unter diesen Arten der Zer- 
legung giebt es auch solche, wo sämtliche Teil-Integrale eine spezielle Beschaffenheit 
erhalten. Man kann nämlich die Grenzpolynome einer solchen S,’so an einander reihen, 
dass nur die Winkel zwischen je zwei unmittelbar auf einander folgenden von rechten 
abweichen, alle übrigen Winkel dagegen rechte sind. Eine so spezialisierte Funktion 
S,„ hat also nur noch n — 1 freie Argumente. Da es wünschbar ist, die Zahl der Argu- 
mente einer Funktion so sehr als möglich zu vermindern, so richtet sich nun die ganze 
Aufmerksankeit auf diese speziellen Funktionen S,, welche ich Orthoscheme genannt 
habe. Unter anderem führt die Betrachtung gewisser Perioden solcher Orthoscheme 
zur Kenntnis einiger Fälle, wo der Wert eines Oythoschems in finiter Form angegeben 
werden kann. Sollen zugleich alle Argumente rationale Teile des Halbkreises z sein, 
so gläube ich in der vorliegenden Abhandlung alle Fälle, wo dann auch das Orthoschem 
zur Polysphäre ein rationales Verhältnis hat, vollständig aufgezählt zu haben. Für 
n = 4 können die Nenner der Argumente nur 3, 4, 5, für alle höheren Dimensions- 
4 
2 
niedrigere Ordnung zurückführt). Der Entscheid, ob alle hieher gehörenden Fälle voll- 
ständig aufgezählt sind, scheint ungemein schwierig; aber man wird das Interesse der 
Frage am besten würdigen, wenn man bedenkt, dass ihr für n = 2 die bekannte von 
Gauss absolvierte Aufgabe der Kreisteilung entspricht. 

Was in den zwei ersten Abschnitten gegeben ist, halte ich alles für neu. Anders 
verhält es sich mit dem dritten Abschnitt. Hier findet die Bestimmung der Hauptaxen 
eines quadratischen Kontinuums, als analytische Aufgabe betrachtet, sich schon in der 
Theorie der sekulären Störungen der Planeten, wie sie Laplace in seiner Mecanique 
celeste gegeben hat. Die Bestimmung des kürzesten Weges auf einem quadratischen 
Kontinuum findet sich angedeutet von Jacobi in einem Vortrag an die Berliner-Akademie 
vom Jahre 1839. Dass ich ferner die Frage nach der Existenz orthogonaler Kontinuen 
aufgeworfen und erörtert habe, war veranlasst durch den von Lame eingeführten Be- 
griff orthogonaler Flächen. Ob die hier für n = 3 gegebene Konstruktion eines ganz 
beliebigen Systems orthogonaler Flächen schon von Lam& ausgeführt worden ist, weiss 
ich nicht, da mir die ersten Bände von Lionville’s Journal, in denen dieser Gegenstand 
wahrscheinlich behandelt ist, nicht zu Gebot standen. Die Begriffe des Potentials und 
des Differentialparameters sind von Gauss und Lame& so benannt und zu physikalischen 


zahlen gar nur 3, 4 sein (das Argument ist auszuschliessen, weil es immer auf eine 


BER BEER 


Untersuchungen angewandt worden, und mehrere hieher gehörige Sätze von überraschender 
Eleganz, zum Teil wenigstens, wie es scheint, von Lame herrührend, hat Lionville in 
seinen Briefen an Blanchet (über verschiedene das Ellipsoid betreffende analytische 
und mathematisch-physikalische Fragen, Lionville XI, Juni 1846) mitgeteilt und bewiesen. 
In der vorliegenden Abhandlung sind auch diese Sätze von drei auf » Dimensionen über- 
getragen. — Wenn ich nun auch das Verdienst des Generalisierens nur gering anschlage, 
so hielt ich es doch für nötig, einmal alle diese Betrachtungen in der Theorie der viel- 
fachen Kontinuität zu vereinigen; man wird hier manches Neue finden, was ausser diesem 
Zusammenhang nicht dargestellt werden konnte. 

Ich hoffe, durch die vorliegende Abhandlung faktisch gezeigt zu haben, dass in 
der reinen Analysis die Konstruktion nicht weniger mit Erfolg angewandt werden kann, 
als in der Geometrie. 


Bern, den 5. Juli 1852. 


Dr. L. Schläfli. 


Theorie der vielfachen Kontinuität. 


Einleitung. 


—— 


Wenn man die gegenseitige Abhängigkeit zweier Variabeln zur lebhaften An- 
schauung bringen will, so bedient man sich häufig der ebenen Kurven, indem man jene 
zwei Variabeln als rechtwinklige Koordinaten setzt, und baut so auf die geometrische 
Anschauung eine Reihe von Schlüssen, deren letztes Ergebnis eine rein analytische 
Bedeutung hat. Es wird wohl niemand es bestreiten, dass ein solches Verfahren eben 
so sicher sein kann, als ein rein analytisches, welches sorgfältig alle der Geometrie 
entlehnten Ausdrücke vermeidet, und dass in beiden eigentlich dieselben Dinge, nur in 
anderer Sprache, dargestellt werden; denn es ist gewiss ganz dasselbe, ob man die 
Funktionsweise, in der zwei Variabeln von einander abhängen, unmittelbar anschaut, 
oder erst, indem man mit den Augen den Lauf einer gezeichneten Kurve verfolgt. Das 
durch geometrische Anschauung vermittelte Verfahren hat freilich den Vorzug der 
leichtern, auch dem Unvorbereiteten sogleich verständlichen Sprache, und kann daher 
für die populäre Darstellung nur empfohlen werden. Wenn aber die Zahl der in gegen- 
seitiger Abhängigkeit stehenden Variabeln über drei hinausgeht, so bleibt die bequeme 
Nachhülfe der geometrischen Anschauung und Ausdrucksweise zurück; aber sollte es 
wohl darum der Analysis versagt sein, aus eigenen Mitteln diesen fühlbaren Mangel zu 
ersetzen und sich einen Vorrat von Anschauungen und Bezeichnungen anzulegen, worin 
sie dieselbe leichte Uebersicht der Funktionsweisen und ihrer singulären Eigenschaften 
wiederfindet, welche sie vorher von der Geometrie entlehnte? Als einen Versuch, nach 
dieser Seite hin eine neue Bahn in der Analysis zu eröffnen, möchte ich gegenwärtige 
Abhandlung dem nachsichtigen Urteile des geneigten Lesers übergeben. 

Der vorliegende Stoff ist so eingeteilt, wie wenn man etwa in der Geometrie 
1. die Gerade und Ebene, 2. den Kreis und die Kugel, 3. die Kurven und Flächen 
zweiten Grades, 4. endlich die infinitesimalen Eigenschaften der Kurven und Flächen 
überhaupt, nach einander behandeln würde. 


Erster Teil. 


Lehre von den linearen Kontinuen. 


$ 1. Definitionen. 


Wenn eine oder mehrere Gleichungen die n Variabeln x, y, 2,... enthalten, so 
nennt man jede Gruppe von Werten dieser letzten, welche allen jenen Gleichungen 
genügen, eine Lösung des gegebenen Systems. Diese Lösung ist bestimmt, wenn die 
Zahl der Gleichungen ebenfalls n ist; dagegen wird ein kontinuierlicher Uebergang von 
einer Lösung zu einer anderen möglich sein, wenn die Zahl der Gleichungen geringer 
ist; in diesem Falle nenne ich die Gesamtheit aller Lösungen ein Kontinuum, und 
zwar ein ifaches, wenn ö die Zahl der unabhängigen Variabeln (oder die Dimensions- 
zahl des Kontinuums) ist; ferner ein lineares, wenn alle Gleichungen vom ersten Grade 
sind, ein höheres, wenn wenigstens eine Gleichung den ersten Grad übersteigt. Ein 
einfaches Kontinuum überhaupt werde ich Weg, und wenn es insbesondere noch linear 
ist, Strahl nennen. Unter dem Weg, der zwei Lösungen verbindet, ist die Ge- 
samtheit aller Lösungen zu verstehen, welche von der Anfangs- bis zur Endlösung 
kontinuierlich auf einander folgen. Da von Kontinuen, welche nur durch eine Gleichung 
zwischen n Variabeln bestimmt sind, häufiger die Rede sein wird, als von solchen, deren 
Dimensionszahl zwischen 1 und n — 1 liegt, so werde ich ein (n — 1) faches Kontinuum 
meist schlechthin Kontinuum nennen, wenn kein Missverständnis zu besorgen ist. 

Da einmal das Wort Lösung eine Gruppe von zusammengehörigen Werten der 
n Variabeln x,y,... bezeichnet, so werde ich dasselbe Wort noch behalten, wenn auch 
gar keine Gleichung vorliegt; und in diesem Sinne nenne ich die Gesamtheit aller 
Lösungen die Totalität und zwar nfache Totalität, wenn es nötig wird, die Zahl 
n aller Variabeln x,y,--- anzugeben. Sind zwar alle Variabeln unter sich unabhängig, 
aber dem nfachen Integral / dxrdydz... Grenzen gesetzt, durch welche keiner Variabeln ein 
unendliches Wachstum gestattet wird, so nenne ich die Gesamtheit aller Lösungen, 
über welche sich dieses Integral erstreckt, ein geschlossenes Stück der Totalität 
und das Integral selbst dessen Mass. Wie geschlossene Stücke eines Kontinuuns 
von beliebiger Dimensionszahl gemessen werden können, wird sich im weiteren Ver- 
laufe zeigen. 


N 


Wenn wir nun die Vorstellung von der Kontinuität aller in der nfachen Totalität 
enthaltenen Lösungen von dem speziellen Systeme, vermöge dessen in jeder Lösung 
die Variabeln gerade diese und keine anderen Werte erhalten, frei zu machen suchen, 
indem wir uns n Transformationsformeln, durch welche die alten Variabeln in neue 
übergehen können, denken, so ist es ganz natürlich, dass wir den linearen Transformationen 
vor allen anderen einen gewissen Vorzug geben. Die allereinfachste lineare Trans- 
formation besteht darin, dass man jede alte Variable als Summe einer Konstanten und 
einer gleichnamigen neuen Variabeln setzt, und durch eine solche Transformation sind 
wir immer im stande, irgend eine gegebene Lösung als eine erscheinen zu lassen, in 
der sämtlichen neuen Variabeln der Nullwert zukommt. Wenn wir daher eine Funktion 
suchen, welche auf die möglichst einfache Weise die Verschiedenheit zweier Lösungen 
misst, so werden nur die Unterschiede der gleichnamigen Variabeln darin eingehen. 
Sind diese Unterschiede alle bis auf einen gleich Null, so ist offenbar dieser, absolut 
genommen, das natürliche Mass der Verschiedenheit beider Lösungen, und überhaupt 
darf jene Funktion sich nicht ändern, wenn auch ein Unterschied negativ genommen 
wird, weil die Aenderung des Vorzeichens bei einer Variabeln die Aufeinanderfolge 
der Lösungen in der Totalität nicht ändert. Es ist ferner natürlich, anzunehmen, dass, 
wenn alle Unterschiede in demselben Verhältnisse vergrössert werden, auch jene Funktion 
in demselben Verhältnisse sich vergrössern muss. Die Funktion muss also in Beziehung 
auf die Unterschiede x, y, 2,... der Variabeln homogen und vom ersten Grade sein. 
Endlich muss noch die Freiheit linearer Transformationen, durch welche die Form dieser 
Funktion nicht geändert wird, möglichst gross sein. Alle diese Rücksichten zusammen 
bestimmen uns, Ya? Y”—+2°—+.... als Form dieser Funktion anzunehmen, wo die 
Quadratwurzel immer positiv zu verstehen ist. Wir beginnen demnach die Theorie der 
vielfachen Kontinuität mit folgender Definition: 

Das Quadrat des Abstandes zweier Lösungen ist gleich der Summe 
der Quadrate der Unterschiede der gleichnamigen Variabeln. 

Satz. Wenn drei reelle Lösungen gegeben sind, so giebt es zwischen 
denselben im ganzen drei Abstände. Die Summe von je zweien derselben 
kann nie kleiner sein als der dritte. 

Beweis. Die Unterschiede der Variabeln seien a,b,..., wenn man von der 
ersten Lösung zur zweiten fortgeht, und @,D,..., wenn man von dieser zur dritten 
fortgeht, dann sind se ata,b-+D,...., wenn man von der ersten Lösung zur 
dritten fortgeht. Werden nun die Abstände mit r, r', »" bezeichnet, so ist 


r=e®+D-+.., M"=a’-1V°+., rr=(lta” Hl HN) +... 
folglich 


y'? se rv? y 2 ae 2 (aa’ ie AN > n ); 
rt — (rt) 4 \(ab — ab)’ —+ ete.!. 


A 
‘Für reelle Lösungen ist also das Produkt 
(r —_ y — ) (— y .— Y —-- r') (7 ur, — r') & a. Pd NET r') 


immer positiv. Nehmen wir nun alle drei Abstände als positiv und r<r' <r’ an, so 
sind ausser dem Faktor »—+- »’ — r’ alle drei übrigen positiv, folglich muss auch dieser 
positiv sein. d.h.r+r>r.. 

Sollte + r’ = r" werden, so müssten alle Ausdrücke ab’ — «ab, etc. verschwinden, 
d.h. es müsste a:b:c:...=a:V:c:.... sein. 

Wenn die Unterschiede der Werte zweier Lösungen, einer konstanten A und 
einer veränderlichen P, proportional wachsen, so durchläuft die Lösung P einen Strahl]; 
denn ihre Werte sind dann Funktionen ersten Grades einer einzigen unabhängigen 
Variabeln. Es sei B irgend eine von A verschiedene, in. jenem Strahl enthaltene Lösung, 
die wir uns als fest denken. Wenn dann auf demselben Strahl irgend eine Lösung P 
auf A folgt und vor B vorhergeht, so ist immer der feste Abstand AB gleich der 
Summe der veränderlichen Abstände AP und PB. 

Den Abstand AB denken wir uns daher fortan auch als Mass des Strahls, 
welchen die Lösung P von 4 bis nach B durchläuft. 

Nehmen wir ausser den Lösungen A, B noch einige andere (C, D, E an, welche 
nicht auf dem Strahle AB liegen, so ist leicht zu zeigen, dass die Summe der hier ge- 
nannten Abstände grösser ist als der Abstand AB. Es ist nämlich AC+-CD>AD, 
AD+-DE>AE AE+EB>AB, also AC+CD-+ DE-+-EB>AB. Jene vier 
Abstände, an einander gereiht, bilden aber ein einfaches Kontinuum, das von A bis B reicht. 


Denken wir uns nun die n Variabeln der Lösung P als eben so viele beliebige 
Funktionen einer Unabhängigen, welche für einen Anfangswert derselben mit den Werten 
der Lösung A und für einen Endwert mit den Werten der Lösung B zusammenfallen 
und dazwischen keine Unterbrechung der Kontinuität erleiden, so beschreibt gleichsam 
die Lösung P einen von A bis B reichenden Weg, und es wird immer möglich sein, 
auf diesem eine hinreichende Menge von Lösungen P so zu verteilen, dass der Fehler, 
den man begeht, indem man den zwischen zwei unmittelbar auf einander folgenden 
Lösungen enthaltenen Weg durch ihren Abstand ersetzt, von einer höheren Ordnung 
wird, als dieser Abstand selbst, den wir uns als verschwindend klein denken. Daraus 
folgt, dass jener totale Weg AB, wofern er nicht gerade ein Strahl ist, immer grösser 
sein wird als der von einem Strahle beschriebene Abstand AB. 

Sind x, y,.... die Variabeln, dx, dy, ... ihre Differentiale unter der Voraussetzung 


einer Unabhängigen, so ist s= (y de?—+dy?—+... die Länge des Weges, wenn 
das Integral von der Lösung A bis zur Lösung B reicht. Die Variationsrechnung 


zeigt, dass dieser Weg ein Minimum wird, wenn die Variabeln Funktionen ersten 
Grades sind. 


S$S 2. Orthogonale Transformation der Variabeln. 


Werden die n Variabeln x, y,... durch solche lineare Funktionen von rn neuen 
Variabeln 4, €, Ü',... ersetzt, dass der Ausdruck für den Abstand zweier Lösungen 
seine Form nicht ändert, so soll diese lineare Transformation eine orthogonale heissen. 

Da im Ausdrucke für den Abstand » zweier Lösungen nur die Unterschiede ihrer 
gleichnamigen Werte vorkommen, so sind hier die Konstanten jener linearen Trans- 
formationsformeln von keinem Belang; und, wenn man sie weglässt, so sind die Differenzen 
des ursprünglichen Systems im übrigen dieselben Funktionen der Differenzen des zweiten 
Systems, wie die Variabeln des ersten von denen des zweiten. Es seien daher x, y,... 
die Differenzen der ursprünglichen, t, t, t',... die der neuen Variabeln, oder, was auf 
dasselbe hinauskommt, 0, 0, o,... seien in beiden Systemen die Werte der ersten Lösung, 
%,Y, 2, ... diejenigen der zweiten Lösung im alten, und 4, £',... im neuen Systeme. 
Dann sei 

z=aot+at-+---, 
Y = ßBt+PßÜ+---, 
etc., 
so wird 
"= +y-+ = (”+ßP-H-)P—+ete—+2(ea BP —+:--)El + ete., 
und wenn >? = t?—+t”-- etc. sein soll, so müssen die Transformationselemente den 
Bedingungen 


+ + Pol, ete. | 
aa +’ + + —=0, ete. | (1) 
genügen. Es sei | 
Amar a j 
Be. 


also vermöge jener Bedingungen 4?—=1, und 4 entweder = — 1 oder = +1. Wäre 
A = — 1, so brauchte man nur eine der neuen Variabeln entgegengesetzt zu nehmen, 
um sogleich 4=1 zu erhalten. Wir wollen daher fortan 4= 1 annehmen. Sind nun 
a,b,c,... die ergänzenden Elemente zu «a, ß,7,..., d.h. ist 
= > mL etc. 
da’ 98° i 


=. > 


so folgt At=ax —+by—cz-----, et. Wenn man aber die Transformationsformeln 
resp. mit @, 8,%,... multipliziert und addiert, so ist vermöge der Bedingungen (1): 
t=ax-+ By ---, also, wenn 1= 1 vorausgesetzt wird, u=a, b=B, ete., d.h. die 
ergänzenden Elemente sind den entsprechenden ursprünglichen gleich. Nun ist überhaupt 


aataa +... —=4A, ete., 
aa. —=(, etc. 


also 
a a? +ad” +: =|, etc, 


Mag man also die neuen Variabeln in die alten, oder diese in jene verwandeln, beide 
Verwandlungen sind durchaus ähnlich. 

Die Unterschiede der gleichnamigen Werte zweier Lösungen A, B mögen fortan 
Projektionen ihres Abstandes AB = r heissen. Dann ist in jedem orthogonalen 
Systeme das Quadrat des Abstandes r gleich der Summe der Quadrate seiner Projektionen, 
und dieser Satz ist als Definition eines orthogonalen Systems zu betrachten. Dann sind 
auch orthogonale Transformationen solche lineare Transformationen, durch welche irgend 
zwei orthogonale Systeme in einander übergehen. 

Sind die Anfangslösung 4 und alle rn Projektionen des Abstandes r gegeben, so 
ist dadurch die Endlösung B völlig bestimmt. Ist aber jene Anfangslösung frei und 
sind nicht die Projektionen selbst, sondern nur ihre an — 1 Verhältnisse gegeben, so 
sagen wir, die Richtung des Strahls sei bestimmt und nennen jene Projektionen, bei 
denen es somit nur auf ihre gegenseitigen Verhältnisse ankommt, die Richtungs- 
elemente dieses Strahls. Werden sämtliche Projektionen durch den Abstand dividiert, 
so mögen die Quotienten Richtungscosinus heissen; diese sind also Projektionen eines 
auf dem Strahle genommenen Abstandes 1. 

Wenn zwei Strahlen gleiche Richtung haben, d. h. wenn die Richtungselemente 
des einen mit denen des andern proportional sind, so mögen sie parallel heissen. 

Demnach sind die oben gebrauchten Koeffizienten a, ß, y, .... Im alten Systeme 
die Richtungscosinus derselben Richtung, welche im neuen Systeme durch die Gleichungen 
{=t"—=-..—=( bestimmt ist u.s. f, und @&,«@,«a,... sind im neuen Systeme die 
Richtungseosinus der im alten durch y=z = --- = 0 bestimmten Richtung. Die Gleichung 
ad +Bß8°—+yy--- = 0 drückt die Orthogonalität der beiden durch £ und f zu 
bezeichnenden Richtungen aus. 


$ 5. Ueber den Winkel zweier Richtungen. 


e 


Es seien z, y, z,... die Projektionen eines Abstandes » und 2, Y1 21, . . . die- 
jenigen eines andern r,, so geben die obigen orthogonalen Transformationsformeln: 


za, + yy zz th + HH 


- 


=; MR 


Dieser Ausdruck bleibt also in jedem orthogonalen System immer derselbe. Wir setzen 
daher | 

| 2 + yyı 4 22, 4°: =rr, cos w 
und nennen w den Winkel der Richtungen der beiden Abstände r und r,. Daraus 
folgt sogleich auch 

rr sinw=Y (ey — Yy)? + (az, — 2,2)? + etc., 

wo die unter dem Wurzelzeichen stehende Summe sich auf alle Kombinationen zweiter 
Klasse erstreckt. 

Der Cosinus des Winkels zweier Richtungen ist gleich der Summe der 
Produkte der gleichnamigen Richtungscosinus. 

Zwei Richtungen sind orthogonal, wenn die Summe der Produkte ihrer gleich- 
namigen Projektionen gleich Null ist. 


$ 4. Anwendung der orthogonalen Transformation 
zum Beweise des Satzes, dass der Strahl der kürzeste Weg sei zwischen zwei 


auf ihm befindlichen Lösungen. 


Es seien «a, ß, y,... die Richtungscosinus des gegebenen Strahls, so können immer 


n — 1 andere Richtungen gefunden werden, welche mit jenem ein orthogonales System 


bilden. (Dabei bleiben URN 


die ursprünglichen Variabeln x,%, .. in solche £, £,{',..., welche dem neuen System 
entsprechen, so ist der gegebene Strahl nunmehr dadurch bestimmt, dass nur t variabel 
bleibt, während f,',... konstante Werte erhalten. Ein Stück desselben ist also durch 


das Integral /dt, irgend ein anderer dieselben Lösungen verbindender Weg dagegen 


Richtungscosinus frei.) Transformiert man dann 


durch das zwischen denselben Grenzen genommene Integral Y dE + di’—+ dt? + ::-- 
dargestellt. Vergleicht man die Formen beider Integrale, so sieht man unmittelbar, 


dass dieses grösser ist als jenes. Also ist auch das Integral | Yaz: —+dy?—--»- ,„ zwischen 


zweien gegebenen Grenzlösungen genommen, ein Minimum, wenn die Variabeln lineare 
Funktionen einer Unabhängigen sind. 


S 5. Mass des Paralleloschems. 


Das Mass V einer umschlossenen Totalität ist durch das »fache Integral / dxrdydz... 


nl 
ausgedrückt. Hat nun das (n — 1)fache Integral /dydz... einen konstanten, von x 
unabhängigen Wert A, und sind die auf x bezüglichen Grenzen zwei konstante Werte, 


deren Unterschied « ist, so ist offenbar V= a4. Die erste Voraussetzung ist unter 
anderm erfüllt, wenn eine Grenzgleichung von der Form 


Fy—p 2—N,...)=0 


gegeben ist, wo pP, 1, .... beliebige Funktionen der einzigen Variabeln & bezeichnen. 
Es kommen dann nur noch zwei Grenzgleichungen von der Form x = const. hinzu, und 
das Integral V wird sich auf alle Werte von z erstrecken, welche zwischen diesen zwei 
Konstanten liegen. Sind insbesondere p, 9, .... lineare Funktionen von z, so wird die 
durch F=0 bezeichnete Grenze erzeugt durch die Bewegung eines Strahls, welcher 
stets mit dem durch y=p,2=q..... bestimmten parallel bleibt. Die geschlossene 
Totalität Y ist dann dem Cylinder der Geometrie zu vergleichen, wo 4 der Basis, 
a der Höhe entspricht, und der hier angedeutete allgemeine Satz kann symbolisch so 
ausgesprochen werden: Das Mass eines Cylinders ist gleich dem Produkte seiner 
Basis und Höhe. 

Wenn nun die Grenze des (n — 1)fachen Integrals A (der Basis) wiederum so 
beschaffen ıst u. s. f., so wird zuletzt V’=.abe... Dann ist x zwischen zwei Konstante, 
deren Unterschied a, y zwischen zwei lineare Funktionen von z, deren Unterschied D, 
z zwischen zwei lineare Funktionen von x, , deren Unterschied c u. s. w. eingeschlossen. 
Die Totalität wird somit zwischen n Paare von parallelen linearen Kontinuen einge- 
schlossen; sie heisse Paralleloschem. Wir dürfen immerhin annehmen, dass die 
Gleichungen für die u Anfangsgrenzen durch die Nullwerte sämtlicher Variabeln befriedigt 
werden. Nehmen wir je na — 1 von diesen linearen Anfangsgleichungen zusammen, so 
bestimmen sie immer einen Strahl, den wir, durch das weggelassene Paar paralleler 
linearer Kontinuen begrenzt, Kante des Paralleloschems nennen. Dieses hat im ganzen 
n. 2”! Kanten; da aber je 2"”' parallel und gleich lang sind, so zerfallen sie in n Gruppen, 
von denen wir diejenige fixieren, wo die un Kanten vom Ursprung ausgehen. Von den 
n Gleichungen, von denen je eine durch ıhre Weglassung einer Kante entspricht, ist die 
erste = U, die zweite ax + Py= 0, die dritte ex — Py--yz=0u.s.f. Lässt man 
die erste weg, so braucht ım allgemeinen keine Variable zu verschwinden; lässt man 
die zweite weg, so bleibt x = 0; lässt man die dritte weg, so bleiben =, y:=0; 
lässt man die vierte weg, so bleiben 2=0, y=0, z=0u.sf., d.h. für die erste 
Kante verschwindet keine Projektion und ihre erste Projektion ist a; für die zweite 
Kante ist die erste Projektion o, die zweite b; für die dritte Kante sind die erste und 
zweite Projektion o, die dritte ce u.s.f. Wenn also die Projektionen der n Kanten in 
ein quadratförmiges Schema gebracht werden, so befinden sich darin auf der einen Seite 
der Diagonale lauter Nullen, und V ist gleich dem Produkt der in die Diagonale fallen- 
den Projektionen, also gleich der Determinante aller Projektionen. Wenn wir nun die 
Variabeln in ein neues orthogonales System transformieren, so ist die Determinante der 
alten Projektionen bekanntlich gleich dem Produkt der Determinante der Transformations- 


— {I ze 


elemente und der Determinante der neuen Projektionen, also (da jene für ein orthogonales 
neues System gleich 1 ist) gleich dieser. Da aber, wie wir sogleich zeigen werden, 
für jedes ‚Paralleloschem immer ein orthogonales System von der Beschaffenheit jenes 
alten gefunden werden kenn, so haben wir den allgemeinen Satz: 

Das Mass eines Paralleloschems ist gleich der Determinante der ortho- 
gonalen Projektionen seiner Kanten. 

Die Projektionen der Kanten eines Paralleloschems in irgend einem orthogonalen 
Systeme seien a,b, c,...;a,V,c,...@,b,c’...; etc. Man soll dieses System in 
ein neues orthogonales transformieren, zu welchem das Paralleloschem die oben voraus- 
gesetzte Beziehung hat. Denkt man sich sowohl die Kanten als die neuen Variabeln 
X, Y,... in einer der oben angenommenen entgegengesetzten Ordnung, so sind die 
Projektionen im gesuchten System: 


Es sei ferner 


= aX+«Y+a’Z-+---, 

U —BX+BETYT+P'Z-+ ---, 

I | 7 2 222222 
a=Ar| «=Aa+Ba | "= Aa+Bad+l'a 
b=4B| b=AB+BP " =A'B+B'B + CP 


Durch die Gleichungen der ersten Vertikalreihe sind 


Al ee 
bestimmt. Da das neue System orthogonal sein soll, so liefert die zweite Vertikalreihe 
A=ae-+dB+---- 
und, wenn man nun den gefundenen Wert von A substituiert, auch 


w — 4’« 


B=-Ya@—-A+W— At ,d= nn... 
Die dritte Vertikalreilie giebt 
A’=ae+lV’B-+----, B=aW+lUß + ---- 


und, wenn diese zwei Werte substituiert werden, endlich auch C”,«',ß,.... u. f. 
Jede im Paralleloschem enthaltene Lösung ist durch die Gleichungen 


—=kla+Na Na’ +: -, yaklb-XV NV + .--, etc. 
dargestellt, wo die unbestimmten Faktoren A, X, 4,... positive, echte Brüche bezeichnen. 


u Ye 


Wird die Determinante Y= &+.albc'... mit sich selbst multipliziert, so ist das 
Produkt wiederum gleich einer Determinante, deren Elemente 


a@—+1?--0—+.--, ad +lU +ced +, aa +LlV’" +cc” + ..., etc. 
da+bb+cc+--, a’+b’+c?’—+--, aa +bV +cc” —::--,etc., 
etc. 


sind. Bezeichnet man nun die Kanten des Paralleloschems mit k, X, 1”, ... und die von 
je zweien gebildeten Winkel mit Z (kl), ---, so ist z.B. 


++... =lt, ad—ldV’ +. —=kl cosZ (kl) 
und man hat 


= h? ‚IK cosZ(kk) .kk cos/(kE)..:... 
Kk cos Z/(kR) . K: ‚KK cos/(kk”)..... 


—=/(khRk << 1 .cosZ(kK) .cosZ2(kÜ). .... | 
cos Z (Wk) . 1 ‚cos L(KR”). .... 
cos /(kK'k).cosZ/(K'k). 1 


Das Mass des Paralleloschems ist also das Produkt aller seiner Kanten, multipliziert 
mit der Quadratwurzel der Determinante, deren allgemeines Element der Cosinus des 
Winkels ist, den jede Kante mit jeder Kante bildet. 

It 7=0, so genügen alle Kanten einer und derselben linearen Gleichung, sie 
fallen in eine und dieselbe Ebene und umgekehrt. Dann muss also auch die Deter- 
minante der Cosinus verschwinden. Sind die Winkel, welche n — 1 vom Ursprung aus- 
gehenden Strahlen mit einander bilden, beliebig gegeben, und es soll ein »ter Strahl in 
dem durch jene bestimmten linearen Kontinuum liegen, so kennen wir also eine Be- 
dingung, welcher die an — 1 Winkel, die dieser mit den übrigen Strahlen bildet, genügen 
müssen. Setzt man n= 4, so passt das Gesagte auf den Fall, wo im Raune vier 
Strahlen von einem Punkte ausgehen, und die obige Formel liefert uns unmittelbar die 
Bedingung, welcher die Cosinus der sechs Seiten eines sphärischen Vierecks genügen 
müssen. Nennen wir drei von einer Ecke ausgehende Seiten a, b, c, ihre Gegenseiten 
a,b,c, so ist die Bedingung: 


0 — 1 .cosa.cosb . cosc —1-— Feos’a--2Fcosa cosb cosc 
cosa. 1 .cosc .cosb 
cosb.cosc. 1 .eos«a + 2 cos’ a cos’ a — 2 2 cos a cos a cosbcosb. 


! ! 
cose..cosb.cosa. 1 


ae 


Fällt man aus einem innerhalb eines Tetraeders befindlichen Punkte Senkrechte 
auf seine Ebenen, so ist jeder von zwei Senkrechten gebildete Winkel das Supplement 
eines Flächenwinkels des Tetraeders. Man hat also in der letzten Gleichung auch die 
Bedingung, durch welche die sechs Flächenwinkel eines Tetraeders verbunden sind. 


$ 6. Ueber schiefe Systeme. 


Wenn wir die auf das vorige Paralleloschem bezüglichen Bezeichnungen be- 
halten und 
te, ya + tt, ete. 
setzen, so stellen diese Gleichungen eine Lösung dar, zu der man vom Ursprung aus 
auf einem gebrochenen Wege gelangt, der aus den n Abständen 4, t,t',... zusammen- 
gesetzt ist, welche resp. mit den Kanten k,%,k’,... des Paralleloschems parallel sind. 
Denkt man sich die Abstände t, t, t',... variabel, so repräsentieren sie ein schiefes 
System. Setzen wir jetzt = x’ + y”—+---, so bekommen wir als Abstand irgend 
einer Lösung (t, t,t,...) vom Ursprung: 


r=-YER--P Hi? HH +21 cosZl(kE)-H +2El’cos/ (RE) + 
Durch die en (n-— 1) Cosinus, welche in diesem Ausdruck für einen Abstand r, dessen 


schiefe Projektionen t£, t,',... sind, vorkommen, ist die Beschaffenheit des schiefen 
Systems völlig bestimmt. Wird der Ursprung festgehalten, so ist die Lage eines schiefen 


Systems durch n(n — 1) Data bestimmt, die Lage irgend eines orthogonalen Systems 
1 
2 
des schiefen Systems gleichgültig ist, auf welches orthogonale System dasselbe bezogen 
werde, so hat man diese Zahl von jener abzuziehen, und es bleiben also wirklich nur 


hingegen nur durch — nr (n — 1) Data. Da es nun für die wesentliche Beschaffenheit 


—n (n — 1) wesentliche Data für das schiefe System übrig; als solche kann man die 


Winkel Z (kl), ..., oder die Koeffizienten der Produkte der Variabeln im Ausdruck 
für das Quadrat des Abstandes r ansehen. 

Das Element der Totalıtät ist im schiefen System ein Paralleloschem, dessen 
Kanten dt, d!,dt,... mit den Axen k,W,%”,... parallel sind. Bezeichnen wir die 
Determinante der Cosinus der Winkel Z (kk), Z (kW), ... mit A?, so ist dieses Element 


WVV=A.dtdtdt..... 


$ 7. Mass der Pyramide. 
Es ist klar, dass das Integral P= A /dtdt dt’... durch die Bedingungen 


> >I.., ++ 4rt<1 


>. 6; 


völlig begrenzt ist. Wir nennen ein solches von » 4 1 linearen Kontinuen umschlossenes 
Integral P eme Pyramide. Setzt man t=ku,t=ku, tt! =Kk'W,...., so wird 


P=A.kkl.... x fdudu du... 


mit den Grenzen u>0, «>0, u" >0,..., ut «+ ww -+---<1l; da das Integral 
keine Konstanten enthält, so kann es durch ‚f(n) bezeichnet werden. Die vorletzte 
Integration: 


n—i 


de du dw"... [| >(0, W >0,..., Wu" Hu" +. .- <1l— u]. 


Man setze = (l— u)vV, W = (1—ı)v',ete., so wird 
n—1 n—|1 


[au du ...=(1-— u) [ dv dv dv"... [x >0,1"" >0,...‚,r!"-+vV-+--- <]l ] 
=(1— ) fi — 1); 


1 
2 n—1 n—1) 1 
SW=f@=1.[a-W"" au= PL = 
z 0 
weil SV= [au[a>0,a<ı]l=1 
ist. Es ist also 
RE SE BEE 14 
ers... Ti BP RER n 


Die Pyramide ist gleich dem Paralleloschem, das mit ihr n von einer 
Lösung ausgehende Kanten gemein hat, dividiert durch die Permutationszahl 

Wir wollen die Aufgabe noch aus einem allgemeineren Gesichtspunkte betrachten. 
Denken wir uns ein geschlossenes Stück eines linearen Kontinuums, für welches die 
orthogonale Variable x konstant ist, so können wir sein Mass durch 


n—1 


S= fdydz... 
ausdrücken, gleich wie wenn es ein Stück einer (x — l1)fachen Totalıtät wäre. Die 
Grenze werde durch den Durchschnitt irgend eines höhern Kontinuums gebildet, dessen 
Gleichung die Form 


F(Z, —, ei 


habe. Setzt man nun y=zu, z=xwW,...., so wird 
n—|1 
>E ’ 2 . ’ (7) 
S—a"'fdwWdw'... mit der Grenze F(«,«,..)=V0. 
Bezeichnen wir mit U den Wert des Integrals [Aw du” ..., welcher offenbar nur 
durch die Natur der begrenzenden Gleichung F=0 bedingt ist und daher konstant 


un. HT 


bleibt, wenn auch x variiert, so haben wir S=U.x"-'. Variiert nun x von 0 bis h, so 
entsteht eine geschlossene Totalität P, begrenzt vom linearen Kontinuum x=h und 


vom höhern 


ihr Mass ist . 


h E 
P=U| a'de—=U.% 
1) 


n 
n 


Für <=h werd S=B, so ist B=U.Nl"”' und 
r= en hB. 
”n 


Nennen wir nun die geschlossene Totalität P einen Kegel, B seine Basis, den Ursprung 
Spitze und den orthogonalen Abstand A dieser Spitze vom linearen Kontinuum der 
Basıs B die Höhe, so haben wir den Satz: 

Das Mass eines Kegels ist der nte Teil des Produkts seiner Basis 
und Höhe. 

Setzt man die Basis wieder als Kegel einer (n — 1)fachen Totalität voraus u. s. f., 
so erhält man den frühern speziellern Satz über das Mass der Pyramide. 


1 
2 


$ 8. Mass der Pyramide, ausgedrückt durch ihre n (n—1) Kanten. 

Bezeichnen wir die als Ursprung angenommene Ecke durch o, die übrigen durch 
1, 2,...n und die von jenem nach diesen gehenden Kanten durch k,, ka, ... k,, ihre ortho- 
gonalen Projektionen durch a, b,c,... mit entsprechenden Zeigern, ferner das Quadrat 
der Kante, welche die mit den Ziffern 4, u bezeichneten Ecken verbindet, durch (Au), 
so sind die Projektionen dieser Kante 


a, — 0, by — bu... , also (Au) = (a, — a) + (Me b,) —+- etc. 
— k,+k, — 2k,k, cos Z (k,k,); folglich 
(Au) — (oA) — (ou) = 2k,k, 008 / (k,k,); 


und es wird (AA) = o, (Au) = (uk) sein. Betrachten wir nun eine Determinante 2, deren 

allgemeines Element (Au) w ist, und wo in jeder Horizontalreihe die Zahl u und in 

jeder Vertikalreihe die Zahl A die Werte 0, 1,2, 3,...n durchläuft und subtrahieren zuerst 

die Elemente der Horizontalreihe (A = 0) von den‘ entsprechenden Elementen aller übrigen 

Horizontalreihen, so wird in diesen das allgemeine Element (Au) — (ou). Subtrahieren 

wir ferner die Elemente der Vertikalreihe (x = 0) von den entsprechenden Elementen aller 
8 


au, PO 


übrigen Vertikalreihen, so wird in diesen das allgemeine Element (Au) — (ou) — ((A0) — (00)) 
= (Au) — (oA) — (o(u)= — 2h,hk, cos Z (R,/i,), und » bleibt nur in dem Element (A = o, 
u = 0) noch übrig. Also ist 2 eine lineare Funktion von w, in welcher der Koeffizient 


von w gleich 
= 


- (- 9 7° 


ist, wenn V?, wie früher, die Determinante der Elemente kl, cos Z (k,h 
wo sowohl A als « die Werte 0, 1,2,3,...n durchläuft. Also ist 


:) bezeichnet, 


ru 


SI 0 aa 
Peer, dm ’ ung en er I 


Für u = 3 findet man 


P=—— Vz[eon -+ (23) || — (01) (23) +- (02) (13) + (03) (12) ] — & (12) (23) (13). 


Wird dieser Ausdruck gleich Null gesetzt, so hat man die Relation, durch welche die 
Quadrate der sechs Seiten eines Vierecks verbunden sind. Für n = 4 ist 


— 2 2:(01) (12) (23) (30) + Z (01) (12) (23) (34) | 


1 
Fe 
(Die unter das Summenzeichen gesetzten Ziffern geben die Zahl der Glieder an, welche 
jede Summe enthält.) Das Verschwinden dieses letzten Ausdrucks ist die Relation 
zwischen den Quadraten der zehn Entfernungen von fünf beliebigen Punkten im Raume. 


Sind für ein beliebiges n alle - n (n— 1) Kanten der Pyramide der Einheit 


gleich, so ist 


$ 9. Anwendung von $ 6 auf die Verwandlung vielfacher Integrale. 


Es sei T eine Funktion der n Variabeln x, y,2,... und S —f Tdxdydz.... Man 
soll dasselbe Integral durch die n neuen Variabeln t, t,t' ... ausdrücken, wenn x, y,.. 
als unter sich unabhängige Funktionen derselben gegeben sind. 

Fassen wir x, y,... als Variabeln eines orthogonalen Systems auf, so ist das 
Produkt dxdy... das Element einer von den Integrationsgrenzen umschlossenen Totalıtät. 
Wird jedes solche Element mit dem der betreffenden Lösung entsprechenden Werte der 
Funktion 7 multipliziert und die Summe aller innerhalb des gegebenen Kontinuunis 


fallenden Produkte genommen, so hat man das Integral 5. Wenn nun die Incremente 
von T innerhalb der gegebenen Grenzen überall von derselben Ordnung sind, wie die 
unendlich kleinen Abstände je zweier Lösungen, so steht es offenbar frei, das gegebene 
Stück der Totalität in Elemente von anderer Form einzuteilen, das Mass eines jeden 
mit 7 zu multiplizieren und die Summe aller dieser Produkte zu nehmen. Da der 
Fehler jedes Produkts von einer höhern Ordnung ist als das Mass des Elements, so 
wird der Fehler der Summe von einer verschwindend kleinen Ordnung sein und daher 
das neue Integral mit 5 zusammenfallen. Wird nun das gegebene Stück der Totalität 
durch Kontinuen, welche den Gleichungen t = const., E = const., t" = const., ... ent- 
sprechen, in Elemente zerschnitten, so ist ein solches Element ein schiefes Paralleloschem, 


dessen erste Kante die Projektionen e dt, N di,..., die zweite die Projektionen 
. dt, dt ..., us. f. hat. Sein Mass ist also 


(s+ dr 9y 8: 
--—— 91 If 9 


wo die Summe die Determinante der partiellen Differentialkoeffizienten bedeutet. Das 
Integral verwandelt sich demnach in 


ea re) dtdt dt‘... 


) x dtat dt ..., 


S 10. Ueber Polyscheme. 


n 

Wenn das nfache Integral f dzdydz... durch lauter Gleichungen ersten Grades 
vollständig begrenzt wird, so dass keine der Gleichungen bei der Begrenzung als über- 
flüssig erscheint, so nennen wir die geschlossene Totalität, deren Mass jenes Integral 
ist, ein Polyschem P,. Seine Grenzkontinua sind durch jene linearen Gleichungen 
dargestellt und ihre Zahl kann nicht kleiner als n —-1 sein. Fixieren wir eines dieser 
Grenzkontinua, so erscheint es uns, wenn wir nur die in ihm befindlichen Lösungen 
betrachten, welche zugleich innerhalb jenes Integrals hegen, als ein geschlossenes lineares 
Kontinuum. Wir können dann das ursprüngliche System immer so orthogonal trans- 
formieren, dass eine neue Variable in der ganzen Ausdehnung dieses linearen Kontinuums 
verschwindet. Mehrere jener ursprünglichen Grenzgleichungen, deren Zahl wenigstens 
n betragen muss, werden dann in ihrer transformierten (offenbar wieder linearen) Gestalt, 
wo sie nur die an — 1 übrigen neuen Variabeln enthalten werden, zur Umschliessung 
des fixierten Grenzkontinuums dienen. Da eine Variable nun ganz aus der Betrachtung 
wegfällt, so ist alles wieder so, wie in einer Totalität, aber einer bloss (n — 1)fachen; 
das geschlossene Grenzkontinuum hat ein dem ursprünglichen ähnliches Integral, das 
aber nur (n — I)fach ist, zum Mass; innerhalb der von den (n — 1) übrigen neuen 


— 0 — 


Variabeln gebildeten Totalität ist es daher auch ein Polyschem P,-,. Das gegebene 
P, ıst also wenigstens von n--1 P,-, umschlossen, jedes von diesen wenigstens von 
n P,-s u. Ss. f. Im allgemeinen sclıneiden sich drei P,_,, als unbegrenzte lineare Kontinua 
aufgefasst, erst in einem (n — S)fachen, linearen Kontinuum, und wenn sie sich schon 
in einem (n — 2)fachen linearen Kontinuum schneiden, so sind ihre Gleichungen nicht 
mehr unabhängig von einander. Tritt ein solcher spezieller Fall ein, so können doch 
nicht alle drei (oder mehrere) P,_,, als begrenzte Gebilde aufgefasst, das fragliche P,_, in 
seiner ganzen Ausdehnung gemein haben; wir zerlegen es dann in Stücke, deren jedes 
in seiner ganzen Ausdehnung immer nur zweien nachbarlichen P,-, gemein ist. 

Wir wollen daher durchweg annehmen, dass ein im Umschluss des P, vorkommen- 
des P,-z Immer nur zweien P,-, und dann in seiner ganzen Ausdehnung gemeinschaftlich 
sei; hingegen zugeben, dass ein P,_, nicht nur wenigstens dreien, sondern auch mehreren 
nachbarlichen P,-, gemein sein könne: ein P,-, wenigstens vieren oder auch mehreren 
ne US 

Wenn keine zwei der P,-, aus denen der Umschluss eines P,„ besteht, sich 
schneiden, und dasselbe doch eine einzige zusammenhängende Totalität bildet, so nennen 
wir es nicht überschlagenes Polyschem, im entgegengesetzten: Falle ein über- 
schlagenes. Wenn keine innerhalb des gegebenen Polyschems befindliche Lösung 
dem verlängerten Kontinuum eines seiner Grenz-P,_, angehört, d. h. wenn für sämtliche 
innerhalb des Polyschems fallende Lösungen das Polynom einer jeden Grenzgleichung 
iınmer dasselbe Vorzeichen behält, wenn z. B. alle Polynome stets positiv bleiben, so 
ist das Polyschem konvex. Durch eine innere Lösung sei ein unbegrenzter Strahl 
gezogen, so kann auf diesem die Lösung nur nach den zwei entgegengesetzten Richtungen 
sich fortbewegen; man denke sich die Werte der Lösung fortwährend in den Polynomen 
aller Grenzgleichungen substituiert. In demselben Augenblicke nun, wo der Wert eines 
einzigen dieser Polynome ein entgegengesetztes Vorzeichen angenommen hat, ist auch 
die bewegte Lösung ausserhalb des Polyschems getreten. Das Gleiche gilt für die 
Bewegung in der entgegengesetzten Richtung. Folglich kann der Umschluss eines 
konvexen Polyschems von einem Stralıl in nicht melır als zwei Lösungen geschnitten werden. 

Wird der Umschluss eines Polyschems P,, ohne eines der P,-, zu zerbrechen, so 
in zwei Teile geteilt, dass jeder ein einziges gebrochenes (» — 1)faches Kontinuum bildet, 
so soll jeder dieser Teile eine offene polyschematische Figur heissen. 

Satz. Wenn unter der Voraussetzung einer nfachen Totalität in einem 
Polyschem oder einer offenen polyschematischen Figur die Zahl der Grenz- 
lösungen mita,, die der Grenzstrahlen mita,, überhaupt die Zahl der ifachen 
polyschematisch geschlossenen linearen Grenzkontinuen P; mita, bezeichnet 
wird, und ist endlich a„= 1, wenn ein geschlossenes Polyschem, «„=0, wenn 
eine offene polyschematische Figur vorliegt, so ist 


=1 
ae = Eu U Sl Pe = (— 1)" Adn-1 7 re 1)7 Ad. = 1. 


rg 


zu... Di. u 


Beweis. Ich nehme an, der Satz sei für die (u— 1)fache Totalität schon 
bewiesen, und bezeichne in der nfachen Totalität für irgend eine offene polyschematische 
Figur die linke Seite der fraglichen Gleichung mit A,. Wird nun dieser Figur ein 
neues P,-, angefügt, ohne dass sie dadurch zu einem geschlossenen Polyschem wird, 
so ist die diesem ganzen geschlossenen P,-, entsprechende Zahl A,-, nach der Voraus- 
setzung gleich 1. Es hat aber mit der anfänglichen Figur eine derselben (n — 1)fachen 
Totalität angehörende, offene polyschematische Figur gemein, deren Zahl 4A,_-, ebenfalls 
gleich 1 ist. Da diese zweite Zahl A,_, schon in der anfänglichen Zahl A, enthalten 
ist, so muss sie, bei der Berechnung des Zuwachses von A,, von der ersten Zahl 
A,„-ı abgezogen werden; der Rest ist 0. Die Zahl a, ist auch jetzt noch 0 wie vorher. 
Die anfängliche Zahl A, hat also durch das Anfügen eines neuen P,-, keine Veränderung 
erfahren. Ist hingegen die anfänglich offene Figur so beschaffen, dass sie durch das 
Anfügen eines neuen P,-, zu einem geschlossenen Polyschem wird, so verändern sich 
die Zahlen a, (y, (ia, »-. Ay nicht, die Zahl «,_, wächst um 1, und die Zahl «a, geht 
aus 0 in 1 über. Da aber die Zahlen a,_, und «a, in dem fraglichen Ausdruck mit 
entgegengesetzten Vorzeichen versehen sind, so wird auch in diesem Falle der Wert 
A, dieses Ausdruckes nicht geändert. Nehmen wir nun nach und nach ein P,-, nach 
dem andern weg, so dass immer eine offene polyschematische Figur übrig bleibt, so 
wird diese zuletzt aus einem einzigen P,-, bestehen, und, da ohnehin a, = 0 ist, so 
wird das entsprechende A, gleich sein der Zahl A,-, dieses einzigen P,-., also nach 
der Voraussetzung gleich 1. Nun ist für n=1 das P, ein begrenzter Strahl, also 
“=2, ,=1; folglich 4A, =w— a, =1. Der Satz ist somit bewiesen. 


S$S 11. Berechnung des Masses eines Polyschems. 


Durch ein (n — 2)faches lineares Kontinuum und eine ausserhalb desselben be- 
findliche Lösung kann immer ein (n — 1)faches lineares Kontinuum, und zwar nur eines, 
gelegt werden. Denn, wenn jenes durch die zwei simultanen Gleichungen = 0, v=(, 
wo u, v lineare Funktionen der Variabeln bedeuten, bestimmt ist, so ist jedes durch- 
gehende (n — 1)fache lineare Kontinuum in der Gleichung w-+-Av=0, wo A einen 
willkürlichen Faktor bezeichnet, enthalten. Soll es aber durch die gegebene Lösung gehen 
und erhalten für diese die Funktionen «, v resp. die bestimmten Werte p, q, so muss auch 
p-:-Aq=0 sein. Hiedurch ist A bestimmt, und man hat gu — pv = 0 als Gleichung 
des verlangten linearen Kontinuums. 

Denken wir uns nun das gegebene Polyschem P, als konvex, wählen innerhalb 
desselben eine beliebige Lösung und fixieren dann irgend ein P,_, des Umschlusses, so 
ist auch dieses wieder von vielen P,_, umschlossen, und wir legen durch jedes derselben 
und jene innere Lösung ein lineares Kontinuum; dann erhalten wir einen polyschema- 
tischen Kegel, welcher die Lösung zur Spitze und jenes fixierte P,_, zur Basis hat. 


I 
PEN en et 


Wird das Polynom der Gleichung dieser Basis für jene Lösung ausgewertet und durch 
die Quadratwurzel aus der Summe der Quadrate der Koeffizienten der Variabeln dividiert, 
so hat man die Höhe des Kegels gefunden. Kennt man ferner das Mass der Basis 
P,-', multipliziert es mit der Höhe und dividiert durch n, so hat man das Mass des 
Kegels. Da endlich das gegebene Polyschem P, in lauter solche Kegel zerfällt, so ist 
sein Mass gleich der Summe der Masse aller dieser Kegel. 

Wie die Aufgabe, ein P, zu berechnen, auf die für ein P,_, zurückgeführt ist, 
so hängt auch diese wieder von der Berechnung eines ?,_, ab u.s. f. Zuletzt hängt 
alles von der Berechnung eines P, oder eines Abstandes ab. Die Berechnung der Höhen 
und die ortliogonalen Transformationen, welche jeweilen zur Wegschaffung einer Variabeln, 
deren Verschwinden einer Basis entsprechen soll, gemacht werden müssen, erfordern 
immer eine Ausziehung der Quadratwurzel aus einer Sunme von Quadraten, während 
der Natur der Aufgabe nur rationale Rechnungen wesentlich eignen. 

Die Zalıl der zu berechnenden Kegel wird geringer, wenn man eine Grenzlösung 
des P,„ zu ihrer gemeinschaftlichen Spitze wählt. Nehmen wir nun an, jede Basis 
P,-, sei schon in lauter Pyramiden (x""') zerteilt, so ist jede von diesen die Basis 
einer Pyramide (x”), welche jene Grenzlösung zur Spitze hat. Wenn man also über- 
haupt ein P,-, in lauter Pyramiden zerlegen kann, so ist dieses auch für jedes P, 
möglich. Nun kann man aber jedes P, oder Vieleck in lauter Pyramiden (x?) oder 
Dreiecke zerlegen, folglich kann auch jedes Polyschem (®*) in lauter Pyramiden (o0*) 
zerlegt werden. Das Mass einer solchen ist der 1.2.3...nte Teil der Determinante 
der Projektionen von n ihrer Kanten, die von einer und derselben Ecke ausgchen. 
Hiedurch ist also die Berechnung des Masses eines Polyschems auf lauter rationale 
Rechnungen zurückgeführt. 


$ 12. DÜUeber die Projektionen eines linearen mfachen Kontinuums, wenn m 


zwischen 1 und n legt. 


Da das Kontinuum in paralleloschematische Elemente zerlegt werden kann, so 
wollen wir das Mass S eines Paralleloschems (®©”) untersuchen, wenn m geringer ist 
als die Dimensionszahl n der Totalıtät. Transformieren wir die Variabeln orthogonal, 
so dass für das gegebene Kontinuum n» — m der neuen Variabeln verschwinden, so haben 
wir es bei der Berechnung des Paralleloschems (®©”) nur mit den übrigen ın Variabeln 
zu tun. Es gilt also der frühere Satz ($ 5), wenn darin m statt n gesetzt wird. Sind 
nun Äy, fig, .... Zi. die Kanten des Paralleloschems „, so ist 


N hi A COS ZA) CZ he) w 
! li, I, cos £ (3 k,) 5 ki . hi; hi cos Z (I, l,) BE 


93 —_ 
Sind nun a,, d, €, -.- die n Projektionen von k, im ursprünglichen System, so haben 
wir früher gesehen, dass 

kk,cos/(kk)= a, +bb, +: -- 


ist. Bezeichnen jetzt f, 9, h,.... irgend m der n Projektionen a,b, c,...., so ist nach 
einem bekannten Satze: 


v2 Asus .... Sr 
N 
wenn die Summe sich auf alle Kombinationen /gh... ohne Wiederholungen und ter 
Klasse aus den n Elementen a, b, c,... erstreckt. Jede der (7) Determinanten, aus 
deren Quadraten diese Summe besteht, nennen wir eine Projektion von S auf das ent- 
sprechende sifache lineare Kontinuum, für welches alle n— m mit f, 9, h,.... nicht- 
gleichnamigen ursprünglichen Variabeln verschwinden. Es ist sogleich klar, dass, wenn 
wir nur die Längen Äk,,%,,...k.„ der Kanten, aber nicht ihre Richtungen ändern, 


sämtliche Projektionen mit S proportional sich verändern werden. 
Betrachten wir nun wieder das beliebig umschlossene »ifache lineare Kontinuum 
und teilen dasselbe durch Scharen paralleler (m — 1)facher linearer Kontinuen in un- 


endlich kleine Paralleloscheme (00”) dS, deren jedes die (7) Projektionen dP,dP',dP",... 


sind konstant. Wenn also S das Mass des »fachen Kontinuums, P, P', P”,.... seine 
Projektionen bezeichnen, so ist 


S®—= P?-ı P?--P'?’-L...., 
d. h. das Mass irgend eines geschlossenen linearen mfachen Kontinuums ist 


gleich der Quadratwurzel aus der Summe der Quadrate seiner (7) Projektionen. 


Wenn 1<m<n-—1 ist, so sind die ) Projektionen nicht unter sich unab- 


hängig. Man kann nämlich die Gleichungen des linearen mfachen Kontinuums immer 
so darstellen, dass n — m Variabeln als lineare Funktionen der » übrigen erscheinen. 
In jeder von diesen sind » Koeffizienten der Variabeln und noch eine freie Konstante 
gegeben; die letzte zählen wir nicht, als ohne Einfluss auf die Richtung des mfachen 
Kontinuums. Diese Richtung wird also im ganzen durch (n — m) m Data hinreichend 
bestimmt. Setzen wir jetzt Projektionen, so kommt ausser der Richtung noch das Mass 


des projizierten Kontinuums als neues Datum hinzu. Also sind unter den (7) Pro- 


jektionen nur n— m)m—+-1 unter sich unabhängig, alle übrigen aber sind 
durch diese bestimmt. 


Die zwei angeführten Zahlen ändern sich nicht, wenn man m mit n — m vertauscht; 


® .. == 1 . 
wir dürfen also m» <-;- n voraussetzen. Betrachten wir nun den Bruch 
N n—1 n— 2 n—3 n—m-+i1 
“ ——— ® —,—,— ® =— 1: 0 ı ee 2» ® ———— — DE —— N) 


3m n—m 3 4 m 
so sind seine Faktoren 


N | n—|1 1 n— 2 n—-m+1 
2m in n—m 2 3 


. er n—1 ; z TE 
der Bruch ist also grösser als ann und, wenn wir mit (na — m) m multiplizieren, 


(an) > (an — Dmn=(n—m)m-+m(m—]), 


m 


also, da m > 1 vorausgesetzt ist, auch 
(.) > (n— m)m—+1. 


(Für m=1 oder w =n—1 hingegen wird jede der zwei hier verglichenen Zahlen 
gleich n. Also kann erst für n>4 der Fall eintreten, dass nicht alle Projektionen 
unter sich unabhängig sind.) 

Es seien nun a, b, c,...e die Zeichen für irgend m--1 Projektionen einer 
Kante % jenes mfachen Paralleloschems; f, 9, I, .... die Zeichen für » — 1 Projektionen 
derselben Kante; nur darf die Kombination (m — 1)ter Klasse, f, y, ..., weder eine 
aus den Elementen D, c, ....e gebildete sein, noch das Element a enthalten. Dann sei 
die Determinante 


a.b .Cc.....0 —=auaA--bB-eÜ! ..-—ceE, 
a,.bi .c e 
an Dt em 


wo a,d,c,...e willkürliche Grössen bezeichnen, während die mit Zeigern versehenen 
Buchstaben gegebene Projektionen von Kanten bedeuten; es wird also sein; 


aA+-bLB+aC+-- te E=0(, 
4,A-lbB--,UÜ--:..--+8E=(, 


Ferner sei 


En 


Man sieht nun leicht, mit welchen Faktoren man die m Gleichungen des vorigen Systems 
multiplizieren muss, um die Gleichung 


AA+BB+eC+.- —-CE=0 


zu erhalten, welche eine der gesuchten Relationen zwischen den (%) Projektionen von 


S darstellt. Wir wollen nun diese Relationen so zu ordnen suchen, dass es klar wird, 
wie viele Projektionen P unabhängig sind, und wie alle übrigen aus diesen berechnet 
werden können. 

Lassen wir vorerst die von den mit a bezeichneten Elementen abhängigen Pro- 
jektionen P weg und denken uns die wesentlichen Relationen zwischen den übrigen 
schon aufgestellt und mittelst derselben diese alle berechnet. Denken wir uns nun 
B,C,.... E, an Zahl m Projektionen (mit a) willkürlich gegeben und bilden dann aus 
den u — 1 Elementen db, c,.... alle Kombinationen (m — 1)ter Klasse, f,g,h...., mit Aus- 
schluss der aus den m Elementen b, c,...e zu bildenden, so sind die entsprechenden A 
durch obige Relation immer in Funktion der m unabhängigen B, C',.... E gegeben. Alle 


jene YX, mit diesen B,(,... E zusammen, sind aber sämtliche zZ 1) Determinanten, 


worin der Buchstabe a vorkommt, und unter diesen sind also höchstens m unabhängige. 
Ebenso kann man zeigen, dass unter allen Determinanten, worin a fehlt, aber b vor- 
kommt, höchstens m unabhängige sind; ebenso unter denen, worin a, b fehlen, aber c 
vorkommt u. s. f£ Endlich gelangen wir zu den Determinanten, worin de n—m—1 
ersten Buchstaben fehlen und der (n — m)te vorkommt; ihre Zahl ist offenbar m. Zuletzt 
ist noch eine Deserminante, diejenige, worin die m letzten Buchstaben vorkommen, übrig. 
Wir bekommen so offenbar höchstens (n — m) m — 1 unabhängige Projektionen. Der 
Natur der Sache nach müssen aber gerade so viele sein, wie wir vorhin gesehen haben. 
Folglich haben wir auch alle wesentlichen Relationen aufgezählt. 


Sind (7) Projektionen, welche diesen Relationen genügen, beliebig gegeben, so 


ist es leicht, die n — m Gleichungen eines entsprechenden linearen Kontinuums zu finden, 
das z. B. durch den Ursprung gehen möge. Es seien z, y,... z die m ersten Variabeln, 
4,vd,W,... die übrigen und 


weg +8,8y+ +0, vafz +fy tr --Im2, etc. 
die a — m gesuchten Gleichungen des linearen Kontinuums. Dann sind die in dem Schema 


1 Nee er | 
0120 


. 121 1282 8 8 [Tr Tr Tr IT Tr I LE I 


1 000 er a 


n 


enthaltenen (7) Determinanten den Projektionen des Kontinuums proportional. Da nun 


4 


__ 6 — 


die Verhältnisse dieser gegeben sind und unter jenen (n — ») m-+-1 sich finden, denen 


die Werte 
1.0, Us far u. 0.0. : RR PREES 


zukommen, so sind diese Werte bekannt. 


$ 13. Mass eines mfachen höheren Kontinuums. 


Die n Variabeln x, y, 2, ... eines orthogonalen Systems seien in Funktion von m 
unabhängigen Variabeln t,t,£',... gegeben. Wenn durch keine Transformation dieser 
unabhängigen Variabeln jene x, y, 2,... als lineare Funktionen erscheinen, so nennen 
wir das durch die n Gleichungen dargestellte mfache Kontinuum ein höheres. Es wird 
durch »m Scharen von (nm — 1)fachen Kontinuen, welche den Gleichungen t — const., 
f = const., f' = const. ete. entsprechen, in paralleloschematische Elemente zerschnitten. 
Die Kante, welche der Variation des einzigen t entspricht, hat die Projektionen 

Ix dy dx 

a dt, 9 dt, 9; Maas 
u.s.f. Das Mass des Elements wird also erhalten, wenn man die Quadratwurzel aus 
aus der Summe der Quadrate der ()) in dem Schema 
| ÖL SUR Me; BERNER 


enthaltenen Determinanten mit dt dt dt"... multipliziert. Integriert man endlich dieses 
Produkt innerhalb der gegebenen Grenzen, so erhält man das Mass des geschlossenen 
höheren Kontinuums. 

Man kann die Gleichungen des Kontinuums so transformieren, dass die »n ersten 
Variabeln =, y,... z als unabhängige und die an — m übrigen «,v, w,.... als Funktionen 


jener erscheinen. Das vorige Schema erscheint dann in folgender einfacheren Gestalt: 


1:0-0- re Oo 
In Iv dw | 

En . dy 9y 0y | 

1b ee 


Ist m = 2, so wird 


a 2 GPRT To Be a 
s= JYı+(6%) nn +) a ete.-1 (4 en u a a) + ete. dedy 


das Mass des Kontinuums. Ist » = n — 1 und sind x, y, ... z die unabhängigen, u die 
letzte und einzige abhängige Variable, so wird 


Sc TYır( =; +(ör a “a des 


das Mass des Kontinuums. 


$ 14. Orthogonale Transformation der Projektionen eines linearen Kontinuums. 


Was in Beziehung auf Verhältnisse der Projektionen für ein paralleloschematisches 
Stück eines mfachen linearen Kontinuums gilt, ist auch auf ein beliebig umschlossenes 
Stück desselben auszudehnen. Wir denken uns daher ein Paralleloschem, dessen Kanten 
die Projektionen 

| 0.0. re 

versehen, mit den Nummern 1, 2, 3,... »» der Kanten als untern Zeigern haben. Es sei 
ab...c irgend eine Kombination ter Klasse aus den n Elementen a, b,.....,d,&,.f,.-.; 
so entspricht denselben die Kontinuumsprojektion 


P=2Zta Diddl 

Die orthogonalen Transformationsformeln seien nun 
=et-at!+al+:---, 
y=ßt+-Bt Hit’ ----, 


. 0... 8 08 8 Tr Fr Tr Tr rk rd Tr LT TB FL — Gi ee 


m’ 


... 0) 08 7 018 LT LT T LT TI LT ET TT EL oo 


Die Projektionen der Kanten des mfachen Paralleloschems im neuen Systeme seien 


h,W,hk',..., versehen mit den untern Zeigern 1,2,... m, entsprechend den Nummern 
der Kanten. Dann ist 
rel, 20 4.3466 Me al =), 
I 0 EEE 0 EUR OR 


welches Schema eine Determinante bedeutet, deren allgemeines Element die Summe der 
Produkte der gleichaccentigen Glieder irgend einer Horizontalreihe links und irgend 
einer rechts vom mittleren Vertikalstrich ıst. Es ist bekannt, dass diese Determinante 


gleich ist der Summe der (7) Produkte von je zwei homologen Determinanten, welche 


jedes der beiden durch den mittleren Vertikalstrich geschiedenen Schemate liefert. Die 
Determinanten, welche das Schema rechts liefert, sind aber die Projektionen des m- 
fachen Paralleloschems im neuen System, und die homologe Determinante im Schema 
links ist der Faktor, mit dem man das mfache lineare Kontinuum (t# .. .), auf welches 
diese einzelne Projektion gefällt wurde, und dem sie angehört, multiplizieren muss, um 
seine Projektion auf das axiale Kontinuum (xy ...z) des ursprünglichen Systems 
(xy...zuvw...) zu erhalten. Man kann daher die Transformation auch so darstellen. 

Im ursprünglichen System (xy... zuwvw...) wird ein durch die m Variabeln 
(xy ...z) bestimmtes axiales Kontinuum fixiert. Im neuen System (tft...) denkt man 
sich alle axialen mfachen Kontinua und projiziert auf diese das gegebene geschlossene 
lineare mfache Kontinuum S; dann werden alle diese Projektionen wiederum auf das 
fixierte ursprüngliche axiale Kontinuum (xy ...z) projiziert; die Summe dieser letzten 
Projektionen wird gleich sein der Projektion von 8. 

Irgend eine aus der linken Hälfte des obigen Schemas entnommene Determinante 
kann auch aufgefasst werden als Projektion eines Stückes des axialen Kontinuums 
(z2y...2z) vom Masse 1 auf das mit der Determinante homologe axiale Kontinuum des 
neuen Systems. Ersetzen wir das Mass 1 durch 7, so haben wir nach dieser Auf- 
fassung folgenden Satz: 

Wennin der nfachen Totalität ein orthogonales Axensystem und 
irgend zwei lineare mfache Kontinua S und T gegeben sind, so ist die 
Projektion von S auf 7, multipliziert mit T, gleich der Summe der Pro- 
dukte der Projektionen von $ und T auf je eines und dasselbe axiale 
mfache Kontinuum des orthogonalen Systems. 

Es ist also klar, dass man im Subjekte dieses Satzes auch S und 7’ vertauschen 
darf, ferner, dass der Wert des Prädikats vom gewählten orthogonalen System unab- 
hängig ist. Wir können ihn daher mit ST' cos Z (ST) bezeichnen. 


Wir wollen noch die Beziehung eines ‘linearen mfachen Kontinuums S zu einem 
schiefen System betrachten. Fixieren wir ın diesem irgend ein axiales mfaches Kon- 
tinuum (,, um S darauf zu projizieren, so müssen wir in allen Lösungen von S die 
Werte der n — m Variabeln, welche in (, verschwinden, durch Null ersetzen. Das ge- 
schlossene in C, fallende Kontinuum aller so veränderten Lösungen ist die Projektion 
P, von S auf G,. Es ist sogleich klar, dass der Wert von P, nur von den Richtungen 
der n— m nicht in ©, fallenden Axen des schiefen Systems, aber nicht von den m 
Axen, durch welche C, gelegt ist, abhängt. Nehmen wir Sals mfaches Paralleloschem 


9 — 


an und bilden die Determinante D, der Projektionen seiner Kanten auf die in (\ lie- 
genden Axen, ferner die Determinante ®,, der Kosinus der Winkel, welche jede dieser 
nn Axen mit jeder bildet, so ist A =D, YO,,. Es sei (, ein anderes axiales ın- 
faches Kontinuum des schiefen Systems, P, = D, Y9,,, und ©,, die Determinante der 
Kosinus der Winkel, welche jede der Axen von C, mit jeder von C, bildet, so ist 


S’=-D: 9, -+ D02.-+...+2D,D09.-+ . ..+2D,D O4 +... 
8 
= PI-H-P;+..:+2 PP —— -+., 
Pre +2PP are" 
welche Summe + (+)! (+) +1 Glieder zählt. Aus dem für ein orthogonales 
System Gesagten ist klar, dass 
9, = Y9u : VO, - cos Z (C, 6) 
ist. Man kann also setzen: 
S’=Pi+Pji+...-+-2PPReosZ/(GC)-+... 
Man bemerke die vollständige Analogie dieser Formel mit derjenigen für einen 
Abstand im schiefen System. 
Sind &,, ßı» Yu -.. die n Richtungskosinus der ersten Axe in C,, u.s.f. mit 
den unteren Zeigern 1, 2,.. m, ferner a’, 8’, y,... (mit den unteren Zeigern 1, 2,... 
m) die m Gruppen von je rn Richtungskosinus der Axen in C, (alle Richtungskosinus 
beziehen sich auf ein orthogonales System), so ist 


[} ., 


Yla-A-n-.--|a-A-n...-|xYlo-Ropioe. | e. > |KeoszlaC) 
Bu Des Iris Os ren n.f: Yı-..:|n.f- PM... 
ERROR RE 0 RR, RR > 1735, PR. ER > OEL RFEEN 

_Iı-Ah.n--.|a.A-Yı...- 


Ges Pa - Ya: u: Br. 9 -:-. 


Bar eh ea 
S$ 15. Ueber das Verhalten linearer Kontinua zu einander. 


Sind in der nfachen Totalität zwei lineare Kontinua, ein mfaches und ein m- 
faches, gegeben, so hat man im ganzen 2 n — (m + m‘) Gleichungen; die beiden Kontinua 
werden also im allgemeinen nur dann sich schneiden, wenn m + m >n ist. Ist z. B. 
m m’ = n, so haben sie im allgemeinen nur eine Lösung gemein, einen Strahl, wenn 
m+m =n-1,u.sf. Wenn dagegn m -+m’<n ist, so können im allgemeinen 
die beiden Kontinua keine Lösung gemein haben. Handelt es sich nur um die Ver- 


gleichung ihrer lichtungen, und legt man daher mit jedem derselben ein Kontinuum 
parallel durch den Ursprung, so bestimmen diese zusammen ein (m+m’)faches Konti- 
nuum. Man kann das System orthogonal transformieren, sodass n — (m + m) neue 
Variabeln für dieses lineare Kontinuum verschwinden, und dann dieses wie eine (m--ın )- 
 fache Totalität betrachten, in welcher jenes mfache und ınfache lineare Kontinuum ge- 
geben sind. Der Fall m + m <n ist somit auf den Fall m + m = n zurückgeführt. 

Um der ferneren Erörterung dieses Gegenstandes die gehörige Deutlichkeit geben 
zu können, muss ich den Begriff normaler Kontinuen einführen. Sind x, y,... die 
Projektionen eines dem fachen linearen Kontinuum (’ angehörenden Strahls », und 
%, Y,... diejenigen irgend eines Strahls »”, für welchen zu’ +yy +../=0 ist, 
bleibt ferner die Lage des ersten Strahls »” innerhalb des Kontinuums C völlig frei, so 
sind sämtliche vom Ursprung ausgehende Strahlen ” in einem (n — m)fachen linearen 
Kontinuum C enthalten. Nun, zwei solche Kontinuen C und €” nenne ich normal. 

Sind &,, %,,...t,„ die Variabeln eines beliebigen in C angenommenen schiefen 
Systenss, und demgemäss 


zen + bo Hr... 0, Em 
yapı a u; 0 a 
etc. 


die orthogonalen Projektionen eines Strahls », dessen schiefe £,, £,,... t„ sind, so ver- 
wandelt sich die obige Bedingung z& + yy +... = 0 für den Strahl »" in 
tg, tt... +, WE BE ih +t-- ah) yY-+t... =0 
und zerfällt, da 4, %,,.... t„ frei bleiben sollen, in die m Gleichungen 
cc +ßy+...=0,i=123,3...m). 

Diese stellen ein (n — m)faches lineares Kontinuum (“ dar, welches wir das normale 
nennen. 
Ich behaupte nun, dass, wenn (, C’ als geschlossen gedacht werden, die Pro- 
jektionen des einen mit denen des andern proportional sind. Um dieses zu 


beweisen, teile ich die n Variabeln x, y,... in zwei Gruppen, von denen die eine aus den 
m Variabeln &,y,...z2,w, die andere aus den n — m Variabeln vV, w,...p,q 
besteht. 


Eliminiert man nun aus den m Gleichungen 
(sea +ßy+t... +42: +dwWtev +...+6pP +ng =0,e =1,2,... m] 
die m — 1 ersten Variabeln &,y',...z, so wird man die Gleichung 

er: B---: N Gu travt...+&pP ty dg) BAR 
Bo. Yu te, V tt... +&p +1) 


em: Br: Im tt... +5 + rm) 
oder 
Aw--EvVU-+...Zp-+- Hy =QV 


= SI 


erhalten. Es seien n — m unter sich unabhängige Lösungen des Systems (a), nämlich 
way = ßo.. (k=m+1l,m+2,...n — 1,n] bekannt, so ist auch 


Im I4+ nn Et... 4 on Zt mar AH = 0, 

I Atom E-+. . .+ 52 Zt Yayı H= 0, 

d 4+e, E+...+-U Z+,. H= 
Folglich sind die mfachen Determinanten 4, E,... H proportional mit den (n — m)- 
fachen, welche aus den Koeffizienten d, &,...» der un — m letzten Gleichungen gebildet 
werden können; .B.1=”S + ß,.-. Ya-ı Om ist proportional mit I + &,4, Smte: - - 
n-ı Zu, U.8.f. Die Zahl der proportionalen Glieder in jeder der beiden Reihen ist hier 
freilich nur n — m + 1; aber, wie man leicht sieht, kann man sie bis auf (7) bringen, 
wenn man nach und nach immer andere Gruppen von je m — 1 Variabeln aus dem 
System (a) eliminiert. Den soeben gefundenen Satz kann man nun so aussprechen: 

Wenn im Schema einer nfachen Determinante die Kombination jeder 

der m ersten Horizontalzeilen mit jeder der n — m letzten eine verschwin- 
dende Produktensumme liefert, z. B. 


. 12,3... 
+ Bß +... +5 ot N > 0 Ve ’ 


so sind die aus den Elementen der mn ersten Horizontalzeilen gebildeten 
mfachen Determinanten proportional mit ihren reciproken (n — ım)fachen 
Determinanten, deren Elemente in den n — m letzten Horizontalzeilen 
enthalten sind. 

Da nun die mfachen Determinanten den Projektionen des Kontinuums (C, die reci- 
proken (n — m)fachen Determinanten den Projektionen des normalen Kontinuums C" 
entsprechen, so ist der oben behauptete Satz bewiesen. 

Für ein System orthogonaler Transformationselemente ist jede partielle Deter- 
minante ihrer reciproken (oder ergänzenden) Determinante geradezu gleich. Dies folgt 
aus der in $ 2 erwähnten Eigenschaft dieses Systems, vermöge welcher jedes ur- 
sprüngliche Element seinem reciproken Elemente (einer (n — 1)fachen Determinante) 
gleich ist. Da man die Axen t, t,,...t„ des Kontinnums C orthogonal annehmen 
kann, und ebenso diejenigen des normalen Kontinuums C’, so erhellt leicht, wie man 
auch von dieser Seite her den Satz beweisen kann, dass die Projektionen zweier nor- 
malen Kontinua proportional sind. 

Nach dieser Abschweifung über die normalen Kontinua kehren wir zur Betrach- 
tung des gegenseitigen Verhaltens zweier linearen Kontinua zurück, deren Dimensions- 
zahlen zusammen derjenigen der Totalität gleich sind. Das eine mfache Kontinuum 
heisse A, das andere (n — m)fache B, und es sei m <+n. Das zu A normale Kon- 
tinuum A’ wird dann B in einem (n — m)fachen Kontinuum C' schneiden; das normale 
zu diesem ist ein 2 mfaches Kontinuum (', welches A in sich enthält und B in einem 


39 _ 


mfachen Kontinuum D schneidet. Wird dann B als (n — ım)fache Totalıtät aufgefasst, 
so sind darin die Kontinua C und D enthalten und zu einander normal. Das ursprüngliche 
Kontinuum B hat also gleichsam eine orthogonale Zerlegung in die Kontinua C und D 
erfahren, und da von diesen C zu A orthogonal ist, so darf es bei der Beurteilung der 
gegenseitigen Lage von A und B ausser acht gelassen werden; es kommt nunmehr alles 
blossauf die gegenseitige Lage der ınfachen Kontinua A und D an, welche beide dem 2- 
mfachen Kontinuum C’ angehören. Man kann also alle dem (rn — 2 m)fachen Kontinuum 
C entsprechenden Variabeln gleich Null setzen, das Kontinuum C' als Totalität be- 
handeln, und hat es dann nur mit der Untersuchung der gegenseitigen Lage zweier 
ınfacher linearer Kontinua innerhalb einer 2 mfachen Totalität zu thun. 

Der Fall, wo die Summe der Dimensionszahlen der gegebenen linearen Kontinua 
die Dimensionszahl der Totalıtät übertrifft, ist auf den vorigen Fall zurückzuführen. 
Sind die gegebenen Kontinua ein (+ m)faches A und ein (l -+ n)Jfaches B, und die 
Dimensionszahl der Totalität 7 -+ nm — n, so schneiden sich A und B in einem /fachen 
Kontinuum C. Das normale (m -+ n)fache Kontinuum sei (”, so schneidet dieses die 
Kontinua A und B resp. in einem mfachen D und einem nfachen #, deren gegenseitige 
Lage nun :ebenso wie oben zu behandeln ist. 

Den Weg zur Beurteilung des einzigen Falls, auf den alle übrigen zurückgeführt 
wurden, bahnen wir uns nun durch die Lösung der folgenden Aufgabe. 

Aufgabe. Eine orthogonale Transformation der n Variabeln x, y,...z 
in die neuen &,4,,...t, zu finden, durch welche die beliebig gegebenen 
n homogenen und linearen Polynome 


y=acr+by+...+c0,p =acz-+by-+...+ cz, etc. 
in solche Formen 
ylııt +, +... +h,Wp=hth ++... + hut ete. 
übergehen, wo alle Summen gleichnamiger Produkte je zweier Koeffizienten 
denselben Polynom, z. B. 


h,hl,+hk+hii +. 


verschwinden. 
Auflösung. Es sei Wi +Al’ +h" + hh  —+...=s, etc, N die Determinante 
der nn Elemente A; die reciproken Elemente sollen mit FH bezeichnet werden, z. B. 
öN öN ’ 
ön, = H, dh, — I, etc. 
Dann ist 
h, = 2 N v s,, etc. 
Snanın ze«ath +6, —+...+0,1,y=ß th +-:»::.„2z2=y4h-tr... die 


orthogonalen Transformationsformeln, so ist 
h, = u, —- DB, 4- ... -H CYı» etc., 


also 
N-)j4 b ce )&%.ß, yı|, 
a v. c do : Br: Y 
De ee rleng 
| ae Marke 0 Da Pe 


weil die Koeffizienten h entstehen, indem jede Horizontalzeile der linken Hälfte dieses 
Schemas mit jeder Horizontalzeile der rechten Hälfte zu einer Produktensumme kom- 
biniert wird. Die Determinante der rechten Hälfte ist bekanntlich 1, und die reci- 
proken Elemente sind den ursprünglichen gleich. Die Determinante der linken Hälfte 


sei /, und die reciproken Elemente seien A, B,...0; A,...„ z.B.4= In . Dann 


ist N = 4. Die Grössen H entstehen aus obigem Schema, wenn in jeder Hälfte eine 
Horizontalzeile weggelassen wird. Also ist 


H, = Au +Bß +.:.:+0%, HH, = Au, + Bf, + :-- + Cy, ete. 
Wir bekommen daher n Systeme von je n Gleichungen: 


(5: a)a+(5s—)8+...+(3s— e)y=0, 
(Es-a)a+(2sr)B+...+(&Gs-e)y=0, (00: @ 


Dieses System hat man sich nmal wiederholt zu denken, indem die Buchstaben s, «, ß, 
...y nach und nach mit den unteren Zeigern 1, 2, 3,...n versehen werden. Eli- 


Koeffizienten von «e,ß,...y mit 5: 4, so erhält man eine Gleichung 5 =(, in der 
nur die Unbekannte s vorkommt. Die irgend einer Horizontalzeile jener Koeffizienten 
entsprechenden reciproken Elemente der Determinante werden nach geschehener Sub- 
stitution eines Wertes von s mit «, ß,...y proportional, sodass zu jedem. bestimmten 
Werte von s immer nur eine Reihe von Verhältnissen @&:ß:...:» gehört. Die De- 
terminante S: A wird man erhalten, wenn man das Produkt 2. 


(5s-a)(3>—b)....(4s— 0) 


entwickelt, ohne die alphabetische Folge der Faktoren jedes Monoms zu verändern, und 
dann jedes solche Monom durch eine Determinante ersetzt, in deren Schema die Faktoren 
jenes als Elemente der ersten Horizontalzeile erscheinen. Wird ferner jede solche De- 
terminante als Summe von Produkten je einer aus den Elementen — a, — b,...—c 


gebildeten Determinante ten Grades mit der ungleichnamigen, aus den Elementen $ s, 


etc., gebildeten (n — i)fachen Determinante dargestellt und beachtet, dass diese immer 


das (— 1)" " fache von jener ist, so erhält man 


— 94 — 


S="—Ks"!+RK,s"”"— KR, s®""-+...+(-N I, .. 0.0.62) 
wo K, die Summe der Quadrate aller Determinanten iten Grades bezeichnet, welche 
aus den Elementen a, b,...c,«,... gebildet werden können, und somit (”; ” Glieder 


zählt. Es ist klar, dass Ä„ = 2? wird. Wenn also die Polynome p,9,p',... alle 
von einander unabhängig sind, so ist die Gleichung $ = 0 vom nten Grade und kann 
die Null nicht zur Wurzel haben. 

Betrachten wir nun ein reciprokes Element der Determinante S: 4, z.B. das, 


welches dem ursprünglichen Element % s — a entspricht, und sehen davon ab, das 4, 
B', etc. Funktionen von a sind, so ist dasselbe (2). Denkt man sich aber S als 
Funktion von s und den nn Grössen a, b,...0c,4@,..., soist — nn wegen der überall 
vorkommenden Quadrate von Determinanten gerade doppelt so gross. Jenes erste reci- 
proke Element hat also den Wert — a Folglich ist 
0808 080805 
:B ee da” ob Be aa He ba’obr ga ee. Br. Sr (3) 
Die gesuchten Verhältnisse werden erst dann unbestimmt, wenn sämtliche nach den 
nn ursprünglichen Elenıenten a, b,... abgeleiteten Funktionen von S verschwinden. Da nun 
08 1,098 
Nr tray, trete: 
ist, so ist dann zugleich $ = (0, n — 0; folglich hat dann die Gleichung S = 0 gleiche 
Wurzeln. 
Wir müssen jetzt umgekehrt zeigen, dass, wenn die Systeme (1) gelten, sie die 
gemachten Voraussetzungen zur notwendigen Folge haben. Es sih=a«-HIß—... 


+cy,h = deae+ DdB-+...+cy, etc, wo h,W,...@,ß,...y nach Belieben mit 
einem der unteren Zeiger 1, 2,3,...n zu versehen sind. Multipliziert man die Glei- 
chungen (1) mit a,a,«a',... und addiert, so ergiebt sich, wenn man die ähnlichen 


Gleichungen hinzunimnmt, das System 


se=ah+ah ah —+..., 
B=-bh+bW +bN —+..., | 


WIR RENEENE ORRIEN 4) 
sy =ch+ch ch —+... 
Bringen wir hier den untern Zeiger 1 an, multiplizieren mit «a,, ß., . . .Y%, und addieren, 
so ergiebt sich 
sy, +ß BB -+:.::-+yY7)=h li, +, hihi -r... 


Vertauscht man die Zeiger 1 und 2 und subtrahiert beide Gleichungen von einander, 
so bekommt man 


(5, — 8,) + Pt... My). 


ui BE an 


Wenn die Wurzeln s,, 3, verschieden sind, so folgt hieraus 


a +ßB R+t.:-- Nr =0 :- 2.2.2022.) 
und 
h,l,+hk, th, —...=0. 
Wären s,, s, zwei konjugierte imaginäre Wurzeln der Gleichung S = 0, so hätten auclı 
je zwei Verhältnisse, wie ß, : a, ß, : «, konjugierte Werte, und ıhr Produkt wäre die 
Summe zweier Quadrate; die Gleichung (5) könnte also nicht bestehen. Also kann die 
Gleichung S = 0 keine imaginären Wurzeln haben. Hätte sie gleiche Wurzeln, und 


man durch geringe Variation eines oder mehrerer der ursprünglichen Elemente die 
Gleichheit der Wurzeln in eine geringe Verschiedenheit umändern, und dann würden 
auch die entsprechenden Verhältnisreihen nur sehr’ wenig von einander abweichen; die 
Gleichung (5) würde dann 
"+ —+...+7+2(oade + BdB —-...+ rd) =d. 

Da man die Variationen da, dß,....dy so klein, als man nur will, muss machen können, 
so muss auch «@® -+-ß?—+...-+ y° für die wirkliche Gleichheit beider Wurzeln ver- 
schwinden, was die imaginäre Beschaffenheit der Verhältnisse, also auch des entspre- 
chenden Werts von s voraussetzt. Wenn also die Gleichung $ = 0 gleiche reelle Wurzeln 


werden, was notwendig erfordert, dass alle nn abgeleiteten Funktionen von S für eine 
solche Wurzel verschwinden. Es ist dann immer noch möglich, dass n — 2 Gleichungen 
des Systems (1) zwei unter sich unabhängige Reihen von Verhältnissen @:9:...:9, 
liefern, und es ist dann leicht, diese so einzurichten, dass sie der Orthogonalitätsbedingung 
genügen. Der entsprechende rechte Winkel kann dann nach Belieben in seinem zwei- 
fachen linearen Kontinuum herumgedreht werden. 

Man kann immer «®-- ß?—-...—+y?= 1 machen. Wenn man nun die Glei- 


chungen (4) resp. mit «, ß,...» multipliziert und addiert, so erhält man 
s=-l--N?ıH'?-ı.... 


Die Wurzeln der Gleichung 5 = 0 sind also sämtlich positiv, was auch schon aus den 
n Zeichenwechseln in (2) folgt. 

Wir haben nun nachgewiesen, dass die Auflösung des Systems (1) im allgemeinen 
(Gleichheit ‘von Wurzeln der Glchg. S= 0 ausgeschlossen) alles dasjenige in reeller 
Form leistet, was die Aufgabe verlangt. Wegen der Anwendung auf das Folgende be- 
merke ich nur noch, dass vermöge der Eigenschaft h, A, + h, 12 + etc. = (), ete., aus 
den Former p=h, bh +h,b+...+,wp=htı+..., etc. noch andere sehr 
vereinfachte sich sogleich ergeben. Man mache 

Se 7 R 
Vs "3 Y5 


BEP; 
= N yve9y9 


FE. 


wo zu s,h,n nach und nach die untern Zeiger 1,2,...n hingehören, dann sind 
np tnPr tn +...» RB-nptmp mp +... ete. 


orthogonale Transformationsformeln, und man erhält mittelst derselben 
9 = Ys, 1, = Ys; Ay... = Vsn- In 


Satz. In der 2nfachen Totalität sind zwei nfache lineare Kontinua 
C und © beliebig gegeben. Von ihrer gemeinschaftlichen Lösung aus werden 
in denselben resp. die Strahlen », ” gezogen. Der spitze Winkel / (rr) hat 
offenbar ein absolutes Minimum, welchem das Strahlenpaar.a,« entsprechen 
möge. Die Bestimmung desselben hängt von einer algebraischen Gleichung 
nten Grades ab, deren Unbekannte cos? £ (aa‘) ist, und ihre Auflösung liefert 
daher im ganzen n Strahlenpaare a,&4; b,db’;...e,c, welche den analytischen 
Bedingungen der Aufgabe genügen. Dann bilden die n Strahlen a,b,...c 
ein orthogonales Axensystem des Kontinuums (, und ebenso die n andern 
Strahlen a’,b,...c' ein orthogonales Axensystem des Kontinuums CO’; und 
jeder Strahl a des einen Kontinuums ist mit den nichtzugeordneten n — 1 
Strahlen V,...c des andern Kontinuums orthogonal. Endlich ist der Pro- 
jektionsfaktor des einen Kontinuums auf das andere, oder | 


cos Z (CC’) = eos Z (aa) X cos Z (bb)X...x cos Z. (cc). 

Wenn »,r' zwei beliebige Strahlen beider Kontinua C, C’ sind, so ist 
cos / (17")= 008 Z/ (aa). cos Z (ar). cos Z (ar) -+- cos Z (bb). cos Z (br) . cos Z (V vr) 
+ ...-+ 008 / (ec). cos Z (er). cos Z (dr). 

Beweis. Es ist leicht, in jedem der gegebenen Kontinua C, C’ ein orthogonales 
Axensystem .zu finden. In C' sei es durch die „» Variabeln x, y,...2, in ©’ durch #,, 
ty,» . . t„ dargestellt. Zu jenem System nehmen wir noch n Axen «,v,....w hinzu, 
sodass x, Y,...2,4,d,...w die orthogonalen Variabeln der Totalität sind. Dann sind 
U=0,v=0,...w= 0 die Gleichungen des Kontinuums C; diejenigen von Ü’ seien 


y=ßı t, + ß, Me Pa In 
2.= Yı t, a Fey 
w=0h +94... 
v TR 


.. .- 8 0 0V8f[ 8 Tr Tr Tr LT re Tr re Tr LT 8 8  —o 


Es wird seın 


Br... +++. A+ltel 


mit unterm Zeiger 1, 2, 3,...n; ferner bestehen +n (n—1) Gleichungen, wie 
| th, +. Frhr t.. tum. ... . (6) 
Alle diese Relationen bestehen fort, wenn man auch das Axensystem (ft, ,‚1,,...t,) oder 
das System (x,y,...z) oder das System (w,v,...ıw) orthogonal transformjert. Wir 
‘haben nun schon gesehen, dass man durch die zwei ersten Transformationen bewirken 
kann, dass die n ersten Gleichungen des linearen Kontinuums C’ sich so vereinfachen: 
2 = cl, y= Bl, ...-2= yl. | 
Dann reduzieren sich aber die + n (n — 1) Orthogonalitätsbedingungen (6) auf: 
4, +5 +..:+5& = I, ete. | | 
Wird jetzt e®=1— ed, ß’=1—Bß,...y°=1-—.y” gesetzt, so hat man auch 
| 2-2 +..+-0=0, 8--285=ß%.,%,+&8+..+ü=y!, 
nn = dh, num w u. u BE eu, 
Diese auf ",d,...w bezügliche Transformation ist orthogonal. Bezeichnet man die 
daraus entstehenden neuen Variabeln wieder mit u, v,...w, so hat man zuletzt folgende 
Systeme von Gleichungen: 


für das Kontinuum C 
u=0,V=0,..,W= 0; 
für das Kontinuum C’ 
z=al,y=Bßt,..z=y,u=at,v=Pßt,...w=yt. 

Man sieht, dass der Kosinus des Winkels der Axen x und t, gleich « ist, und dass 
die übrigen Axen t,,t,,...t, zur Axe x orthogonal sind, u. s. f. 

Denkt man sich ein nfaches Paralleloschem, dessen Kanten sämtlich gleich 1 
sind und auf den Axen t,,t,,...t, liegen, so ist sein Mass 1, und die Projektionen 
seiner Kanten auf die Axen x,y,...z des Kontinuums C sind: 


&, 0, 0, .e.. 0, 
0,ß,0,...0, 
0, 0, 0, oo 0 0 y. 


folglich ist der Projektionsfaktor von C’ auf C, oder cosZ/ (CC) =uß...y. | 

Es sei r irgend ein in C befindlicher Strahl, x, y,...z seine Projektionen, ebenso 
r irgend ein Strahl in C’ und 4,t,,...t, seine Projektionen, O=/(1r'), so ist 

rr cos 9 = axtı -+ Byl; +... —+- yet, 
woraus vermöge einer bekannten identischen Gleichung 
(2? Bty’—+...+y?z)r? —(rr cos ©)? = (art; — Byl,)’ —+ etc. 

folgt. Wenn also der Strahl ” fest bleibt, und nur »" variiert, so ist «=? +-ß’y?-+- 
...—+- Y°2? der grösste Wert von »* cos? ©, und dieser findet statt für 


BrEDR EL br 


zu; 388 ze 


Ist ferner «? das grösste unter den Quadraten «*, ß?,...y*, so ist «? das absolute 
Maximum von 
EB N Let 


2 az 
COS 9 = z = 
TC + y° + ..0.. + =. : 


und dieses Maximum findet statt für y=0,...2= 0; dann ist aber auch , =o,t,= oo, 
...t„=o. Folglich ist der spitze Winkel Z/ (xzt,) das absolute Minimum von ©, und für 
dieses & = cos ©, wenn « positiv genommen wird. Da aber «® eine Wurzel derselben 
Gleichung nten Grades ist, welche auch ß°,...y? zu Wurzeln hat, so haben die Winkel 
£(yts),.../(zt,) und die Axenpaare, von denen sie gebildet werden, dieselbe analy- 
tische Bedeutung, wie der /(xt,) und die ihn einschliessenden Axen. 


Bemerkung 1. Ergänzt man das System t,, t,,t„ zu einem totalen orthogonalen 
System, so kann nıan unter anderm dem Schema der Transformationselemente folgende 
Gestalt geben: 

4,052... 0, en 


0,B:...09, 9, —ß,... 


E00... 00, 0 

0, ß L) , Ö, ß, 0 
, 

0,0, Yı 9% Y 


Die Determinante muss den Wert 1 haben. Es ıst leicht, dieses zu verifizieren, 
Die Determinante wird erhalten, wenn man die Vertikalzeilen auf alle möglichen Arten 
permutiert und das Produkt der in die Diagonale fallenden Elemente positiv oder negativ 
nimmt, je nachdem die Permutation eine positive oder negative ist. Sobald man aber 
nicht zwei gleichnamige Vertikalzeilen der linken und rechten Hälfte vertauscht, fällt 
eine Null auf die Diagonale. Hieraus ist klar, dass die Determinante 


GELDIUEN DReGERZ 


sein muss. 


Bemerkung 2. Wenn ein Strahl und ein lineares Kontinuum gegeben sind, so 
ist der in diesem befindliche Strahl, welcher mit jenem den kleinsten spitzen Winkel 
bildet, seine Projektion auf dieses lineare Kontinuum. Dieser Satz ist schr leicht zu 
beweisen. 


Sind nun in der 2nfachen Totalität zwei lineare nfache Kontinua beliebig ge- 
geben, so sind ihre n Axenpaare durch die Bedingung bestimmt, dass von Je zwei 
Axen eines Paares jede die Projektion der andern ist. 


$ 16. Ueber die Zahl der Teile, in welche die nfache Totalität durch eine 
beliebige Menge (n — I)facher linearer Kontinua geteilt wird. 
Satz. Sind ö lineare Gleichungen mit n Variabeln gegeben, von denen 


nie n-+-1 zugleich bestehen, so ist die Zahl der durch sie gebildeten Teile 
der Totalität 


OH) ua ©) En 6) EEE 1 Er A077 

Beweis. In der letzten der i linearen Gleichungen nehmen wir die Konstante 
gross genug an, dass ihr Polynom immer das gleiche Vorzeichen mit dieser Konstanten 
behält, welche gemeinschaftliche Lösung von je n der ©— 1 übrigen Gleichungen man 
darin auch substituieren mag.. Die Zahl der Teile der Totalität, für welche jenes Polynom 
das entgegengesetzte Zeichen seiner Konstante behält, ist dann gleich der Zahl der Teile 
des (n—1)fachen linearen Kontinuums, für welches das Polynom verschwindet, oder 
gleich der Zahl der Teile, in welche eine (n — 1)fache Totalität von :—1 linearen 
Kontinuen geteilt wird, also gleich f (n— 1,:—1). Da aber die erwähnten Teile der 
nfachen Totalität durch die letzte lineare Gleichung zu den schon von den übrigen 
i— 1 Gleichungen gebildeten Teilen neu hinzugebracht werden, so ist 


IR) =fni-)+fr— Li—1). | 
Variiert man nun jene zuerst sehr gross angenommene Konstante, sodass die Gleichung 
irgend eine schon vorhandene gemeinschaftliche Lösung von rn der übrigen festen Glei- 
chungen passiert, so ist leicht zu zeigen, dass die Zahl f (n, ) nachher gleich gross 
ist, wie vorher. Statt eines geschlossenen Teiles nämlich, worin jenes bewegte Polynom 
gleiches Vorzeichen mit seiner Konstanten und die n zur Lösung gehörenden Polynome 
jedes sein bestimmtes Vorzeichen hatten, tritt nun wiederum ein geschlossener Teil auf, 
innerhalb dessen alle an 1 Polynome entgegengesetzte Vorzeichen haben, wie vorher; 
innerhalb aller übrigen Teile dagegen behält jedes der i Polynome dasselbe Vorzeichen 
wie vorher. Um das Gesagte noch näher zu begründen, bezeichne ich diejenigen n von 
den © gegebenen Polynomen, welche für die betrachtete Lösung verschwinden, mit 7,, 
Par. Pn, das Polynom, dessen Konstante berührt wird, mit p,,;,, eliminiere dann aus 
den n-+1 Gleichungen, welche diese p als lineare Funktionen der n Variabeln x, y,... 
angeben, diese letzteren, und erhalte so die Gleichung 
a, Pı Ar Ag Pe ruesrr AnPn oc Ay+1 Pa+ı 7 C, 

wo nur C von jener variierten Konstanten abhängt. Ist nun zuerst C positiv gewesen, 
so geben die Bedingungen, dass alle Glieder der linken Seite positiv sein sollten, einen 
geschlossenen Teil der Totalität; und wenn jetzt C' die Null passiert hat und negativ 
geworden ist, so muss man verlangen, dass a, P,, da Pgy- --4y41 P.;ı sämtlich negativ seien. 
um eine geschlossene Totalität zu bekommen. Innerhalb beider geschlossener Totali- 
täten hat also der Wert eines jeden der Polynome p,,3, - - . 9. entgegengesetztes Vor- 


25. AN: 


zeichen. Die gemachte Bemerkung gilt, so oft das bewegte Polynom eine Lösung 
passiert. Die Zahl / (n, ©) ist daher von der gegenseitigen Lage aller i linearen 
Kontinua unabhängig, wofern nur nie mehr als n derselben in einer Lösung zusammen- 
treffen. 


Ist kein lineares Kontinuum gegeben, so zählt die ungeteilte Totalität für 1; 
folglich ist f (n,o)=1. Addiert man nun die Gleichungen 
Sn) =fni: -V)-+fn— Li-—1), 
Sm: —- DD =fni—2)+fn — 1: —2), 
fa, )=f(n,o)f(n— 1,0), 
In)=1, 
so erhält man 
Sn, )=1-+fn — 10) f(n—- 1,1) +f nm — 12) 1... fan — hi—1). 
Es sei f(n,i) -fn— 1Li)=g(n,ü), so ist p(n,o) = o, und 
o(n,)= pn —11)+9(n—12)+9(n— 13)... +p(nr — Li —1]). 
Nun ist /(l,J)=i-+1, also f(,: —1)= fl) —f(Li—1)=1, daher auch f(o, i) 
=] und deshalb p(1,:)=:; folglich ist 
9&)=1+2+43+... +6 —-D=(() 
; ER 
9 Der + (7) =h 
und überhaupt p(n, :) = (;). Da somit 


fa) =fa—19)-+-({) 


ist, so folgt nun leicht: 


fa 
Man sieht leicht, dass, wenn i<n ist, / (n, i)=2! wird. 

Der soeben bewiesene Satz kann auch so ausgesprochen werden: Wenn :i li- 
neare Polynome mit n Variabeln beliebig gegeben sind, sodass nie mehrals 
n zugleich verschwinden, aber auch immer n durch eine und dieselbe end- 
liche Lösung zum Verschwinden gebracht werden, so ist die Zahl der ver- 
schiedenen Gruppen von Vorzeichen, welche die Werte dieser Polynome für 


R N ? ! ! 
alle reellen Lösungen annehmen, gleich („)-+ (+... + (‚) 
Satz. Unter derselben Voraussetzung ist die Zahl der Vorzeichen- 
gruppen, welche nur für endliche Werte der Variabeln stattfinden können, 


gleich oh Man kann dies die Zahl der geschlossenen Teile der Totalıtät nennen. 


= A 


Beweis. Wenn irgend n-+-1 Polynome gewählt werden, so kann man dieselben 
mit solchen konstanten und endlichen Faktoren multiplizieren, dass aus der Summe der 
Produkte die n Variabeln verschwinden. Wir haben dann eine homogene lineare Funktion 
der n—+1 Polynome gefunden, welche einer Konstanten gleich ist. Denken wir uns z. B. 
jene Faktoren und diese Konstante sämtlich positiv und setzen für die n +1 Polynome 
eine Gruppe positiver Vorzeichen, so ist klar, dass unter dieser Bedingung kein Polynom 
einen unendlich grossen Wert haben kann. Da aber jede Variable als lineare Funktion 
von n dieser Polynome dargestellt werden kann, so kann auch keine Variable unendlich 
gross werden. Nun sei ein Polynom p so beschaffen, dass sein Wert für alle Lösungen, 
welche irgend n der übrigen Polynome verschwinden machen, dasselbe Vorzeichen, z. B. 
-!-, habe, und es sei eine Gruppe von Vorzeichen bekannt, welche für p = o nur endliche 
Lösungen gestattet, z. B. die Gruppe von ? — 1 Pluszeichen; man nehme dann beliebige 
n Polynome 9,, Pa, --.P„ heraus und suche die identische Relation 

Pump tt... mp — AL, 

wo A positiv sein möge, so müssen, damit für p = o nur endliche positive Werte von 
Pır Par -- + Pu Stattfinden können, sämtliche Faktoren qa,,a,,-.. a, positiv sein. Da aber 
für die Lösung p, = 0,9, = 0,...9, = 0 auch p positiv sein soll, so muss auch a positiv 
sein. Dann gestattet aber die Gruppe der positiven Vorzeichen für p,p,,...p, nur 
endliche Lösungen. Sobald man aber dem Polynom p jeden beliebigen negativen Wert 
giebt, so kann auch z. B. p, jeden beliebigen positiven Wert bekommen. Hieraus er- 
giebt sich, dass zu der für die 2— 1 Polynome stattfindenden Zahl der fraglichen Vor- 
zeichengruppen durch das neue Polynom p noch die Zahl der für p = 0 stattfindenden 
Vorzeichengruppen, welche nur endliche Lösungen erlauben, hinzugebracht wird. Wenn 
wir also die fragliche Zahl mit ‚f (n,i) bezeichnen, so ist 


Sn) =fni—- )+fn—- Li—)). 
Dass der Durchgang von p durch eine Lösung’nichts ändert, haben wir schon geschen. 
Daher dürfen wir jetzt die Bedingung fallen lassen, dass unter den gegebenen Polynonien 
eines p sich finde, dessen Wert immer dasselbe Vorzeichen behalte, so oft auch je » der 
übrigen Polynome zugleich verschwinden mögen; die Formel gilt allgemein. Nun ist 
Sn,d=o für ı<n, aber f,n +) =1; also fa, d)=efn —1Ln)I fm — ın+1) 
+fn— 1ın-+2)--...+fn—- Li—1). Es ist fA,)=i—1 für i>1, daher 


—1 —1\ . Zu 
fe) = ( , 8) = ( ; ), überhaupt [(n, ) = (",.). 
Satz. Wenn ö homogene lineare Polynome mit n Variabeln beliebig 
gegeben sind, so ist die Zahl der Vorzeichengruppen 


i—1 i—1 i—1 1 
en : E ORRRER 
2 IH) ri) 
oder doppelt so gross wie für <—1 nicht homogene lineare Polynome mit 
nur n— 1 Variabeln. 


er AN 


Beweis. Man transformiere die n Variabeln so, dass eines der Polynome sich 
auf eine einzige Variable, z. B. x, reduziert, dividiere dann alle übrigen Polynome durch 
diese Variable x, so hat man es nur noch mit n —1 Variabeln und © — 1 nicht homo- 
genen Polynomen zu thun. Man stelle sämtliche Gruppen der —1 Vorzeichen auf. 
Multipliziert man jetzt die Polynome mit einem positiven Werte von x, so werden die 
Gruppen nicht geändert, und zu jeder kommt noch das positive Vorzeichen des Polynonis 
* hinzu. Multipliziert man dann auch mit einem negativen Wert von r, so werden in 
jeder Gruppe alle Vorzeichen geändert, und für das Polynom x kommt das Minuszeichen 
hinzu. Die Zahl der Vorzeichengruppen wird also wirklich doppelt so gross als vorher. 


Wenn i nichthomogene Polynome mit n Variabeln gegeben sind, so ist die Zahl 
aller Vorzeichengruppen zusammengesetzt aus der Zahl derer, welche nur endliche 
Lösungen, und die Zahl derer, welche auch unendliche Lösungen gestatten. Die letzte 
Zahl ist aber dieselbe, wie wenn man die Konstante eines jeden Polynoms weglässt, 
sodass alle Polynome in Beziehung auf die n Variabeln homogen werden. Wenn also 
F(n,ı) die Zahl aller Vorzeichengruppen überhaupt bezeichnet, so ist 


: : | 
ISn,)=2f(n -—Li— V)-+ =.) 
Verbinden wir dieses mit 


ISH,)=fni -dD+fm— hi—]), 


so folgt 


Sa:—)-fr—- 1:1) -(,) 


oder 


Ind -—-Sm-L)= () 


se) (+ +6) 


woraus wiederum 


sich ergiebt. 


$ 17. Reguläre Polyscheme der wierfachen Totalität. 


Wenn in der dreifachen Totalität, oder im Raume, ein reguläres Polyeder von 
regulären »ı Ecken umschlossen wird, deren je n in einer Ecke zusammenstossen, so 
wollen wir dasselbe mit dem Charakter (m, n) bezeichnen. Die Geometrie kennt zwei 
Verfahren, alle Kombinationen (m, n), welche vorhandenen Polyedern entsprechen, auf- 
zuzählen und die Zahl der Stücke eines jeden zu bestimmen. Das erste Verfahren ist 
rein konstruktiv, olıne Rücksicht auf Massverhältnisse. Man stellt sich nur die Aufgabe, 
aus lauter m Ecken, deren je n einen Körperwinkel bilden, cin geschlossenes Polyeder 
zusammenzufügen. Der Satz in $ 10 reicht für diesen Zweck hin; für n=3 wird er 


RC 


W— 4404, —a, =1, oder, daa,=1 ist, ,— a, 4a, = 2. Man findet leicht na, = 
24, = ma, und hieraus 


4,:0 :4,:1=4m:2mn:4n: (A— (m — 2) (n — 2)). 


Die Natur der Aufgabe verlangt für 4 — (m — 2)(n — 2) einen positiven Wert. Da nun 
der kleinste Wert für » sowohl als für n die Zahl 3 ıst, so sind für das Produkt 
(nm — 2)(n — 2) nur die Werte 1, 2, 3 möglich, woraus als einzig mögliche Charaktere 
(3,3), (3,4), (3, 5), (4, 3), (5, 3) sich ergeben. (Gestattet man für a,„,a,,a, auch unendlich 
grosse Werte, so kann noch (mw —2)(n— 2) = 4 sein, woraus die Charaktere (3, 6), 
(4,4),(6, 3) entstehen, welche nur die Arten anzeigen, auf welche die Ebene mit gleichen 
regulären Vielecken bedeckt werden kann.) Durch dieses Verfahren ist das Vorhanden- 
sein der den fünf obigen Charakteren entsprechenden Polyeder noch nicht bewiesen, 
sondern nur gezeigt, dass keine anderen Charaktere möglich sind. Es kommt nur noch 
darauf an, einen dem Charakter entsprechenden Körperwinkel zu konstruieren. Gelingt 
dies, so weiss man dann zum voraus, dass beim wiederholten Aneinanderfügen der offenen 
polyedrischen Figur des Körperwinkels ein geschlossenes Polyeder von der bestimmten 
Anzahl von Stücken enistehen wird. Vermöge der Natur dieses ersten konstruktiven 
Verfahrens ist es gleichgiltig, ob der Körperwinkel einfach oder überschlagen sei; ebenso 
in Beziehung auf das Vieleck; die Zahl der Stücke des Polyeders wird dieselbe bleiben. 
Wenn wir z. B. das Symbol — für ein überschlagenes reguläres Fünfteck gebrauchen, 
dessen Perimeter zweimal herumgeht, so haben das einfache Polyeder (5,3) und das 
überschlagene (,,3) die gleiche Zahl von Stücken. 

Das andere Verfahren gründet sich auf die Betrachtung von Massverhältnissen. 


Man weiss z. B., dass die Konstruktion eines dem Charakter (m, n) entsprechenden re- 


gulären Ecks die Bedingung 4 H1>2 erfordert, und dass ein solches Eck auch für 


gebrochene Werte von m,» möglich ist, wenn sie nur dieser Bedingung genügen. Die 
Projektion der Oberfläche des Polyeders auf eine um sein Centrum beschriebene Kugel 
liefert ein Netz von regulären sphärischen Vielecken, und, da der Inhalt eines .solchen 
durch seine Winkel ausgedrückt werden kann, so ist das rationale Verhältnis, in welchem 
er zur ganzen Kugelfläche steht, bekannt. Dabei ist aber immer noch möglich, dass 


. [} . | . 2 . . 3 
das Netz nie sich schliesst. Setzen wir z. B nu = jyın- 3, so ist die Bedingung 


nd 


7 ig . erfüllt; der Inhalt des (Z)Ecks ist er oder — der Kugelfläche. Obschon 
man daher einen Augenblick glauben könnte, das Netz bestände aus 12 überschlagenen 
Siebenecken und enthielte die Kugelfläche 5 Mal, so kehrt doch das Netz nicht in sich 
selbst zurück, weil (7,3) nicht Charakter eines Polyeders sein kann. 

Schliesst man aber überschlagene Körperwinkel und Vielecke von der Betrachtung 


aus, So giebt auch dieses zweite Verfahren nur die wirklichen regulären Polyeder, und 


cl $' 


ae A 


der Satz über den Inhalt eines sphärischen Vielecks lehrt uns die Zahl der Stücke eines 
jeden kennen. 

Gehen wir jetzt vom Raume zur vierfachen Totalität über, so ist sogleich klar, 
dass der Umschluss eines regulären Polyschems aus lauter gleichen regulären Polyedern 
bestehen muss, denen wir den Charakter (m,n) geben wollen. Da aber um jede Grenz- 
lösung herum die betreffenden Stücke des Umschlusses auf reguläre Art zusammengefügt 
sein müssen, so ist nicht weniger klar, dass die Enden aller von der Grenzlösung aus- 
gehenden Grenzstrahlen oder Kanten in einem und demselben dreifachen linearen 
Kontinuum liegen, und wenn man dieses als Raum betrachtet, darin als Ecken eines 
regulären Polyeders gruppiert sein müssen; da die Seitenflächen des letzten reguläre 
n Ecke sind, so setzen wir (n,p) als Charakter dieses Polyeders. Hierdurch ist die 
Bedeutung des Charakters (m,n,p), den wir für ein reguläres Polyschem gebrauchen 
wollen, hinreichend erklärt. Bei der Aufsuchung der möglichen Charaklere dieser Art 
können wir wiederum, wie vorhin für den Raum gezeigt worden, entweder ein kon- 
struktives oder ein rechnendes Verfahren anzuwenden versuchen. Das erste würde, 
wenn m,n,p rationale Brüche sind, nur ihre Zähler, das zweite hingegen ihre Werte 
berücksichtigen. Was die allgemeine Bestimmung der Zahl der Stücke eines vierfachen 
Polyschems vom Charakter (m,n,p) betrifft, so lassen uns leider beide Verfahren gleich 
sehr im Stich; das erste, weil die Formel ,— a, -+a, —a,-Ha,=1sich auf ,—a, 
+ Ad, — A; =0 reduziert und deshalb nur die Verhältnisse der gesuchten Zahlen, nicht 
ihre Werte selbst uns kennen lehrt; das zweite, weil es auf einfache Integrale von 
transcendenter Natur führt, deren Auswertung nur für jeden einzelnen Charakter be- 
sonders und zwar mit Hilfe des ersten konstruktiven Verfahrens gelingt. Es bleibt 
also kein anderes Mittel übrig, die Existenz irgend eines Polyschems (m,n,p) zu beur- 
teilen und die Zahl seiner Stücke zu erfahren, als die wirkliche Konstruktion; durch den 
Mangel einer apriorischen Formel für reguläre Polyscheme unterscheidet sich demnach 
die vierfache Totalität wesentlich vom Raunıe. 


Wir versuchen zuerst auf dem allgemeinen Standpunkt das Mögliche zu thun. 
Der Umschluss des regulären Polyschems (m,n,p) enthalte a, Ecken, a, Kanten, a, 
Vielecke, a; Polyeder, so ist a, — «a, +4, —a, -=0. Das schon erwähnte Polyeder (n, pP) 
nennen wir Basis derjenigen Grenzlösung des Polyschems, welche Kanten aussendet 
nach allen Ecken jenes ersten. Diese Basis hat 4n: (2n-H-2p—np) Ecken, np: 
(2n-+2p— np) Kanten und 4p: (2n-1-2p— np) Vielecke. Von der entsprechenden 
Grenzlösung des Polyschens gehen also resp. so viele Kanten, m-Ecke und Polyeder 
(m,n) aus. Multipliziert man mit a, so erhält man die Gesamtzahlen. Da aber jede 
Kante zwei Grenzlösungen verbindet, jedes m-Eck deren m und jedes Polyeder (m,n) 
deren 4m: (2m + 2n — nn) in sich vereinigt, so hat man 


4 Inp 4m 
en 1, 2, € — 


4p 
— — _ MT 
ze(m rn)—mn 


In +PI—np 


0 A, mM 
2in-H-p)—np ° 2 


oder 
0,:4:%:, = m(2 (np) —np):2mn:2np:p2(m-Hn)— mn). . . () 
Es versteht sich von selbst, dass beide Charaktere (in,n) und (n,p) nur existie- 
renden RR entsprechen dürfen. Ist 1 die Seite eines regulären Polyeders (n,»), 


so ist nr sin 7 — : Vsin® - cos? —- der Radius der umschriebenen Kugel. Wird aber 


1 als Kante AB des Polyschems angenommen, so ist 2 cos - die Seite der 


Basis der Grenzlösung A, und wenn M das Centrum dieser Basis bezeichnet, so ist also 


; F = N a. u ı 
der Radius MB der umschriebenen Kugel = cos „— sin B Vein: # — cos? = Da AVB 


. . . . . . . . T . 9 7a . 7 nm 
ein in M rechtwinkliges Dreieck ist, so ist AM = Vein: rn sin? De cos? —: Vsin® ag cos? „ 


FE ı GE TE | | 1 e 
sin- sin—>C8— . . 2 2 2 2020.20.) 
m» n 


eine Bedingung, ohne welche das Polyschem nicht existieren kann. Auf der Verlänge- 
rung des Strahls ANY liegt eine Lösung O, welche von A und B gleichweit absteht; sie 
wird dann auch von allen andern Ecken der Basis gleichweit abstehen, ist also über- 
haupt von allen Grenzlösungen des Polyschems gleich weit entfernt; wir nennen sie 
daher das Centrum des Polyschems und 04 seinen Radius. Ist nun C die Mitte der 
Kante AB, so ist das Dreieck OAC' dem ABM ähnlich; daher der Radius gleich: 


. „(4 R 7ı 
Vsin® = — cos? -—— 
BE N 


und 


_— 
2 Vsin: ” - - sin? Pa cos? — 


Ist N das Centrum cines ee in A a ee Grenzpolyeder, so ist 


1 
Ni=— sin —: Vsin® — — cos’ — ; folglich bleibt das Verhältnis 
sin EHE sin? = — cos? 7 
NA __ Br "_ 
04 ae ee = n Te RL 
sın“ — — cos’ — Vsin?— — cos? — 
m n p n 


sich gleich, wenn man auch m und » miteinander vertauscht; daher ändert sich auch 
das Verhältnis ON:O4A nicht. Im Raume entspricht der Satz, dass, wenn (im,n) und 
(n, ın) derselben Kugel eingeschrieben sind, sie auch wieder derselben Kugel um- 
schrieben sind. 

Halten wir uns an ganze Werte von m,n,p, so genügen der Bedingung (2) nur 
folgende Charaktere: 

(3,3,3), (3, 3,4), 8, 3,5), (8, 4,3), (4, 3,3), (5, 3, 3). 

Der Charakter (4, 3, 4), welcher sin T - sin T == c0S 3 giebt, lässt A mit M zusammen- 
fallen und zeigt also nur die Erfüllung des Raums durch aneinander gelegte Würfel an. 


2.'AG 


Die Centra N aller in A zusammengefügter Polyeder (m, n) liegen in einem drei- 
fachen linearen Kontinuum und entsprechen den Vielecken jener Basis (n, p), indem die 
Strahlen AN durch die Mittelpunkte dieser Vielecke gehen; diese N bilden also ein 
Polyeder (p,n). Es ist nun leicht einzusehen, dass die Centra aller das Polyschem 
(n,n,p) umschliessenden Polyeder die Grenzlösungen eines neuen Polyschems (p, n, m) 
sind. Wenn also ein Polyschem von einem gewissen Charakter existiert, so existiert 
auch das Polyschem, in dessen Charakter die Elemente die umgekehrte Ordnung be- 
folgen. Wir nennen solche Polyscheme reciproke. Wenn zwei reciproke Polyscheme 
gleichen Radius O4 haben, so ist auch in beiden der Abstand ON des Centrums eines 
Grenzpolyeders vom eigentlichen Centrum gleich. Unter den 6 oben nicht als unmöglich 
aufgeführten Charakteren sind zwei, (3,3,3) und (3, 4,3) mit sich selbst reciprok; die 
übrigen bestehen aus zwei Paaren reciproker Charaktere: (3,3, 4), (4,3,3) und (3, 3,5), 
(5,3, 3). Im Raume ist bekanntlich nur das Tetraeder mit sich selbst reciprok; reciproke 
Paare sind: Oktaeder, Hexaeder und Ikosaeder, Dodekaeder. 

Wir wollen nun durch wirkliche Konstruktion die Existenz aller 6 den obigen 
Charakteren entsprechenden Polyscheme beweisen. 

1. Dem Charakter (3, 3,3) entspricht das Polyschem mit der kleinsten Zahl von 
Grenzkontinuen. Es hat also 5 Ecken, 10 Kanten, 10 Dreiecke und 5 Tetraeder. Wir 
nennen es Pentaschen. 

2. Um das Polyschem (3, 3,4) zu konstruieren, tragen wir auf den positiven und 
negativen Hälften der vier vom Ursprung O ausgehenden Axen acht gleiche Abstände 
auf, so werden je vier auf lauter verschiedenen Axen befindliche Endlösungen ein Te- 
traeder bilden, und da eine Gruppe von vier Vorzeichen auf 16 Arten varıiert werden 
kann, so giebt es 16 solche Tetraeder. Ist A das eine Ende einer Axe, so bilden die 
6 Enden der 3 übrigen Axen ein Oktaeder (3, 4), als Basis von A. Das konstrwerte 
Polyschem entspricht also dem Charakter (3,3,4); es hat 8 Ecken, 24 Kanten, 32 Drei- 
ecke und 16 Tetraeder, und möge daher Hekkaidekaschem heissen. 

3.: Da jede Grenzlösung des Polyschenis (3, 3,5) eine ikosaedrische Basis hat, so 
erheischt die folgende Erörterung eine vorläufige Bezeichnung aller Stücke des lkosaeders 
mit Ziffern. Ich denke mir zwei entgegengesetzte Ecken desselben durch eine Axe 
verbunden und zähle dann die Stücke zonenweise ab. Es giebt dann zwei Zonen, welche 
je 5 Ecken enthalten; je die dem einen Axenende benachbarte nenne ich seinen 
Fünfeckschnitt. 


Schema der Ecken. | Schenia d. Dreiecke. Schema der Kanten. 


1 12345 l 4 3 4 5) 
29345%6 6 789 1% 6 1 e) N) 10 
891011 11121314 15 11.16.12.17.13.18.14.19.15.20 

12 16 17 18 19 20 | 25 21 22 25 24 


| 26 24 23 23 30, 


zu A 


Im Schema der Ecken sınd 2,3, 4,5,6 die Ecken des Fünfeckschnitts von 1; die Ecken 
2,3,7 bilden ein Dreieck, u.s. f£ Im Schema der Flächen bedeutet 1 das 4 (1.2.3), 
die erste Horizontalzeile enthält die um das Eck 1 herumliegenden Dreiecke, die zweite 
die fünf Dreiecke, welche mit den vorigen Kanten gemein haben; und wie die 
übrigen Dreiecke angeordnet sind, wird deutlich genug werden, wenn ich sage, dass 
z. B. die Dreiecke 1, 2, 7,11,6 ım Eck 3, die Dreiecke 7, 11, 16, 17,12 ım Eck 8 zu- 
sammenstossen. Im Schema der Kanten enthält die erste Horizontalzeile die vom Eck 1 
nach den Ecken 2, 3, 4, 5, 6 gehenden Kanten, die zweite die Seiten (2.3), (3.4), etc. 
des Fünfeckschnitts, die dritte die Kanten (2.7), (7.3), (3.8), (8.4), ete., die vierte 
die Kanten (11.7), (7.8), (8.9), etc., endlich die fünfte die vom Eck 12 ausgehenden 
Kanten (12.7), (12.8), etc. 

Es sei nun « ein Eck des Polyschems; die 12 Ecken seiner ıkosaedrischen Basis 
seien mit Db bezeichnet; iclı stelle dann dieses Eck dar durch 


b | 
oder z. B. auch: a 
“ bi bg db dio di 5 5 de do DJ’ 


biz b; 
indem ich links die Grenzlösung, rechts innerhalb der Klammern die Ecken ihrer Basis 
in irgend einer Anordnung, aus der man ihre gegenseitige Lage erkennen kann, hin- 
schreibe. 

Die dreifachen Kontinuen der Basen von a und db, müssen sich in einem zwei- 
fachen linearen Kontinuum schneiden. Unter den 12 von Öb, ausgehenden Kanten des 
Polyschems sind nun 6 schon bekannt; es sind die, welche nach a, b,, b,, b,, d,, D, gehen. 
Diese Ecken gehören also der Basis von db, an, und die fünf letzten derselben hat sie 
ınit der Basis von a gemein. Jenes zweifache Kontinuum ist also die Ebene des Fünf- 
eckschnitts b, D, b, b, b,; und in Beziehung auf denselben kann man a und D, vertauschen. 
Das Eck b, kann demnach durch die Formel 


47 
b, bu bu de bu 


1 x 


dargestellt werden, wo x einen der noch unbekannten Scheitel der Basis bezeichnet. 
Wiederholt man das gleiche Verfahren in Beziehung auf die beiden Formeln für @ und 
b,, um Formeln für d, und D, zu erhalten, so werden diese 

j q, a 

bb, 5. db, %s bb. b, 


2 a ER x’ 


48 — 


einzig in diesen Formeln für b,, d,, b, kann das neue Eck x vorkommen, weil unter 


allen bis jetzt bekannten Ecken nur diese mit & durch Kanten verbunden sind. Die 


Zahl aller ähnlichen neuen Scheitel ist demnach — 20; sie entsprechen den 


Flächen des Ikosaeders und sollen durch c,, €, ... €g0 bezeichnet werden. Die mit a 
diametral entgegengesetzten Scheitel der Basen von b,, b3,... db), mögen d,, dy,...dıs 
heissen. 

Demnach sind jetzt die vollständigen Formeln für die Ecken 2, ,, b,, welche 
wir darum gerade anführen, weil nur diese den Scheitel «, enthalten, folgende: 


«A qd da 
' , db, db, b, % ' , 5, u bi % i bs, u, u b, 
(0 ee a (a 77 09 KEG, 1 ar 5 a 5 a  % Cı % 6 
d, d, d, 
Sie geben für das Eck c, die Formel: 
’ b, 
bu od « 
a EL | ee“ d, 


Von den drei noch unbekannten Scheiteln der Basıs kann der mit x bezeichnete nur in 
den Formeln der benachbarten Ecken c,, d,, d, vorkommen. (Die beiden nicht bezeich- 


neten verhalten sich ähnlich. Jeder mit x analoge Scheitel kommt also in den 20 


= ; ; ß 20.3 ; 
Formeln für c nur zweimal vor; ihre Anzahl ist daher 6 30; sie entsprechen den 


Kanten und sollen mit e bezeichnet werden; jenes x z.B. wird, da es der den Flächen 
’ 

1, 2 gemeinschaftlichen Kante entspricht, zu e,. Wir bekommen so für die Ecken e 

der ersten Horizontalzeile, deren Basen den Scheitel d, gemein haben, die Formeln: 


b, b, b, 
, bo, d 6 , db od , 6, od &% 
2 head] @ a du % & d,P % leo, d, | 
es e7 e% 
b, b, 
bu % d € , u. ad ec 
re u 594 d] 5 oe, Ei 
69 Co 


Aus der frülleren Formel für db, und aus diesen fünf ergiebt sich folgende Formel für 


d,, welches anderswo bis jetzt nicht vorgekommen ist: 
D ; 
1 


Se 40, „> 


Der einzige hier fehlende Scheitel kann sonst in keiner der 12 Formeln für die d vor- 
kommen. Alle analogen Scheitel sind daher auch 12 an der Zahl; wir bezeichnen sie 
mit f, den hier fehlenden z. B. mit f,. 

Der Scheitel e, findet sich nur in den Formeln für c,, c,, d,, d,; die zwei 
letzten sind: 

b, b; 
aa. GG u % R) a GG mn Go 6% 

265 e&, 6%, ea J’ ° es MM a io 
fi J: 


Aus diesen .4 Formeln zusammen ergiebt sich die Formel 


q 
du 5 de &% 


2 
9 5 oh - AP 


Der eine hier noch fehlende Scheitel kann unter allen 30 Formeln für die e nur in 
denen für e,, €3, e,, der andere nur in denen für e,, e,, e&0 vorkommen. Jener entspricht 


also dem von den Kanten 1, 2, 6 umschlossenen Dreieck 1, dieser dem Dreieck 5. Die 
30.2 


analogen Scheitel sollen mit g bezeichnet werden; ihre Zahl ist —— = 20. Wir be- 
kommen so folgende Formeln: 
q (3 (3 
ds u &% ®% da u & €& d ad & 
9 5 no ARIA AL er aa han Al ® 2. MA 9% Al 
I; 9ı Ie 
q, C, c 
di 5 d % ®& d 5 de &o © od & & 
£ 6 AH ALP L u Fan Fa Fa “ ee As N Kl 
UF 9 I 


Unter den bis jetzt gefundenen Formeln sind die für d,, e,, &; &,, &,, e, die einzigen, In 
denen f, vorkommt. Sie geben 

d, 

af 8 u &% 
Si Iı I I I % 
h, 
wo wir den neuen Scheitel schon mit h, bezeichnet haben, weil es sogleich klar ist, 
dass er in allen 12 ähnlichen Formeln nur einmal gerade hier vorkommt und daher 
dem f, oder dem Ikosaedereck 1 entspricht. 
7 


2 ae 


9, kommt vor nur in den Formeln für e,, &, e,.f1,J/ Js; von diesen sind die 
zwei letzten: 


d, | d, 
e € er ®o ro ee & Een 6 
Ji I9ı 9% Is Io If] fi 9 9 Iı I Iı 
he hı; 


Alle sechs Formeln geben 


2 
weh % $ 
91 JS 9% h I g]' 
Rh, 
alle Ecken der Basis von g, sind also schon vollständig vorhanden. 
h, kommt bis jetzt vor nur in den Formeln für f,, 91, Ya: 93 94 95. Die geben 


Fi 
N Iı 9% 9 Iı 9 
j h, bh, MM, Wh, 
i 
Der neue Scheitel < muss in den Formeln aller benachbarten Scheitel hy, A,, A, T,, Re 
sich wieder finden. Er ist daher einzig in seiner Art, hat die vollständige Formel 
h, 
, h hhh 
hr A hu ro Au 
Na 
und schliesst daher das Polyschem zu. 

Die Ecken a und : waren einzeln, die b, d, f, h zu 12, die c und g zu 20, die e 
zu 30. Das Polyschem hat also 120 Ecken, 720 Kanten, 1200 Dreiecke und 600 Te- 
traeder; es möge Hexakosioschem heissen. 

Die hier ausgeführte Konstruktion ist von der einfachen oder überschlagenen Be- 


n 23a 
schaffenheit der ikosaedrischen Basis eines Ecks unabhängig. Da nun sin 2, sin a 


cos 3 und daher die Zusammenfügung eines Ecks möglich ist, so ist durch das vorige 


auch die Existenz des überschlagenen Hexakosioschems (3, 3, 4) bewiesen. 


4. Sind x, y, 2, w orthogonale Variabeln, so können diese auf 6 Arten zu zweien 
kombiniert werden; bei zwei Variabeln können die Vorzeichen auf 4 Arten variiert 
werden. Es giebt also im ganzen 24 Gleichungen von der Forn + y=1; diese nun 
stellen den Umschluss des Polyschems (3, 4, 3) dar. Das Oktaeder (€-+y=1) hat die Ecken 
(1, 0, 0, 0), (!/a, Ye, Ya, Ye), (Ya, 2, — Ye, '/e), (le, Ya, — N — Ye) (Ua, Vs, Ye — "e), 
(0,1,0,0). Auf den Axen liegen 8 Ecken, wie (1, 0, 0,0), (— 1,0, 0,0), ete.; ausser 


u ae 


diesen giebt es noch 16 Ecken, wie (!/a, '/s, '/2, Ya). Im Eck (1,0, 0, 0) treffen die 6 
Oktaeder, +y=1, z<tz=1, <tw=1, zusammen; im Eck (!/e, !/s, !/e, '/2) die 
6 Oktaedr, + y=1, 2 +z:=1 2+y=| y+-uv=| vw-+r=1|], 
z+w=1. Der Abstand jedes Ecks vom Ursprung ist 1; jede Kante ist 1. Das 
Centrum des Oktaeders (e--y=1) ist ('/2, '., 0,0), sein Abstand vom Ursprung also 


V+ gleich dem Radius der dem Oktaeder umschriebenen Kugel. Wir nennen dieses 


Polyschem (3, 4, 3) nach der Zahl seiner Grenzoktaeder Eikositetraschem. Es hat 
24 Ecken, 96 Kanten, 96 Dreiecke und 24 Oktaeder. Will man eines der 16 Ecken 


ı 1 171 ; ; s 
(7: 3:70 5) als Axenende erscheinen lassen, so braucht man nur die Variabeln 


mittelst der orthogonalen Formeln 


= 


seat ytrz ta), 
ISGE Hy gen, 
2-30 ;3ytr2 sm, 
u= la ty —+z7+4w 
zu transformieren; die Determinante dieser Transformationselemente ist — 1. Eine 
andere orthogonale Transformation ist 
x = YE-2-+ y4.y ’ 
y=-Y}-2+Y4.y 
2: = Ya W, 
we -Y3 2 +Y}-W); 


im neuen Systeme sind dann alle 24 Ecken auf ähnliche Weise, z.B. durch (Yy+, Y+, 
0, 0) dargestellt, hingegen von den Grenzkontinuen acht durch Gleichungen, wie x —=Yy+ 


und die 16 übrigen durch Gleichungen, wie « +y +2 + w= f2. 

Man wird leicht erkennen, dass dieses Polyschem (3, 4, 3) eine Kombination des 
Hekkaidekaschems (3, 4, 3) und des sogleich näher zu beschreibenden Oktaschems 
(4, 3, 3) ist. 

5. Das Polyschem (4, 3, 3) ist zum Hekkaidekaschem (3, 3, 4) reciprok; seine 
Existenz ist hierdurch schon bewiesen; es hat 16 Ecken, 32 Kanten, 24 Quadrate und 
8 Würfel, und möge daher Oktaschem heissen. Als Gleichungen der acht Grenz- 
kontinua kann man v= +1, x =+1,y=+l, z=+1 setzen; dann geben z.B. die 
Bedingungen w= -H1, —l1<z>1, —1<y<1i, —1l<z<L1leimen Würfel. Die Ecken 
sind (1,1,1,1), und alle übrigen, welche sich hieraus durch Variation der Vorzeichen 
ergeben. Das Oktaschem ist das vierfache orthogonale Paralleloschem, dessen Kanten 
alle gleich sind. 

6. Die Existenz des Polyschems (5, 3, 3) ist schon durch seine Reciprozität zum 
Hexakosioschem (3, 3,5) bewiesen. Das es 600 Ecken, 1200 Kanten, 720 Fünfecke, 


120 Dodekaeder hat, so möge es Hekatonkaieikosaschem heissen. Es giebt’ zwei 
Arten desselben, ein einfaches, das eigentliche (5, 3,3), und ein überschlagenes 


(> 3, 3), welches von überschlagenen Dodekaedern (>; 3) umschlossen wird. 


Ich lasse hier eine Uebersicht der Massverhältnisse der vierfachen regulären Poly- 
scheme folgen. Die Kante eines jeden ist als lineare Einheit angenommen. Es sei O 
das Centrum des Polyschems, AB eine Kante eines Grenzpolyeders, N dessen Centrum, 


OA=R, NA=K, ON=r, Z4AOB=a; ferner sei = cos 7 der Radius der einer 


Basis eines Ecks umschriebenen Kugel, K’ der Radius der einem Grenzpolyeder ein- 
geschriebenen Kugel, n die Zahl der Grenzpolyeder, P der räumliche Inhalt eines solchen, 
und S das Mass der vom Polyschem umschlossenen Totalität; endlich sei d der Winkel 
zwischen zweien benachbarten Grenzkontinuen, d. h, wenn aa+by+c+dw=r, 
ac+by+cz+du=r (w «++! d=1, d’+0b’+c?+d’=1) die 


Gleichungen dieser Grenzkontinuen sind, so sei a@ -+bb +ce + dd’ = — cos d. Dann ist 
; Pr 
R=egmaır=VR'—K,, K:, cotg I — 2,8=#P. 


1. Pentaschem. e= VS, sa = — 2 — : K= V}.& - V% 


V: 1 1 B fs 
u re R$ cos Ö = -., s-2 212 m, 


: 7 3 1 
2. Hekkaidekaschem. = V;. a= z k= nn K= 3’ K= Vz 
-V4-4 _ a «nt _2p 


8. Einfaches Hexakosioschem. g= az Pen 


cotg — —_ — sind=sin = sin ne ge me nn le) R*. 
4. UWeberschlagenes Hexakosioschem. a=n, R= , n ‚de: 
0) 5+2 
cotg ie er j 
. . : _ Yy3 =, 71 Pe --V ER V+ Aue 1 
5. Eikositetraschem. e=';,a=7; Reel Ks 5 KK = gır=lVo 


=", S=2=2R“. 


| _V3 _n = 3 SEE ET 
6. Oktaschem. 0.3 u 7; h=]; K=7,K&K 99 er =, 
Sl 
| Ey Ey 
7. Einfaches Hekatonkaieikosaschem. g= Vz Bet ‚ tang I er 


2-1.) Be 


f) = — 


8. Ueberschlagenes Hekatonkaieikosaschem. tang 5 = 


ee 


2 2 2 5° 


Wie das Eck des Polyschems (m, n, p) durch seine Basis (n, p) und den Wert 
von @ bestimmt war, ebenso ist das centrale Eck O, welches das Grenzpolyeder (m, n) 


zur Basis hat, durch diese und durch den Wert von = bestimmt. Ist nun eines jener 


äusserlichen Ecken mit irgend einem der centralen kongruent, so ist das jenem ange- 
hörige Polyeder geeignet, durch Aneinanderreihung die vierfache Totalität auszufüllen. 
Nun ist e (3, 3, 4) -5.8, 4, 3)= V: E (3, 4, 3) 2 z (4, 3, 3) = = ; o (4, 3, 3) —— 
5 (88, 4). Die vierfache Totalität wird also stetig erfüllt: 1. durch Hekkai- 
dekascheme, indem deren 24 um eine Lösung herumliegen, und die oktaedrischen 
Basen der hier zusammenstossenden Ecken ein Eikositetraschem bilden, Charakter 
(3, 3, 4, 3); 2. durch Eikositetrascheme, indem deren 8 um eine Lösung herum- 
liegen, und die hexaedrischen Basen der vereinigten Ecken ein Oktaschem bilden, 
Charakter (3, 4, 3, 3); 3. durch Oktascheme, indem deren 16 um eine Lösung herum- 


liegen, und die tetraedrischen Basen der vereinigten Ecken ein Hekkaidekaschem bilden, 
Charakter (4, 3, 3, 4). 


% 


$ 18. Keguläre Polyscheme der fünffachen und aller mehrfachen Teotalitäten. 


Was in der fünffachen Totalität der Charakter (m, n, p, q) eines regulären Poly- 
schems bedeuten soll, ıst nach dem Vorhergegangenen wohl ohne Erklärung zu ver- 
stehen. Damit nun ein solches Polyschem existieren könne, müssen in der vierfachen 
Totalität die regulären Polyscheme (m, n,p) und (n, 9, a) schon existieren, und der 
Ausdruck 


. v4 na . v(4 7 v4 7 
(sin? — —- 008? =) (sin? — — cos? =) — c0s? — cos? — 
m n q p n p 


muss positiv sein. Für ganze Zahlen m, n, p, q entsprechen diesen Bedingungen nur 


a. Be 


die drei Charaktere (3, 3, 3, 3), (3, 3, 3, 4) und (4, 3, 3,3). (Es giebt auch nur drei 
Charaktere, für welche der letzte Ausdruck verschwindet, nämlich (3, 4,3, 3), (3, 3, 4, 3) 
und (4, 3, 3, 3), welche, wie wir schon wissen, alle Arten anzeigen, auf welche die vier- 
fache Totalität durch reguläre Polyscheme ausgefüllt werden kann.) Die Existenz der 
entsprechenden Polyscheme ist leicht zu beweisen. Das erste ist die Pyramide mit 
lauter gleichen Kanten; das letzte ist das orthogonale Paralleloschem mit gleichen 
Kanten, und das zweite das reciproke des letzten. 


Ueberhaupt existieren in der nfachen Totalität drei reguläre Polyscheme: 1. die 
Pyramide vom Charakter (3, 3, 3...3, 3), 2. das orthogonale Paralleloschem vom Cha- 
rakter (4, 3, 3...3, 3), 3. das diesem reciproke Polyschem (3, 3, 3...3, 4). 


Es leuchtet auch sogleich ein, dass durch das Paralleloschem die Totalität erfüllt 
werden kann, und dass diese Erfüllung durch den Charakter (4, 3,3...3, 3,4) dar- 
gestellt wird. 


Wenn nun für die (n — l1)fache Totalität nur die drei angeführten regulären 
Polyscheme existieren, so sind für die nfache Totalität nur vier Charaktere denkbar: 
1. wo alle Elemente gleich 3 sind, 2. wo die n— 2 ersten 3 und das letzte 4 sind, 
3. wo dieselben Elemente in umgekehrter Ordnung stehen, 4. wo das erste und letzte 
Element 4, alle übrigen 3 sind. Da aber der letzte Charakter die Erfüllung der (n—1)- 
fachen Totalität anzeigt, so giebt es auch für die nfache Totalität nur drei reguläre 
Polyscheme. 


Da nun schon in der fünffachen Totalität nur die drei erwähnten regulären Poly- 
scheme existieren, so existieren überhaupt in der nfachen Totalität nur diese drei, 
sobald n>4 ist. Wir wollen nun diese regulären Polyscheme etwas näher betrachten. 


1. Reguläre Pyramide. Die n—+ 1 Grenzkontinuen sind durch ebenso viele 
Gleichungen dargestellt. Zur Bildung eines ifachen Grenzkontinuums werden n —i von 


diesen Gleichungen erfordert; es giebt e Kombinationen dieser Art; wenn also a, 
die Zahl der ifachen Grenzkontinuen bezeichnet, so ist aq,—= eo): Sind ferner S, B, I 


resp. das Mass, die Basis und die Höhe der »fachen Pyramide, so ist nach dem 
Schlusse von $ 8: 


BR 1 n+1l _1 = 1 n , 
ee an „Ph a 


i 1 FOR ı ß ; ; 
folglich ı = nr = sin —, wenn a den Winkel bezeichnet, unter dem die Kante vom 
1 ’ 
Centrum aus erscheint, also auch cos a = = 7 und, wenn d den Winkel zwischen 


zweien (rn — l)fachen Grenzkontinuen bedeutet, cosd = m, Wird die Kante als lineare 


Einheit angenommen, der Abstand eines Ecks vom Centrum durch R, derjenige eines 


| A 
(rn — 1)fachen Grenzkontinuums durch r bezeichnet, so ist R= — = Vs re 
| gr (n+1l) ’: . 


sın & 
2 
1 R 1 V/n+1)rt: 1 Med 
R=R- ee een Se, MEI, Da BEN en 
| Van) m er = R". Setzt man abkürzend — = cos d, ._— 
= cos6,, — 5 088 Öy... n = C086,_,., bezeichnet die Variabeln mit x,,%,...%, 


und die Polynome der Gleichungen der Grenzkontinuen mit p, P1» Pa,--- Pm, so kann 
man setzen: 9,=%,, 


x x IT ö x 
Pn_—_ _ cos 6 5 008 6, 7 00 7 — 008 6, 7. 
c08 z c08 — cos = cos = CoS =, 
X 
+—,, fürm=1,2,3,...n—1; 
c08 75 
a En 
Pn_— _ c08d 0b A — 7 — 0080; = — +1. 
cos z cos — COS z cos = 


Das durch die Gleichungen p=0, 9, =0, 9, =9... Pa-ı 79% Pat =9:.:P = 0 be- 
stimmte Eck hat dann folgende Werte der Variabeln: 

d; 
y’ 


Imzı 
2 . 


| Ö ; 
2 =, ===, La = 008, Lm+g2 = C0S 6, COS 
Ön_ 
.. Lu = 008 Ö,_, C08 = ‚ & = 008 Ö,-.. 


2. Reciprok-Paralleloschem (3, 3,...3,4). Sein Umschluss kann durch 
Gleichungen wie 


ve... Kr = C080;_, COS 


Hu" +Y}- 0 
dargestellt werden, wo die Vorzeichen der Variabeln auf alle möglichen Arten zu vari- 


ieren sind. Es giebt also 2” solche Gleichungen. Die Ecken sind z.B. x, = V Xg 


=%,='''=z,.= 0; da die Vorzeichen der nicht verschwindenden Variabeln nach Be- 
lieben zu nehmen sind, so giebt es 2n Ecken. Irgend ein ifaches Grenzkontinuum geht 
durch + 1 Ecken, von denen keine zwei einander diametral entgegengesetzt sind; 


sieht man von den Vorzeichen ab, so giebt es ) Kombinationen; die «+1 Vor- 
zeichen aber können auf 2°*! Arten variiert werden; folglich ist die Zahl der ifachen 


Grenzkontinuen 
— 9Hı[ % ) 
— (; 14) 
: ; . : s R d 
Gilt die Kante als lineare Einheit, so ist a a cos; = V! ‚k= V; r= V}. 
92 yn 
S= = Rr. 


1.2... 1.2... 


3, Reguläres Paralleloschem (4,3,...3,3). Sein Umschluss wird durch die 
2n Gleichungen x, = +4 u = +t+,...2,= + + dargestellt, wenn die Kante als 
lineare Einheit gilt. Die Zahl der ifachen Grenzkontinua (lauter Paralleloscheme) ist 


a, = 2""' (;)- Eines der 2" Ecken ist (x, = +, 2, = 5,-..%,”= 5); die übrigen erhält 


man durch Variation der Vorzeichen. 


Zweiter Teil. 


Lehre von den sphärischen Kontinuen. 


$ 19. Einleitung. — Begriff der Polysphäre, Mass derselben und ihres 


Umschlusses. 


Dieser Abschnitt ist der Betrachtung des nfachen Integrals P,=f "dxdydz. ai 
begrenzt durch 2? —+y?—+---<1 und durch n lineare und homogene, unter sich unab- 
hängige Polynome, welche z. B. nie negativ werden dürfen, gewidmet. Obschon P, zu- 
nächst als Funktion der nn Koeffizienten dieser Grenzpolynome erscheint, so ist doch 


leicht zu zeigen, dass nur - n (n — 1) Unabhängige vorhanden sind, die sich immer 


gleich bleiben, welche orthogonale Transformation auch mit den Variabeln vorgenommen 
werden mag; eine solche Unabhängige ist nämlich die Summe der Produkte der gleich- 
namigen Koeffizienten je zweier Grenzpolynome, vorausgesetzt, dass die Summe der 
Quadrate der Koeffizienten eines jeden Polynoms der Einheit gleich sei. Wird fürn=2 
das Integral P, geometrisch aufgefasst, so stellt es den Inhalt eines Kreisausschnitts 
dar, und die einzige Unabhängige ist der Kosinus des Mittelpunktswinkels; wir werden 
der Konsequenz wegen in diesem Falle eine notwendige Integration annehmen, da der 
Ausschnitt, oder, wenn man lieber will, der Kreisbogen eine transcendente Funktion 
seines Kosinus ist. In diesem Sinne können wir sagen, dass das ursprüngliche nfache 
n—1 
=, 
mensionszahl n gerade oder ungerade ist. Es wird sich nämlich zeigen, dass im letzten 
Fall das Integral P,,;, als lineare Funktion von Integralen Pu Pın-aı--:- Pu P, dar- 
gestellt werden kann. Während diese Reduktion ungerade Dimensionszahlen betrifft, 


Integral P, nur 5 oder notwendige Integrationen erfordert, je nachdem seine Di- 


bringt eine andere nicht minder merkwürdige die Zahl n n (n— 1) der Unabhängigen auf 


n —1 herunter. Die allgemeine Funktion P, kann nämlich auf n Arten als ein Ag- 

gregat von 1.2.3.4...(n— 1) speziellen Funktionen Q, dargestellt werden; wenn 

bei einer solchen Q, die Grenzpolynome passend geordnet sind, so ist die Summe der 

Produkte der Koeffizienten je zweier benachbarter im allgemeinen eine von Null ver- 

schiedene Unabhängige, die Zahl dieser Unabhängigen demnach » — 1; alle anderen 
8 


eu. AERE zu 


Produktsummen dagegen sind Null. Nachdem einige diese besondere Klasse von Funk- 
tionen betreffende Sätze, finite Relationen zwischen denselben enthaltend, bewiesen und 
zu Wertbestimmungen benutzt worden sind, werden diese letzten noch mit Hilfe der 
regulären Polyscheme des vorigen Abschnitts verifiziert, und nehmen wir hievon Anlass, 
ganz besonders die Theorie der regulären Polyscheme der vierfachen Totalität zu ver- 
vollständigen. 


Erklärung. Sind x,, &,...., x, orthogonale Variabeln, so ist die durch die 

Bedingung 

tr bzo? 
umschlossene Totalität eine n-Sphäre oder Polysphäre; a ist ihr Radius, und die 
Lösung mit den Nullwerten sämtlicher Variabeln ihr Centrum. Demnach würde der 
Kreis Disphäre, die Kugel Trisphäre heissen. 

Wir sagen, eine Lösung sei innerhalb, auf oder ausserhalb einer Polysphäre, 
wenn ihr Abstand vom Centrum kleiner, gleich oder grösser als der Radius ist. Das 
(n -- 1)fache höhere Kontinuum, welches alle auf der Polysphäre befindlichen Lösungen 
enthält, also dieselbe umschliesst, heisst totales sphärisches Kontinuum; ein Stück 
desselben, welches von (n — 1)fachen durchs Centrum gehenden linearen Kontinuen 
begrenzt wird, sphärisches Polyschem, und im Besondern Plagioschem, wenn die 
Zahl der begrenzenden Kontinuen n ist. (Dieses ist nämlich die kleinste Zahl, wo die 
Eigentümlichkeit der n-Sphäre sich offenbaren kann; für eine noch kleinere Zahl be- 
grenzender Kontinuen sinkt das Polyschem, als analytische Funktion betrachtet, auf 
eine niedrigere Stufe herab.) Die einzelnen Stücke, aus denen die ganze Begrenzung 
besteht, nennen wir Perischeme, und zwar haben wir zunächst (n — 1)sphärische Peri- 
scheme, deren jedes wiederum von einer Menge (n — 2)sphärischer Perischeme begrenzt 
ist, u.8. f£ Die disphärischen Perischeme endlich mögen Seiten und die monosphäri- 
schen Ecken heissen. 

Jedes Element des sphärischen Kontinuums ist zu seinem Abstand vom Centrum 
(seinem Radius) normal, weil 

x, de, +29 da, +: +2,da,= 0 
ist; seine Projektionsfaktoren sind also 


T Lg Ta, 
a D) a  yoor.. a N) 
daher kann es durch 
a a 
„ de, day ...den, z.dr day day... dern. 
1 2 
ausgedrückt werden. 
Setzt man 
| x =1r0089,, %, =rSINP, COSQ,, A = rSINQ, SINP, COS P,,..., 
ru, =rSINnQp, SNQ,...SINPy-, COS Pyr--.. 0.9, 2, =TSMP SNP,SINP,...SMQp,-ı; 


so heissen r, @,, P5, - - 


9 


„@,„-ı sphärische Variabeln. 


Variiert man immer nur eine 


dieser neuen Variabeln, während alle übrigen konstant bleiben, so durchläuft die Lösung 


die Wegelemente 


dr, rdg,, sing, dg,, rsinp, sing, dg,,.. 


deren Projektionsfaktoren das orthogonale System 


COS P,, Sin @, COS 95, SIN P, SINP, COS Py,- -. , SINPLSIN Yy SINQ,...SINP„_3 COSP,„.., , SINP, SIN Pg SIN P5..- 
-SIN @u_g COS Pn_; , COSP, SINP5 SIN@z... 
COS pg SIN @5 -- 

C0SQ; ... 


— sin Q,, COSp, COS Py, COSP, SINY, COS py, 


0%, —sing, COS Py COS Py,.- 
0, 0, =: sin 95 ..e 
) 0, 

bilden. 


r""' sin""”Q, sin 


O,:.:: 


n—3 


..., COSQ, Sin 4 SIN 5... 


’ 


2 COS; SIN 5... 
} COS 93... 


sin @u_g COSQ,_, , 
sin @u_g COS @u_ı » 


— sin ni; 


Pr ...-SiN?p,.;,Sinp,_.drdp,dgp,...dp,.-1 


..o Y sin 9, sin 9, ..e sin O1-2 d 9.-13 


sin 9.9 SIN @._ı » 
sin On-3 sin Pn-1 


.SINn p„_g SINQ„_ı » 


sin P,_3 SIN Pn_ı » 


COS Pu _1 


Das Element dx, dx, ... dx, der Totalität verwandelt sich demnach in 


und, wenn man hier den Faktor dr weglässt, so hat man einen Ausdruck für das 


Element des sphärischen Kontinuums vom Radius r anstatt des früheren — dx, dx, ... dx, 
ı 


Ist nun 


K= | da, dx, ... dx, 


, S= 


(+23 -+..-+a22<u?) 
d.h. sind X, S die Masse der Polysphäre und des totalen sphärischen Kontinuums, so 


hat man auch 


N 


— 
— 


S: 


0 


oder, weil 


ist, 


Füra=1undn=4,5, 6 ist S resp. Zr, 


RK 


a" f sin”, do, f sin”9,d9,... 


0 


K= a 
” 
sin”"ody = 
0 
B2 In? 1 K 


w| oo 


n—i 
S: dx, dx, .... dx, 
ats te Hm 


x ar 
| sin g..d9..., [dyı- 
0 0 


L 


a?) 


==. 60 


S$ 20. (regenseitige Abhängigkeit der Stücke eines sphärischen Plagioschems. 
Es sei 2 -+23-+----+x22=1 die Gleichung des sphärischen Kontinuums, 


a, 


de, dr dirz...dırn .dırn 
s-| 


das Mass eines Teils, welcher alle den Bedingungen p, > 0,P, > 0,..., Pa> o genügenden 
Lösungen enthält, wenn 9,, Ps, ...,?„ unter sich unabhängige lineare und homogene 
Polynome bezeichnen. Es steht frei, anzunehmen, dass in jedem Polynom die Summe 
der Quadrate der Koeffizienten gleich 1 sei. Dann sei z. B. — cos (12) die Summe der 
Produkte der gleichnamigen Koeffizienten in den Ben Pı, Ps, und (12) heisse der 


Winkel dieser zwei Polynome. Es giebt im ganzen Zn (n — 1) solche Winkel (12), 
(13),...((an — Dn); ich a sie die Argumente des Plagioschems S; sein Mass ist 
eine Funktion von nur diesen PL (n — 1) unter sich unabhängigen Argumenten. Denn 
die Zahl aller unter sich Ben Elemente der n Polynome p ist n(n — 1), und, 


; ' 1 RER,“ s 
wenn man hievon die Zahl PL (n — 1) der unabhängigen Elemente einer orthogonalen 


Transformation abzieht, so bleiben nur 5 n (n -— 1) wesentliche Elemente des Plagioschems 
übrig; als solche können wir Bau jene der Zahl nach übereinstimmenden Argumente 
annehmen. 

Das (n— m)fache lineare Kontinuum, das durch », = 0,9, = 9... Pın-ı = 0, Pn=0 


bestimmt ist, werde durch (123...m) bezeichnet. Man kann die Variabeln immer so 
orthogonal transformieren, dass für dieser Kontinuum ın der neuen Variabeln verschwinden. 
Man unterdrücke dann diese Variabeln in den Polynomen pa+ı 3 Pte sr»: Pm, dividiere 
jedes durch die positive Quadratwurzel aus der Summe der Quadrate der in ihm übrig 
gebliebenen Koeffizienten und bezeichne sie dann mit 


»(123...m,m +1), p(123...m,m-+2),...,p(123...m,n) 
als Grenzpolynome- des (n — m)sphärischen Perischems 8 (123... m); die Winkel dieser 
neuen Polynome oder die Argumente des. von ihnen begrenzten Perischems mögen z.B. 


durch (1 23...m, (nn +1) (n-+ 2)) dargestellt werden. Ihre Zahl ist ge und da 
(1) die Zahl aller (n — m)sphärischen Perischeme von $ ist, so kommen an diesem im 


im ganzen (") ")-G ) Stücke der erwähnten Ordnung vor ((n — m)sphä- 


rische Stücke). Gegen das Ende treten Kugeldreiecke, wie (45...n), auf; die 
Argumente eines solchen (trisphärische Stücke) sind seine Winkel (45...n, 23), 
(45...n,13), (45...n, 12). Endlich kommen Kreisbogen (disphärische 


Er, 


Stücke oder ee wie (345...n), von denen jeder selbst sein einziges Argument ist; 
d.h. es ist 5 (345. ..n)= (Bir ..2,12); hingegen S(45...n BERN ..n,23) -4- 


(45... N. Da die Zahl der Seiten > n (n — ]) 


ist, so kann man das Plagioschem S auch als Funktion seiner Seiten fassen: Dia 
Zahl aller seiner Stücke mit Einschluss der Argumente und Seiten ist 


m=n—?2 

AH EHE 

Ihre Abhängigkeit von den Argumenten ist folgende. Da man die Variabeln immer 
so orthogonal transformieren kann, dass in den drei Polynomen p,, P,, pP; nur drei Va- 
riabeln erscheinen, so kann man die Argumente (23), (13), (12) als Winkel eines Kugel- 
dreiecks auffassen, welches die (n — 1)sphärischen Stücke (1,23), (2,13), (3,12) zu Seiten 
hat; diese sind somit durch die bekannten trigonometrischen Relationen in Funktion 
jener gesetzt. Man kennt also alle n — re Stücke in Funktion der Argumente. 
Wiederum sind z.B. (1,34), (1,24), (1,23) als Winkel, und (12, 34), (13, 24), (14, 28) 
als entsprechende Seiten eines Kugeldreiecks anzusehen und dadurch mittelbar alle 
(rn — 2)sphärischen Stücke in Funktion der Argumente gesetzt. Dies geht so fort, bis 
endlich die Seiten in Funktion der Argumente gefunden sind. Es ist klar, dass die 
Supplemente der Argumente dieselben Funktionen der Supplemente der 
Seiten sein werden, wie die Seiten von den Argumenten sind. 

Um diesen Vorstellungen ein analytisches Gewand zu leihen, suchen wir zuerst 
ein Grenzpolynom eines Perischems so auszudrücken, dass wir keiner Transformation 
der Variabeln bedürfen. Denkt man sich im Ausdruck eines solchen die anfänglichen 
Variabeln restituiert, und ist die Ziffer : von 1, 2,...nı verschieden, so muss man setzen 


o.p(12...m, ET WEN AD ee er A) 
die Faktoren A sind dann durch die Bedingung bestimmt, dass das neue Polynom zu 
jedem der m Polynome 9, , Pa,---?m orthogonal sein muss, also zusammen mit o durch 
die Gleichungen: 


1—0o°— A, cos (tl) — 4, c08 (it 2) --...— A, cos (im) = 0, 
—cos(li) +4, — A, cos (12) — ... — 4, cos(lın) = 0, 
— cos (2:) — A, cos 21) +4, —...—4A,„cs2n)=0,). . (2) 
— cos (m i) — A, cos(m1) — A, cos(m2)— ..... + A, — 


Gehen :, 0, 4 in k, o, u über, so ist offenbar die Produktsumme der Koeffizienten der 
Polynome , +4, 9, 4 +4, 2m und Mr -H 1, Pı 4°" + un 1m gleich, wie wenn das 
zweite Polynom bloss durch p, ersetzt wird, da die Polynome 9,, Ps, -.-?„ zum ersten 
orthogonal sein sollen. Man hat demnach 


06c0os (12...m,ik)= cos(ik)-+Acos(1%)-+A, cos (2%) +... 4-4, cos (nk). 


- 9 — 


Bringt man in dieser Gleichung alle Glieder auf die linke Seite und setzt sie dann im 
Systeme (2) an die Stelle der ersten Gleichung, so wird man durch Elimination der 
Grössen A den Wert von eocos(12...ım,ik) bekommen, während der von e? sich 
unmittelbar aus (2) ergiebt, und der von 0? aus diesem durch Vertauschung von i und k. 
Setzt man abkürzend 


4(,123...m) —= !— cos (ik)- — cos (il)- — cos (i2)- — cos (£ 3) +» - — cos (i m) 
— cos (1k)- l -— cos (12)- — cos (13)---— cos (lm) 
— cos (2k)- — cos (21)- 1 -— cos (23)... — cos (2 m) 
— cos (m k)- — cos(m 1) - — cos(m2) - — cos (m 3)... 1 | 
und hiefür einfach / (?123...m), wenn k=i und daher cos (ik) = — 1 ist, so hat man 


4(123...m).e6cos(12...m, ih) +a(} 123...n)= 0, 


I(i123...n)—0?4(123...m)=0, A(k123...m) —06°?4(123...mn)=0, 
und hieraus 


al, 123...m) 
 Yaa123...m) YA(k123...m) 
wo die Quadratwurzeln positiv zu verstehen sind, weil in der Gleichung (1) für p, = o, 


(3) 


cos (12...m,ik)= 


P = 0... Ppm = 0 die Polynome p, und p (12...m, i), grösser als Null gesetzt, dieselbe 
Grenzbedingung ausdrücken sollen, wodurch oe (und ebenso «) notwendig positiv werden. 
Die drei in diesem Ausdruck vorkommenden Determinanten sind reciproke Elemente der 
symmetrischen Determinante 4 (ik123... m); und wenn wir diese auf leicht verständliche 
Weise durch die Ziffern der fehlenden Horizontal- und Vertikalzeile bezeichnen, so be- 
kommen wir 


Üle]eos 137,0 = [][%] 


; ke] sin? (12...m,ik) = ;] |: = A(ik11...m) [x]; 


oder 
I(ik123...m) d( 123...m) (4) 
ad 123...m) A(kl23...m)' "tt. 
Man kann diese Formel auch durch Betrachtung eines Paralleloschems beweisen, dessen 
Kanten zu den linearen Kontinuen (1), (2 Ener (m te); (%) normal sind. Der hierzu 
erforderliche Satz würde heissen: 

Das Mass eines »fachen Paralleloschems ist gleich dem Produkt zweier begren- 
zender (n —1)facher Paralleloscheme, welche in einem (n — 2)fachen Paralleloschem sich 


sin? (12...m,ik) = 


4 


2. PB u 


schneiden, dividiert durch dieses letzte, und multipliziert mit dem Sinus des von den 
beiden ersten gebildeten Winkels. 
Um ihn zu beweisen, bezeichnen wir die erwähnten vier Paralleloscheme mit ?, 
A, B,C, den Winkel zwischen A und B mit ©, betrachten A als Basis von P, und C 
als Basıs von B, und setzen Ah, %k als entsprechende Höhen. Denkt man sich nun das 
Paralleloschem P von einem auf C' normalen zweifachen linearen Kontinuum geschnitten, 
so liegt in diesem ein rechtwinkliges Dreieck, dessen Hypotenuse k, der Winkel, dessen 
Scheitel in C fällt, ©, und die gegenüberliegende Kathete h ist. Es ist also h=ksin®. 
Aber P=Ah, B=Ck. Also ÜP=ABsind®. 
Die independenten Formeln (3) und (4) verwandeln sich in bekannte Relationen 
der sphärischen Trigonometrie, wenn m» = 1 angenommen wird. Die erste z. B. giebt 
a: cos(ik) + cos(li)cos(1k 
cos (1, iN= ee 
Das orthogonale System der Variabeln kann immer so gewählt werden, dass die 
Grenzpolynome in folgender Gestalt erscheinen: 


Pı = %ı 

Pa = — , c08 (12) + x, sin (12), 

PD, = — u, 008 u — x, sin (13) cos (1, 23) + x, sin (13) sin (1,23), 

Pm = — X, 608 a m) — x, sin du A cos Gi, me — 7, sin ee sin n be cos (13, Im) — 


mn mm nn U nn 


..— X, sin(1m)sin (1,2m)sin(12, 3n)...sin(123...(m—3), (m—2)m) cos(12...(m--2), m-1n) 
+ x, sin (1m) sin (1,2m) .... sin (12...(m—3), Ale, Br sin pr Bu ne r - 1)m), 


Bei Aidssr -Darelällang H ‚ie Lösung ( Bed e 1) ds EL 
(123...(n— 1)) zu bezeichnende Eck des Plagioschems S; nennen wir dieses Spitze 


A, so entspricht ihr das Perischem (n) als Basis. Von A aus gehe ein Strahl normal 
zum linearen Kontinuum der Basis (p,= 0) und treffe dieses in der Lösung B; die 
Länge des Strahls oder der Abstand AB der Spitze vom linedren Kontinuum 9, = 0 sei 
sink. Vom Centrum O aus gehe ein Radius durch B und treffe die sphärische Basis 
selbst in C; diese Lösung heisse Fusspunkt; der Kreisbogen, welcher A und C ver- 
bindet, ist A und soll Höhe heissen. Endlich sei P irgend eine auf der sphärischen 
Basis befindliche Lösung, $ ihr sphärischer Abstand von der Spitze A oder der Winkel 
der Radien OA und OP. Da wir jetzt nur drei Strahlen OA, OC, OP vor Augen haben, 
so können wir uns durch dieselben ein lineares dreifaches Continuum (Raum) gelegt 
denken, und die Lösungen A, C, P werden als Ecken eines rechtwinkligen Kugeldreiecks 
erscheinen, worin AP=9 die Hypotenuse ist. Ist der Winkel APC=O©, so ist sin h 
=singsin® Um P herum liege ein unendlich kleines Element 6 der sphärischen 


en le 


Basis; alle darin enthaltenen Lösungen werden mit der Spitze A durch Kreisbogen ver- 
bunden; dadurch entsteht ein partielles sphärisches Kontinuum, welches die einzige end- 
liche Ausdehnung von A bis P hat, während die übrigen unendlich klein sind. Wird 
nun dieses in P normal durchschnitten, so ist der Querschnitt ein (n — 2)faches unendlich 
kleines Kontinuum, dessen Mass o sin © beträgt. 

Da AB = sin" der der Spitze entsprechende Wert des Polynonis p,, so ist nach (5) 


sin=sin(1n)sin (1,2 n) sin(12,3n)....sin(12 ... (m — 3), (n—2) n) sin(12...(n —2,(n-1)n), (6) 
wo die Ziffern 1, 2,3,...n —1 permutiert werden dürfen; die Werte des Fusspunkts C’ sind: 


an — 


x, =tangh cos(1n), x, = tang I sin (1n) cos (1, 2n),..., m = cos h. 


$ 21. Hilfssatz. 


Wird jedes Element des n-sphärischen Plagioschems S mit dem Kosinus 
seines sphärischen Abstandes von der Spitze multipliziert, so ist die Summe 
dieser Produkte der (n—1)te Teil des Produkts des Masses der Basis und 
des Sinus der Höhe. 

Beweis. Es seien 


& =SnP.2%, % =5MP.%y:.., Zu = SUP. L_, u = 008 9, 
so wird das Element des sphärischen Kontinuums 


x 
sin”pdp.o, 
wo w das äquatoriale Element bezeichnet, welches man auch durch 
dxı\ıdz!...das_ ..o ’ ’ ] D 
re 1 1 Anl 2 ul a a 
- “f 
ausdrücken kann. Wenn wir nun das Integral 
amt 
,n—2 
cos p.sın""pgdp.o® 
bestimmen wollen, so setzen wir zuerst &, 73, - . - x,-ı als konstant voraus und integrieren 
von g= 0 bis zu dem durch die Basis p, = o bestimmten Werte von , für den wir 
diesen Buchstaben behalten wollen. Wır bekommen 
Tine ©) 
n—1, F i 
oder, da, wie wir oben gesehen haben, für eine auf der Basis befindliche Lösung P der 
normale Querschnitt Ä 
. - . . 10] 
sin""9.0=snQ.6=sinh- — — 
sing 
ist, zuletzt i 
en: sinh p"” 


cs .n""odpy.o= a 0, 


d. h. gleich dem (un — Dten Teile des Sinus der Höhe, multipliziert mit der Basis. 


3 — 


S$S 22. Mass eines sphärtischen Plagioschems. 


Satz. Die in Beziehung auf die Argumente genommenen Differential- 
koeffizienten des Masses eines n-sphärischen Plagioschems sind gleich den 
Massen der mit den Argumenten gleichnamigen (n — 2)-sphärischen Peri- 
scheme, dividiert durch n — 2: 


14 


dS-= S ” 12JAAd+SABY) AA) +: -+S (lm —ıiIn)d(n-— 1)n) | 


Beweis. Um das einzige Argument (12) zu variieren, variieren wir nur das 
Polynom »,, die Darstellung (5) in $ 20 voraussetzend. Dasselbe verwandle sich in 
I+k)s +0 tk, 0% +. +, Im 


wo hy, dÄy,... k, unendlich kleine Grössen bezeichnen. Da die Summe der Quadrate der 
Koeffizienten gleich 1 bleiben und die Argumente (15), (14),.... (1 x) konstant sein sollen, 
so hat man n—1 Bedingungsgleichungen, welche gerade hinreichen, um die n—1 Ver- 
hältnisse A, :Ahy:...:k, zu bestimmen. Die erste Gleichung 


U a 0 
reduziert sich, da es nur auf unendlich kleine Grössen erster Ordnung ankommt, auf 
2k, = o. Dann sind aber sämtliche Bedingungsgleichungen gerade so beschaffen, wie 
wenn die Werte der Variabeln für das Eck (1345... n) zu bestimmen sind. Versetzen 
wir uns aber in das (n— 1)-sphärische Kontinuum (1) hinein, indem wir die durch a 
bezeichnete Dimension aufheben, und fassen (12) als Basis des Perischems S (1), folglich 
jenes Eck als dessen Spitze auf, so tritt der für diese geltende Wert von x, als Sinus 


der Höhe, sin h, auf. Da man ferner für den Winkel zwischen dem variierten Polynome 
pP = %& then, +h, &%, +4 h,x, und dem unveränderten Polynom 


Pg = — x, cos (12) + x, sin (12) die Gleichung 

— cos ((12)+d(12)) = — cos (12) + \, sin (12) 
hat, so muss /\, = d (12) sein. Folglich verhalten sich \,,%,,...%k, zu den gleich- 
namigen der Spitze (1345... n) zukommenden Werten der Variabeln, wie d (12): sin A. 
Ist nun @ der sphärische Abstand der Spitze von irgend einer im Perischem S (1) ent- 


haltenen Lösung (0, x, X, - - - 2.), so ist demnach 


+4. +, = => d(2), 


sin A 
und das partielle n-sphärische Kontinuum dS bekommt ausser den Grenzen von S (1) 


noch die unendlich nahen Grenzen: ursprüngliches p, < 0, und variiertes p, > o, oder 


cos 
ae YES, 


sind 


— 66 — 


cos p 
oder o<— Tr, > 2, dA(12). 
sin A 
Weil somit z, unendlich klein ist, so sind im Ausdruck für dS die auf 2, 7,,:-.. 7, 
bezüglichen Integrationsgrenzen so zu nehmen, wie wenn 2, = o wäre, also dieselben 


wie für das Perischem S (1). Integriert man nun die Formel für d S in Beziehung auf 
x, so ergiebt sich d.S gleich der Summe sämtlicher Elemente von S (1), jedes multi- 


.. . cos ne . 
pliziert mit en d(12); und dag der sphärische Abstand dieses Elements von der 


Spitze (1345... n), %0 ist nach dem vorigen Hilfssatz: 


>. Basis S (12).sink = = s{12).d(2). 


dl?) 
sin Z n—ı n— 


dS= 

Bemerkung. Diese Form des Satzes hat das Unbequeme, dass man ihn nicht 

bis auf 0» = 2 hinunter verfolgen kann. Dies wird jedoch durch eine leichte Umge- 
staltung möglich gemacht. 


Es sei , v 
I 0 U 5 Urea dl 


0 —.. 3 + [ . “ el RE << 1 
Pyı >, Pa > 9%... >o 


ein von n durchs Centrum gehenden linearen Kontinuen begrenztes Stück der »-Sphäre, 
das wir allenfalls »-sphärische Pyramide nennen können, so ist offenbar 


jr 
1 
P=S8 | r""dr, oder P= —, 8. 
‘o 
Bezeichnet dann z.B. P{12) die im (n — 2)fachen linearen Kontinuum (p, = 0, pP -= 0) 
befindliche (n» — 2)-sphärische Pyramide, so ist ebenso 
an 1 — +: 
P(12) = —- Ss). 


Nn—) 


Wenn man also im gegenwärtigen Satze sphärische Pyramiden statt der sphärischen 
Plagioscheme einführt, so erhält man 


Ipi2)a (12) + P(I3B)AA®) + --- 4 Plnm—1)n) d(n--1) Dip 


dp:- | 
n \ 
Setzen wir jetzt n- 2, so wird die disphärische Pyramide zum Kreisausschnitt, 

; l h \ f ; : 
und in der Formel AP -, P‘L2)d«(12) bezeichnet (12) den Mittelpunktwinkel und 


y/ co: R ı Du . . . . 
P 12} das Mass des nullfachen Kontinuums, welches die begrenzenden Radien (p, -o. 
P, -0) Innerhalb des Kreises gemein haben, d.h. das Mass des Centrums. Nun sind 


En 7 Eu 


leicht Gründe aufzufinden, die uns berechtigen, 1 als Mass einer nullfachen Totalität 


anzunehmen. Wir bekommen also d P= e d(12), und durch Integration P= e (12), 


als Inhalt eines Kreisausschnitts vom Radıus 1. 
Setzen wir n — 3, so wird die trisphärische Pyramide zur Kugelpyramide; 
in der Forniel 


a P=+ [PM aı 94 PÜB)auıy +PÜAs)a@H! 


sind (12), (13), (23) die Flächenwinkel der Pyramide oder die Winkel des Kugel- 
dreiecks S; P (12) ist das Mass des einfachen Kontinuums (p, = o, p. — 0), welches 
durch die Bedingungen p, > o und x? -+-x3 + „3 < 1 begrenzt wird, d. h. das Mass des 
vom Centrum nach dem Eck (12) gehenden Radius, also gleich 1. Bezeichnen wir die 


drei Argunıente mit «, ßB,y, so ist demnach d P= En (d& --dß-+ dy), Um die Inte- 


3 
grationskonstante bestimmen zu können, lassen wir P verschwinden, was dadurch ge- 
schielt, dass wir p, = pP; = — P, annehmen; dann wird aber (12) = x, (13) = (23) = 0. 


Wır haben also 


Pe ” (e+ß+y7— r), odr: S=e+ß+y— z, 


wenn 5 das Mass des Kugeldreiecks bezeichnet. 

Von jetzt an halten wir uns wieder an die erste Form des Satzes. Für n -4 
oder für das tetrasphärische Plagioschem $ ist das disphärische Perischem $ (1 2) 
ein Kreisbogen, dessen Mass mit seinem Argument (12,3 +4) ein und dasselbe ist. Also ıst 


1S— - (1 3,34) A(12)+(13,24)d(13) -+ (14,28) a4) + (23,14)4(23) 


1(24,13)4EN) +84, 12) ABA), 


oder: das Mass des tetrasphärischen Plagioschems hat seine halben Seiten 
zu Differentialkoeffizienten. Sind diese Seiten unendlich klein, so verwandelt sich 
S in eine dreiseitige Pyramide des Raums; man kann nun wirklich nachweisen, dass 
das Integral des vorliegenden Ausdrucks sich alsdann auf die bekannte Formel für den 
Inhalt einer räumlichen Pyramide reduziert. 

Für das pentasphärische Plagioschem $ wird das trisphärische Perischem (1 2) 
zum Kugeldreieck, dessen Mass gleich der Summe seiner Winkel weniger ;c ist. Die 
Funktion S hat 10 Argumente, und von den bezüglichen Differentialkoeffizienten ist z. B. 

98 


dla) 3 | (12,34)-4:(12,35)-1:(12,45) — sl, 


— 68 0 — 


und, wenn man die 30 Glieder wie (12,34) dt12) nach den Kombinationen (1234) 
vierter Klasse ordnet: 
348-112, 34) 4(12)4- (13, 24) a(13)-+ (14, 23) (1 9) 
+ (23, 14)24@3)-- (24, 13)4@4)+ 64, 12)A@ N \-H etc. 
— ad 1) 4-A) + +ai)] 
= 241 $(1234) + $(1235) + S(1245) + 8 (1345) + s(2345)\ 
— ad AHA) +5) 


wo 5 (1234) z.B. ein tetrasphärisches Plagioschem bezeichnet, dessen Argumente (12), 
(13), (14), (23), 24), 84) sind. Um die Integrationskonstante zu bestimmen, nehmen 
wir an, alle Argumente des pentasphärischen Plagioschems seien rechte. Dann wird 


Na? A In? n? 


l 
s12349)=- 5... =, S13)=- .=5, 


und wir bekomnien 
n” In® 5) 


Pa ie \E 5 -1- Const., also Const. = 4 ir”, 


und endlich 
2 @ er . r ‘ 
S(12345)= 182 345) +8(1345)-+- 8(1245) 4-8(1235)-+- 0 (123 N 

nn 1% ! Fe W ‘ .) ” ! » Fr “ ’ dn? 
—5 [129 + AAN FEIHEHNL+EITCHFEHFHAN] I 
Wir sehen hieraus, dass, wie das Mass des Kugeldreiecks auf Kreisbogen zurückkommt, 
so dasjenige des pentasphärischen Plagioschems auf tetrasphärische Plagioscheme und 
Kreisbogen. Wollten wir diese Wahrnehmung weiter verfolgen, so würden Gamma- 
funktionen und Potenzen von ;z den an sich einfachen Satz „über die Reduktion perisso- 
sphärischer Plagioscheme auf artiosphärische“ *) ohne Not verwickeln. Wir ziehen es 
daher vor, zuerst statt der allgemeinen Masseinheit eine besondere für sphärische Plagio- 
scheme passende Einheit einzuführen, von ähnlicher Bedeutung wie die des Quadranten 
für Kreisbogen. 


S$ 23. Plugioschematische Funktionen; reduzierbare Fälle von Orthogonaltät 


Wır setzen fortan 


| dedydz... = f(123...)xX | drayde... 
ee ee Bu 
Pı >09... Pan > 0 X D>DOUYU>0O,.». 


*, [Die Ausdrücke „perissosphärisch* und „artiosphärisch“ werden 8. 70 erklärt.) 


we N Ge 


oder, was dasselbe ist 


” 


P(123...n)-=;, REIN AU EL Beea?) (123...) 3 1 füu23...n), 


und nennen f(123...n) eine n-sphärische plagioschematische Funktion, 9, Par - - + Pr 
ihre Grenzpolynome, und die von diesen gebildeten Winkel (12),... ihre Argumente. 


Jede solche Funktion bekommt die Einheit als Wert, wenn alle Argumente -- sind. 


Es ıst dann z.B. j 
Sa9= (2), F23) SAY) +SA)+LEI- 2 
(12345): f(2345) 4 ete. — 2 1/13) + ete. | 116. 

Da en N :) nl: m (n— 2)- = ist, so wird die allgemeine Differentialgleichung 


1? x: 

des vorigen $: 
df(123..n)=f(12,34...n) dfA2)-Hf (13, 245...) df(18)-1- etc. 

Nehmen wir jetzt an, jedes der m ersten Polynome 9,, ?., - - - ?_ sel zu jedem 

der übrigen Pas+ı» Pmtes 2m orthogonal. Man wird überhaupt die Variabeln so 
wählen können, dass in jenen nur die m Variabeln x,, x, . .. x, erscheinen. Kämen 

nun diese auch in einem der folgenden Polynome vor, so würde aus den entsprechenden 
mn ÖOrthogonalitätsbedingungen das Verschwinden der Determinante der Koeffizienten 
jener ». ersten Polynome folgen, was wir nicht zugeben dürfen, da diese unter sich un- 
abhängig sein sollen. Also können die n — m letzten Polynome nur die übrigen Va- 
riabeln 241» Amis - 7, enthalten. Es sei nun 


or Ger rg ter my NINE I Fe IH 


und man denke sich die m ersten Variabeln, also auch ®, zuerst als konstant, und die 
Integration nur in Beziehung auf die n — m letzten Variabeln vollzogen, so werden die 
auf diese bezüglichen linearen Integrationsgrenzen durch die Einführung der Variabeln 
y nicht geändert, und es kommt noch die Grenze yP + y3 +» -+ _„ < 1 hinzu Da 
das Produkt dx.;;, dmtz. dr, sich in 


sin" .dydys..: dAYa-m 
verwandelt, so hat man: 


” 
>» 


P(123...n)=f((m +1) (m-+2)...n)x ) sin" 9 dr, day... day dyı Ayo Yan 
(Pı >9, P2>0..-Pn> 9, Yı >09, Ya > 9... Yn -m>0) 
— f (km +1)(n +2)... n) x ) U2: WI, I U er ; 
(9 >%::.Pm > 9 Ami >09: n > 0) 


Denkt man sich hier die vn — m letzten Variabeln #41, Anja - - - Zu zuerst als konstant, 
und die Integration nur in Beziehung auf die m ersten Variabeln vollzogen, so erhält 
man auf demselben Wege wie vorhin: 


P(123...)=f(lm +) (m+2)...n)xf(23...m)x wu Ude, : 
(d+= ee 
x >0,T%2 > 0,...4n >0 
also endlich: 


Fa23...n)=f(123...W) (m + D(m-H2)...n); 


d. h., sind m Grenzpolynome einer „-sphärischen Funktion sämtlich zu den n — m übrigen 
orthogonal, so ist dieselbe das Produkt der von jenen begrenzten m-sphärischen Funktion 
und der von diesen begrenzten (n — m)-sphärischen. Hierbei ist zu bemerken, dass 
(1) =1, weil auch für die Grenzen 2" <1l,x2>o, [dx=l1iıst. Wenn also das 
erste Grenzpolynom zu allen übrigen orthogonal ist, so hat man f (123...n)=f(234...n); 
und wenn überhaupt die m ersten Polynome nicht nur zu allen übrigen, sondern auch 


alle unter sich orthogonal sind, so hat man f(123...2)= f((m-+ 1) (m +2)...n). 

Wenn zwei plagioschematische Funktionen sich bloss dadurch unterscheiden, dass 
ein bei der ersten positiv genommenes Grenzpolynom bei der andern negativ genommen 
wird, so ist die Summe dieser Funktionen doppelt so gross als die nur von allen übrigen 
Polynomen begrenzte Funktion; oder 


SW Po PP) fl Pr Pe Pas: PD) = 2 (Dar Par - - - Po). 


Wenn man sich nämlich die zwei ersten Funktionen durch die entsprechenden Integrale 
ersetzt denkt, so ist deren Summe ein ähnliches Integral, worin die Grenzbedingung 
p, > 0 oder — p, > 0 wegfällt; diese Summe bleibt sich daher gleich, wenn auch das 
Polynom p, sich ändert, z. B. zu allen übrigen Polynomen orthogonal wird; dann hat 
aber jede der Funktionen, aus denen die Summe besteht, den Wert f (234...n); 
folglich ist diese 2 f(234...n). 


$ 24. Reduktion der perissosphärischen Plagtoscheme auf artiosphärische. 


Uin die zwei Fälle einer geraden und einer ungeraden Dimensionszahl zu unter- 
scheiden, gebrauchen wir die Ausdrücke Artiosphäre und Perissosphäre. Wir haben 
schon gesehen, dass die trisphärischen und pentasphärischen Plagioscheme sich linear 
durch artiosphärische Plagioscheme niedrigerer Ordnung ausdrücken lassen, und stellen 
nun folgenden allgemeinen Satz hin: 

Wenn f,,„., eine von den Polynomen p, Pass - - - Pan+ı begrenzte plagio- 
schematische Funktion ist, und man mit I /,„ die Summe aller 2 n-sphärischen 


Funktionen bezeichnet, welche von irgend 2 jener Polynome begrenzt 
werden (f, = 1 angenommen), so ist 


se DIDI aaa X Eee 


mo 


wo die Koeffizienten a durch die Gleichung 


Bit 
fang Do ee ee ee en AD 
ö — HT.) (2) 

definiert sind. 
Beweis. Differentiiert man die Gleichung (1) nach irgend einem Argument von 


San+ı, Z. B. nach (12), so fällt rechts das letzte Glied (— 1)"a, weg, und man erhält 
DE (12) — PS (— 1)' N; & Fan-rı-ı (12), 


eine ähnliche Gleichung, worin nur die Dimensionszahl 2n + 1 durch 2n — 1, und die 
Grenzpolynome durch 9 (12, 3), » (12,4), ....2 (12, n) ersetzt sind. Wäre nun der 
Satz für die (2n — 1)-Sphäre schon zugegeben, so könnte man durch Integration von 
dieser Gleichung auf (1) zurückschliessen, und brauchte nur noch nachzuweisen, dass die 
Integrationskonstante (— 1)" «a, richtig bestimmt ist. In der That, wenn wir annehmen, 
dass alle Argumente von f; „+ rechte seien, und edenken, dass die Summe I f,„_.,; so 
viele Glieder zählt, als 2» -+1 Elemente zu je 2n — 2: kombiniert werden können, 
so wird die Gleichung (1) | 


1-2 (-Dials;,,) 


ıi=o 


oder, wenn man mit 1.2.3...(2n-+ 1) dividiert, y 
N sl el u Mu en (3) 
—1.2.3..12n—2) 1.2.3...(22 +1) 1.2.3...@n Hl)" N 


Dieselbe Rekursionsgleichung (3) findet man aber auch, wenn man die Gleichung (2) mit 


| 4 
osz=1l— -;+ . 


1.2.3.4 
multipliziert, und in der Entwickelung die Koeffizienten von x°”*' auf beiden Seiten 
einander gleich setzt. Die Integrationskonstante wäre also richtig bestimmt, wenn der 
Satz für die Dimensionszahl 2n —- 1 wahr wäre. Da aber für die Trisphäre wirklich 
Js = 27, — 2 unda,=|1, a, =2 ist, so ist der Satz allgemein bewiesen. 

Wir wollen die Gleichung (1) noch einer andern Probe unterwerfen, inden wir 
annelımen, ein Grenzpolynom von Sy... sei zu allen übrigen orthogonal; jenes mag 


a4 
zen, 9, 


äquatorial, diese meridian heissen. Scheiden wir nun alle Funktionen f,, in zwei 
Gruppen, je nachdem das äquatoriale Polynom in der entsprechenden Kombination vor- 
kommt oder nicht, und verschen im ersten Falle den Funktionsbuchstaben mit dem 
Zeichen des senkrechten L, und bei der ungeschiedenen Summe das Symbol & mit 
demselben Beisatz, um anzuzeigen, dass das äquatoriale Polynom sich unter den Ele- 
menten befinde, über deren Kombinationen die Summe sich erstreckt, so haben wir 


I 
Ssi Jen S Sam c= fan t fm er fem A: Zfomin 
Fe i wer= In s A 
wo auf der rechten Seite der letzten Gleichung die erste Summe (,, en die zweite 
an . 7 & 
(, j h Glieder zählt. Nach (1) ist 
EM — 


ya m 


j »—1 
Seua-ı = > (— 1) di-ı RD RR 


Az] 


Will man nun dieses in der vorigen Gleichung substituieren, so frägt es sich, wie oft 
eine und dieselbe Kombination von 2m — 2A meridianen Polynomen, oder vielmehr die 
entsprechende fan -„, Im entwickelten Ausdruck für &f,,., sich wiederhole. Da 2m —24 
meridiane Polynonıe schon gesetzt sind, so bleiben deren noch 2n — 2m -4+- 24 übrig, 
und daraus können 24 — 1 gewählt und mit jenen zu einer Kombination vereinigt 


werden, welche einer gewissen Funktion /,„-, entspricht. Dies kann aber auf 
In-2m+2X 
al 

Sam-., wiederholt. Demnach ist 


) Arten geschehen, und eben so oft wird also jede einzelne Funktion 


| z1=m 


> a an 2m+2A up 
z Ta ze Sf: m ir > (—- 1) ( 2 IA ) 1 Z/am-s;: 


» —I 


Selzen wir nun, indem wir diese Formel im der Gleichung (1) substituieren, m =n—1 
und 4 = I — i, so bekommen wir 


ion s=-n—| kon | z 


nen naher Sen 


ıi—_ 0 kzırl 


J]- 
( n X 0-1 SI naie 
2: +1 De 


ır-0 


Kehrt man in der Doppelsumme rechts die Ordnung der Summationen um, so durch- 


läuft, wenn man k als konstant voraussetzt, ? die Werte 0,1,2,...4%— 1; und dann 
ist nach und nach "= 1,2,...n zu setzen. Man bekommt daher 
in i-k—|1 
Nr k .) : ) 
0 - > ( D hr — PB ee q, el NE 
Kl | io it +1 


/ur identischen Giltigkeit dieser Gleichung wird erfordert, dass überhaupt 


izen- 


l 
' nn 
„= > a Ad (dna—i-ı» . . . . . . . . . (4) 
sei. Dividiert man diese Gleichung durch 1.2.3...2n, so sieht man leicht, dass sie 
aus der Gleichung des Koeffizienten von 2°?" dx in der Entwicklung von dtang x = 
dx -+- tang?’x . dx hervorgeht. 


Setzt man a, —= 2" c, so erhält die Rekursionsgleichung (4), indem man die Fälle 
von geradem und ungeradem n unterscheidet, die Formen 


s=n—lI 


tal Be EREH 
Gan = > 2) O;loan-i-v Can+ı 7 = } C; ER en mu S ) G 
In+2 
2n-+l 
schliessen zu dürfen, dass alle ce ganze und positive Zahlen seien. Dieses ist nun wirklich 
in folgendem allgemeinen Satze enthalten. 
Wenn » eine Primzahl, n, :, k überhaupt ganze positive Zahlen sind, o<k<p, 


Man braucht also nur zu zeigen, dass ( ) immer durch 2 teilbar sei, um daraus 


so ist ) durch p» teilbar. Denn es ist 


:n) np Br 
()-P (a) (ap ip N) (np—ip—2)...(np—ip—k-+1) e » .(iPFDÜpt?2).. (ptR); 
da die linke Seite den Faktor p hat, und rechts die % letzten Faktoren durch p nicht 
np 
ip Hk 

Man findt ,=1., =1,0%,=-46=2.117, e,=16.31, &, = 16.691, 
6, = 64.43.1276 = 116.257 8617,42 

Sind die Bernoullischen Zahlen B, durch die Gleichung 


teilbar sind, so muss der erste Faktor ( ) es sein. 


ee In 
definiert, so folgt 
2 Ü Som 21 + 
BENE on x = Hatzeze Ze ren b an 
tang x = cotg x — 2 cotg?x 2° 23 en he) Bi: ; 
also mtl 
re ai Datr 


Endlich möge noch eine leichte Probe der Gleichung (1) erwähnt werden. Wird 
das von n — 1 linearen Kontinuen umschlossene reguläre Polyschem der n-fachen To- 


talität auf die konzentrische Sphäre projiziert, so zerfällt ihr Umschluss in n 4-1 re- 


; . i ; ” € ; In 
guläre Plagioscheme, und die Argumente eines solchen sind sämtlich gleich —. Wenn 


3 
10 


In 


also alle Grenzpolynome der Funktion f, miteinander Argumente 2 bilden, so ist f, — man 


Setzt man diese Werte in die Gleichung (1), so erhält man 


Yenti en ö Intl J!n—2i 
BE a) (; ) ei 
In -H2 In—a) In —2t +1 


irre \ 


Multipliziert man diese Formel mit — — ———--— , so füllt sie zusammen mit derjenigen, 


welche man durch die Gleichsetzung des Koeffizienten von x°"*? in der Entwicklung der 
Gleichung 1 — cos2 x = sn2 x tang «x erhält. 


S 25. Zerlegung der sphärischen Playioscheme in Orthoscheme. 


Sind die Grenzpolynome p9,, Pa, - - - P„ eines Plagioschems S so beschaffen, dass nur 
die an — 1 Argumente (12), (23), (84), 45),.-.((a® — Du) frei bleiben, alle G) 


übrigen aber rechte sind, so nennen wir $ ein Orthoschem und betrachten sein Mass 
als Funktion der n — 1 freien Argumente, bei denen die obige Ordnung wesentlich ist, 
aber auch umgekehrt werden darf, ohne dass die Funktion sich ändert. Es soJl nun 
gezeigt werden, dass jedes n-sphärische Plagioschem in 1.2.3... (n — 1) Orthoscheme 
zerlegt werden kann, deren Argumente durch trigonometrische Relationen aus denen 
des Plagioschenis herzuleiten sind. 

Wir wollen zuerst schen, wie die orthogonalen Variabeln gewählt werden müssen, 
damit die Grenzpolynome eines Orthoschenis in der einfachsten Gestalt erscheinen. Ich 
setze voraus, man habe die in $ 20 gegebene Darstellung (5) der Grenzpolynome vor 
Augen, wo das erste nur eine Variable und jedes folgende immer eine neue Variable 


mehr als das vorhergehende enthält. Weilnun 13)=(1N)=--=(1n)= s 


muss x, in den Polynomen 9,, Ps - - - Pu fehlen. Da p, nur x, und x, enthält, so folgt 


sein soll, so 


ferner aus (24) = (25) =: = (2n)= z ‚ dass in den Polynomen p,, Ps, - . - pP. die 
Variable x, fehlen muss. Also ist nicht nur 19 = (l4)=---=(1n) = 5 ,‚ sondern 


auch en 2)=(1, 25)= = (1,20) — — , Wird diese Schlussweise fortgesetzt, so 
sieht man, dass das Polynom p„ nur die Variabeln r„-, und x,„ enthält, und dass 


nr 


(123...n, (m-+1) (mn--3)) — (123...m, (m+ 1) (m-- 4) ) abe as (1 23...m, (in -- 1) n) =5 


ist; die Grenzpolynome erhalten folgende Form: 


AU 

pP: = — a, cos (12) + 2, sın (12), 

Ps —- — 17, 0608 (1, 23) -+ .w, sin (1,2 3), 

De — X, C08 Kan 34) -I- x, sin (12, 34), 


Pe Er oe 4) rs x, sin a2 2,3: Ze (n—1)n). 
Werden die allgemeinen Formeln (1) bis (4) des $ 20 auf die Grenzpolynome 


und Argumente des Perischems $ (m) angewandt, so erhält man 


» (m, m 1) = Pat pm eos (m -Ym) , (nm 1) = Purctpm cos (m (m +1) ) 
sin (/m — 1) m) sin (m (m-+ 1)) 
und für jedes von m — 1, m, m ---1 verschiedene i, » (m, i) = p;, 


cos ((m +1) (m 1-2) ) 
sin ‚sin (m ( (m -+ -1)) 


cos ((m —2)( mM — 1) 


sin (mm) 
cos (m, (m—1) (m+1)) -- cotg ((m—1)m) cotg (m (m + 1) ), 


sonst (m, (--1)) = (i (2 -+ 1)) für i=1,2,3,...m —3; m +2, m + 3,...n —1; 
ausser diesen n — 2 Argumenten von S$ (m) sind alle übrigen rechte; also ist 
S(m,123...(m — Dm+2)(m-+3)...n) ein (n— 1)-sphärisches Orthoschem. Der 
Beweis gilt für alle (n — 1)-sphärischeu Perischeme und kann an jedem von diesen in 
Beziehung auf seine (a— 2)-sphärischen Perischeme wiederholt werden, und so fort. 
Folglich sind alle Perischeme von jeder beliebigen Ordnung Orthoscheme, und bei jedem 
die Ziffern seiner Grenzpolynome in derselben Ordnung zu nehmen, wie sie im Ausdruck 
des ursprünglichen Orthoschems auf einander folgen. 

Denken wir uns nun das soeben betrachtete Orthoschem S (123...n) auf eine 
(n -+- 1)-sphäre gesetzt, und x, als neue Variable, so dürfen wir immerhin x, = 0 als 
Gleichung des Kontinuums, in dem jenes Orthoschem sich befindet, annehmen und alle 
vorigen Ausdrücke für die Grenzpolynome p,,Pg, - - - P„ beibehalten. Dann seien x,, 
%y ...%, die Werte der Variabeln, welche die Gleichungen p, = 0, 9% = 0,...P 0, 
2? 4-22 +... 4-2 = 1 genügen, oder die Werte des Ecks (0234... n). Durch dieses 
Eck und Bor die Normale (x, =&,=:-:--x2.—=0) oder den Pol jenes Orthoschens 
gehe ein lineares zweifaches Kontinuum N Ne ae), Welches 
das (n 4 1)-sphärische Kontinuum in emem Kreisbogen schneidet, der jenes Eck mit 
dem Pol verbindet. Oder kurz gesagt: man ziehe durch jenes Eck einen zum Orthoschem 
normalen Kreisbogen. Auf diesem nehme man eine beliebige Lösung A, so sind deren 
Werte 


cos (m, (m — 2) (m — 1))= = , cos (m, (n--1) (n+-2)) = 


z,=sinh, x =xz,cosh, 2, = a,cosh,...x, = «x, cos h, 


wo / ihre Höhe über dem »-sphärischen Orthoschem bezeichnet. Es ist zum voraus 
klar, dass alle durch diesen normalen Kreisbogen gelegten »-sphärischen Kontinuen zum 
Orthoschem S(0) orthogonal sind, mit andern Worten, dass in ihren Gleichungen die 
Variable x, fehlt. Durch jedes (n —1)-sphärische Perischem des letzten und durch jene 
Lösung A ist ein n-sphärisches Kontinuum bestimmt; man versehe die Polynome jener 
mit Accenten und schreibe diejenigen dieser gleich, aber ohne Accent; dem Orthoschem 
selbst entspreche das Polynom p,. Man hat dann im ganzen n-H-1 ein Orthoschem 
umschliessende »-sphärische Kontinua, wie man sogleich an den Ausdrücken ihrer Po- 
Iynome sieht: 
de, cos I) + sin h. ie ; 


’ ' 
Po = Ic Pı = u ee a Eee 
) sin? + x? cos h u 


Es ist übrigens vermöge der Formel (6) in $ 20: = = sin (345...n, 12); daher 


— 1, sin (3 kon, 3) cos h +. sin h 


ia sin? (3 kon, 1 2)sin?7 


17 


Wie wir jetzt gesehen haben, kann man jedes n-sphärische Orthoschem zur Kon- 
struktion eines (n-}-1)-sphärischen gebrauchen, indem man jenes auf eine (n-| -1)-Sphäre 
versetzt, auf dasselbe durch sein erstes Eck einen normalen Kreisbogen A zieht, diesen 
beliebig begrenzt und durclı dessen Endlösung (Spitze) und jedes der n-Perischeme des 
gegebenen Orthoschems (Basis) ein n-sphärisches Kontinuum legt. Das erste derselben 
wird dann zur Basıs schief, alle folgenden aber orthogonal sein; d.h. man hat ein 
(n —+- 1)-sphärisches Orthoschem konstruiert, wovon das gegebene n-sphärische (die Basis) 
das erste Perischem ist, und die n übrigen dieselbe Ordnung befolgen wie die (n—1)- 
sphärischen Perischeme der Basis, durch welche sie gelegt sind. 

Nach dieser Vorbereitung Ist es nun leicht, irgend ein n-sphärisches Plagioschem 
von einer beliebig gegebenen Lösung A aus ın 1.2.3...n Orthoscheme zu zerlegen. 
Es mag beiläufig bemerkt werden, dass die Zerlegung eine wahre Summe geben wird, 
wenn alle ursprünglichen Argumente spitz sind, und die Lösung A innerhalb des 
Plagioschems liegt. Weil dieser Fall die geringste Schwierigkeit für die Vorstellung 
hat, werde ich mich im folgenden immer so ausdrücken, als ob ich nur diesen Fall 
vor Augen hätte; wir haben dann den Vorteil, dass alle in Betracht kommenden Winkel 


REN : nn. i re : 
positiv und kleiner als — sind. Im allgemeimen aber kann die Zerlegung auch negative 


Orthoscheme enthalten. Ich zeige zuerst die Möglichkeit der Zerlegung, und dann gebe 
ich die trigonometrischen Relationen, durch welche die Argumente der Orthoscheme in 
Funktion derjenigen des gegebenen Plagtoscheins und der sphärischen Abstände seiner 
Perischeme von der Lösung .L bestimmt sind. 


in m ee 


Es seien zuerst ein trisphärisches Plagioschem (Kugeldreieck), begrenzt von den 
disphärischen Perisehemen (Kreisbogen) S (1), 5 (2), 5 (3), denen die Polynome p,, 
Pa, P, entsprechen, und die Lösung A gegeben. Man ziehe von A aus auf © (1) einen 
normalen Kreisbogen, A (1) sei sein Fusspunkt. Dieser teilt S (1) in zwei Stücke, von 
denen das eine nach dem monosphärischen Perischem 5 (12) geht, welches wir auch 
als Fusspunkt betrachten und durch A (12) bezeichnen können. Dieses von A (1) bis 
4 (12) reichende Stück können wir als disphärisches Orthoschem betrachten, obgleich 
auf der Disphäre die Unterscheidung zwischen Plagioschemen und Orthoschemen eigent- 
lich dahin fällt; und da A A (1) zu demselben normal ist und durch sein erstes Eck 
A (1) geht, so bekommen wir ein trisphärisches Orthoschem, welches A zur Spitze und 


das genannte disphärische Orthoschem, welches einen Teil von S (1) ausmacht, zur 
Basis hat. Von seinen disphärischen Perischemen ist das erste der genannte Teil von 


S (1), das zweite geht durch A und $ (12), das dritte durch A und A (1). Diese 
Ordnung entspricht der Permutation 123. Da es im ganzen 1.2.3 solche Permu- 
tationen giebt, und jeder ein trisphärisches Orthoschem entspricht, so ist die Zerlegung 
des trisphärischen Plagioschems in 1.2.3 Orthoscheme bewiesen. Obgleich es auf 
der Stelle klar ist, dass ein Kugeldreieck mit lauter spitzen Winkeln von einem inner- 
halb desselben befindlichen Punkte aus in sechs rechtwinklige Kugeldreiecke zerlegt 
werden kann, so habe ich doch absichtlich die Sache mit dieser scheinbar unnötigen 
Ausführlichkeit behandelt, um am leichtesten Beispiel den Gang der nun folgenden 
allgemeinen Konstruktion zum voraus anzudeuten und dadurch etwas klarer zu machen. 


Nehmen wir an, es sei bereits gezeigt, dass ein (n — 1)-sphärisches Plagioschem 
von einer innern Lösung aus n 1.2.3...(n — 1) Orthoscheme zerlegt werden kann, 
welche den Permutationen seiner Grenzpolynome entsprechen, und versuchen nun das 
Gleiche für ein n-sphärisches Plagioschem zu bewerkstelligen, dessen Grenzpolynome 
mit den Ziffern 1,2,3...n bezeichnet sein mögen. Von der gegebenen innern Lösung 
A aus werde auf das (n — 1)-sphärische Perischem $ (1) ein normaler Kreisbogen ge- 
zogen, und von seinem Fusspunkte A (1) aus dieses Perischem in 1.2.3...m — 1) 
Orthoscheme zerlegt; eines von diesen entspreche der Permutation 234...n. DaA(l) 
sein erstes Eck ist, und durch dieses der Kreisbogen A A (1) normal zum genannten 
(x — 1)-sphärischen Orthoschem gezogen ist, so ist nach dem früher Gezeigten das letzte 
Basis und A Spitze eines n-sphärischen Orthoschems, welches der Permutation 123...n 
entspricht. Wird von A (1) auf S (12) ein normaler Kreisbogen mit dem Fusspunkt 


4 (12), von diesem aus auf $ (123) ein normaler Kreisbogen mit dem Fusspunkt 4 (123), 
u.s. f. gezogen, so ist das erste Perischem dieses n-sphärischen Orthoschems jenes ortho- 


schematische Stück von S (1), das zweite geht durch 8 (12) und A, das dritte durch 
S (123), A und A (1), das vierte durch $ (1234), A, A (1) und A (12), und so fort, 


zu TR 


das letzte endlich durch 4, A (1), AA2), A123)... 41234... m — 2). Es ist 
klar, dass z.B. der Fusspunkt A (123...m) sich nicht ändert, wie man auch die 
Ziffern 1,2, 3,... m permutiert. Denn, um denselben zu bestimmen, kann man auch 
durch das Centrum auf das (n — m)fache lineare Kontinuum (123...) das normale 
mfache lineare Kontinuum legen; dieses wird mit dem nach A gehenden Radius ein (n+-1)- 
sphärisches Kontinuum bestimmen, welches das (n — m)-sphärische Perischem 5 (1 23...) 
im verlangten Fusspunkt A (123...m) trifft. Wird diese Konstruktion in Beziehung 
auf alle (na — 1)-sphärischen Orthoscheme, in welche S (1) zerfällt, wiederholt, so setzen 
sich die erhaltenen »-sphärischen Orthoscheme, welche den sämtlichen mit 1 anfangenden 
Permutationen der Ziffern 1, 2,3... n entsprechen, zu einem Plagioschem zusammen, 


welches A zur Spitze und das ganze Perischem S (1) zur Basis hat. Nimmt man nun 


nach und nach S (2), 5 (3),...S (n) als Basen, so setzen endlich alle entsprechenden 
Plagioscheme um die gemeinschaftliche Spitze A herum sich zum ganzen ursprünglichen 
Plagioschem zusammen. Da nun die Möglichkeit der Zerlegung in Orthoscheme für das 
trisphärische Plagioschem bewiesen ıst, so ist es nach dem vorigen auch für das tetra- 
sphärische, und so fort; sie ist also allgemein bewiesen. 


Fällt die Lösung A nicht in die Begrenzung des gegebenen n-sphärischen Plagio- 
schems, so ist aus dem Gesagten klar, dass 1.2.3...n die Zahl der Orthoscheme 
sein wird, aus denen es bestelt. Fällt sie aber mit einem Eck, z.B. (2 a .n), zUu- 
sammen, so ist dieses die gemeinschaftliche Spitze von 1.2.3... (n — 1) Orthoschemen, 


deren Basen das gegenüberliegende Perischem 5 (1) zusammensetzen, und mit diesen 
ist die Zerlegung vollendet. Wenn man also eine Zerlegung des Plagioschems in die 
kleinstmögliche Zahl von Orthoschemen verlangt, so muss sie von einem Eck aus ge- 
macht werden. 


Wenn wir nun zweitens die trigonometrischen Relationen anzugeben haben, durch 
welche die Argumente eines durch die Zerlegung entstandenen Orthoschems, z. B. des- 
jenigen, welches der Permutation 123...n entspricht, in Funktion der Argumente des 
gegebenen Plagioschems bestimmt sind, so liegt es uns daran, den Gebrauch der ortho- 
gonalen Werte der Lösung 4, von der aus die Zerlegung geschehen soll, zu vermeiden, 
um nicht durch die Willkürlichkeit des orthogonalen Systems belästigt zu sein, sondern 
nur die wesentliche Zahl von Daten der Aufgabe in ktechnung bringen zu können. Wir 
bestimmen daher die Lösung 4 durch die Werte der Grenzpolynome P,, Par =: Pr 
Dann ist z.B. der Wert von p, der Abstand der Lösung A von dem durch p, = 0 
dargestellten linearen Kontinuum (1), oder, da 4 auf der n-Sphäre liegt, der Sinus des 
sphärischen Abstandes der Lösung A vom Perischem S (1). Man kann also auch sagen, 
die Lösung A sei durch die Längen der auf den Perischemen normalen Kreisbogen 
44(1), AA(2),...44 (nr) bestimmt. Weil aber A auf der Sphäre liegen soll, so 


Tr 


.-- 


”- 


_- 9 —_ 


muss zwischen den Werten von 9, , Ps, - - P„ eine Relation bestehen, welche der Glei- 
chung 2° —+ y?+ 2°? -+--- = 1 entspricht, wenn z,%,... die orthogonalen Variabeln 
bedeuten. Wir finden diese leicht auf folgendem Wege. 


Es seien 9, = wc +-DbY->-..,„ m =% 2-4 b,y-+..., etc. die Polynome. 
Da der Ausdruck 


| 

| 7 Re | a) BEN 

t 

' l; b, . C, . dyı b, C, 

llarl Desg Ay. Da. 6a 

| lt, b, ‘ n | lt, b, Cz | 


verschwinden muss, weil jede Hälfte dieses Schemas n — 1 Horizontalzeilen und nur 
n Vertikalzeilen hat, so bekommt man, indem man ihn in eine Determinante von Produkt- 


summen verwandelt und x° -+ y? -!-... = 1 voraussetzt, 
L.% 2% Ps 54% Pn EA) = e AD 
».- L.; — cos (12)... — cos (1) 
Ps. — cos (12). 1 ..—cos(2n) 
Pn» — cos (ln). — cos (2n)... 1 | 


als Gleichung des n-sphärischen Kontinuuns. 


Formeln zur Berechnung der Orthoscheme, in welche ein gegebenes 
n-sphärisches Plagioschem zerfällt. 


Es seien a (1), a (2),...a (n) die Werte der Grenzpolynome » (1), P (2,--. P (n), 
welche für die Lösung A stattfinden, von der aus die Zerlegung geschehen soll, mit 


andern Worten, die Sinusse ihrer sphärischen Abstände von den Perischemen; sıe müssen 
der Relation (1) genügen. Es sei ferner 


2) —_ el) ecos (1m) +a (m) 
a 1. m) sin (l m) ; 


a (i2,m) = +2) eos (12m) + (m) 
sin (1,2 m) 
a (123, m) = «(1 2,3) cos (13,3m) + a(12 m) (2) 


sin (1 2,3: m) 


I 


«183 GDy,n = 2. Bd nt) (2. Bde) tr alit..nn) 
u sin (12... — 2). (n—Un) 


— 80 — 


dal a(,2) a (13,3) | 
-—  — 0 — fang == tanz - 0 = tane ß., ..:.. 
da (1. 2) en) ß, ) alı2. 3) > Ba: a (123, 4) a) ß,» | 


a (12 23. 3...(n - — 9. N — 1) 
alı 23. in, „) 


= tang PB, 


so sind cos ß,, sin ß, cos ß,, sin ß, cos ß,,..., sn ß,. cos fa - 
die Kosinusse der Argumente desjenigen Orthoschems, welches der Permutation 123... 
entspricht. 
An diesen Satz reihe ich noch folgende Behauptungen. 
Der Wert von a (123...i, m) ändert sich nicht, wie mau auch die überstrichenen 
Ziffern 1, 2,3%, ... Sätmükiert‘ Die Gesamtzahl dieser Grössen ist: demnach 
Ma ee een ee) 
Die Relation (1) verwandelt sich in 
a (1)? -4- a (1,2)? + a (123,3)? -+a (123, 4)? + ---all2..n—1),n?=1.. (6) 
Wird im nn (2) der Buchstabe a durch p ersetzt, d. h., denkt man sich die 


.i,m) das Polynom 


des durch $ (123...i = und an zus(1)....8(2)...8 (i) gelegten 
Kontinuums. . . u A an. ir Yez, aan a nd an > Nr ae el er IL) 
Für den Eisspinkt A a 2 y .i) gelten die Gleichungen: 


P» = rR =0)...9=%, 


en ee “) N 
yl23...i, I SEE __allr u: m)_ — —-— 1-0, (3) 
lı-a 12? -all. 28 ul. Sm Bea Kenne) 
(nmi--l,i-- 23, 7 -H-8,...n) 
wo der Radıkand im Nenner durch eine Permutation der Ziffern 1,2.3,... 2 micht 


geändert wird. 
Beweis. Das durch (lm) und die Lösung A gelegte lineare Kontinuum hat 
die Gleichung 


aM) - ah )yM)=-0. ... 2.2.2.0 
Die Summe der Quadrate der Koeffizienten der Variabeln auf der linken Seite ist 
(1)? -+ 2a (1) a (m) cos (Im) + a (m)? = (a (1) cos (1 m) -1- a (m) )? 4: all)? sin? (Im), 
also nach (2) gleich 


(u (1)? -+-a (1, m)' ) sn® (1). 


=. NOT, zei 


Das Polynom des betrachteten Kontinuums ist demnach 


“«mpypm—zam)pi), 
sin (m) Ya (1)? + a (1,m)?® 


Wenn nun das Orthoschem, dessen Argumente wir suchen, der Permutation 123...n 
entspricht, so ist p (1) = 4, sein erstes Grenzpolynom, und 


a SEID EIDPNN). u 5 we eh (MO) 


sin (12) Ya (1? +a (1,2)? 


sein zweites. Ist ß, der Winkel der Polynome g,, 9, so hat man 


AR EI | a ae ie 6. 
sin (12) Ya (1? + a (1,2) Yacı)?+a(1,2)’ 


woraus sogleich 


(1 
tang f, = = 5 


folgt. 
Multiplizieren wir die Gleichung (9) mit einem beliebigen der Ziffer m entsprechen- 
den Faktor A, und summieren dann für n = 2,3, ...n, so stellt die erhaltene Gleichung 


ein durch 4 gehendes Kontinuum dar. Soll dieses noch zu (1) orthogonal sein, so muss 
Zr, (a (l)cos(Im)+a(m)) = 0 


sein. Demnach ist für den von A aus normal auf das Grenzkontinuum (1) gezogenen 
Kreisbogen 


a(i) yÜ (m) — a (m) pP (1) = COnsb.;. 4 ee (12) 


all)cos(Im)-+ a (m) 
während m = 2, 3,...n wird. Durch die hieraus entspringenden n — 2 Gleichungen 
ist das normale disphärische Kontinuum gerade bestimmt. Für den Fusspunkt kommt 
noch die Bedingung » (1) = 0 hinzu. Mit Rücksicht auf (2) haben wir also für den 
Fusspunkt A (1): 

pP (m) 


-- _ %— = const. (m = 2,3,...nN). 
ee const. (m n) 


Nach der in (7) vorausgesetzten Erweiterung des Systems (2) ist aber 
7...) _ PDeos(lm)+p (m) 
P (1, m) = sin (l m) 
Wie wir weiter unten noch erläutern werden, und wie schon durch die Bezeichnung an- 


gedeutet werden soll, hat dieses Polynom für das (n — 1)-sphärische Perischem $ (1) 
11 


zu BD 


dieselbe Bedeutung, wie p (m) für das ursprüngliche x-sphärische Plagioschem. — Im 
vorliegenden Falle haben wir also, wegen p (1) = 0, für den Fusspunkt 4 (1) 


all, 2) all, 3) at, we 


Wir erfahren hieraus nur die Verhältnisse der Werte der Polynome p (1, ın). Um ihre 
wirklichen Werte zu bekommen, schreiben wir in der Gleichung (1) überall a statt p, 
was erlaubt sein muss, weil die Lösung A auf der Polysphäre liegt. Die oberste Ho- 
rizontalzeile beziffern wir mit 0, die folgenden mit 1,2,...n. Multiplizieren wir nun 
die Horizontalzeile [1] mit cos (1 m) und addieren die Produkte zur Horizontalzeile [|], 
während |1] unverändert bleibt, so ändert sich der Wert der DeiSrminanE bekanntlich 
nicht, und die zwei ersten Glieder der Zeile [x] werden: 


LA 1a) BaEeS "2 CIE) EEE ‚1 C 7 


a(m)-+-a(1)cos(1m) = «a (1, m) sin (1 m), 0 
Das Glied vom Range m wird sin? (1 m), und dasjenige vom Range i wird 
— cos (im) — cos (Li) cos (1m) = — sin (1 i) sin (Lam) cos (1, im); 
diese Horizontalzeile ist also durch sin (1 n) teilbar. Da rechts die Null steht, so kann 
man diesen Faktor der Determinante weglassen. Man führe dieses durch für m == 2, 
3,...2. Von der Zeile [0] subtrahiere man die mit a (1) multiplizierte Zeile [1], 
werden ihre Glieder 
1—a(1),0, a (1,2) sin (1 2), a (1,3) sin (13),... a (1,n) sin (In). 


Bezeichnen 4, H,,... H, die ursprünglichen Horizontalzeilen, so können wir die 
neuen durch 


H,—a(l) H,H,... (H„-+ H, cos (lm)): sin(Im),... 


ausdrücken. Man wird nun bemerken, dass die Vertikalzeile [1] nur im Range [1] das 
Glied 1, sonst lauter Nullen hat; folglich kann man auch in der Horizontalzeile |1] alle 
Glieder ausser dem erwähnten durch Nullen ersetzen. Jetzt ist aber die Vertikalzeile 
[ö] durch sin (1 ö) teilbar geworden. Man lasse diesen Faktor für i =- 2,3,...n weg, 
so hat man endlich die Gleichung 


1-al. all). al)... al) . . (1) 
a (1, 2) j 1 . — 05 (1,23) ET 
a (1,3) -— cos (1,32)- l cos (1,31) 


a (1; n) one cos (1,2) - => cos (L, 13): Be l 


— 89 — 


Da diese Gleichung für das (n — 1)-sphärische Kontinnum (1) gerade dieselbe Bedeutung 
hat, wie die Gleichung (2) für das n-sphärische, so folgt, dass für A (1) die Grenz- 


polynome von (1) folgende Werte bekommen: 


p(L, m) = --" m Mer draeeiee e lD) 
Yl-all) 

Was am gegebenen n-sphärischen Plagioschem in Beziehung auf sein Grenz- 
kontinuum (1) und die Lösung A gethan worden ist, soll nun am (n — 1)-sphärischen 
Plagioschem (1) in Beziehung auf seine Basis (12) und die Lösung A (1) wiederholt 
werden. 

Man hätte also eigentlich die Variabeln orthogonal so zu transformieren, dass 
das Polynom p (1) einer einzigen Variabeln gleich würde, und dann ın jedem der übrigen 
Polynome diese Variable wegzulassen und seine zurückbleibenden Koeffizienten pro- 
portional so zu verändern, dass wiederum die Summe ihrer Quadrate = 1 wird. Nun 
ist z. B. im Polynom » (m) der Koeffizient der zu unterdrückenden Variabeln — cos (1m); 
die zurückbleibenden Koeffizienten sind also mit sin (1x) zu dividieren; das entsprechende 


Grenzpolynom von (1) wird demnach 


1 (m) -FP(l) cos (lm 
»(1,m)= ? Mn) pl) cos (Im) 
sn(1 m) 
und man braucht sich in die Transformation der Variabeln nicht einzulassen. — Mit 


andern Worten: Durch die Unterdrückung der mit p (1) koincidierenden Variabeln geht 
das Kontinuum (m) in ein durch (Im) gelegtes und zu (1) orthogonales über. Die 
erste Bedingung wird durch die Form p (m) -+ A p (1) erfüllt, und der Faktor A ist durch 
die zweite Bedingung, p (m) +Ap (1) Lp (1) oder cos (lm) — A= 0 bestimmt. Da 
nun die Summe der Quadrate der Koeffizienten des Polynoms p (m) +4 p (1) gleich ist 
1-42 — 2% cos (lm) = sin? (lm), so haben wir auch so wieder die obige Formel 
für p (1, m) bewiesen. Sie ist übrigens als spezieller Fall in den allgemeinen Formeln 
(1) und (2) des $ 20 enthalten. 

Für das folgende brauchen wir einen Ausdruck für den Winkel der Polynome 


p (i) und p (1, w). Wir finden seinen Kosinus 
cos (Ü m); + cos (1 7) cos (1 m) 


_ alim) Een DL — sin (1 ö) cos (1,m) ....(16) 


und im Besonderen für = m, = — sin (1m). 


Nun haben wir ähnlich wie in (10) für das dritte Grenzpolynom des betrachteten 
Orthoschems den Ausdruck 


= Me 


KANFARDE TIEFE) WR 
sin (1,23) Yalı.2)’+a(12,9° 


3 


Der Zähler ist eine homogene lineare Funktion von y (1), p 2), p &), also geht das 
Kontinuum durch (123); der Zähler verschwindet für A und wegen (15) auch für A (1), 
das Kontinuum geht also durch beide Lösungen. 

Wir haben also die negative Summe der Produkte der gleichnamigen Koeffizienten 
der Polynome p (2) und «a (1,2) » (1,3) — a (1,3)p (1,2) zu berechnen; nach (16) ist sie 


sin (12) « (1,2) cos (1,23) -- a (1,3) — «a (12,3) sin (12) sin (1,23); 


ferner ist y (1) L« (1,2) p (1,3) —a(l3)p (1,2), und endlich mit Rücksicht auf den 
in (10) gegebenen Wert von 4: 


nn | 
BEHEUR. ..., SENENESS (2.3) : = sin B, cos ß,, 


Be ee N: 
Yaı,?+a (12)? Yalı,2)?-Fatı2,5)? 


wenn man die Abkürzungen (3) gebraucht. 
Bezeichnen wir mit p (12, m) das Polynom eines durch (12) und orthogonal zu 


(1) und (2) gelegten Kontinuuns, so finden wir durch die oben gebrauchten Schlüsse 


p (12,m) = pll,m) + p (1,2) cos (12m), Vergl. (7) 
sin (1,2m) 


Es erhellt schon aus der Definition, dass dieser Ausdruck durch Vertauschung der Zeiger 


1, 2 nicht geändert wird; man kann dies aber auch direkt verifizieren; denn man 

findet leicht 

p m) sin (12, -F p (1) sin f2 m) cos (2. Im) + p 2, sin (1 m) cos (1,2) 
ID es BULL N UN) 


sin (12). sin (1 m) sin (1,2 m) 


p (12, m) — 


wo hinsichtlich des Nenners zu bemerken ist, dass sin (1 m) sin (1,2 m) = sin (2 m) 
sin (2,10). Wenn aber p (12,n) = p (21,m), so folgt von selbst, dass auch «a (12,1) 
-- a (21, m). Hieraus kann leicht die Richtigkeit der Behauptung (5) gefolgert werden. 

\Wie aus der Gleichung (1) die Gleichung (14) sich ergab, so kann aus dieser 
wiederum die Gleichung 


1,2)? - a(12,3) -...  all2,n) 


-=0 .. (19 
9.3): 1 00. — (08 (12, 3) 


1-ıuı()—aua( 
1 


a ( 


al12,n)-— cos (12,23) -.......1 | 


Kr -- - 


-R- 


hergeleitet werden, und es folgt, dass der Ausdruck « (1)? + a (1,2)? sich nicht ändert, 
wenn man auch die Ziffern 1 und 2 vertauscht. Setzt man dies weiter fort, so erhält 
man durch wiederholte Anwendung derselben Schlüsse, durch welche (13) und (15) ge- 
funden wurden, für den Fusspunkt 4 (123...:) die Gleichungen (8). Da zuletzt das 
Polynom p (123...(n— 1), n) nur noch eine Variable enthält, und diese der Gleichung*) 
der Monosphäre, so ist sein Wert + 1; daraus folgt die Gleichung (6). Das Gleiche 
folgt auch aus der fortgesetzten Reduktion der Gleichung (18). 
Es ist leicht, die Gleichung (17) zu verallgemeinern; man hat 


a2. mim t)plin. mo a.m)—allı.. mo, pl... mom), 


Im == FOLIEN man - 
5 sin (12... (m—2, (m —1) m) Yalız.. .(m—2), ‚n—1) +a(ll2 my)? 


Aus dieser allgemeinen Formel für ein Grenzpolynom des Orthoschenis folgt dann 


a\12 (m, m—1) a 12.. “Mm, m-+1 
cos Z (YmInzı ) nn (12... m- u ERGERHETe {12...m 5 ) ee = 
Yalız... (m—2), ae +a(12.. .(m—1) ‚n)® Aus. m U,m)?-F al tal2.. m, na)“ 


— sin Bu 608 P.. Vergl. (4). 

Wenn die Bedingung für die Quadratsumme der Koeffizienten nicht erfüllt zu 
sein braucht, so kann man das mte Grenzkontinuum des Orthoschems auch durch die 
Gleichung 

1-— cos (12)- — cos (13) - ++ — cos (1 (m—23))-a (1) -p() | = 
—c08(21)- 1° — cos (23). * ++ — cos (2 (m—2)) a (2) -p (2) 
— cos(31) - — cos (32) - l- +++. — cos (3 (m—2))-a B) -p ®) | 


— cos (ml). — cos (m2) - — cos (m) - - - + — cos (m (m—2)) - a (m) -p (m) 
darstellen. Es erhellt aus dieser Form der Gleichung sogleich, dass das Kontinuum 
durch (123... m) und A geht und zu allen durch (12... (n-—2)) gelegten Kontinuen 


orthogonal ist, und dass eine Permutation der Zeiger 1,2,3,...m — 2 keinen Ein- 
fluss hat. 


$ 26. Reduktion der perissosphärischen Orthoscheme auf artiosphärische, 


Auf den ersten Blick scheint die Aufgabe dieses Paragraphen schon mit derjenigen des 
$ 24, welche sich auf Plagioscheme überhaupt bezog, zugleich gelöst zu sein, indem man nichts 
weiter zu thun brauche, als die dortige Gleichung (1) dem besondern Fall eines Ortho- 
schems anzupassen. Dieses Geschäft kann für niedrige Dimensionszahlen allerdings 


*) So im Manuscript.! 


— 8 — 


ausgeführt werden. Da aber der in $ 23 betrachtete Fall, wo eine plagioschematische 
Funktion in ein Produkt zweier anderer zerfällt, sehr oft mit perissosphärischen Faktoren 
eintritt, und diese dann wiederum durch lineare Polynome artiosphärischer Funktionen 
dargestellt werden müssen, so mag cs schwer halten, auf diesem Wege zu einem all- 
gemeinen Gesetz zu gelangen. Hingegen wird die Lösung der speziellen Aufgabe dieses 
Paragraphen ganz leicht, wenn man sie unmittelbar angreift, ohne von der Gleichung 
(1) in $ 24 auszugehen. 


Zur Vorbereitung auf das folgende diene diese auf $ 23 gestützte Bemerkung. 
Bedeutet f (123 4...n) eine orthoschematische Funktion, wo die Ziffern den Grenz- 
polynomen entsprechen, und die Ordnung derselben die bekannte Bedeutung hat, also 
bloss umgekehrt, aber sonst nicht durch Permutation verändert werden darf, und man 
lässt einige Polynome weg, sodass die Folge der übrigen durch Lücken unterbrochen 
wird, so sind alle zwischen zwei Lücken oder zwischen einer Lücke und dem Anfang 
oder Ende der ursprünglichen Reihe enthaltenen Polynome zu jedem der übrigen ortho- 
gonal; daher findet die in $ 23 gelehrte Zerfällung einer Funktion in Faktoren ihre 
Anwendung auf jede niedrigere orthoschematische Funktion, welche einer durch Lücken 
unterbrochenen Kombination der gegebenen Polynome entspricht. Ist zB m—ı>1, 
m <n, so Ist | 


sı123...im a --D...n)=f(123...dfam (m --N)...n). 


Im folgenden Satze können nur artiosphärische Faktoren vorkommen. 


Satz. Wenn f.,.4|ı die einem perissosphärischen Orthoschem ent- 
sprechende Funktion bezeichnet, und man lässt in der Reihe seiner 2n \ 1 
Grenzpolynome deren 2:-: Lauf alle möglichen Arten so weg, dass jede 
der ununterbrochenen Reihen, in welche die ursprüngliche Reihe durch die 
entstandenen Lücken getrennt wird, eine gerade Anzahl von Polynomen 
enthält; bezeichnet man ferner die Summe aller Funktionen, welche den 
erwähnten Kombinationen der Grenzpolynome entsprechen, mit Z fan -.2» WO 
die einzelnen Glieder teils einzelne Funktionen, teils Produkte von solchen 
sind, je nachdem in der betreffenden Kombination alle Polynome eine fort- 


laufende oder dureh Lücken unterbrochene Reihe bilden, — so ist 
> x — 1‘ I, x I 
Pan ee ein ee eh (1) 


= SAT: en 


SU29)=- SEI) SUN) —1, 
Su2345)=f(@345) + SAY) FA) -HfA23) 
-AHAFEH+FA@NISAYH 
SA23456N=FA3455EN+FALDFA5EEN 4 FA23NFET)-Hf23456) 
- SA5EENALSEHFECN :FBHENA+HFCHICNA+FEHFCH 
3 S@IIHASANFEH1FADFCH+FUADFAINA-FA23N]| 
+2 SENHFECH LAN AHFEHAFAHAISAD) 5. 


Beweis. Es frägt sich zuerst, wie oft man aus der Reihe 1,2,3,4,...22 +1) 
je zwei 2:—+1 Ziffern weglassen kann, sodass jede der zurückbleibenden fortlaufenden Reihen 
eine gerade Anzahl von Ziffern enthält. Man ordne die zurückgebliebenen Ziffern paar- 
weise, so hat man n —ı Paare, und denke sich jedes Paar durch ein einziges Symbol 
ersetzt. Zählt man die weggelassenen Ziffern einzeln ebenfalls als Symbole, so sind 
deren im ganzen n-+i--1, und man hat eine gewöhnliche Kombination (2? —+-1)ter 


Klasse aus n-+ © —+-1 Elementen. Die Summe Ff,,-.; zählt also Fe u ) Glieder. 
Sind nun alle 20» +1 Polynome unter sich orthogonal, so hat jede Funktion f 
den Wert 1; und, wenn die Gleichung (1) richtig ist, so muss 


EN ru 
sein. Bedeutet Ah, die Summe rechts, so ist 
nah EEE) ren) l) 


u n z (2) Ge —z Pr (1.1) a 


Also ist „= h,-, = Iln-2 =." =, = Ih; und, da l,=1 ist, so ist die Gleichung (?) 
allgemein gültig. Daraus ist zu schliessen, dass, wenn die Form der Gleichung (1) die 
richtige ist, die Koeffizienten ebenfalls richtig gesetzt sind. 


Um die Form zu prüfen, differentiieren wir die Gleichung (1) nach irgend einem 
Argument der Funktion ‚f,,;, und erhalten offenbar eine Gleichung von derselben Form, 
mit dem einzigen Unterschiede, dass die zwei das varlierte Argument einschliessenden 
Polynome herausgefallen, und durch die Unterdrückung des zu beiden normalen zwei- 
fachen Kontinuums die zwei benachbarten Polynome verändert sind. Wenn also der 
zu beweisende Satz für die (2n — 1)-Sphäre bereits zugegeben ist, so kann man durch 


blosse Integration auf die ltichtigkeit der Gleichung (1) schliessen, indem man zugleich 
die Integrationskonstante nach (2) bestimmt. Da nun der Satz (1) für die Trisphäre 
richtig ist, so ist hiermit seine allgemeine Geltung bewiesen. 


$ 27. Perioden artiosphärtischer Orthoscheme. 


Wenn ein Plagioschem S (123...n) verschwindet, so sind seine Grenzpolynome 
nicht alle unter sich unabhängig; die Determinante ihrer Koeffizienten wird also ver- 
schwinden, oder, wenn man will, das Quadrat derselben, die Determinante der negativen 
Kosinus der Argumente, welche wir in $ 20 mit 4 (123...n) bezeichnet haben. Nach 
demselben Paragraphen ist z. B. 


N ee I1234...n) IBAH.. N 
sin? 345...n,12) = 7... Is 


Wenn also keine der Determinanten (n — 1)-ten Grades verschwindet, so müssen beim 
Verschwinden des Plagioschems 5 (123...n) auch die Sinusse aller seiner Seiten ver- 
schwinden; aber diese selbst können dann immer noch O0 oder zz sein. Man darf aber 
im allgemeinen nicht umgekehrt von 1 (123...n)= 0 aus auf das Verschwinden des 
Plagioschems schliessen. Wenn man jedoch sicher weiss, dass alle Seiten verschwinden, 
so überzeugt uns schon die unmittelbare, ich möchte sagen, geometrische Anschauung, 
dass das Plagioschem verschwindet. Setzen wir jetzt den Fall, dass alle Argumente von 
$ (123...) im ersten Quadranten liegen, so folgt aus 

cos (23) + cos(12,cos/13, 


; SE ’ etc., 
sin (12) sin (13) 


cos (1,23) = 


dass das nämliche auch für alle Argumente der (a — 1)-sphärischen Perischeme gilt, 
denn cos (1,23) Kann in diesem Falle nur positiv sein; daraus folgt aber weiter, dass 
auch alle (n — 2)-sphärischen Argumente spitz sind, und so fort, zuletzt, dass die Seiten 
alle im ersten Quadranten liegen. Ist nun auch noch 4 (12?3...n)=0, während keine 
der ähnlichen Determinanten (n — 1)-ten Grades verschwindet, so kann hieraus nur auf 
das Verschwinden sämtlicher Seiten, also auch des Plagioschens selbst, geschlossen 
werden. Erwägt man die Sache noch genauer, so findet man, dass auch keine Deter- 
minante (n — 1)-ten Grades verschwinden kann. Denn, wäre z.B. 1 (234...)=(, 
während keine Determinante (n — 2)-ten Grades verschwindet, so müssten nach der Formel 


412349...) Ad...n) 
4345...n) ID...) 


sin? (45...n,23) = 


alle aus den Ziffern 2,3,4,...n gebildeten trisphärischen Stücke, wie (45...n,23) ver- 
schwinden, und, da alsdann z. B. in der Gleichung ö 


en ln nn rn ei 


En 


89 — 


cos (A5...n, N, 12) +cos(45...n, .n, 13) cos (#5...n, N, 23) 


345...n,12) = 
cos ( n,12) sin (#5...n, 13) sin (45...n, 23) 


rechts der Nenner des Bruchs verschwände, so müsste auch der Zähler verschwinden, 
was nicht sein kann, da derselbe die Summe zweier positiver Grössen ist. Der gleiche 
Schluss ist auf die Annahme anwendbar, dass eine Determinante (n — 2)-ten Grades, 
aber keine (n — 3)-ten Grades verschwinde, und so fort. Eine Determinante zweiten 
Grades endlich, wie 4 (12) kann nicht verschwinden, weil sonst ein ursprüngliches 
Argument (12) gleich Null sein müsste. Demnach ist folgender Schluss rückwärts sicher: 

Wenn alle Argumente des Plagioschems $ (123...n) positiv und spitz 
sind, und es verschwindet. die Determinante 4 (123...n) der negativen Ko- 
sinus der Argumente, so muss auch das Plagioschem verschwinden. 

Für ein Orthoschem S (123...n) ist 


4(123...n)= 1 -— cos(12)- 0 . 0 ae DO 0 
—cos@1)- 1 -—-cs@d):- 0 -..00 0 
0 -—c08(32)- 1 -—cos(34)-... 0 0 
0 . 0 0 . 0 1 .— cos((n— 1)n) 
0. :>.0.2.00..220 0 —eosen(n—))- 1 


= 4(234...n)— c0s?’(12) 4 (34...n)= 4(123...(n--1)) — cos? ((n—1)n) 4(123...(n—2)). 
Gebrauchen wir einfache Zeichen für die Argumente, indem wir (12)=«, (23) = ß 
84)=9,..,(m -—l)n)=© und 4(123...n)= 4A, (ae, ß,... ©) setzen, wo der untere 
Zeiger bei A den Grad der Determinante bedeutet, so haben wir zur successiven Be- 
rechnung derselben folgende Reihe von Gleichungen: 

A4,=1,4, =1,4, («) = 4, — A, 08? a = sin? e, A, (ae, $ß) = A, — 4A, cos? 8 

—= sin? «a — cos?ß, A, (a, ß,y) = Is — Ay c08? y = sin?a sin?y — cos? ß, 

„JI,(0,ß,...&r,0)=4,-,(& ß,...&%7)— 008? 4(a,ß,...d). .» .:. U 

Die Realität des Orthoschems S (a, ß,...r, ©) erfordert, dass keine dieser Deter- 
minanten negativ sei. Die Reihe ihrer Werte nimmt also fortwährend ab, und daher 
ist es nicht möglich, dass eine ausser der letzten verschwinde. Man sielıt leicht, dass 
die Determinanten auch durch Kettenbrüche definiert werden können; denn es ist z. B. 

en N, ©) u cos? « 


A B y,6Ö u /E 9 1 cos? pP 
cos?y 
= 2 
cos? d 
1 
1 BE 
cos!n 
1] — cus?@ 


- 90 — 
Aus (1) folgt auch leicht 


4 (a, ß,...8,6,7, ©) -4-c08?7 4(a,ß,...e)=sin?O 4(a,ß,...e,L). 


Wenn also A(a,ß,...&8,&,17,0)= 0 ist, so hat man 


I'a,ß,...8,8,n) 
I'a,ß,...8,$) . 


: Ilaß,...e 
sın’O = cos? n er 


o 
cos’Q) = ey 
4'0,B,..2.65) 


Zwei Sätze über die mit 4 bezeichneten Funktionen mögen das folgende vor- 
bereiten. 


1. Es ıst 


4(B,9,...7, 9): A (a,ß,Y,...7,©) 
4(By...7) Ila,ßı9,...7) 


4(y,...7,9)-A(B,Y,...7,©) E 
Ay...) Aldıy...n) | 


Um dieses zu beweisen, braucht man nur im Schema links die erste Vertikalzeile von 
der zweiten abzuziehen und dann beide Zeilen zu vertauschen, indem man zugleich das 
Vorzeichen der Determinante verändert. Wenn man aber die Determinante rechts wieder 
so behandelt und dieses Verfahren fortsetzt, so gelangt man zuletzt zur Derminante 


= (05° «a 


A, .I (9) | =1—sin?O = cos? 9; 
4.4, 
also ist 


4(a,ß,...3)4(B,...1,0) — 4(a,ß,...7, ©) 4A (ß,...7,) = cos?acos?$cos’y...cos’O. (2) 


2. Multipliziert man die Gleichungen 


I(a,ß,Y,..-..- VID Vs Co) — cos’ a I(y,d,...L), 
48, 90,...&)=Alyd,...6%)— cos®’R4A(d,...L, 2), 
Ay, ö,...&51,9)= 41(9,0,...5,7) — c0o?O4A(y,d,...d), 
4 (d...5,7,9,0)= 4(d,...£,7,0) — cos’« 4(d,...L&,n) 


resp. mit 4(d,...5,7), — 4(d,...{), 4(d,...d), — Iyd,...d), 
addiert sie und bezeichnet die Summe links mit G, so hat man 
G=4(6,...L,ı) [4 (8,9,8,...9)+ 008? 8.1(6,...d)) 
— 419,...d) 190,...5,,6)+ 608°@.1(d,...2)) 
= 4(d,....&r) Id...) 4... D)Ald,...2r)>=d. 


Man hat also die identische Gleichung 


Se az 


—Mmn- 1 


| 
- Ai ne m 


= GT, = 


4 (a, ß,1,d,.-.8)4(d,...6,7,)— I(d,...6,n,0,c)I(y,d,...) 
= [2@,98,...6)-496...6 9}... ee 


‘ Um ‘nun zum eigentlichen Gegenstand dieses Paragraphen überzugehen, setzen 
wir den Fall, wo in der Gleichung (1) des vorigen Paragraphen die perissosphärische 
Funktion links verschwindet. Es seien «@,ß,Y,d,...%,4, 1. ihre 2n Argumente, so giebt 
die erwähnte Gleichung die Summe der zwei artiosphärischen Orthoscheme | 


By...) +fB,9%d..,% 4, u) 


in ganzer Funktion artiosphärischer Orthoscheme niedrigerer Ordnung. Man kann aber 
eine in sich zurückkehrende Reihe solcher Gleichungen auf folgendem Wege erhalten. 

Die 2n — 1 Argumente a, ß,y,d,...%,4 seien frei im ersten Quadranten ge- 
geben, aber so, dass ihre Determinante positiv wird; dann seien drei fernere Argumente 
u, v, 5 durch die Gleichungen 


I(,B,...,u)=0, IB, y..:wr)=0, Iyd.. vv, d)=0 ... (4) 


bestimmt. Da nur die Quadrate der Kosinusse hier vorkomnien, so steht es uns frei, 
auch u, », &$ im ersten Quadranten zu nehmen. Da (9, d,...A, u) positiv ist, so folgt 
nach (3) aus den drei Gleichungen (4) 


II, EDER TI: ee 


Ebenso folgt aus den zwei letzten Gleichungen (4) und aus (5) die Gleichung 
Je...) =d, 


und so fort; überhaupt verschwindet jede Determinante, welche sich auf 2n successive 
Argumente der durch fortwährende Wiederholung der (2n-+ 2)-gliedrigen Periode 
a«,B,y,d,...% 4,4, »,& bezieht. Daher verschwindet auch jedes perissosphärische 
Orthoschem, welches einer solchen Determinante entspricht. Wendet man immer die 
Gleichung (1) des $ 26 an, so sieht man eine Periode der (2n + 2)-artiosphärischen 
Orthoscheme f (a, B,... N. SB n--- (IM: FG: d ER...) 
entstehen, wo immer die Summe von zwei unmittelbar auf einander folgenden Gliedern 
als ganze Funktion niedrigerer artiosphärischer Orthoscheme gegeben ist. Man kann 
also auch entweder die Summe oder den Unterschied von irgend zwei getrennten 
Gliedern der Periode auf ähnliche Weise ausdrücken, je nachdem eine gerade oder un- 
gerade Zahl von Gliedern dazwischen liegt. Wenn im ersten Falle beide Glieder ein- 
ander gleich sind, so ist jedes derselben durch niedrigere Orthoscheme ausgedrückt, ein 
Umstand, den wir im folgenden Paragraphen betrachten werden. 


92 — 


Wir wollen die drei letzten Argumente u, », ö der Periode durch die unabhängigen 
@,ß,%,...%, 4 ausdrücken. Man hat auf der Stelle 


I(a,ß,...%, 4) 
I(a,ßB,...% ’ 


I (a, 8, ech, A) 


cos’ä = Day (6) 


cos’u = 


wofür man auch die entsprechenden Kettenbrüche setzen kann. Um » zu finden, müssen 
wir aus der Gleichung 


ee) 
Pu | (B, )» ..ch, A) 


cos? v 
u eliminieren. Wegen 2 («,ß,y,...4, u) = 0 giebt uns die Relation (2) 
A (a,ß,...%,A) A(P,y,...A,u) = cos?’acos’ßcos?y...cos?A cos’ u. 


Mittelst (6) bekommen wir also 


dach cos? « cos? 3 cos?y...cos?‘ I, ß,...%, 4) 
m za er ee ee) 
U Pe FT EN I0B,:.:+4) 
oder endlich 
2 cos? a cos? B cos? y... cos? A 
LOSE VE ee nn en 
IWB Yen Id... AA) (7) 
net ee Ann | 
Ale, By...) IB, 9...) 


Zum Schlusse wollen wir den Grund der Periodicität der Argumente in den 
Polynomen selbst aufsuchen. Es sei n die gerade Dimensionszahl eines Orthoschems 
$(123...n) und ein (n+-1)-tes Polynom durch die Bedingung 4 (12...n (n+1))=0 
bestimmt, sodass das perissosphärische Orthoschem $8 (123...n(n-+1)) verschwindet. 
Wenn man nun auch n-+ 1 orthogonale Variabeln gebraucht, so kann man doch ihr System 
immer so einrichten, dass die n ersten Polynome nur die n Variabeln x, 2, -..%&, 
enthalten. Wegen des Verschwindens der Determinante muss aber das Polynom 
P„zı von den vorigen abhängen und kann daher xz,;, auch nicht enthalten. Aus 
4(23...n (n+1) (mn +2))= 0 wird das Gleiche in Beziehung auf p,.+. geschlossen, 
und so fort. Da also die Variable x,,, nirgends vorkommt, so hat die Betrachtung 
sich auf die x-Sphäre zu beschränken. — Wie im Eingang zu $ 25 gezeigt ward, kann 
man bei der Darstellung eines Orthoschems die Variabeln immer so wählen, dass das 
erste Grenzpolynom nur eine, jedes folgende nur zwei Variabeln und zwar immer eine 
neue enthält. \Vendet man dieses auf das verschwindende Orthoschem $S(123...n(n+1)) 
an, so erhalten die Polynome p,,Pz,--.?„ dieselben Ausdrücke wie ın $ 25, dagegen 
wird pP, = — %u. Da ferner S(234...n (nr +1)(n--2))=0 sein soll, so hat man 


ein neues Polynom 9,4, zu suchen, welches zu 9,,P3,...», orthogonal ist; es ist durch 
diese Bedingungen vollkommen bestimmt und wird im allgemeinen alle Variabeln 
X, %gy... X, enthalten. Soll ein folgendes Polynom, ohne eine neue Variable aufzunehmen, 
ZU Pz>Pas---Par Pu+ı Orthogonal sein, so erfüllt nur p, diese Bedingung, sodass man 
S(34...nn+1)(n+2)1)=0 hat. Wie dies weiter geht, ist klar; wir sehen daraus, 
dass auch die Polynome 9, , Pa - + : Pr» Pati Pn+2 eine Periode bilden. 


$ 28. Anwendung des vorigen auf die Bestimmung artiosphärischer Orthoscheme 


in einigen besondern Fällen. 


Es ist leicht zu beweisen, dass überhaupt 
I(a,...6,8,5,710©,...1) = 4(a,...0,e) A(7,0,...1)— cos?& A(o,...d)A(O,...ı) (1) 


ist. Denn nehmen wir an, die Formel sei bis zu einer gewissen Zahl von Argumenten 
7, ©,...%,4, welche auf & folgen, bereits bewiesen, und denken uns die vorliegende 
Gleichung (1) noch einmal mit Weglassung des letzten Arguments A geschrieben, multi- 
plizieren diese mit — cos? u und fügen sie der vorigen hinzu, so ergiebt sich offenbar 
eine ähnliche Gleichung, worin u als letztes Argument erscheint, und daher die Zalıl 
der auf & folgenden Argumente 7, ®©,...#,4, u um 1 grösser ist als vorhin. Da nun 
die Richtigkeit der Formel (1) für ein einziges auf & folgendes Argument 7 leicht ein- 
zusehen ist, so ist dieselbe allgemein bewiesen. 

I. Vergegenwärtigen wir uns wieder die in $ 27 behandelte Periode von 2n-+ 2 
Argumenten «, ßB,y,d,...%, 4, u,»,& und verlangen, dass das (n —2)-te Orthoschem 
mit dem ersten S (a, ß,...%, A) direkt zusammenfalle, so ist klar, dass auch die Periode 
der Argumente aus zwei direkt kongruenten Hälften bestehen muss; sie sei 


0.8, 9 2-:&67,09,0,:.0,9,5266 9, 0. 


Von den drei Bedingungsgleichungen, denen diese Argumentenreihe genügen muss; 
untersuchen wir nur die erste 


40,942, 0 del, 
mit der Absicht, sie nach cos? © aufzulösen. Wir finden nach (1) 
40...) B,...69) — 000 4(,...,)= 0, 
also, da 4 (a, ß,...E) nicht verschwinden darf, 


2360, 9,5, 0) art again ee rn) 


2. 3gf, 
Machen wir hier cos? », frei, so. bekommen wir 
a4(0,ß,...88) — cs? 4(B,...,)— cos’nA(a,ß,...e)= (0, 


oder auch | 
A4(9,0,ß,...8,$) — cos’nA(a,ß,...e) = 0, 


d. h. die Gleichung (2) koincidiert mit einer ähnlichen, worin die periodische Argumenten- 
reihe um ein Glied zurückgeschoben erscheint. Die eine und selbe Gleichung (2) kann 
also im ganzen unter n -—-1 Gestalten erscheinen, welche durch eine Art von Kreis- 
bewegung der n—+-1 Argumente in einander übergehen. Da nun die drei Bedingungs- 
gleichungen, von denen im Anfang gesprochen wurde, nichts anders als die resp. mit 
den Faktoren 4 (a,ß,...8), A(B, 9 ..:-&7) 4%, ...7, ©) multiplizierte Gleichung (2) 
sind, so sind sie alle zugleich mit dieser Gleichung (2) erfüllt. Dass die Gleichung (2) 
von der Wahl des Anfangs der Argumentenreihe unabhängig ist, kann auch unmittelbar 
eingesehen werden, wenn man ihr die Form 


2 c08ac0sß... cosr, cos O+ l -—eosa:- 0 °-. 0 + .0 0 °°—cs9ı = (0 
—cosa- 1 -—cosß- 0 ----. 0 °- 09. ..0 
0 — cos ß 1 — c0SY 0 0 0 
0-0... 00.0 rer. —cost- 1 -—cosz 


—c050: 0°. 0.0 rer 0 »—cosy: 1 


giebt. Damit nun von dem Gesagten eine Anwendung auf die Bestimmung der ortho- 
schematischen Funktion 


ER U Re 2 3 AR © PR. 20 TERBREE >) 


möglich sei (ein Ausdruck durch artiosphärische Funktionen niedrigerer Ordnung), so 
müssen uns die bekannten Ausdrücke für die Summe je zweier successiver Orthoscheme 
nach einer Reihe wechselnder Additionen und Subtraktionen auf eine Summe, nicht 
auf einen Unterschied, des ersten und (n—-2)-ten Orthoschems führen; deshalb muss n 
gerade sein, d. h. die Dimensionszahl der Sphäre muss durch 4 teilbar sein. 
Für die Tetrasphäre braucht man drei Argumente a, ß, y; die Relation (2), welche 
sie verbindet, wird | 
cos’a—+cos’B-cos’7=1l. . . ......60 


Das zweite Beispiel der Formel (1) in $ 26 giebt 


0 = fe, B, 7» «) = f(P, (2) ) AR (e)/(«) =) (a, P, y) — 2/(«) A) = (2) —+ 2, 


oder: 


Rd ten) = HS HL AHFD 2 
N BE 


SW. BIT IE ß,y) = NH fe +/A+2/0 2 
hieraus folgt: 


2. =FSM-A-FAP—-A- FM... .. 
Für die Oktasphäre braucht man fünf Argumente «, ß, y, d, €; die Relation (2) wird: 


1 — cos?& — cos? B — cos? y — cos? d — cos? e-- cos? @ cos? y —- cos? ß cos? d+ cos’ y cos? e 


+ cos? d cos? @ —- cos? e cos® RL 


Diese Gleichung hat das Eigentümliche, dass, wenn ihr a, ß, y, de genügen, dann auch 
die Komplemente genügen werden. Man bemerke aber, dass 4 ( —a, 3 — ) = — A4(a,ß) 


ist. Wenn also eine Lösung für das Orthoschem taugt, so giebt die mit den Komple- 
menten ein unmögliches Orthoschem. Um Raum zu gewinnen, lasse ich in der folgenden 
Formel die Trennungszeichen zwischen den Argumenten einer Funktion weg. 


SlaBrdea)=- FW) Fleßrsa+Al—fÄ)FwIEaP) 

Hrarar sed fen’ T/eeh— se 

+ Sfr +5 Se! + HFAHLD)FLRBY) 
4 f ( HOFER + WAS) 

Ford TOLLE) Fer 


2a) —2/WIJ) HF (Fl) +FR) +/0) +f 
FH HEN 7 
Setzt man alle fünf Argumente einander gleich, so wird die einzig mögliche 
Lösung cos? a = = (1 — Y+)  ‚a= 5 — I arctang 2; der Ausdruck für die okto- 


sphärische Funktion reduziert sich auf 


SERIE HRS HER AFA HS - 1ERH20R N. 


II. Sollten in der Periode der 2n-sphärischen Funktionen zwei successive ver- 
kehrt zusammenfallen, z. B. die erste und die zweite, so muss das 2n-te Argument dem 
ersten, das (2n — 1)-te dem zweiten, u. s. f., endlich das (n +: 1)-te dem n-ten gleich sein. 


=, 0 


Die Argumente seien demnach ß,9,...r, ©, ©, r,...7,ß. Dem ersten ß gehe « voran. 
Es müssen dann die zwei Gleichungen 


4 (89,550, 0 ne) Eee ae 
3, Ye ee (6) 


erfüllt sein. Wird die erste so geschrieben 
A,d,...,9, 9,1... e)=d, 


so ist sie gerade die dritte Bedingungsgleichung. Es bleiben also nur zwei Bedingungen 
zu erfüllen; und das (?n—+ 1)-te und (2n —+-2)-te Argument sind einander gleich. Man 
hat also im ganzen nur n—+-1 verschiedene Argumente «,ß,Y,...&,r, ©, wovon zwei, 
z.B. « und ®, in Funktion der n — 1 übrigen 8, 9,...&,» bestimmt sind. Die Glei- 
chung (6) wird nach (1) 


A(B,y,...1,9) A(1,&,...9,ß) — co? A(B,y,...1)4I(&,...9,ß) 
= 41...) lan...) 20004...) 


also 
2'By,...Cn Ay... 
2 r/ı >; __ ‘2 Und 
cos’ = — - ———— , — 00820 = cos’n —. — 
IN Terre) Ü (Ban ea) 
und hiernach durch blosse Umkehrung der Argumentenreihe 
IB, y...6N 4(0,...&, 
92 — rs , > u Ba ie 2 NEN SIERT 
cos” « a cos 2 « cos” ß Bor En’ 


was man auch auf einem etwas längeren Wege durch Substitution des schon gefundenen 
© in der Gleichung (5) erhält. 

Für die Tetrasphäre ist die Periode der Argumente « ßy yß a; die Bedingungen 
sind — cos2a@ = — cos?2y = cos’ ß, also @« = y, und die Periode aßBa«ße« ist nur 
ein besondererer Fall der schon oben behandelten Periode aßy«Pßy, für welche die 
Gleichungen (3) und (4) bestehen. 

Für die Hexasphäre ist die Periode der Argumente aßyddyBße; die Be- 
dingungen sind 


— cs2u = -—-—,-, —cos2d=--,-; 


unter diesen ist: 


u 1 


SBrdön= -SASBrA FBF) HFRIEN AFFE 

+ IHM -2 AH HF) +5: 
SaBrdd)= - FF IH) + FARBEN) - FW) F(a Br) 
+fleBy) + fr d DEEFZONIOERIIOFZO EEE AG! +, 
= 2-20 2; 


die Ausdrücke für die zwei noch übrigen Orthoscheme ergeben sich aus diesen durch 
Vertauschung von «, ß, y, d mit d,y,ß, « 


Sind alle Argumente einander gleich, so folgt aus — cos 2 « = cotg? « die Formel 
cs2«e = 


1— }2 oder cos« = 1:2 cos . und ınan hat 


Were) tr 2 hast 


9) 
Pe 
Für die Octosphäre sei die Periode der Argumente aßydsedyße, 


cos? ß sın? d sin? ßB cos? d 
— co2a= —; eg — cos2Ee = aL, 


sin? 3— cos? z 
Man findet dann zunächst einen Ausdruck für f (By deedy) und aus diesem Ausdrucke 


für f (aß ydeed) und f(@a«ßy dee), von denen ich nur den letzten, der sich durch 
Symmetrie auszeichnet, hersetzen will: 


SKauaßydee) = — fl) Fa aByi)— FBF Brde) +) FlaBrde) 

— f(aaB) dee) A4-Flepy)fF de) — SB yo)’ -H-flaußyd)+F(Bydee) 
+) AH HEIL) HF) FBF FO) 
(FB) HP) + HOF)? — 2flauB)—2f (ee) 
— 2f(By) — AN FE) -FIF) -LFIFAI HF)? 

—- SF) IFA LHLFAHFN) —7. 


II. Wir betrachten noch den Fall besonders, wo alle Argumente einander gleich 
sind. Bedeutet « das Argument, so hat man 


€ + yl za Sn (! = 11 —4 a 
+) 


) 
L} 


u De ee 9 
1 --Lcos’« 


Ip 


und, wenn man cos«a = I setzt 
? 2c0s® : 
Pan sin (n + 1) 9 
n "7 (2 cos Gr sin @ 
Sollen A,, A,, Ay,» . An-ı sämtlich positiv, aber 1, = 0 sein, so ist 9 = - aeg die 
einzig mögliche Lösung 
Für ein verschwindendes ® ist 
nn + | 7 
A, = yn ’ ke 33 
also 
nn nn n+i1 oa n 1 
Fr 3» -.) 3n — cos vs yn-i — an 
7 7 7T 7T 7 7 R) a en, ER 
Anz (7 EN 7) an €c085 an 0 
$ 29. Ueber das Orthoschem f (7 kz ee. z ‚0,2a,e, 7’ 7’ 1% 7) 


Satz. Wenn das m-te Argument eines n-sphärischen Orthoschems 2 a, 


das vorhergehende und nachfolgende «, alle übrigen aber z sind, so ist das 


n . . 
OÖrthoschem (),) mal so gross, wie wenn sein erstes Argument « und alle 


> } I. 4 
übrigen — sind. 


3 
Beweis. Setzt man f(123...m(m+1)...n) = f“ (e), wenn (12) = (23) 
—-— B4)=... = (m — 2) (m — N) = ee (m -- Dm)=a, mm -+-1))=2a, 
(m +1) (m + 2))= o, (im +3) (m -+4)) = ((m+4)(m +5))= = (n—1N)n) = 7 


2 . , aa aA\ _ PL. ; nn A\ _gpı 
ist, und insbesondere / ( a ers 5) = f, (e), f(2 re =) — fu (a), so 
hat man zunächst 


A) (e), 


weil die Ordnung der Grenzpolynome eines Orthoschems auch umgekehrt werden darf. 
Wenn ferner der Kürze wegen 


sin « 


csa= —— 
14 sa —1 


gesetzt wird, so findet man leicht 


Sm —1)m, 123...(m —2) (m +1)(m+2)...n) = fr? (a), 
F (m (Rn —+1),123...(n —1)(m +2)(m-+3)...n) = fo (a), 
fm +1) (m +2),123...m (m +3)(m-+4)...n)= fr: (a); 


und hieraus 
ud (HE AHELE OHREN... 2. + W 


Für n=m ist fi («e) = fa (e); fürn =m—+1 ist fi, ı (a) = fAyı (e); wir müssen 
also zuerst f» («) zu reduzieren trachten. Die Gleichung (1) giebt 


af! (0) = 12f2- (u) + ft: (a)! af le). Br a 


fürn=3 ist 5 (e)=f(2e)+f(e) — 1=3f(e) —1, hingegen f? («) = 
1 


SW+F(Z)—-1= flo) — z; also | 
fs (e) = 3.f (e). 
fürn=4is dfi («) = 12,5 ()+fQ D) df(e) = 4&f(a) df(«); weil aber 
Af? (a) = f(a) df (e) ist, so folgt hieraus 
fi (e) = 4? (e). 


Wäre nun der Satz 


Fehl) ER). ee fe ze AO) 


für m = n — 2 schon bewiesen, so würde aus (2) folgen df! («) = nfa-:(u) Af(«) = 
ndf» (e), und hieraus durch Integration 


le) = nf? (e). 
Da aber die Gleichung (3) für m = 3 und m = 4 schon bewiesen ist, so gilt sie 


allgemein. 
Wir kommen jetzt zur Gleichung (1) zurück. Wäre der Satz 


fr (eo) = („)f? @ 


für i=n — 2 schon zugegeben, so würde aus der Gleichung (1) folgen 


nn — 2? 


Ba OB rn se] Van a m LFI) 
also durch Integration 
FE )=(})R @, 


d. h. der vorige Satz würde auch für = n gelten. Nach dem frühern ist aber wirklich 


EOER-ÜRO Rd", 


d.h. der fragliche Satz gilt für © = m undö=m-1. Also gilt er überhaupt. 


Wir machen nun von dem bewiesenen Satz folgende spezielle Anwendungen. 

1.Fall, we = = — Es ist nach dem vorigen Satz fi! (3) = nf (7): da 
aber in beiden Orthoschemen die ersten Argumente = und 3 ,‚ also supplementär sind, 
alle folgenden hingegen übereinstimmen, so ist nach dem am Ende von $ 23 Gesagten 


EG)+R GC) =) 28-5) 


oder 


2 2; | ; 
und, da 72(5) ey sl endlich 


nt Biene un le wel 
I & Su a 3) 71.2.3... +1) (#) 


T 
2. Fall,woeae= en 


4 
anna a A\ gu N, 312 of7\ _ 1 r ap l(\_ 1 
Gera) Fear) 


ıst, allgemein 


— Es ıst f\ (z) ei], (7) und nach $ 23 zugleich 
v4 


anna n 71 1 r 
Are) re 1) 


Wenn man rechte Argumente ausschliesst, so sind, für alle Dimensionszahlen über 
4, die Formeln (4) und (5) wahrscheinlich die einzigen, worin sowohl alle Argumente 
mit dem Kreisumfang kommensurabel, als auch die Werte der orthoschematischen Funk- 
tionen rationale Zahlen sind. Der Beweis hiervon scheint mir aber sehr schwer. Die 


1 ——— m — —— —— 


ER 


— 101 — 


genannten Formeln sind übrigens leicht mittelst der regulären Polyscheme der n-fachen 
Totalität zu verifizieren, indem man dieselben auf eine konzentrische Sphäre projiziert. 
Bei der regulären Pyramide zerfällt dann das sphärische Kontinuum in n — 1 reguläre 


Plagioscheme, deren jedes alle seine Argumente gleich z hat, und daher in 1.2.3... 


gleiche Orthoscheme S$, (> - 7’ Ze 5) zerfällt. Dadurch ist die Formel (4) verifiziert. 
Beim Reciprok-Paralleloschem (3, 3, 3,... 3,4) wird das sphärische Kontinuum in 2" 
reguläre Plagioscheme mit dem gemeinschaftlichen Wert 3 aller Argumente geteilt; 
jedes entspricht also gerade der Einheit der sphärischen Funktion, und da es nun in 
1.2.3...n gleiche Orthoscheme S,, (3: r vor. ” 7) zerfällt, so ist hierdurch auch 


die Formel (5) verifiziert. 

Auch bei der Tetrasphäre weiss ich keine solche Formeln mit kommensurabeln 
Argumenten und rationalem Funktionswert anzugeben, die nicht mit den regulären 
Polyschemen der vierfachen Totalität im Zusammenhang wären. Da für diese Dimen- 
sionszahl die grösste Mannigfaltigkeit stattfindet, so ist ihr der folgende Paragraph 
eigens gewidmet. 


$ 80. Rationale tetrasphärische Orthoscheme, deren Argumente rationale Teile 
von nr sind. 

Aus den allgemeinen Formeln (4) und (5) des vorigen Paragraphen folgen sogleich: 

‚(an a n\_ 2 na nan\ 1 (2) 

’$ 55-50 Sr FH) ee = 


Die für die Periode aß y«ßy bei der Tetrasphäre in $ 28 gefundene Bedingungs- 
gleichung (3), cos’ «—+ cos’ßB + cos’y = 1, hat, abgesehen von Permutationen, nur 


i £ = n ann Jr na an : 
zwei rationale Lösungen: ( Een ) und ( 5 5) Jene giebt ausser (2) noch 


43 3 
re en a ee ae te NO) 
diese giebt 
SCH iR 1) ee ee 
HEBNel, saxaaiseee 
en ce 


Da nach $ 23 die Gleichung 
ERS HeEn = 


stattfindet, so folgt aus (6): 


| 


) 


3) 55 ER 


22) 


Durch Anwendung von $ 29 ergeben sich aus (+) und (7) die Formeln 


nn a 1 

(535) er a 
Izına nn 101 

I 35) = vo’ ee) 


Heer srresnerasal) 


1% j 


In irn In __ 4191 
57 )=-m 


er Be 1 _ 49 
U a 150° 150° 


nimmt man hier wieder das erste Polynom entgegengesetzt, so erhält man 


de U Eau reren, 


150° 


Mit Weglassung von (7) hat man also im ganzen 10 kommensurable tetra- 
sphärische Orthoscheme mit kommensurabeln, im ersten Quadranten befindlichen Argu- 
menten. Ich zweifle schr, ob es ausser diesen noch andere gäbe, und diese stehen alle 
mit den regulären Polyschemen (3, 3, 3), (3, 3, 4), 3, 3, 5), (3, 4, 3) Im Zusammenhang. 
\Wendet man die in $ 27 gezeigte Periodenbildung auf die vorliegenden Funktionswerte 
an, um daraus neue zu finden, so bekommen diese inkommensurable Argumente. 

Um überhaupt keinen Fall zu verschweigen, wo orthoschematische Funktionen 
finite Ausdrücke haben, wollen wir auch noch mit der Periodenbildung zunächst an der 
Tetrasphäre das Mögliche versuchen. 


2 


Setzt man s df(s,B,y) sada-—+-bdß--cdy, so ist 


sin « cos z 
COS (t = SE ee — csb = — re ut EOS 


COS COS PCOs y 
in? a — cos? ß Ysin? a — cos? 3 }sin? 3 — cos? zy Yin? 3 — cos? y 


cos esin y 


A 


— 193 — 


Vergleicht man diese Ausdrücke mit den Relationen (6) und (7) in $ 27, so ergiebt sich 


. E 7 7 . . . 
die Periode a, ß, y,-, — a, b, — c. Demnach sind oben schon Perioden mit lauter 


kommensurabeln Gliedern vorgekommen, nämlich: 1. - 


T } ®. 
nt wohin die 


T T 7 
3 4 3’4° 
Formeln (2) und (3) gehören; 2. ” MW ie wohin (4), (5) und (6), und 3. 


z nn a 2a az 2 


5’75°5’757 5’75, wohin (10) und (11) gehören. Die Argumente in (1) und (8) 


geben dagegen Perioden, worin inkommensurable Glieder sich finden; wird cos24 = 


4 
. R ı a a nn na an 0 Ir 2 
gesetzt, so sind sie: Sa ), 24,4 und u u A, as A; man erhält 
daraus die neuen Funktionswerte: 
zn y) 12 ı p,4 S 4 23 4 
25) = 5 +3 24) = — +2 0,fh2N=— +2: 
sG& 2” #—4)= # _ 1,24 
353 300 yigg 
nn x 391 Iı 
SIEH - ri Nr 
1 9x q AO1 yz 
ISEhg h5) nn 
Ir en 73 1 23 
hy > 07 3 


r B an nr Tr RT rn T 7 Sr 
S$ 81. Ueber das Orthoschem A Re a ee 3) und einige 


mit diesem und dem in $ 29 betrachteten in Beziehung stehende Sätze. 


Satz. Wenn in einer n-sphärischen orthoschematischen Funktion das 
(m — 1)-te, m-te, (m +1)-te und (m + 2)-te Argument der Reihe nach 


ande : | 
. a, d, nr alle übrigen aber 7 sind, so ist die Funktion (" n ) mal so gross, 


. . a a 
wie wenn das erste Argument «, das zweite q und alle folgenden ., 
Beweis. Wird die zuerst genannte Funktion mit 9% («) bezeichnet, so muss 


folgerecht die zweite durch g? («) dargestellt werden. Setzt man 


sınd. 


— 104 — 


und lässt f,” («) dasselbe bedeuten wie in $ 29, so findet man 


dm (a) = 123 (a) HI (alas (a), 


also naclı dem Satz des angeführten Paragraphen 


id) + )HWra= (tz War, 


oder, da d m (a) = fx... (a) d.f (e) ist, durch Integration 


„ n—|1 
=’, 


was zu beweisen war 


. . q . T Tr 7 Tr T T 
Die in $ 30 behandelten Perioden + —» +,» „7 


und .,. h arc cos (}} 
33 AN u 4)’ 


3303 

1 1 l i ? i ; : 
arc cos|, ), „ arccos|, sind besondere Fälle zweier allgemeiner Perioden, welche so 
definiert werden: 


1. Folgen n— 1 Argumente, deren jedes gleich x ist, auf einander, 


l . . [} 
und man setzt cos2) = „. so werden jene Argumente durch die drei darauf 


folgenden A, 24,4 zur Periode ergänzt. 


T . 7 . 
2. Folgen » — 2 Argumente . und eines , auf einander, und man setzt 


3 4 
T . .. 

; zur Periode ergänzt. 
Die Beweise hierfür sind aus $ 28, II und $ 27, (6) und (7) zu entnehmen. 


Zur Bestimmung der Funktionen, welche diesen Perioden entsprechen, führer 
ausser dem Satz von $ 29 und dem ersten dieses Paragraphen folgende Sätze. 


| : 
cos u = Y -, so werden jene Argumente durch u, u, 
N L) oO D 


I. Sind alle Argumente eines n-sphärischen Plagioschenss 2 «, dasselbe also 
hen) fen) ’ 
regulär, so zerfällt es von seinem sphärischen Centrum ausin1.2.3...n Orthoscheme, 


deren jedes als erstes Argument « und die n — 2 folgenden gleich £ hat und daher der 
Funktion / («) entspricht. 
Wird nun hierauf die Gleichung (1) des $ 24 angewandt, so sind die dortigen 
Sinzı Aurch Zn + VD! farı (e) 
pe il, NONE 


22 


zu ersetzen, wodurch man erhält 
far = SAN Alan @ 


wenn die Koeffizienten A durch tang x = 38 A,r”'*' definiert sind. Wenn also 


cos 21 — > ist, so hat man 
n 
San (4) -— A, fen-: (2) = A:fm-ı (2) -F vun (— 1)" A,„. 


II. Sind die Stücke eines n-sphärischen regulären Polyschems nach dem Cha- 
rakter (3,3...3,4) geordnet und alle Winkel zwischen je zwei angrenzenden Peri- 
schemen 2«, so zerfällt dasselbe von seinem sphärischen Centrum aus in 2”! con- 
gruente Plagioscheme; von den n Perischemen eines solchen bildet eines (die Basis) mit 
allen übrigen das Argument a, während je zwei von diesen zu einander orthogonal sind. 
Ein solches Plagioschem zerfällt daher von seiner Spitze aus in (n — 1)! Orthoscheme, 
bei deren jedem die zwei ersten Argumente a, re die n— 3 folgenden sämtlich = sind. 


Das erwähnte Plagioschem, durch die n-sphärische Einheit gemessen, beträgt also 
(n— VD! (ea). 


Wird nun hierauf der Satz des $ 24 angewandt, so hat man 


Frrı = An)! gnrı (@) 
2 ; p 
PAS N — a) Zn— 2: —- N'gyn-.: +2.) 


(2m)! a In 
= @irıy gerne: («) A en 
zu setzen, und man erhält 


Janztı (@) a ee 1) A; Yın-2, («) En Gr 1)’ On 


=0 


“, 


wenn die Koeffizienten A und (' durch die Gleichungen 


n=— 8 n—= non 
tang a = I Asa, "2 C, x" 
definiert sind. 
Ist cos ı = V;; so hat man 
Ian (a) = Ar gina) — Augen) — (— 1)" 0. 


ne . 44 
Für n= 2 wird u= z;also,dA=-, ern 


BE N. ala). Dr 
(5) -/(4 re 7) = Sf (5) 4 m’ 


was mit der Formel (3) in $ 30 übereinstimmt. 


$ 32. Ueber sphärische Perischeme. 


Wir haben bisher nur solche Integrale | dedydz..„(e@’+y?-+--<1l,p >0, 


p, > 9,...) betrachtet, wo die Zahl der Grenzpolynome p der Dimensionszahl n gleich 
war. Es liegt uns also noch die Untersuchung der zwei Fälle ob, wo jene Zahl der 
homogenen Grenzpolynome kleiner oder grösser als n ist. 

Der erste Fall bietet gar keine Schwierigkeit dar. Sind nämlich nur n — m 
homogene und lineare Polynome p,, Pg,:--?n m mit n Variabeln gegeben, welche das 
Integral 


| azdyaz... II DEP Dar | axaydz... 
een ) en 
pP >09, pP >0,...Pa-m>0 ZEN YV > Var 


begrenzen, so braucht man nur die Variabeln orthogonal so zu transformieren, dass die 
gegebenen Grenzpolynome nur n — m derselben enthalten, und dann das in $ 25 ge- 
zeigte Verfahren anzuwenden, um 


I Drs-Pesas Dem ale (Di Terie Mu) 


zu bekommen, wodurch das vorgelegte n-fache Integral mit bloss a» — m Grenzpolynomen 
auf eine (n — m)-sphärische plagioschematische Funktion zurückgeführt ist. 

Im zweiten Fall, wo die Zahl der Grenzpolynome des n-fachen Integrals die 
Dimensionszahl n übertrifft, nennen wir das entsprechende Stück des n-sphärischen 
Kontinuums ein n-sphärisches Polyschem und denken uns die Anordnung seiner 
Perischeme in ähnlicher Weise gegeben wie bei einem linearen Polyschem der (n — 1)- 
fachen Totalität. Wie nun dieses nach $ 11 in lauter Pyramiden (n-Scheme) zerlegt 
werden Kann, welche eine gegebene (innere) Lösung zur gemeinschaftlichen Spitze haben, 
gerade so kann auch jedes n-sphärische Polyschem in lauter Plagioscheme zerlegt werden. 

Wenden wir jetzt $ 22 an, um das Differential der »-sphärischen polyschematischen 
Funktion zu bestimmen, und messen der grössern Einfachheit wegen alle vorkommenden 


— 107 — 


Argumente oder Winkel je zweier Polynome durch den Quadranten, und die (n—2)- 
sphärischen Perischeme durch das (n — 2)-sphärische Orthoschem mit lauter rechten 
Argumenten, so bekommen wir ein Aggregat von Produkten je eines plagioschematischen 
(n — 2)-sphärischen Perischems und des Differentials des entsprechenden Arguments. 
Von den Grenzpolynomen jedes durch die Teilung entstandenen Plagioschems ist eines 
(») mit dem gegebenen Polyschem gemein; die übrigen (g) scheiden dasselbe von den 
angrenzenden Plagioschemen; unter seinen (u — 2)-sphärischen Perischemen können wir 
daher innere, welche je zwei Gleichungen, wie g=0, q =0, und äussere, welche 
je zwei Gleichungen, wie p=0, q= 0, entsprechen, unterscheiden. Die innern Peri- 
scheme sind dreien oder mehreren Polynomen g, worunter nur zwei unabhängige sind, 
gemein, weshalb die Summe der entsprechenden Argumente, wie z.B. 


a -N)+/; -T)+2la,- A )+/2@,—g): 


immer = 4, und daher die Summe ihrer Differentiale gleich Null ist, so dass die be- 
treffenden Glieder des Aggregats sich aufheben. Einem äussern Perischem (p = 0, q =) 
entsprechen entweder zwei supplementäre Argumente / (p,q) und / (p, —gq), deren 
Summe 2, das Differential also 0 ist, so dass die entsprechenden Glieder des Aggregats 
sich aufheben; oder, wenn qg nur von zwei Polynomen p, p abhängt, so entsprechen 
demselben äussern Perischem die Argumente / (p,gq) und /(— q,p'), deren Summe 
/. (p, p) ein Argument des gegebenen Polyschems ist. Denkt man sich die be- 
treffende Reduktion des Aggregats vollzogen, so wird man im allgemeinen mehrere 
Produkte finden, welche dasselbe Differential eines Arguments des Polyschems zum 
Faktor haben, und dann wird die Summe der andern Faktoren ein ganzes (n — 2)- 
sphärisches Perischem des gegebenen Polyschems sein, indem mehrere durch die Teilung 
entstandene plagioschematische Perischeme sich zu einem polyschematischen zusammen- 
setzen. Eine solche Zusammensetzung findet indes erst für n>5 statt. Diese An- 
deutungen, welche zur Vermeidung von Weitläufigkeit die Stelle eines vollständigen 
Beweises ersetzen sollen, berechtigen zu dem Schlusse: 


Das vollständige Differential eines n-sphärischen Polyschems ist 
gleich der Summe der Produkte aller seiner (n— 2)-sphärischen Perischeme 
mit den Differentialen der entsprechenden Argumente. 


Wären nun die Argumente wirklich alle unter sich unabhängig, so könnte man 
die (n — 2)-sphärischen Perischeme als partielle Differentialkoeffizienten des n-sphärischen 
Polyschems betrachten. Dies gilt indes nur für die Tetrasphäre. Für die Trisphäre 
ist die Zahl der Argumente zu klein, für n >4 ist sie zu gross. 


Ist nämlich »» die Zalıl der Winkel eines Kugelvielecks, so ist bekanntlich 2m — 3 
die Zahl seiner wesentlichen Bestimmungsstücke. Ueberhaupt ıst die Zahl der wesent- 


— 198 — 


lichen Data eines n-sphärischen Polyschems derjenigen für ein lineares Polyschem der 
(n — 1)-fachen Totalität gleich, wenn die Anordnung der Perischeme bei beiden 
übereinstimmt. Wir wollen daher diese letzte Zahl zu berechnen suchen. 

Ist g die Zahl aller („ — 1)-fachen linearen Kontinuen, welche ein Polyschem 
der n-fachen Totalität begrenzen, und gehen Ah derselben durch ein erstes Eck, A’ durch 
ein anderes, A’ durch ein drittes, u.s. f.; so sind von den h Polynomen, welche dem 
ersten Eck entsprechen, h — n von den übrigen abhängig, was für h — n Bedingungen 
zählt, u.s.f. Man wird sich bald überzeugen, dass keine von diesen Bedingungen über- 
flüssig ist, und dass alle zusammen gerade hinreichen, um die Anordnung der Teile des 
Polyschems auszudrücken. Da nun n die Zahl der wesentlichen Elemente einer linearen 


Gleichung mit n Variabeln, und n n (n—-1) die Zahl der Data ist, durch welche irgend 


ein orthogonales System der Variabeln bestimmt wird, so bekommen wir 
ng — (h—n)— (W —n) — (Ü" —n) — ete. — 2 n(n-H1) 


als Zahl der wesentlichen Data des Polyschenis, d. h.: 

Die Zahl der Bestimmungsstücke eines linearen Polyschems der n-fachen 
Totalität ist gleich der n-fachen Summe der Zahl aller (n— 1)-fachen Peri- 
scheme und derjenigen aller Ecken, vermindert um die Summe der Ecken- 


zahlen eines jeden (n — 1)-fachen Perischems und um n(n+1). 


Wenn für n=3 die Zahlen der Ecken, Kanten und Vielecke eines Polyeders 
mit Ag, A), @A, bezeichnet werden, so ist die Eckenzahl jedes Perischems oder Vielecks 
seiner Seitenzahl gleich, die Summe dieser Zahlen also auch gleich der Summe der 
Zahlen der durch jede Kante gehenden Perischeme, d.h. gleich 2a,; demnach ist die 
Zahl der Data des Polyeders gleich 


3 (a, +a,) —- 2a —6=I3(m —-— ya +, — Ma a. 


Es folgt hieraus, dass ein räumliches Polyeder durch seine Kanten gerade bestimmt ist, 
ebenso ein tetrasphärisches Polyschem durch seine Seiten oder auch durch die Argu- 
mente, welche von je zweien sphärischen Vielecken an der gemeinschaftlichen Seite 
eingeschlossen werden. 

Denken wir uns alle Kanten eines linearen Polyschems der vierfachen Totalität 
gegeben, so ist nach dem vorigen jedes der polyedrischen Perischeme vollständig be- 
stimmt. Da aber jedes Vieleck zweien Polyedern gemein ist, so sind unter seinen 
Winkeln die, welche die Dreizalıl übersteigen, doppelt bestimmt. Beschreibt man jetzt 
um irgend ein Eck des gegebenen Polyschems eine Tetrasphäre, so schneidet diese die 
nötigenfalls verlängerten Räume der in jenem zusammentreffenden Polyeder in einem 


— 109 — 


das Eck charakterisierenden tetrasphärischen Polyschem, in dessen Umschluss bereits 
alle Kugelvielecke vollständig bekannt sind. Daher ist nach dem obigen auch das tetra- 
sphärische Polyschem selbst vollständig bestimmt, namentlich seine Argumente, welche 
mit denen des ursprünglichen linearen Polyschems zusammenfallen. Also ist auch dieses 
in allen seinen Teilen wenigstens hinreichend bestimmt. 

Führt man auf eine Kante desselben einen normalen Raum, so schneidet derselbe 
die in der Kante zusammengrenzenden polyedrischen Perischeme in einem gewöhnlichen 
Körperwinkel, und dieser wird durch das vorhin beschriebene Verfahren von beiden die 
Kante begrenzenden Ecken her zweimal bestimmt. Inwiefern aber hier doppelte Be- 
stimmung der Stücke des genannten Körperwinkels stattfindet, bin ich nicht imstande, 
zu entscheiden. 

Die vorige Erörterung berechtigt uns nur, zu sagen, dass ein lineares Polyschem 
der vierfachen Totalität durch seine Kanten immer wenigstens bestimmt ist; und wir 
dürfen noch beifügen, dass, wenn die zweifachen Perischeme nicht lauter Dreiecke sind, 
dann die Zahl der Kanten diejenige seiner wesentlichen Bestimmungsstücke gewiss über- 
trifft. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass die Gleichheit beider Zahlen nur da 
stattfindet, wo sie unmittelbar evident ist, beim Pentaschem, und dass hingegen bei 
jedem andern linearen Polyschem der vierfachen Totalität die Zahl der Kanten grösser 
ist als diejenige der wesentlichen Bestimmungsstücke. 


In Ermangelung eines strengen Beweises kann man diesen Satz im einzelnen 
2. B. durch die in $ 17 für die regulären Polyscheme der vierfachen Totalität gegebenen 
Zahlen bestätigen. 

Für höhere Dimensionszahlen über 4 ist dasselbe nach einer ganz natürlichen 
Induktion in noch grösserem Masse zu erwarten. 


Tragen wir nun diese Betrachtungen auf sphärische Polyscheme über, deren 
Dimensionszahl n grösser als 4 ist, indem wir zugleich nach Art der reciproken Be- 
ziehung die Ecken mit den (n — 1)-sphärischen Perischemen, überhaupt die m-sphärischen 
Perischeme immer mit den (n — m — 1)-sphärischen vertauschen, so sehen wir, dass die 
Zahl der (n — 2)-sphärischen Perischeme, oder, wenn man will, der daran liegenden 
Argumente, nicht kleiner als die Zahl der wesentlichen Bestimmungsstücke des n-sphä- 
rischen Polyschems sein kann, und finden es wahrscheinlich, dass mit Ausnahme des 
Plagioschems jene Zahl immer grösser ist als diese. Während also ein tetrasphärisches 
Polyschem immer durch seine Argumente gerade bestimmt ist, so ist dagegen höchst 
wahrscheinlich von da hinweg jedes polysphärische Polyschem durch seine Argumente 
mehr als bestimmt. 

So wie in $ 24 jedes perissosphärische Plagioschem durch artiosphärische von 
niedrigerer Ordnung ausgedrückt ward, ohne dass man einer Berechnung neuer Argu- 
mente bedurfte, so vermute ich, dass im allgemeinen jedes perissosphärische Polyschem 
durch artiosphärische Polyscheme niedrigerer Ordnung, von denen keines neue Argumente 


— 110 — 


hat, wird ausgedrückt werden können, ohne dass man eine Zerfällung des gegebenen 
Polyschems in Plagioscheme vorzunehmen braucht. Wenn wir hierüber eine Weile 
näher eintreten, so nehmen wir der Einfachheit wegen auf jeder Polysphäre das Orthoschem 
mit lauter rechten Argumenten als Einheit des Masses an, also z. B. den Quadranten 
als Einheit der Winkel oder der Argumente. 


Das trisphärische Polyschem oder das Kugelvieleck ist bekanntlich gleich der 
Summe seiner Winkel minus seine doppelte Seitenzahl plus 4. Sind 9, Par ---Pm die 
Grenzpolynome, welche der Reihe nach den Seiten entsprechen, so kann man diesen 
Satz durch die Formel 


SS (Pr Pa) = (9m) + DEP) tt (Pa dm) +S(Pm Pi) — 2m +4 
oder kurz durch 
I (p,pPıP',..J=4—-2 (2— (pr Eck) } 
ausdrücken. 


Satz. Sind 9,9,P',P ',... die Grenzpolynome eines pentasphärischen Polyschems 
I (m p,P',P ,P'’,...), und bezeichnet f, (9,P,P',P»' ,... Eck) das tetrasphärische Poly- 
schem, welches von allen ein Eck bildenden Polynomen begrenzt wird, f(p,p Vieleck) 
das disphärische Plagioschem oder das von zweien Polynomen »,p, welche ein im 
Umschluss vorhandenes sphärisches mn-Eck bestimmen, eingeschlossene Argument, so ist 


wenn D,,d,, Dy,b, die Zahlen der Ecken, Seiten, Vielecke, tetrasphärischen Perischeme 
des Polyschems f, bedeuten. 


Beweis. Indem wir nach und nach vom Einfachern zum Zusammengesetztern 
überzugchen beabsichtigen, setzen wir zuerst ein Polyschen, begrenzt von den Polynomen 


P,P, I» Tar--- (m, und zwar so, dass unter den mit q bezeichneten nur 3 unabhängige 


sind, und alle zusammen innerhalb des trisphärischen Perischems (P=0, p=0) ein 
Kugelvieleck bilden. Man wähle innerhalb desselben eine beliebige Lösung und lege 
durch diese, jedes Eck des Vielecks und die zwei übrigen Ecken des Polyschems die 
Polynome r,,r,,...?3, welche das ganze in m Plagioscheme zerschneiden. Unter diesen 
Polynomen r werden dann nur zwei unabhängige sein, und ”, wird zugleich mit q,, Q>, 
ferner r, zugleich mit 9,,95, u. 8. f., endlich r„ zugleich mit q,„,g, verschwinden. Für 
eines dieser Plagioscheme hat man nun z.B. 


JS (81,99, 9”... )=— 28 —f, (99,99... Eck) +2 (m — 2) (2—f(p,p’ Vieleck)) +16 
= Z/, (m VıP" 9"... Eck) — 2 Im — 2) f(p,y Vieleck) +4 m — 8b, — 8b, +16, 


(1) 


— 11 — 


fi (P,p», 9 Van r,) =fi (Pa Na r,) Ah (»: Ir Fin — 7) 

+ (Prrtum—rn) th (Prt) th (Bra, —rı) 

iz 2/(P, p) =E2J(h, qı) u 2/(P q,) —2/(P, r)—2/(P, =. r,) 

= 2/(» 12)—2/(P, Zu r,) = 2/4; Im) u 2a, u r,) Ku (tm == r,) +16, (2) 


Man ersetze hier 4,,”., — r, durch 9,71, — ?2, durch 9,,798,— 75, u. 8. f., endlich 
durch 9, ’m- 15 — "m, und summiere. Da alsdann 


Sf, (P,q, N;-1, 7 )=f, (P, As Alar-«- Am Eck), 
z/,(Pp rn -1»-)=4f/(P,p) 

(PR —n)+f(P 9 gr) = (PP, %), 
J(P,—-r)+/(Pr)=2 

Ss —r)+tS or) SR) 
z/(n;-,—r)=4 


ist, so folgt 
J (Pa. (LEERE )=f (Palo. m) tSı (Dr 9 Aa m) + ZI (PP, 9 +1) 
—2(m—2)f(P,p) -22/(P,a)— 28/vga) 28/4) +8m—8 .. 8) 


Die Polynome p,9,,Q03;---Qm,; welche zusammen nur 4 unabhängige Variabeln 
repräsentieren, begrenzen für sich allein ein tetrasphärisches Polyschem, das in Beziehung 
auf die Anordnung seiner Stücke einer räumlichen m-seitigen Pyramide zu vergleichen 
ist. So wie nun im Raume jedes Polyeder von einem innern Punkte aus in lauter 
Pyramiden zerlegt werden kann, welche diesen Punkt zur gemeinschaftlichen Spitze und 
die vieleckigen Flächen des Polyeders zu Basen haben, so kann auch das gleiche mit 
jedem tetrasphärischen Polyschem geschehen. Die Polynome, welche dasselbe begrenzen, 
seien 9,9,P ,P ,... und mögen, wenn auch explizite 5 Variabeln darin vorkommen, 
doch wesentlich nur 4 unabhängige Variabeln repräsentieren. Wir können uns dann 
eine besondere Art von pentasphärischem Polyschem, f, (P,P,p,»',P",...), denken, 
worin die Gleichung P= 0 gleichsanı als Basis ein tetrasphärisches Polyschem von all- 
gemeiner Natur, und die Gleichungen = 0, pP =0,p =0, p' =(,... die zugehörige 
Spitze darstellen. Wird die Basis von irgend einer innern Lösung aus in pyramiden- 
artige tetrasphärische Polyscheme zerlegt, so wird dieser Zerlegung auch eine des penta- 
spliärischen Polyschems entsprechen, und für jeden Teil dieses letzten eine Gleichung 
wie (3) bestehen. Bei der Summierung dieser Gleichungen hat man dann 


2}; (P,q» N} 
(Fl (PP 


z2/, (PP, GG )= 5 di (PRP»-4u)+f(Pr,sd,—-ıu)+(Prp',da,—dq) +ete.), 


— 112 — 


wenn die Polynome p,9,p',... zusammen ein Eck der Basis bilden, also nur 3 Va- 
riabeln repräsentieren, und die Polynome q,9,g',... den durch dieses Eck gehenden 
Teilungen entsprechen und daher nur 2 Variabeln repräsentieren; wenn ferner das dem 
Aggregat vorgesetzte Summenzeichen sich auf alle Ecken der Basis bezieht; also endlich 


= Zf, (P,p,p,p',... Eck der Basis); 

I(Pd+/(B-d=2 also ZE/(P,gq.) = der doppelten Zahl der Basis = Zum; 

I» d-+f(eP, -QO=/(P,p), wenn das Paar Gleichungen p=0, pP =0 einer 
Seite der Basis entspricht; 

3223/(q4,9:+1) = der vierfachen Zahl der Ecken der Basis; 

also zuletzt, indem man die Zahlen der Ecken, Seiten und Vielecke der Basis 


mit C9,C,,c, bezeichnet und die Glieder — 8c, +8c, —8c,= — 16 setzt, 
I (Ppr,Pvs.-)=Nh(mPıP vs...) +Z&f, (P,pp',P',... Eck der Basis) 
— 2 &(m —2)f(P,p) — 28f(p,p Seite der Basis) -H-2 2m —8. . . 2.2... 


Sind endlich P,P', P',P", P'’,... die Grenzpolynome eines ganz beliebigen 
pentasphärischen Polyschenıs, so kann dieses von irgend, einer innern Lösung aus in 
solche Polyscheme geteilt werden, wie das, welches wir soeben betrachtet haben. 
Werden dann die Polynome, welche die Teilung bewirken, wie vorhin, durch p be- 
zeichnet, so hat man bei der Summation der Gleichung (4): 


&f,(mp',P',P,... Basis) = dem totalen tetrasphärischen Kontinuum = 16, 
ZzEf,(P,9,p,P ‚...EckderBasıs)=F/f, (P, P', P’, P”,... Eck des pentasph. Polyschenss), 
F(PmM)-+J(P,—-»)=/F(P,P Vieleck des Polyschems); 


ferner, wenn die Polynome 9,p9,»',... einer und derselben Seite des Polyschems ent- 
sprechen, also alle zusammen nur zwei Variabeln repräsentieren, 


Sm-)+fh,- Pr) te, Pr )rete—4, 
folglich 
ZN /f(p,p Seite der Basis) = der vierfachen Seitenzahl des pentasph. Polyschenss. 


Wenn man endlich die Zahlen der Ecken, Seiten, Vielecke, tetrasphärischen Perischeme 
des gegebenen pentasphärischen Polyschems mit b,,D,, ba, b, bezeichnet und die Sunm- 
mation der Gleichung (4) ausführt, so erhält man 


BP, PSE DS )ESn BP, Ps Eck) 
— 2 2&(m -2)/(P, PP Vieleck) +4 2m — 8b, -- 81, 4-16, 


—- 13 — 


wo m die Zahl der Seiten eines Vielecks bezeichnet. Da db, —b, +b, —b, = 0 ist, so 
kann man dieser Gleichung auch die Form 


(P,P,P",P",P",...)=Zf,(PP,P",P'",...Eck) —8, 
— 2 8°(m — 2) f(P, P' Vieleck) +4 (Em — 2 0,) +16 
—28(m —2) 12 — / (P, P' Vieleck)) 


— 218—-/,(P P,P',P",... Eck)| + 16 


geben, wo die erste Summe sich auf alle Vielecke, die zweite auf alle Ecken des ge- 
gebenen pentasphärischen Polyschems erstreckt. Diese Gleichung stimmt mit der zu 
beweisenden (1) vollkommen überein. | 

So wie nun die Formel für das Kugelvieleck den Euler’schen Satz a, —a, -t+a,=2 
giebt, wenn man sie auf das durch Projektion eines Polyeders auf eine Kugelfläche ge- 
bildete Netz anwendet, so führt auch die Formel (1) auf den Satz , — a, +4, — 13 +a, =2, 
wenn man sie auf das pentasphärische Netz anwendet, welches durch Projektion eines 
linearen Polyschems der fünffachen Totalität entsteht. 


Das gegebene Polyschem (%°) habe «a, Ecken, a, Kanten, «a, Vielecke, a, Po- 
lyeder, a, vierfache Polyscheme; 

irgend ein vierfaches Perischem desselben habe db, Ecken, b, Kanten, b, Vielecke, 
b, Polyeder; 

ein Polyeder desselben habe c, Ecken, c, Kanten, c, Vielecke; in diesem grenzen 
2 vierfache Perischeme zusammen; 

ein Vieleck habe d Ecken, also auch d Seiten; es sei gemein e Polyedern, also 
auch e vierfachen Perischemen; 

eine Kante hat immer 2 Ecken; sie sei gemein f, Vielecken, /, Polyedern, 
Ja Perischemen; 

ein Eck sei gemein g, Kanten, y, Vielecken, 9, Polyedern, 9; Perischemen. 


Dann ist 
zb, = 29, Zb =if, Zb,=2e ZI, =2u, 
2, eu, 246, = Zf. 26% >> 
Su. == 24, sd ef 


a 
24 = 


| 


u bb, +, —-b=-0 0-0 .teo=3 hf tms 
Ihm I =. 


— 114 — 


Wird nun die Gleichung (1), worin m durch d zu ersetzen ist, über das ganze 
pentasphärische Netz summiert, so geben je diejenigen /, zusammen, welche einem und 
demselben Eck des Netzes entsprechen, den Wert des totalen tetrasphärischen Kon- 
tinuums oder 16; aus Zf,(p,P,p',p ,...Eck) wird daher 16... 

| Alle f (p,p Vieleck) zusammen, welche einem und demselben Vieleck entsprechen, 
geben 4. Aus —2 2(d—2)/(p,p Vieleck) — 82(d—2)= —823d+ 16a, 

Was das folgende Glied 4 &d betrifft, so wird im ganzen jedes d eines Vielecks 
so oft gezählt, als vierfache Perischeme dieses Vieleck gemein haben, also e mal. Aus 
4 &d wird demnach 4 Z&de. Da aber de auch das Produkt der Zahl der Polyeder, 
welche ein Vieleck gemein haben, mit seiner Seitenzahl ist, so wird Zde auch erhalten, 
indem man die Seitenzahlen aller Vielecke eines Polyeders addiert, was 2c, giebt, und 
dann die so von allen Polyedern erhaltenen Zahlen summiert; folglich ist Zde=2Xe.. 
Aus 4 2 d wird also zuletzt 8 I c.. Ä 

Die Summen der noch übrigen Glieder ergeben sich unmittelbar. Da nun 32 das 
Mass des totalen pentasphärischen Kontinuums ist, so erhält man: 


32—= 16a, — 83 d+16, +8 20 —83, —8:l,+16a,.. . . (0) 
Nun ist 
— 2d-+- 2! = —-!h +!h = :h- 2%: 


bu, +:b,=!:b +! =2!f, +2a,. 
Demnach verwandelt sich die Gleichung (5) in 


32 = 16ba,+1607,--16a, — 16a — 16a, 
oder 
a. —- ht — a, ba, = 2, 


was zu verifizieren war. 


Das stufenweise Verfahren, welches wir bei der Konstruktion des Ausdrucks 
eines ganz beliebigen pentasphärischen Polyschems befolgt haben, wird desto länger und 
 verwickelter, je höher die Ordnung der Perissosphäre steigt, und ist wohl kaum einer 
Verallgemeinerung fähig. Wendet man dasselbe noch auf das heptasphärische Polyschem 
an, wobei man, vom Plagioschem ausgehend, noch fünf andere Stufen durchlaufen muss, 
so gewähren die gefundenen Ausdrücke für das trisphärische, pentasphärische und hepta- 
sphärische Polyschem eine hinreichende Induktion, um aus denselben auf die Form des 
allgemeinen Ausdrucks für irgend ein perissosphärisches Polyschem zu schliessen. Wir 
setzen nämlich für ein (2n-+ 1)-sphärisches Polyschem den Ausdruck 


Feet LS Ahr Ban N: 1 N Asmrı fen am + 4- FA. _ı fa Arnzı- (6) 


Die im allgemeinen Glied angezeigte Summation erstreckt sich auf alle (2m +1)- 
sphärischen Perischeme; einem jeden derselben komnit eine ganze (positive oder negative) 
Zahl A,„ +. eigentümlich zu, welche nur von der Zahl und Anordnung der Teile dieses 
Perischems, keineswegs aber von seinen Argumenten abhängt; und das mit dieser Zahl 
multiplizierte f»„_.„ bedeutet dasjenige (2n — 2 m)-sphärische Polyschem, welches von 
allen Grenzpolynomen, deren Verschwinden das (2m -+-1)-sphärische Kontinuum des be- 
trachteten Perischenis bestimmt, gebildet oder umschlossen wird. Es ist z. B. immer 
4, =1, ferner A, =4 — die doppelte Anzahl der Ecken des betreffenden Kugelvielecks 
(trisphärischen Perischems). Die Richtigkeit der Form des Ausdrucks (6) muss ebenso 
durch Differentiation bewiesen werden, wie es in $ 24 für die Gleichung (1) geschah; 
wir wollen uns deshalb nicht länger dabei aufhalten, sondern gehen sogleich zur Be- 
stimmung der Integrationskonstanten d,,;ı über. Lassen wir alle Grenzpolynome des 
Polyschens f; „+ ı , mit Inbegriff des Vorzeichens, koinzidieren, so wird dasselbe gleich dem 
halben (2n —+-1)-sphärischen Kontinuum, also gleich 2°”; ebenso wird fi „_.. =" "’"'; 
man hat also, wenn 2 A, die Zahl der Ecken des Polyschems bezeichnet, 


De — De I ee =>, a Pe: RER en en 2.3 Asa 


Die mit A bezeichneten Konstanten sind also immer durch Rekursionsformeln zu be- 
stimmen, und hiermit ist unsre Aufgabe vollständig gelöst. Wahrscheinlich ist (— 1)" 
das Vorzeichen von A.„;ı; doch sche ich mich ausser Stand, diese Vermutung zu be- 
weisen. 

Am Ende dieses Paragraphen will ich noch eine merkwürdige Eigentümlichkeit 
tetrasphärischer Polyscheme erwähnen. Werden auf der positiven Seite eines jeden 
Grenzkontinuums eines gegebenen tetrasphärischen Polyschems f, Radien norınal darauf 
gezogen, so bestimmen deren Endpunkte ein zu jenem reciprokes Polyschem F\, dessen 
Ecken, Seiten, Vielecke resp. den Vielecken, Seiten, Ecken von f, entsprechen, und 
namentlich ist jedes Argument von F, das Supplement der entsprechenden Seite von f,, 
und umgekehrt. Wenn nun irgend ein Argument von f, mit «, und die Seite, an welcher 
es liegt, mit & bezeichnet wird, so ist 


afp= Fra, dr, =—2(2—-)a°t; 
folglich 
ds +F)=—-dr(2— 


eine leicht zu integrierende Differentialgleichung. Um die Integrationskonstante zu be- 
stimmen, nehmen wir die Seiten von /, verschwindend klein an; dann werden alle Ar- 


— 416, & 


gumente von F, dem Halbkreis gleich, und die Grenzpolynome von F, sämtlich, mit 
Inbegriff des Vorzeichens, identisch; es ist also zugleich /, =0 und F, = den halben 
tetraspbärischen Kontinuum = 8. Hiedurch ıst die Integrationskonstante bestimmt, und 
man hat allgemein 


i 3 x Yue\ 2a 
HR =8- 22-5) 


T A 


Ersetzt man die tetrasphärische Einheit durch ihren absoluten Wert 2. so erhält man 


für die Summe zweier reciproker tetrasphärischer Polyscheme den Ausdruck 


2 


7° — = (ze —oa)a. 


S$ 38. Ueber reguläre sphärtsche Polyscheme. 


Die tetrasphärischen regulären Polyscheme entsprechen in Beziehung auf 
Zahl und Anordnung ihrer Teile genau den regulären Polyedern des Raums. Sind die 
trisphärischen Perischeme eines solchen lauter kongruente reguläre m-Ecke, deren je » 
in einem ebenfalls regulären Eck zusammentreffen, und sind alle Argumente gleich 2 a, 
so soll das Polyschem mit P,,. (2 «) bezeichnet werden. Man ziehe aus seinem sphä- 
rischen Centrum O einen Kreisbogen O A normal auf ein trisphärisches Perischem, so 
wird der Fusspunkt 4A das Centrum dieses Perischenis sein; von A aus ziehe man den 
Kreisbogen A A, normal auf eine Seite BB’ des Perischems, so wird der Fusspunkt 4, 
die Mitte von BB’ sein. Dann ist AO BA, ein Orthoschem, worin die an den Seiten 
ÖA,, 4, A, A B liegenden Argumente rechte und die an den Seiten 40, OB, OB, BA, 


. 7T Pf i . . 7T 4 
liegenden resp. Frl R. sind; der Wert des Orthoschems ist also f, (5 er «) . Je 


2 m Orthoscheme setzen sich zu einem pyranıidalen Polyschem zusammen, welches O 
zur Spitze und ein Vieleck zur Basis hat; und dieses ist wiederum im ganzen regulären 
Polyschem so oft enthalten, als die Zahl 4n : Q m -+-2n — mn) seiner trisphärischen 
Perischeme anzeigt; folglich ist 


P„.(2e)= BU sr; u «). ne ee A) 


= = Bean z 29 
3m -’!n—ıun mn 


DR Gh ; ni, WIE ı ; ; 
Für das Minimum von « ist sin Sina cos —; hier verschwindet P. Von da an 


. rs . . ._°. 
kann @ bis — wachsen, wo dann P,,. (Ge) = 8, d h. gleich dem halben tetrasphärischen 


Kontinuum wird. Können mehrere Polyscheme P,„. (2a) um ein Eck herum so zu- 


— 117° — 


sammengefügt werden, wie es dem Charakier (», p) entspricht, d.h. so, dass jede vom 
i Be ä In 
Eck ausgehende Seite p Polyschemen gemein ist, so ist offenbar das Argument 2a = SR 


Dieser Fall tritt ein, wenn das mit (m, n, p) bezeichnete lineare reguläre Polyschem der 
vierfachen Totalität auf die konzentrische Tetrasphäre pojiziert wird; die Projektion 


jedes Grenzpolyeders (m, u) ist dann ein tetrasphärisches P,,. (7) Da nun das totale 
tetrasphärische Kontinuum .16 beträgt, so ist die Zahl der Grenzpolyeder von (m, n, p) 
gleich 16: P,. (7) Wenn das betrachtete lineare Polyschem «, Ecken, a, Kanten, 


A, Vielecke, a, Polyeder zählt, so können wir demnach die Proportionen (1) des $ 17 
in die Gleichungen | 


% _ _Pa_ mm _ m 2 (2) 
2 2 u ee 2 u nn n 
Far u te) 


umsetzen. Durch dieselben werden $ 17 und 30 in eine solche Verbindung gesetzt, 
dass, wenn die Ergebnisse des einen noch nicht bekannt wären, sie aus denen des 
andern gefunden werden könnten. 

Nach dem bisherigen ist es wohl leicht zu verstehen, wenn ich hier den Ausdruck 
für ein pentasphärisches reguläres Polyschem, ohne Erklärung und Herleitung, hinsetze: 


DURSHEN DE EZ u E22 


16 
p mn m np 


P pP 4 n vfi 
J (> En ,) 


Hat nun ein lineares reguläres Polyschem der fünffachen Totalıtät den Charakter 
(m, n, p, q), und ist a, die Zahl seiner Ecken u. s. f., so ergiebt sich aus der vorliegenden 
Formel leicht: 


Pan, ed) = 


2 8 


Ze 1), Na, = 


nr Tr Tr 


N2 ( 2), Na=2(,+ 


np og y m 
Fe J ) BR ann 
N4a=2(, +1) Ny=2/(, ee) 
wo abkürzend 
na nn ‚(na na 4 2 4 9 2 
N-f(n n a (3 p tan u re 


gesetzt ist. 

Diese Beispiele mögen hinreichen, um anzudeuten, wie derselbe Gegenstand auch 
für höhere Totalitäten zu behandeln wäre. Man würde dann die Formein (4) und (5) 
des $ 29 unmittelbar aus den durch Konstruktion gewonnenen Ergebnissen des $ 18 
herleiten können. 


-- 118° — 
Wenn in der auf die Tetrasphäre bezüglichen Formel 


ER, (.-) 


Rn 


a 
naar | 
Tr 


welche eine Anwendung des letzten Satzes von $ 32 darstellen soll, @ oder bestimmter 
(Q(m,n,p) das tetrasphärische Mass eines Ecks des linearen regulären Polyschens 
(m, n, p) bezeichnet, so ist das zu Q reciproke P die Projektion des Grenzpolyeders von 


(p, n, m) oder ein P,. ze Wenn also k die Zahl der Seiten von P und a den Wert 
er Mm 


einer solchen bezeichnet, so hat man 


2ın aus a Mm » 
Den = —— on! 
In+2p—np 2 on „7 
sın“ — — COS” — 
72) n 


mn )=8- RB.) ka 5)” | 


m % 


Wendet man diese Formel auf alle sechs regulären und einfachen Polyscheme an, indem 
In 


) direkt aus $ 17 entnimmt, so erhält man: 


man die Werte von Dial 


16 | 


03,39) = — 5 w 3 ums — 24, wo cos?2A = = 
EN) et edit, 

03,34 = . s (= z j 

03,43)= 2, a 

Q(4,3,3)=1, ao: 

265,3, 93 na. u=-- 


Da nun 


mn, p)=P.,(e-)=4 sh — =) 


np» 


ist, so folgt auch 


nn J I ‚in n In 33 2,2 
Ppi)=-,- \ ( EU ee et 
Al 5 sry Sg’ 3 A 300) Im 


VE 


— 19 — 


083,9) =-PuxlS) 0649=P.l) 943,9)=B:(f) 


An 282 191 zn x 2n 191 
053, )=-PRsl7)- 5 7m SEHE 


Von den angeführten Eckenmassen sind vier rational. Dieses hängt mit der stetigen 
Erfüllung der vierfachen Totalität durch lauter gleiche reguläre Polyscheme, welche 
wir am Ende von $ 17 betrachtet haben, zusammen und bestätigt das dort Gesagte. 
Den drei Charakteren (3,3,4,3), (3,4,3, 3), (4,3,3,4) als den einzigen, nach 


denen eine einmalige Erfüllung möglich ist, ist aber noch ein vierter (5, 3, 3, 5) und 


sein reciproker beizufügen, von denen der erste eine wiederholte Erfüllung durch ein- 
fache, der zweite durch überschlagene Hekatonkaieikosascheme anzeigt. Man kann sich 
übrigens hievon auch mittelst des am Ende von $ 17 gebrauchten Verfahrens überzeugen; 
wenn nämlich die gleichen Bezeichnungen gelten wie dort, so ist 


e(5,3,3) = cos (R — 7)=- 5 (33 5) 


Da wir nun Q (5, 3,3) = Er - 16 gefunden haben, und das überschlagene Hexakosioschem 


(3, 3, ») sechshundert Grenztetraeder zählt, so liegen bei der durch (5,3, 3, >) angezeigten 


Erfüllung der vierfachen Totalıtät je 600 einfache Hekatonkaieikosascheme um eine 
Lösung herum und wiederholen dadurch die Totalität 191 Male. Folglich hat das 
überschlagene Hexakosioschem einen 191fachen Mantel. Im folgenden Para- 
graphen wollen wir dieses noch direkt aus der Konstruktion beweisen. 


Für reguläre Polyscheme mit einfachem Mantel war die in den $$ 17 und 18 
gegebene Aufzählung vollständig. Es frägt sich noch, wie viele es deren mit mehr- 
fachem Mantel geben kann. Um die Antwort hierauf vorzubereiten, schicke ich folgende 
Betrachtung voran. Gesetzt, es gäbe eine durchaus symmetrische Verteilung von Lö- 
sungen auf der Polysphäre, deren ursprüngliches Netz mehrere Male herumgeht, so ziehe 
man die Kreisbogen, welche die kürzesten sphärischen Abstände darstellen, die es 
zwischen je zwei Lösungen geben kann; dann werden diese sich zu einfachen regulären 
Kugelvielecken, diese wiederum zu einfachen regulären tetrasphärischen Polyschemen, 
u.s. f. gruppieren; die Perischeme höchster Ordnung endlich werden ebenfalls regulär 
und einfach sein und können das totale polysphärische Kontinuum nur einmal besetzen. 
Wenn also auch in irgend einer Totalität überschlagene reguläre Polyscheme existieren, 
so können sie doch keine neue Art von symmetrischer Verteilung der Radien einer 
Polysphäre erzeugen, welche nicht bereits von einem einfachen regulären Polyscheme 
geliefert worden wäre. Wenn nun im Charakter eines regulären Polyschems keine 


— 120° — 


andern Ziffern als 3 und 4 vorkommen, so ist leicht einzusehen, dass es rein unmöglich 
ist, seine Ecken so zu verbinden, dass etwas Ueberschlagenes entsteht. Die einzige 
noch vorkommende Ziffer — denn von der zweifachen Totalität, welche eine endlose 
Mannigfaltigkeit regulärer Gebilde gestattet, kann hier keine Rede sein — ist 5 und 
konımt nur in der dreifachen und vierfachen Totalität vor; ihr entspricht das einfache, 


der Ziffer re dagegen das überschlagene Fünfeck. Lässt man reziproke Gebilde weg, 


so können überschlagene Polyscheme nur im Raume und in der vierfachen Totalität 
resp. durch andere Verbindung der Ecken des einfachen Ikosaeders und des einfachen 
Hexakosioschems gebildet werden. 


$ 34. Nähere Untersuchung der Hexakosioscheme. 


Zum leichtern Verständnis alles folgenden ist es nötig, mehrere trigonometrische 
Relationen, welche das räumliche Ikosaeder betreffen, vor Augen zu haben. Man pro- 
jiziere die Oberfläche des Ikosaeders auf eine konzentrische Kugel und merke sich ausser 
den Ecken des Netzes noch die Mittelpunkte seiner Dreiecke und die Mitten seiner 
Seiten; man wird dann immer Kugeldreiecke finden, deren blosse Anschauung zum Be- 
weise der erwähnten trigonometrischen Relationen hinreicht. 


Sind ABC, A BD zwei benachbarte Dreiecke eines Ikosneders, E, F ihre Mittel- 
punkte, O das Centrum des Ikosaeders, «= 2ZAOB,b = /Z/COELEU=_ZLCOF, so ist 


' 1 J) 
a+-l+-b =n, csa=-= ind =: 
Yy» Y» 
> - 2 i 9 ol : / 
EL ii. neh tangb =3 — Y5, 
syn a e 
Y> B) Y5 


Wo 2... Var ı ae 
cosuV VI’: sind “fa DEI, ans’ = 34-35. 


Mittelst dieser Winkel können wir nun die tetrasphärischen Werte der 120 Ecken des 
einfachen Hexakosioschems, wie folgt, angeben. Die eingeklammerten Buchstaben be- 
zeichnen, gleichwie in $ 17, die in die einzelnen Zonen fallenden Gruppen von Ecken. 
Eine ganze Zahl, welche die Werte 0, 1, 2, 3, 4 durchläuft, ist mit 2 bezeichnet. Die 
Bedeutung der tetrasphärischen Variabeln ©, g, w erhellt aus ihren Beziehungen zu den 
orthogonalen Variabeln ww, r, y, z: 


w=c0sd, z=sin®cosp, y=sinOsinpcoW", z= sin Y sing sin ı. 


— 121 — 


Tetrasphärische Werte der 120 Ecken des einfachen Hexakosioschenms. 


(a): 9=0; 
he) (ee ) zu 
_ Lin _ @i+lr Ä 
MIET, v= > 


| 
| 

Co 9=z (p=b ‚(p=b DE ne 
ee ae 2. y— tr ee ee | 


5) ) 5) 
(d): 9= 9-0, 1: ) -1—da ) a 
_2in _. Ri+l)n 
| a eo 

" a n — 4 n n+aA ; 
(e): Oz Tg ’ I y ’ Pag , pp = ) 9 = nn — 
din 2i-f1)n Bitl)e Zin it 
en ıh = — ma z Fr — 
) ) 10 d B) 


(f): 9-(=0 y=a \,/ 
| EB; | 


(y): u er "6: "be ze) 
BREI BRIESIE _8im _2im 
I\v = 5 ae ie wie, 


(I): 9-5 (p=0, 9=a ‚YY=n-aN\, =: 
a So 1 a 
0): O9=n. Ä 


Die Ecken b, d, e, f, h sind Ecken von Ikosaedern, die Ecken c, g sind Mittelpunkte 
der Dreiecke eines Ikosaeders, und die Ecken e sind Mitten von Kanten eines solchen. 
Da die Entfernung aller Ecken vom Centrum als lineare Einheit angenommen ward, 
Y>— 


so beträgt die Seite —, 1, ist also gleich der Seite des regulären Zehnecks. Die 


Durchschnitte des Polyschems, welche durch lineare Kontinua w = const. entstehen, 
können, indem man von der Variabeln w absieht, als Körper betrachtet werden. Wir 
wollen dieselben der Reihe nach untersuchen. 
Der Schnitt w = cos n ist ein Ikosaeder, dessen Dreiecke sämtlich Grenztetraedern 
angehören. | | 
16 


= 
. . . . . «ı) 1 .. 
Der Schnitt w = cos = ist ein Dodekaeder mit der Seite * ‚ auf dessen Fünf- 
.. 95-1 9-1 — 5 
ecken Pyramiden aufgesetzt sind, deren Seiten wer ae betragen. Die 


Ecken c dieses Dodekaeders gehören dem Hexakosioschem an, ebenso die Kanten; aber 
die 60 gleichschenkligen Dreiecke, welche den Schnittkörper begrenzen, sind Tetraeder- 
schnitte, geführt durch eine Kante, und die Gegenkante im mittlern und äussern Ver- 
hältnisse teilend. Diese Gegenkante verbindet zwei homothetische Ecken b und d; und 
wenn m den Teilungspunkt bezeichnet, so ist bd:bm = bm: md, also auch 1:bd = bd:bm. 


Der Schnitt w = cos z enthält die 12 Ecken d und schneidet jede der 60 Seiten 


ce in einem Punkte n so, dass l:ce=ce:cn=cn:ne. Der Schnittkörper ist von 
. .,. . . . 3 m Y5 
20 gleichseitigen Dreiecken mit der Seite —, — 


Lo; 


‚60 gleichschenkligen Dreiecken mit 


. 3-5 ,_3—%5 
der Basıs ae und der Seite — und 60 gleichschenkligen Dreiecken mit der 


3 _ 3 


. iS, . [9] . . ... 5 . . 
Basis 75 — 2 und der Seite - begrenzt. Die gleichseitigen Dreiecke, Durchschnitte 


der Tetraeder ceee, können als Abstumpfungsflächen der Ecken eines Dodekaeders 
aufgefasst werden, und die 120 gleichschenkligen Dreiecke, Durchschnitte der Tetraeder 
cdee und ecde, bilden dann zehnseitige auf die Dodekaederflächen gesetzte Pyramiden. 
Der Schnitt «= 0 enthält die 30 Ecken e und halbiert jede der 12 Seiten df. 

Der Schnittkörper wird aus einem Ikosaeder, dessen Seiten den Wert 75 — 1 haben, 
erhalten, wenn man durch Ebenen, welche diese Seiten halbieren, seine Ecken abstumpft, 
und auf die durch die Abstumpfung entstandenen regulären Fünfecke Pyramiden aufsetzt, 
Y3 15 —1 


deren Seiten — ——; 


betragen. 


Die nun folgenden Schnitte sind in umgekehrter Ordnung dieselben wie die vorigen. 


Uebersicht und Anzahl aller Seiten. 


Das Eck «a ist mit jedem b durch eine Seite verbunden, Zahl 12. Je zwei b sind 
durch eine Seite verbunden; Zahl gleich derjenigen der Kanten eines Ikosaeders, also 30. 
Die Seiten bc vereinigen Ecken. die sich wie Mitte und Eck cines Dreiecks des Iko- 
saeders entsprechen; ihre Zahl ist also 3 - 20 = 60. Die Seiten bd verbinden Ecken, 
welche demselben Eck des Ikosaeders entsprechen, sind also zwölf an der Zahl. Die 
Seiten ce verbinden Ecken, welche den Mittelpunkten zweier benachbarten Dreiecke des 
Ikosaeders entsprechen, also 30. Die Seiten ed verbinden Ecken, die dem Mittelpunkt 
und einem Eck einer und derselben Ikosaederfläche entsprechen, also 60 an Zahl. Die 
Seiten ce verbinden Ecken, die dem Mittelpunkt und einer Seitenmitte einer und der- 


— 13 — 


selben Ikosaederfläche entsprechen, also 60. Die Seiten de verbinden Ecken, welche 
einem Ende und der Mitte einer Kante des Ikosaeders entsprechen, also 60. Die Seiten 
df verbinden Ecken, welche einem und demselben Eck des Ikosaeders entsprechen, 
also 12. Die Seiten ee verbinden Ecken, welche den Mitten zweier benachbarten Kanten 
des Ikosaeders entsprechen, also 60. Von da an Wiederholung in umgekehrter Ordnung. 
Mit Ausnahme der Seiten df und ce sind also die Anzahlen aller übrigen Seiten zu 
verdoppeln, wodurch sich 720 als Anzahl aller Seiten ergiebt. 

Denkt man sich, wie bisher, alle Ecken in dasselbe äquatoriale ikosaedrische 
Netz projiziert, und bedeutet dann w den äquatorialen Abstand zweier durch eine 
Seite verbundener Ecken, so sind die Verbindungen derselben zu Seiten immer so be- 
schaffen, dass w den kleinstmöglichen Wert hat, wie folgende Uebersicht zeigt: 


ab, hi ohne Bedingung, | ed, fg w==b, 


—=( b’—b 
bb, hh, w— 4, Baet N 
be,gh, v=bl, z 
[0 
b d, fh, WW = 0, d e, ef, WW = En 
' 
» Sn an / 
c6,g99; W b , ER en: 
m 
G e ‘) W = ar sr 
5 


Die Tetraeder, aus denen der Umschluss besteht, sind folgende: abbb 20, 
bLbbc20, bbrec 30, beed 60, ccde 60, cdee 60, ceee 20, deef 60, etc., im ganzen 600. 


Nachdem wir sc die Struktur des einfachen Hexakosioschems untersucht haben, 
bereiten wir uns zu einer ähnlichen Behandlung des überschlagenen vor, indem wir 


zuerst das überschlagene Ikosaeder (3,5) betrachten. Ist p Poldistanz und vu 


Azimut, so bilden die Ecken g= (0; =, —a, (9 te =) ein Dreieck, die 


Ecken der ersten Zone sind durch g= nr — a, Y = .- dargestellt; ferner bilden die 
zwei Eckeng = sr — a, (v ale =) mit dm Eck gg =a, y = z ein Dreieck, 


die Ecken der zweiten Zone sind in der Formel g=a,y = Weme enthalten. Dies 
reicht hin, um von der Verbindung der Ecken eine deutliche Vorstellung zu geben. Um 
nun zu beurteilen, wie vielfach der Mantel dieses Ikosaeders umgeschlagen ist, unter- 
suchen wir nur, wie oft die um den Pol p = 0 herumliegende unendlich kleine Stelle 
der Kugelfläche von der Projektion des Ikosaedermantels bedeckt wird, oder, was das- 
selbe ist, wie oft ein vom Centrum ausgehender, unendlich wenig von der positiven 
Axenhälfte abweichender, aber sonst freier Strahl den Mantel des Ikosaeders durchbohrt. 


Da das überschlagene Fünfeck einen doppelten Umlauf hat, so bilden die fünf Dreiecke, 
welche den Pol g = 0 mit den Ecken der ersten Zone @ = sr — a verbinden, einen 
doppelten Mantel. Die Dreiecke, welche je zwei Ecken der ersten Zone mit einem der 
zweiten verbinden, gehören nicht hieher, weil sie zwischen dem Centrum und dem 
Gegenpol $ = 7r durchgehen. Jedes Dreieck dagegen, welches ein Eck der ersten Zone 
mit zweien der zweiten verbindet, geht zwischen dem Centrum und dem Pol durch, und 
seine Projektion bedeckt die Gegend des letzten ringsum vollständig; alle fünf Dreiecke 
dieser Art bilden also einen fünffachen Mantel. Die fünf letzten Dreiecke endlich, 
welche je zwei Ecken der zweiten Zone g=a mit dem Gegenpol p = verbinden, 
kommen nicht in Betracht, weil sie sich auf den Gegenpol projizieren. Wir schliessen 


hieraus auf einen siebenfachen Mantel des überschlagenen Ikosaeders. Ist seine 
1 


N 
=sSN 


Seite 1, so ist der Radius der umschriebenen Kugel eg = 


2 cos 


) 
Nach dieser Vorbereitung gehen wir an die Untersuchung der Massverhältnisse 


>). Das Eck a sei Pol = 0. Ist © die 


des überschlagenen Hexakosioschems (3, 2.5 


= 
2 
—=p= sin —, also 0 = “ die erste Zone (f). Wird das Eck f, für welches @ = zr, 


Poldistanz der in seiner Basis liegenden und ein (3, ) bildenden Ecken, so ist cos — 


mit dem Eck a vertauscht, so geschieht dies durch die Transformationsformeln: 


Ir ’ . Di ' D 

cs = — cos — 0050 — sn „- sin® cosp, 

. . In n 2 ‚ 0 
sınOcospg = — sın >. cos © —- c0s— sn® csg, 
sin Osing — sin ©’ sin o', 


v=vV. 


Mittelst derselben können wir genau das konstruktive Verfahren in $ 17 nachahmen. 
Wir kennen nämlich die Werte von ©, 9, dv, welche den Ecken f der ersten Zone 
entsprechen. Setzen wir dieselben an die Stelle von ©, 9, %', so lernen wir die Ecken 
der ersten Zone für den Pol ©’ = 0 kennen; unter diesen finden sich neue Ecken 
für den Pol © = 0, und wir sehen das Gebiet der bekannten Ecken von diesem ur- 
sprünglichen Pol aus erweitert. Indem wir diese Erweiterung auf den zweiten Pol 
0 = 0 übertragen, so wird durch die entsprechenden Substitutionen das Gebiet des 
ersten Pols wieder erweitert. Wird dieses Verfahren lange genug fortgesetzt, so werden 
uns endlich alle Ecken zugleich mit ihrer Verbindung bekannt. Ich lasse hier eine 
Tafel der Substitutionsergebnisse folgen, in der Absicht, daraus die Ordnung herzuleiten, 
in welcher die Ecken durch Seiten verbunden sind. 


1. () 0-0 | -"7, 9=n (f) 
2: (f) 0 =-",per—a | =; pp = (c) 
3. (N) =, =0 =", g=0 (WM 
4. (ce) © sp -n—) 9=;: g= n-—b(ec) 
.() ei gb  0=-%, g=n-a() 
| 
.() = HF, p=n-V | 0-3, 9-7 (W 
‚ 4 ‚ q 
T. (h) "=. P = 9=-: rn (e) 
8. (h) 0-Y,g-r | 0=7-,9=0 () 


Da jede Substitution mit ihrem Resultat vertauscht werden kann, und da, wenn 
©, p' durch z — ®', x — p ersetzt werden, auch ®, @ in zz — ©, ze — p übergehen, 
so braucht diese Tafel nicht weiter fortgesetzt zu werden. 

Wenn die Werte einer Lösung der Gleichung w® + x? —+ y? + z? = 1 genügen, 

T Y 
Yı-w: Yi-w Yi-ıus 
der ursprünglichen Lösung (w, x, y, 2), und den auf der äquatorialen Kugel (w = 0, 
x?--y?+ 2°? = 1) gemessenen Abstand zweier solcher Projektionen nenne ich äqua- 
torialen Abstand der zwei ursprünglichen Lösungen. Sind nun ®, 9,9; ©, g, w 
die tetrasphärischen Werte zweier Ecken des Polyschems, y ibr tetrasphärischer und w 
ihr äquatorialer Abstand, so ist 


so nenne ich die Lösung (0, ) die äquatoriale Projektion 


cosy = c0sQ cos ©’ + sin Osin ©’ cosw, Ccosw = C0SPCoSP 4 sinpsingp cos(ı — WW). 
Jede Eckenverbindung wird durch das entsprechende w hinreichend bestimmt. Hier 


folgt nun eine Uebersicht aller Eckenverbindungen mit Angabe ihrer Herleitung aus 
der vorigen Tafel. 


ıf. Keine Bedingung. 
Sf. w=n—ı. 


fe. Durch die Formeln 1., 2. geht eine Verbindung af in eine fc über, wo 
w-nr—!b. 

fh. Durch 1., 3. geht eine «af in eine fh über, wo w= sr. 

cc. Durch 2. geht eine Verbindung ff mit dem Azimutunterschied v = a in 

| eine ce mit demselben Azımutunterschied über; also 


cos w = cos? b’ -- sin? b’ cos z — — cos (b) —b, w=nrn—(b —)b). 


— 126 — 


ch. Durch 2. und 3. geht eine Verbindung ff in eine ch über, ww=b. 
ce. Durch 2., 6. geht eine fc mit dem Azimutunterschied = in eine ce über, 


' nl- [47 D ' . 7T da 37 71 b'—b 
also cos w = cos b cos in + sın b sin "I 008°, en u 


he. Durch 3., 6. geht eine fc in eine he über, wo w = - 3 
hb. Durch 3., 8. geht eine fh in eine kb über, wo w = (. 
ee. Durch 6., 7. geht eine ch mit Azimutunterschied y = in eine ee über, 


3 
w w= 
FB) 


Von hier an wird eine weitere Fortsetzung überflüssig. Gemäss dem bisherigen sind 
nun in folgender Tafel die Seiten des Polyschems vollständig aufgezählt. 


af, di, ohne Bedingung. ch,bg w=b. | 
ff, dd, WERT ce, eg, DER Me, 
Se, y, ven —b. ie = 
Ih,bd,wv= rn. he,eb, w= 2 5 = 
c,9ggw=n—(h —b). er: 
Ian 
| ee, ee, 


Die Verbindungen von je vier Ecken zu einem Tetraeder sind: 
afff, Sffe, ffec, fech, eche, chee, ceee, heeb, eeeg, eeby, ebyq, bggd, ggdd, gddd, ddaı. 


Wir schicken uns jetzt an, die Frage zu beantworten, in wie vielen Lösungen 
ein vom Centrum ausgehender Strahl den Umschluss des überschlagenen Hexakosioschems 
schneidet, oder wie oft in der tetrasphärischen Projektion desselben das totale tetra- 
sphärische Kontinuuın enthalten ist. Für diesen Zweck reicht es hin, zu untersuchen, 
in welchen der vorhin aufgezählten Klassen die Tetraeder die positive Hälfte der Axe 
w schneiden. 

l. Die 20 Tetraeder a ff, fhaben den Pol w = 1 zum gemeinschaftlichen Scheitel. 
Ein nahe beim Pol senkrecht auf die Axe geführter Schnitt ist ein überschlagenes Iko- 
saeder, und ein von einem innern Punkte des Schnittraums ausgehender und diesem 
Raum angehörender Strahl trifft die Grenzoberfläche 7 Mal. Dreht man nun den Strahl 
um seinen Anfangspunkt aus dem Schnittraume heraus, so muss er fortfahren, den 
Umschluss des Polyschems, insofern er nur aus diesen 20 Tetraedern besteht, 7 Male 
zu schneiden; und nur, wenn er nach dem Pole « = 1 selbst geht, schneidet er nur 
einmal. Es ıst leicht, dies auf einen vom Centrum auszehenden, der Axe w unendlich 
nahen Strahl überzutragen. 


-- 127° — 


Il. Die Tetraeder /fffe sind 20 an der Zahl. Werden alle vier Ecken eines 
solchen Tetraeders auf die äquatoriale Kugel projiziert, so bilden die Ecken f ein Kugel- 
dreieck, dessen Seiten sv — a betragen, und das Eck c ist dem Mittelpunkt dieses Drei- 
ecks, der von den Ecken um D’ absteht, antippd.. Man kann demnach die Werte der 
vier Ecken so ansetzen: 


; In un 37 y' un IA. Jr j 
(f) w= es z=sinz cosl, y=sin sind, 2=0: 
3770 


7 . Ir . 4 . In, 
—-.ı z=sı _ sınb sin =» 
3 Ri) 3 


' In ; ‚ N I 
ff) w=cos—ı z=sinz cosdb, y=sin-- sind cos‘ 


or 


[Zj gr “ Ir [4 [2 In . r 9 ” 3n . ’ . Ix 
()w= cos z=sin-— cosb, y= sin 5- sinDb' cos.» z=—sin — sin b sin —; 
A) d b) 3 B) 3 
T R . N 
() w=cs, 2=—-sinzı y=Pb, z—\. 


Sind 9, q,r,s beliebige positive Faktoren, für welckepy--q+r—+s=1 ist, und 
multipliziert man die ortliogonalen Werte der vier Ecken mit denselben, so sind die 
Summen der Produkte die Werte irgend einer innerhalb des Tetraeders liegenden 
Lösung. Richtet man die Faktoren so ein, dass die Variabeln &, y. z verschwinden, so 
wird w der erste Wert der Lösung, in welcher der Raum des Tetraeders die Axe 
schneidet. Kann dieses durch positive Faktoren geschehen, so schneidet der Tetraeder 
selbst die Axe, ohne dass es einer Verlängerung seines Raumes bedarf. Man erhält 


Y5—1 


2y5 


! 
= 98= ao Ww=—-——=—1-+3 
2Yy5 2Yy5 3%: 


o_Yy5 3 _Y5 

p=gy=r=-' 1 el 3 - 

Das Tetraeder ff’ c schneidet demnach die Axe auf der negativen Seite; also schneiden 
die 20 Tetraeder yddd die Axe auf der positiven Seite. 

III. Die Tetraeder ffcc sind 30 an Zahl. Daw (ff) =r —a, w(er)=r—(V —)), 

w (fc) = se —b. Man kann daher den vier Ecken folgende tetrasphärische Werte geben: 


’ 3 2) . 
KS)9='5: =, (Hal, (es: 


 ‚p= > ’ V= +5: 


Aus diesen folgen die orthogonalen Werte: 


3 . d93n2.. q . 97 a 
>= (0S— 7=sın -. SM „9 y=+sın\.-c08 7 =(; 

oO .) ) — P5\ ) 

7 an. db—b on V’—b 
WC, = — sn „ Sin y=lh, z= tr sin 0057, 


Die 30 Tetraeder /f/cc schneiden also die Axe auf der positiven Seite. 


IV. Die Tetraeder fech sind 60 an Zahl. w(f)= x, w(eh) = b'. Tetra- 
sphärische Werte der Ecken: (/)@ = m, = 1; (N) = nn 9=0;(c)@=}, 


g=-lb,’)=-H m. Örthogonale Werte: 


| In a 2. 
) w=- ws: 2=— sin YadU, ze; 
a . Tr 
(h) w= — (008.1 2= sin y=d, z—=(; 

4 n on A ‚ ln Typ an __ 
(„e)w= cos ., —=sin„ cosdb, y=sin„sinDb cos, z=+sin; sindsin 
ei) | I 
Hieraus r=s=(0,p = De Me Also schneiden die 


60 Tetraeder )ygd die Axe auf der positiven Seite. 
V. Die Tetraeder cche sind 60 an Zahl. Tetrasphärische Werte der Ecken: 


’ n 7 b’—b 7 4: n—ı 
(‚e)0=-,9=7;—-75 ‚yv=0;e)0=-5:9=-;()0= Zıp =, 
7T 
Y =: Orthogonale Werte: 
u L a BE SEE al, BE, Gb ee 
(„e)w= cos z=sinzsingey=tsin., cos. zo 2=0; 
(e) w-—0, = —J], WEN); ze: 
(h) — — cs 2 = sinZsin.» y=-0 z= sin cos-- 
> 2 2 i 5 ) 
3-Y5 Ez ges 
P=u=- r—=-)5—- 23 s=(l, uv- a 


Die 60 Tetraeder cche schneiden also die Axe auf der positiven Seite. 


VI. Die Tetraeder chee sind 60 an Zahl. Tetrasphärische Werte der Ecken: 


(dh) 9-:°7, Po=(; (©) O = “= p = nt, v= +’ (c) 9=.ı19=P), Vi. 


Orthogonale Werte: 


nr . 
(h) W = — 008, 7 — sin 24 y=ß, z—=(; 
‚ . a l n . In, 
ee)w=(, 2= — sin Y == COS os z—=-+co“ sın ur 
2 j 2 5 . 2 ) 
(c) cos = ı 2 =sin z csb, y=- —sin : sind, z—(. 
ja . A 3 1) Y> — 1\° ' 
er a0 u Bi 7 ‚w— - (Y5—2). 
Also schneiden die 60 Tetraeder eebg die Axe auf der- positiven Seite. 
VI. Die Tetraeder ceee sind 20 an Zahl. 
n ru 7 7 b—b In 
(«) 0 = yı Pt, ae v —=(, ae 
(ORTE u Sup Er u Sure Ye RN 
. V—1 b"’—b 
() v0, x = sin — Y= 68, . 2—=0; 
ro . b’—-b b’—b n b’—b . 7 
ee )w-=0, zesn Wr, zero ean,: 


el, rn, 


Also schneiden die 20 Tetraeder ccee die Axe auf der positiven Seite. 


VIII. Die Tetraeder Reeb sind 60 an Zahl. Jedes hat eine mit der Axe pa- 
rallele Seite Ab und schneidet also die Axe im unendlich entfernten Punkte. 

Wenn für ein Tetraeder alle vier Faktoren p, g, r, s positiv und von Null ver- 
schieden sind, und wenn auch w positiv ist, so umgiebt seine tetrasphärische Projektion 
den Pol © — 0 vollständig. Ist einer jener vier Faktoren gleich Null, so fällt der 
Punkt der Axe in eine Seitenfläche des Tetraeders; und man muss die zwei Tetraeder, 
welche diese Seitenfläche gemein haben, zusammennehmen, damit der Pol © = 0 von 
den Projektionen ringsum bedeckt werde; so in V; die Tetraeder cche zählen also 
nur für 30 Deckungen. Sind zwei jener vier Faktoren gleich Null, so liegt der Punkt 
der Axe auf einer Kante des Tetraeders. Da nun 5 Tetraeder diese Kante gemein 
haben und 2 mal um dieselbe herumgehen, so wird von den Projektionen dieser 5 
Tetraeder zusammen der Pol erst 2 mal ringsum bedeckt. So in IV; die Tetraeder 
byg(d zählen also nur für 24 Deckungen. 

Demnach geben die Tetraeder afff T, yddd 20, ffcce 30, bygd 24, cche 30, 
eebg 60, ceee 20, im ganzen 191 Bedeckungen des positiven Pols. 

Die tetrasphärische Projektion des überschlagenen Hexakosioschems 
enthält also 191 totale tetrasphärische Kontinua: und jedes einzelne Tetra- 

17 


130 — 


schem P, ; (7) ist n des totalen tetrasphärischen Kontinuums; folglich 
F (5 s ) =) = H = ns Der rationale Wert dieses Orthoschems ist jetzt auf 
einem zwar etwas mühsamen, aber direkten Wege durch reine Konstruktion gefunden 
worden; auch die etwas leichtere, aber weniger direkte Art, wie dieses Orthoschem in 
$S 33 mittelst des Eckenmasses des einfachen Hekatonkaieikosaschems bestimnit wurde, 
mag hieher gezählt werden. Da sonst alle übrigen rationalen Orthoscheme mit kommen- 
surabeln Argumenten (eines ausgenommen, das wir bald nachher behandeln werden) 


unmittelbar aus den Konstruktionen des $ 17 folgen, so lag es mir daran, auch 


2: OT si . r Er He - 
f (7 - 7)» unabhängig von dem künstlichen Verfahren in $ 30, durch direkte Kon- 


struktion zu bestimmen; und man möge es mir verzeihen, wenn dieses nicht olıne Weit- 
läufigkeit geschehen konnte, und wenn ich sogleich noch eine zweite direkte Art, wie 
dasselbe Resultat durch Konstruktion erreicht werden kann, beifüge. 


Denkt man sich beide Hexakosioscheme (3, 3, 5) und (3, 3; > auf dieselbe Tetra- 


sphäre projiziert, so liegen bei beiden je 5 Tetrascheme um eine gemeinschaftliche Seite 
herum, beim einfachen mit einmaligem, beim überschlagenen mit doppeltem Umlauf; 


; i .. EL. ; a 
beim einen hat also das reguläre Tetraschem das Argument 5 , beim andern —.  Be- 


ß FREE ; In An ; : . ; 
zeichnen wır ihre Masse mit 5 (7) und S (7): so wissen wir bereits aus $ 17, dass 


‚(rn 1 j ERBEN £ ; 2 ; i #n 
S (>) Ze des totalen tetrasphärischen Kontinuums ist; die Bestimmung von $ (7) 
In 


.. r . v .. « iz ’ . 
hängt also nur noch von der Kenntnis des Verhältnisses s(2): S ("; ) ab, und diese 


kann man direkt erhalten, indem man untersucht, wie viele kleine Tetrascheme das 
grosse in sich schliesst. 


Die Ecken des grossen können wir auf folgende Weise angeben: 
(I) © od; (11) 9 oo = sr, (11) O0 - ns pa, 1) = ı Im 


Lässt man der Ordnung nach je ein Eck weg und legt durch die drei übrigen und durch 
das Centrum einen Raum (lineares Kontinuum), so mögen die vier Diametralräume, 
welche S (7) begrenzen, durch die Gleichungen p, = :0, 9, = 0, p, 0, p, = 0 dar- 
gestellt scin. Wenn nun die homogenen Polynome p so eingerichtet werden, dass die 
Summe der Quadrate der Koeffizienten eines jeden gleich 1 ist, und dass sie sämtlich 
für eine innere Lösung positiv sind, so hat man in tetrasphärischen Variabelu: 


e — 131 — 


RT . U. . ı 

Pı = 608 ;; c08S ®--sın „sn Ocosw, wo cosw= — cosb cosp +sinb sing cos y, 
ER 2) . d U .- 

p, = sın — SIn -, C0S8 @ -}- C08 „5 sin p cos V), 


Ps, P, = Sin © sin p sin (*: 3: v) 


Da sin ©, sin @ immer positiv sind, so geben die zwei letzten Polynome für eine 


innere Lösung die Bedingungen — z <yp< ei . Das Polynom p, giebt die Bedingung, 
dass die äquatoriale Projektion der innern Lösung auf der Halbkugel liegen müsse, 
deren positiver Plg =?” wo / = 0 ist und auf der Mitte einer Seite des äquatorialen 


2 
Ikosaedernetzes liegt. Alle drei Bedingungen zusammen liefern ein äquatoriales Dreieck, 
innerhalb dessen die Projektion einer innern Lösung fallen muss, und dessen Ecken die 
Projektionen von II, III, IV sind. Der Mittelpunkt dieses Dreiecks st = r —b,y=(0); 
das obige w ist also der sphärische Abstand irgend einer äquatorialen Lösung von diesem 
Mittelpunkt; das Maximum von w findet für die drei Ecken statt und ist Ö’; daher ist 
cos w immer positiv. 


Wenn also ®@ < 3 ist, so ist p, Immer positiv. Ueberhaupt ist p, der Kosinus 
des dritten Winkels eines Kugeldreiecks, worin die zwei Winkel 3 und z = © die 


Seite w zwischen sich haben. Für ein konstantes © nimmt p, ab, wenn w wächst; 
und der Spielraum von w reicht von w = 0 an bis da, wo p, = 0 wird, darf aber auch 
nicht über w == V’ hinausgehen. Dieser Spielraum fängt also da an beengt zu werden, 


wo für w == b zugleich p, = 0 wird, verengert sich für ein abnehmendes sr. —- © immer 
mehr und verschwindet endlich da, wo p, = 0 wird für w == 0. Aus der Anschauung 
des sphärischen Ikosaedernetzes ergiebt sich für jenen Anfang x — 9 = ni dieses 


7 In er ’ i — 
Ende verlangt cos (@ — > —0( oder 9 =: ce Somit ist die Grenzbedingung p, > 0 
Be er: . 4n 
nur für die Zonen © = A untersuchen. 


In der Zone 9 = findet noch keine Verminderung der Ecken statt; nur fallen 
sie für II, III, IV in die Grenze p, = 0 hinein. 


In ö Re ß 
In der Zone 9 = er kommen nur 10 Mitten von Ikosaederflächen in Betracht, 


wovon 6 paarweise auf die Seiten des begrenzenden Kugeldreiecks fallen. Es muss sein 


= Tr 1 ’ . . ' Tr 
cos w > cotg? u — cosbcosb --sınbsin b cos „’ 


d. h. w darf nicht grösser sein als der sphärische Abstand eines jener sechs Punkte vom 
Mittelpunkt des genannten Kugeldreiecks. Auch hier ist also in der Zahl der Ecken 
noch keine Beschränkung; nur fallen die sechs genannten Punkte in die Grenze p, = 0 
und zugleich paarweise je eine der drei übrigen al 


In der Zone @ = muss sein cos w > cotg — cotg = -=cosb, oder w<D. Die 


in dieser Zone möglichen Eiken werden also auf die drei innersten Ikosacderecken be- 
schränkt, welche zugleich in die Grenze p, = 0 fallen. 
Hier unten sind nun alle Ecken des einfachen Hexakosioschens, deren Projek- 


; . il i ; 
tionen auf oder innerhalb das grosse Tetraschem S (7) kommen, nach der in $ 17 ein- 


geführten Bezeichnung aufgezählt. Die, welche in eine Grenzfläche, Grenzkante fallen, 
sind resp. mit einem, zwei übergesetzten Strichen versehen, die mit einem Eck des 
grossen Tetraschems zusanımenfallenden mit der betreffenden römischen Ziffer. 


tl; 


b,, bi; b., bis; 6) b;; 


Cyys Eros Eos Cros Orr Cry Cs Can Cıas Cias 


dy, dd, as ds da; 


Esor Orr Caıy Cor Eis Pau Os Cıys Com Orr Easy Cas} 


fr fofı HAHN IV: 


Jr Jıo Yo Jıoo Ua: 1: Yıs; TER m Yıs; 
TS 


Die von diesen Ecken gebildeten Tetrascheme sind teils ganz, teils durch die 
Grenzen p halbiert; bei den letztern geht die Grenze immer durch eine Seite des Tetra- 
schens und die Mitte der Gegenseite; dass es sich so verhält, und dass demnach wirklich 
Halbierung eintritt, ıst für ein einzelnes Tetraschem nicht schwer zu beweisen; aber 
die Aufzählung aller einzelnen Fälle wäre zu weitläufig. Ich gebe daher sogleich die 


; In : € 
Uebersicht aller ganzen und halben Tetrascheme (7). in welche das vorhin be- 
. „fr Wie 
schriebene grosse Tetraschem 8 (7) zerfällt. 


} 


abbb 4 ganze, 6 halbe deef 18 ganze, 6 halbe 
blblbee 4 „6 , eecey 4 „6 , 
bbecee 9 „93, ee/f{y IS „ 6 „, 
beed 21 „, —- efyyg 21 „ — 
cede 21 B — Fygh 15 s 6 A 


cdeelS „6 _, yglh 3 5, 6 
ceee + „6 ghäh1 „3 , 


De ee ze 


Ep u ee 


— 19 — 


Addiert man alles zusammen, so erhält man 
‚(Ar Im 
s(7)=191.8()- 


Es giebt noch ein Paar reciproker Polyscheme, deren Ecken mit denen des ein- 


fachen Hexakosioschems zusammenfallen. Sie entsprechen den Charakteren (5, 3, 5) 


und (} ‚8, 5) und mögen die zwei amphibolen Hekatonkaieikosascheme heissen. 


Wirklich ist sin = sin 2. a) Ri > + — cos n - Ist nun 1 die Seite eines überschlagenen 
Ikosaeders (3; >) ‚so ist sein Radius sın z ; die genannte Seite ist aber zugleich Dia- 


gonale des Fünfecks des einfachen Dodekaeders (5, 3), das als Bestandteil des Um- 
schlusses des gesuchten Polyschems auftritt; die Seite dieses Fünfecks oder die Seite 


. . Tr 
des Polyschems ist also 2 sin 


0; wenn daher a den entsprechenden tetrasphärischen 


. . . . 4 . nz . T an 
Centriwinkel bezeichnet, so ist cos. g sin „: 2 sin 10 008 10° 


wie beim einfachen Hexakosioschem. Bei diesem kennen wir nun schon eine dodeka- 


folglich a = - ‚ gerade 


edrische Gruppe von Ecken; sie wurden mit c bezeichnet und lagen in der Zone ® = = 


Der Radius der eingeschriebenen Tetrasphäre ist also halb so gross als derjenige der 
umschriebenen; d.h. wenn die zwei amphibolen Hekatonkaieikosascheme der- 
selben Tetrasphäre eingeschrieben sind, wie das Oktoschem und Hekkai- 
dekaschem, so sind sie auch mit ihnen derselben Tetrasphäre umschrieben. 
Jedes derselben hat 120 Ecken, 720 Seiten, 720 Fünfecke und 120 Dodekaeder. 


i j ß a ar 
Wir wollen nun untersuchen, wie oft der Umschluss dieses Polyschems (5, 3, ,) 


sich auf die Tetrasphäre projiziert. Ordnet man die einfachen Dodekaeder zonenweise 
um den Pol a, so bedeckt erstens das Dodekaeder (rcc...), welches diesen Pol «u zum 

tetrasphärischen Centrum hat, denselben ringsum; zweitens kommen die 20 Dodekaeder, 
_ deren Centra die Ecken ce sind, und welche um das gemeinschaftliche Eck a herum, 


n ; . e a j a) r R 
wie die Dreiecke eines überschlagenen Ikosaeders (3, 5) auf einander folgen, in Be- 


tracht; sie bedecken den Pol a nur 7 mal, weil auch das (3, >) einen 7fachen Mantel 
hat; drittens gehören die 12 Dodekaeder, welche die Ecken b zu Centren haben, hieher; 
jedes derselben bedeckt den Pol a ringsum. Da es nun sonst keine Dodekaeder giebt, 
deren Projektionen den Pol «a erreichen, so wird derselbe 1-+7--12 = 20 mal be- 


deckt. Das Polyschem (5, 3, ,) projiziert sich also 20 mal auf die Tetrasphäre. 


— 134 — 


Dasselbe Resultat erhalten wir, wenn wir nachsehen, wie viele Tetraeder des 
(3, 3, 5) auf ein Dodekaeder des (5, 3, >) gehen. Wird dieses von den Ecken c ge- 


bildet, so umfasst es ganze Tetraeder, die 20 abbb, 20 bbbc, 30 bbce und die 60 
halben Tetraeder becd. Dass diese von den sphärischen Fünfecken des Dodekaeders 
wirklich halbiert werden, davon überzeugt man sich am leichtesten, wenn man eine 
Gruppe von je 5 um eine gemeinschaftliche Seite herum liegenden Tetraedern unter den 
Pol bringt; es sei dann ab, die gemeinschaftliche Kante, die Gegenkanten bilden das 
sphärische Fünfeck b, b,b, b, b,; die Kugelfläche des letzten halbiert den Kreisbogen 


ab, = ss denn jene ist durch die Gleichung 2 = tang = cos a = tang . ‚ dieser durch 
die Gleichungen y = 0, 2 = 0 bestimmt. Wenn man also immer die tetrasphärischen 
Projektionen betrachtet, so ist das Tetraeder im Dodekaeder 100 mal enthalten. Da 


: 1 .. ; ” ; ; 1 
nun jenes „_, des tetrasphärischen Kontinuums beträgt, so ist dieses . , 


aus 120 Dodekaedern bestehende Umschluss zählt 20 tetrasphärische Kontinua. Dem- 
nach ist 


und der ganze 


zı nn In tt ı 7 1 
—1 9 — — 9 a a ge um — ce 
E37) 0/72) 45 


F Inn nn 
Zum Schlusse muss ich noch bemerken, dass, obschon das Orthoschem f ("; a +) 


einen rationalen Wert hat, doch der Charakter (> 5, 3) kein echtes Polyschem dar- 


stellt, weil auch im Raume der Charakter (5, 3) zwar ein Gebilde, das mit dem Iko- 


saeder die Ecken gemein hat, aber kein echtes Polyeder darstellt. Dasselbe genügt 
nämlich der Bedingung a, — a, + a, = 2 nicht. 


$ 85. Ueber die Summe der (Quadrate der Projektionen eines Strahls auf 
symmetrisch verteilte Tüichtungen. 


Wir werden in diesem Paragraphen Fälle kennen lernen, wo mehrere von einen 
gemeinschaftlichen Centrun ausgehende feste Strahlen » die Eigenschaft haben, dass 
nicht nur die Summe der Projektionen irgend eines beliebigen Strahles s auf alle jene 
festen Strahlen verschwindet, sondern dass auch das arıthmetische Mittel der Quadrate 
der Projektionen gleich ist dem Quadrat des Strahls s, dividiert durch die Dimensions- 
zahl der Totalität. Um diese Eigenschaft kurz bezeichnen zu Können, wollen wir jene 
festen Strahlen » eutaktisch nennen. Von dieser Erklärung ausgehend, können wir 
nun folgenden Hilfssatz aussprechen: 

Wenn in der n-fachen Totalität A eutaktische Strahlen r gegeben sind, 
und es gehören zu jedem derselben als Axe u seitliche Strahlen g, welche 


durchweg mit ihrer Axe denselben Winkel a bilden und überdies so um 
dieselbe geordnet sind, dass immer ihre äquatorialen Projektionen eine 
Gruppe von u eutaktischen Strahlen einer (n—1)-fachen Totalität dar- 
stellen, so sind alle Au Strahlen e zusammen eutaktisch für die n-fache 
Totalität. 

(Unter äquatorialen Projektionen "verstehe ich die Projektionen auf das zur je- 
weiligen Axe normale (n — 1)-fache lineare Kontinuum, und den Winkel zwischen den 
äquatorialen Projektionen zweier Strahlen werde ich ihr Azimut nennen.) 

Beweis. Bezeichnet p den Winkel, den der Strahl s (von der Länge 1) mit 
irgend einem festen Strahl r bildet, so ist vermöge der eutaktischen Eigenschaft aller 
Strahlen r: 


‚ 3 N a (rn — 1)A 
Br Soon? ın — Son? — . 
2cosp=(, XFcos De also Zsin’p = Ss 


Bedeutet ferner y das Azimut zwischen dem Strahl s und einem Strahl oe in Beziehung 
auf seine Axe v, so ist 

v SEE 4 2 2 u u 

Scosy=(, 2cos Ve 
wenn diese Summe sich nur auf die u Strahlen og, welche zu derselben Axe gehören, 
erstrecken. Ist nun w der wahre Winkel zwischen s und ge, so ist 


COS w = C0S A COS P 4 sin a sin @ cos y; 
folglich 


u . . 
3 cos w = u cosacosp, I cos’w = u cos’a cos’p—+ „_jSin’asin’g, (1) 


und wenn man die Summen links auf alle Strahlen g ausdehnt, vermöge der zuerst 
gesetzten Gleichungen, 


. A U: n— 1)A Au 
LScsw—=(, Fcostw = weosta- + sinta. MIN! = ee . ( 


was zu beweisen war. 

Wir wollen nun zeigen, dass für jedes reguläre Polyschem die von seinem Centrum 
nach seinen Ecken gehenden Strahlen eutaktisch sind, indem wir, bei der Ebene an- 
fangend, nach und nach immer zu einer höheren Totalität fortgehen. 

I. Zweifache Totalität. Die Formeln 


i=n— in -|] 


| . . 
T Yın ; Iın n fr 

es ie 5.0208 2 ar er > 2 
P> cos (« - : ) 0 für n 2,93, 4,2455 Und — cos (« = s ) e 


sind bekannt; folglich sind die Radien jedes regulären Vielecks eutaktisch. 


II. Dreifache Totalität. Dass die Summe der Projektionen eines Strahl s auf 
alle nach den Ecken gehenden Radien » eines regulären Polyeders verschwindet, folgt 
mit Ausnahme des Tetraeders bei den vier übrigen daraus, dass je zwei Radien ein- 
ander entgegengesetzt sind. Beim Tetraeder kann man es daraus schliessen, dass das 
Centrum zugleich Schwerpunkt der Ecken ist. 

Wenn u Ecken des regulären Polyeders ın emer durch den Polabstand «a be- 
stimmten Zone liegen, so sind die äquatorialen Projektionen der entsprechenden Radien 
o offenbar eutaktisch als Radien eines regulären u-Ecks. Sind dann 9, ww die Winkel, 
welche ein Strahl s mit der Axe und mit einem Strahl e bildet, so ist nach (1) 


B u En di ER 
p=!cosw=ucosacosp, 9=Fcos’u = u cos? a cos’p-+ ‘, sin?« sin’. 


Diese allgemeinen Forneln wollen wir nun auf jedes einzelne reguläre Polyeder an- 
wenden und in Bezug auf alle Zonen summieren. 
1. Tetraeder. Ein Radius gehe nach dem Pol; für diesen ist p = cos, q = cos?y. 


Die drei übrigen Radien bilden eine Zone, deren Poldistanz a durch cosa = — En be- 
i ' 1 5 4. ; ; 
stimmt ist, also p= — cosy, 1 = z cos" ph sn?g. Wird die Summe aller Pro- 


jektionen mit P, die Summe ihrer Quadrate mit Q bezeichnet, so ist P= 0, Q — ie 


2. Oktaeder. Die 6 Radien können als positive und negative Hälften der Axen 
eines rechtwinkligen Koordinatensystems aufgefasst werden. Also ist P=0, Q = 2. 


3. Ikosaeder. Für den nach dem Pol gehenden Radius ist y = cos’g. Dann 


kommt eine Zone, wo cos« = V:. u=5 ist, für diese also y = cos’ —+ 2 sin? g. 
Die übrigen 6 Radien sind diesen entgegengesetzt; somit Q = 4. 

Aus den Werten von (@ ist ersichtlich, dass die Radien eines jeden der drei an- 
geführten Polyeder eutaktisch sind. Werden nun vom Centrum aus nach den 
Mittelpunkten der in einem Eck zusammentreffenden Vielecke Strahlen gezogen und 
das Eck selbst als Pol aufgefasst, so sind die äquatorialen Projektionen jener Strahlen 
eutaktisch. Wird das Gleiche in Beziehung auf jedes Eck wiederholt, so fallen 
im Mittelpunkt jedes Vielecks so viele Strahlen zusammen, als dasselbe Ecken zählt, 
und da alle diese nach (2) eutaktisch sind, so wird man hieraus auch leicht auf die 
Eutaxie des Systems schliessen, worin jeder nach dem Mittelpunkt eines Vielecks 
gehende Strahl nur einmal gezählt wird, d. h. auf die Eutaxie der Radien des 
reciproken Polyeders. Also sind auch die Radien des Hexaeders und Dodekaeders 
eutaktisch, und die Eutaxie ist somit für alle regulären Polyeder bewiesen. 

Durch eine ähnliche Betrachtung wird man sich auch überzeugen, dass alle 
Strahlen, welche vom Centrum eines regulären Polyeders nach den Mitten seiner Kanten 
gehen, eutaktisch sind. 


— 137° — 


II. Vierfache Totalıtät. Wird ein Eck eines regulären Polyschems als Pol 
aufgefasst, so können die übrigen nach Zonen geordnet werden; und da alle zu einer 
Zone gehörenden Ecken sich entweder geradezu wie Ecken eines regulären Polyeders 
oder wie Kantenmitten eines solchen verhalten, so sind die äquatorialen Projektionen 
der entsprechenden Radien des Polyschems eutaktisch.. Wenn daher u, a, 9, p, q eine 
ähnliche Bedeutung haben wie oben, so ist 


p=UC0SAaC0osp, q= ucos?acos?p+ 5 sin? a sin? gQ. 


1. Pentaschem. Für das als Pol gewählte Eck ist p = cos, q = cos’ g; 


1 


für die 4 übrigen ist cosa = 4, daher p= —cosg, q =, cos? + 2 sin? p; 
also P=0,Q= -- 


2. Hekkaidekaschem. Die 8 Radien können als positive und negative Hälften 
der Axen eines orthogonalen Systems gefasst werden; also ist Q = 2. 

Ist die Eutaxie von den Radien irgend eines regulären Polyschems bewiesen, so 
folgt sie vermöge (IT) und (2) auch für das reciproke Polyschem. Sie ist also nun auch 
für das Oktoschem bewiesen. 

Da das Eikosikaitetraschem die Ecken des Hekkaidekaschems mit denen des 
Oktoschems vereinigt, so sind auch seine Radien eutaktisch. 

3. Hexakosioschem. 


(a) a=0, u= 1,q=cos’p, 
(b) ==, u=12,qg=12 cos? — cos? p -+ 4 sin? n sin? , 
(c) a=7,u0=20,9=5, 


In ; In . 
cos?p +4 sin? sin’, 


() a=--, u=12, q= 12 cos’ 


A) 
(e) a; u=30, q=10sin?’p. 


Die Werte von q für die Ecken (a), (b), (ec), (d) sind doppelt zu nehmen wegen der 
entgegengesetzten Radien. Da 


= Be. Be eu 
cos 5 + 008 „_=y, am 5; + sın eg 
i i 120 i : ; 
ist, so wird Q = 30 = 4: Wegen der paarweise entgegengesetzten Radien ist 


ohnehin ?P=0. 
Aus der Eutaxie des Hexakosioschems folgt sogleich auch diejenige des Heka- 
tonkaieikosaschems. 
18 


— 1383 — 


IV. n-fache Totalität. | 
1. Reguläres (n + 1)-Schem (3, 3,...3, 3). Für das zum Pol gewählte Eck 


ist 9= cos, q= cos?’9; für die n übrigen ist cos a = — , also p= — c0S 9, 


= - cs’p—+ tl sin? 9; also zuletzt P= 0, Q = nn, 


2. Reguläres 2n-Schem (3, 3,...3,4). Alle 2n Radien können als positive 
und negative Hälften der Axen des orthogonalen Systems aufgefasst werden; also 


In 
Q=2=7- 


Hieraus folgt die Eutaxie auch für das reciproke Polyschem, d.h. für das 
2n-Schem (4,3, 3,...3,3). 

Ich muss noch bemerken, dass in dem für das (n—+-1)-Schem geführten Beweise 
die Richtigkeit der Formel für die (n — 1)-fache Totalität schon vorausgesetzt ward. 


Wir können das Bisherige in folgenden allgemeinen Satz zusammenfassen: 

Wenn in der n-fachen Totalität mehrere (mehr als zwei) von einem 
gemeinschaftlichen Centrum ausgehende Strahlen, welche die Einheit zur 
Länge haben, auf reguläre Art geordnet sind, und man projiziert sie auf 
irgend eine Richtung, so ist 1. die Summe aller Projektionen gleich Null, 


2. das arıthmetische Mittel der Quadrate dieser Projektionen gleich - 


Es seien a,b,... die n Kosinus der Winkel, welche einer der A eutaktischen 
Strahlen mit den orthogonalen Axen bildet, p, q, . .. dieselben Grössen für irgend einen 
einzigen Strahl s, so ist 


>(ap+bga+- = ee 


Da aber p, q,... beliebig sind, so folgt 
!a=--—, 20’ =-,ete, JFab=|I, te. 
”n n 
Ist nun noch ein zweiter Einzelstrahl s’ durch die Richtungskosinus p', q,... bestimmt, 


und © der Winkel zwischen den Strahlen s und s, also cocs®O=pp +qay +: -, so 
folgt aus dem Vorigen leicht: 


I(ap-+-ba—+::-)(ay +IY +. )= £ cos ©. 


Aus dieser für eutaktische Strahlen überhaupt geltenden Formel folgt im besondern der Satz: 


— 139 — 


Wenn in der n-fachen Totalität Radien nach allen Ecken eines regu- 
lären Polyschems gehen, und man multipliziert für jeden derselben die 
Kosinus der Winkel, welche er mit zwei beliebig gegebenen Richtungen 
bildet, so ist das arithmetische Mittel aller so erhaltenen Produkte gleich 
dem n-ten Teile des Kosinus des von den zwei gegebenen Richtungen ge- 
bildeten Winkels. 

Diesem Satz, der endliche Summen zum Gegenstand hat, ist ein ähnlicher an 
die Seite zu setzen, welcher den Wert eines bestimmten Integrals angiebt. Da sein 
Beweis von gleicher Natur mit den in $ 19 geführten Rechnungen ist, so spreche ich 
hier nur den Satz selbst aus, ohne in jenen mich einzulassen. 

Wird das totale n-sphärische Kontinuum in lauter unendlich kleine 
Elemente geteilt, nach jedem derselben ein Radius gezogen und das Produkt 
der Kosinusse der Winkel, welche dieser Radius mit zweien beliebigen 
festen Richtungen bildet, mit dem entsprechenden Element selbst multi- 
pliziert, so ist die Summe aller so erhaltenen Produkte gleich dem n-ten 
Teile des totalen sphärischen Kontinuums, multipliziert mit dem Kosinus 
des Winkels der zwei festen Richtungen. 


Dritter Teil. 


Verschiedene Anwendungen der Theorie der vielfachen 
Kontinuität, welche das Gebiet des Linearen und Sphäri- 
schen übersteigen. 


$ 36. Bestimmung des Üentrums eines quadratischen Kontinuums. 


Aufgabe. Es sei irgend eine Gleichung zweiten Grades mit den n Variabeln 
X, Kar» - %. gegeben; man soll den Ursprung so versetzen, dass die mit den ersten 
Potenzen der neuen Variabeln behafteten Glieder aus der Gleichung wegfallen. 

Auflösung. Es seien &,, ,,...t, die Werte der Variabeln für den gesuchten 
Ursprung, Y,, Ya --:%n die neuen Variabeln und t, ein die Einheit bezeichnendes 
Symbol, durch dessen Einführung die gegebene Funktion homogen wird. Das Polynom 
der gegebenen Gleichung gehe in T über, wenn darin 1, x,, &,,...x, durch to, Eyes --- En 
ersetzt werden, und es sei 

D=y rt Ve tet nr 

so ist die transformierte Gleichung 


T+DT+3DT=0, 


und die Aufgabe ist erfüllt, wenn, unabhängig von den Werten der neuen Variabeln, 
DT=0 ist. Diese Bedingung zerfällt in die n linearen Gleichungen 


oT oT OT 
I s a erst 3,7 . . . . . . . . (1) 


und so viele sind im allgemeinen nötig und hinreichend, um die n Konstanten t,,t,,...t, 
zu bestimmen. Da die Gleichung 


197 3T 8T 
Ta lnhtanht ten) 


— 141 — 


in identischer Weise besteht, so reduziert sich die neue Gleichung des (n — 1)-fachen 
Kontinuums auf . 


7, DTz . . . . R . . . . . . (2) 


Ist irgend eine Lösung (Y,, %,, - - . %„) bekannt, welche dieser Gleichung genügt, 
so wird nun auch die Lösung (— Yy,, — Ys, --- — Y,), worin sämtliche Werte der 
Variabeln den vorigen gleich und entgegengesetzt sind, genügen. Jeder durch den 
Ursprung gehende und vom Kontinuum begrenzte Strahl wird also durch den Ursprung 
halbiert. Daher soll dieser Ursprung das Centrum des (n —1)-fachen Kontinuums 
zweiten Grades heissen. 

Können die Gleichungen (1) nur befriedigt werden, indem man {, = 0 setzt, 
oder sind sie nicht alle unter sich unabhängig, so hat das Kontinuum kein wahres 
Centrum. 


Wenn mit dem Bestand der Gleichungen (1) zugleich auch 37 = (0) wird, so wird 


die Gleichung (2) in Beziehung auf die n neuen Variabeln homogen, und das Centrum 
selbst befindet sich im Kontinuum. Ist irgend eine andere Lösung (Y,, %z, - - - Y„) be- 
kannt und bedeutet k einen willkürlichen Faktor, so wird auch die Lösung (ky, , key, ...KYn) 
der Gleichung (2) genügen. Da somit jeder das Centrum mit irgend einer andern 
Lösung des Kontinuums verbindende Strahl ganz in dasselbe hineinfällt, so möge es 
strahliges Kontinuum zweiten Grades heissen. Für ein solches muss demnach 
die Determinante der Koeffizienten aller n + 1 abgeleiteten linearen Polynome von’7T 
verschwinden; aber dieses Merkmal ist nicht hinreichend, wenn die vorhin erwähnten 
Ausnahmsfälle eintreten. 


S 87. Bestimmung der Hauptaxen. 


Es sei f (x, y,2,...) eine homogene Funktion zweiten Grades der r orthogo- 
nalen Variabeln x, y,..., und f(x,y,...) = 1 die Gleichung eines Kontinuums zweiten 
Grades, wo das Centrum als Ursprung angenommen ist. Eine orthogonale Trans- 
formation der Variabeln stellt 5 n (n — 1) Elemente zur Verfügung. Die Zahl der 
Glieder in zy,xz,... ist gleich gross. Daher ist es möglich, die Variabeln so ortho- 
gonal zu transformieren, dass in der Gleichung des Kontinuums die Produkte der Va- 
riabeln wegfallen, und nur die Quadrate bleiben. 

Es si z=at+at +a’t’ +... ,„y=bt+bt!'+V’i" -+--., etc. die 
gesuchte orthogonale Transformation und p? +-pt?”+pt"—+::--=1 die trans- 
formierte Gleichung des Kontinuums. Es sei ferner 


dfay..)=Xde+KYdy-t---, 


— 12 7 — 


und wenn in den linearen Polynomen X, Y,... die alten Variabeln durch a, b,... 
ersetzt werden, so wollen wir sie durch A, B,.... bezeichnen, und ähnlich mit Accenten. 


Dann ist 


ST = Xa+Yb+. -=As+By+- = pi, 


u.s. f£. mit Accenten. Diese Gleichung schliesst in sich die rn Gleichungen: 


Aa +Bb +(Cc +---: =», 

Aa +BV + +... =(, 

Aa’ +Bb’+Cld" +... =0, 
etc. 


Multipliziert man diese mit a, @',a,... und addiert sie, ebenso mit 5, D,0’,..„u.sf., 
so ergeben sich die Gleichungen 


A—pa=I(0, B—-plb=I, Ü—pe=),....... 0.0.0) 


Diese n Gleichungen sind in Beziehung auf a,b, c,... homogen und linear. Man kann 
also die n— 1 Verhältnisse dieser Richtungskosinus eliminieren und wird eine Gleichung 
n-ten Grades P= 0 erhalten, in der die einzige Unbekannte p vorkommt. Es sei p 
eine Wurzel dieser Gleichung, so wird dieser im allgemeinen nur ein System von 
Richtungskosinussen a,b, c,... entsprechen; und die in Beziehung auf die einzelnen 
Elemente der Determinante P abgeleiteten Funktionen derselben werden mit a®, ab, ac,...; 
ab, b?,be,...;ac,bc,c?,...;... proportional sein. Wenn also a, ß,y,... die in die 
Diagonale fallenden abgeleiteten Funktionen der Determinante bezeichnen, so ist 


I 2 ß 2 


Er ee re ee, 


2 un ZUPESEINUR: LEHBEERNR ’ 
u = a +ß+::.-- 


Für eine zweite von p verschiedene Wurzel p, der Gleichung P= 0 mögen a,b, c,..., 
A,B,...ina,b,-...,4,, B,-. übergehen, so ist auch 


4, =2, % Bo =9ds: GG =-MmMin---- 
Multipliziert man diese Gleichungen mit a, b,c,... und addiert sie, so ergiebt sich 
?p, (ay +lb, +ca+")=A a+Bb+ = An, +Bb, + =plaa +Lbb +) 
oder (p— p) (aa +bb, ca +:':)=0; 


folglich au lb, +ca-+t''=0. ... 0.0.0.0. 0. (4) 


— 143 — 


Wäre p imaginär, so könnte p, die konjugierte Wurzel sein; dann wären auch 
a,a,; b,b,;... konjugiert, und daher könnte keines der Produkte aa,, bb,,... negativ 
sein, was der Gleichung (4) widerspricht. Die Gleichung P = 0 hat also lauter reelle 
Wurzeln. 


Die Elemente der Determinante P seien () i (:) (;) a 


(:) — (1); und, abgesehen von dieser Gleichheit je zweier in Beziehung auf die Dia- 


gonale gleichliegender Elemente, sei 


1 5 
‚ etc, wo immer 
n , 


8Pp 1 9: P 1 2 
=] = |, ete. 


N .) 1 2 aß 
 (.) (.) 26; 
(.) | | 
Da nun 7 ae l ist, so folgt leicht, wenn P als Funktion von p aufgefasst und 


P(p-+-w) nach steigenden Potenzen des Inkrements w entwickelt wird, 


P(p+w=P(p) — v2]. ]+ w2] 2] — 2] + ...+(— w)".. . 06) 
Hat nun die Gleichung / (p) = 0 nicht lauter ungleiche Wurzeln, und bezeichnet z. B. 
p eine Wurzel, welche m mal vorkommt, so behaupte ich, dass für diesen Wert von p 
alle (m —1)-ten abgeleiteten Funktionen von P(bloss formell verstanden, wie wenn sämtliche 
n® Elemente der Determinante P von einander unabhängig wären) verschwinden müssen. 
Zunächst ist nämlich klar, dass auf der rechten Seite der Gleichung (5) die Koeffizienten 
von w, w', w”,.... ww”! verschwinden müssen; und es soll gezeigt werden, dass daraus 
das Verschwinden aller (m — 1)-ten Abgeleiteten der Determinante P mit Notwendigkeit 
folgt. Ist dieses für m — 1 gleiche Wurzeln schon geschehen, so kann man auch ferner 
beweisen, dass es-für m gleiche Wurzeln gilt. Um nicht weıtläufig zu werden, wollen 
wir m = 4 setzen; das allgemeine ist aus diesem besondern Fall leicht zu entnehmen. 
Da, wenn die Behauptung für m = 3 richtig ist, die zweiten Abgeleiteten von P einzeln 
verschwinden, so kann man setzen: 


()=4()+2()++m(): 


wofern nur nicht alle dritten Abgeleiteten der Determinante P auch verschwinden (in 
welchem Falle übrigens das zu Beweisende schon statt hätte). Dann ist, wenn die 
Zeiger a, ß,y von 1,2, 3 verschieden sind, 


— 14 — 


23a«a]| _,9 123 laß] _ 
[23%] = 32° [123] ter [1os] = 


also 
2[72]= [| + mr + Rt 


apy 
+ 2? Hr etc. + 1A, .A,.A, eh 


HU .Us- Mo 
v ® v, . V., 


ul a 27 


Y.d% 


Diese Formeln gelten für drei gleiche Wurzeln. Sind vier gleiche vorhanden, so muss 


die Summe w je wo jetzt «, 8, y beliebige Zeiger mit Einschluss von 1, 2, 3 be- 


deuten, gleich Null sein. Da aber im vorigen Ausdruck für dieselbe das mit ihrem 


. 123 
ersten Gliede F 93 


eines 1 ist, so kann dieses Aggregat nicht verschwinden; weshalb notwendig der andere 
Faktor, das erste Glied Br 


| multiplizierte Aggregat aus lauter Quadraten besteht, von denen 


123 


von jedem andern einzelnen Gliede der Summe 2 Be gezeigt werden. Aus k =) = 
2 


| der Summe, verschwindet. Das gleiche kann aber auch 


folgt, dass man setzen darf: 


()=5: +) + tel) Beh. 


234 
231 
ausser den vier ersten Elementenreihen nicht auch noch die fünfte von den übrigen ab- 
hängt (in welchem Falle alle vierten Abgeleiteten der Determinante P verschwänden, 
also fünf gleiche Wurzeln vorhanden wären). Multipliziert man mit A, und summiert 
nach = 4,5,...n, so erhält man 


sobald nur nicht alle | | verschwinden, was man immer wird vermeiden können, wenn 


ähnliche Ausdrücke für C) (;) . Die Formel (6) gilt also füri=1,2,3,45,...n. 


Da somit jede der vier ersten Horizontalreihen in ihrer ganzen Ausdehnung von den 


— 145 — 


übrigen abhängt, so müssen alle Determinanten, welche durch Weglassung von drei 
Horizontalreihen entstehen, verschwinden, d. h. alle dritten Abgeleiteten von P. Wenn 
also obige Behauptung für m = 3 richtig ist, so gilt sie auch für m = 4; und es ist 
leicht, diesen Beweis zu verallgemeinern. 

Wenn demnach eine m-fache Wurzel p der Gleichung P= 0 im Systeme (3) 
substituiert wird, so werden m seiner Gleichungen von den übrigen abhängig. Man 
kann daher »n unter sich unabhängige Gruppen von Verhältnissen: 


BED ee, AA esse MED IF aeg 
angeben, deren jede dem System (3) genügt. Dann wird aber auch jede Gruppe 
(a +: +. tn): ab 4. +enb)i::-- ’ 


WO &,&y, +. . &, Willkürliche Faktoren bezeichnen, genügen. So wie nun jeder einfachen 
Wurzel der Gleichung P = 0 ein durch die Richtungskosinus a, b,c,... bestimmter 
Strahl als Hauptaxe entspricht, so wird demnach jeder m-fachen Wurzel ein m-faches 
lineares Kontinuum, bestimmt durch jene ın unter sich unabhängigen Lösungen des 
Systems (3), entsprechen; und wie man auch innerhalb dieses Kontinuums m orthogonale 
Axen wählen mag, so kann man sie immer als Hauptaxen des gegebenen quadratischen 
Kontinuums auffassen. 
Setzt man in der transformierten Gleichung 


perl pt. —=l 


!=t"=...=0,so erhält man t = Es als absoluten Wert der betreffenden Hauptaxe. 
» 


Ist p positiv, so wird die Axe der t zu beiden Seiten in gleichen Abständen vom Centrum 
durch das quadratische Kontinuum reell begrenzt; die Lösungen, in denen dieses ge- 
schieht, mögen Hauptscheitel des Kontinuums heissen. — Die Wurzeln der Gleichung 
P= 0 sind die umgekehrten Werte der Quadrate der Hauptaxen des quadratischen 
Kontinuums. Dieses hat also so viele imaginäre Hauptaxen, als die Gleichung P= 0 
negative Wurzeln. Soll das quadratische Kontinuum reelle Lösungen enthalten, so 
dürfen nicht sämtliche Wurzeln p negativ sein. Je nachdem nun die Zahl der negativen 
Wurzeln 0,1,2,...n —1 ist, kann man n Gattungen von quadratischen Kontinuen 
unterscheiden. 


$ 88. Konjugierte Tlalbmesser. 


Die auf Hauptaxen und Centrum bezogene Gleichung des quadratischen Konti- 
nuums sei Pr ww: 


: y° —_ |... = 
ge ar d? 1, 


— 146 — 


wo die Axen a,b,...d teils reell, teils rein imaginär sind. Es sei ferner a, ß,Y,...; 
@,8,Y%».:-.j... ein orthogonales System von Richtungskosinussen, und #, f,t',... 
seien neue Variabeln eines schiefen Systems, in welche die alten übergehen durch die 
Relationen | 

x „U 


ce t an 4 ° Y _ 20 ‚ 4 „ t" 
Da ee eo 


d 


so ist die transformierte Gleichung des quadratischen Kontinuums 


Alk 


Ei 
rem eatreml], 


und h, %,4,... sind die Werte der konjugierten Halbmesser oder schiefen Axen 
des neuen Systems. Sind A, u,»,...;4,w,v,...; ete. die Richtungskosinus der kon- 
jugierten Halbmesser, so muss sein 


z=At HN! +-N U" +... yzut+-ut tut —+---,ete. 
woraus folgt 
hr hu hv _WX 


‘ R F ’ hu’ , 
A Ze Ey 


Die einzigen Bedingungen, durch welche Richtungen und Werte der konjugierten Halb- 
messer von einander abhängen, sind also folgende: 


RE 
a u 5.3 Al) 


1 2° u? v? l Ar u? 
N ga —- a Fre Bee es Zn p Hess, etc. 


Da überdies nch Y+ WW" +: = 1,4’+ uw” +: - =1, ete. ist, so enthält das 
System der konjugierten Halbmesser nur = n(n -— 1) freie Grössen. Es ist auch 
= HN HN ., Ve W"HN W-H-M"W +: -, etc. \ (2) 
Miu thliYW HM’ Vu +. —=l, ete. 
| | 


1 1 
Tr, je 


: 1 \ ! i SE 1 
dem Maximum Fr enthalten. Ist ferner jenes negativ, dieses positiv, so kann z.B. -, 


l 1 . . . 1 
—-3 =, 0... zwischen dem Minimum -- und 
h2 W:’ u? 


Ist 


’ 


‚so ıst jedes 


den Nullwert passieren. Setzt man aber a°, b?,...d? sämtlich als endlich voraus, so 
ist aus den Gleichungen (2) klar, dass dieses nicht geschehen kann, ohne dass zugleich 


— 147 — 


wenigstens noch ein reciprokes Halbmesserquadrat z. B. an durch Null geht. Bleiben 


bei diesem Uebergang alle andern Halbmesserquadrate endlich, so hat man annähernd: 
M#+-h?i?=0, Mu’+h?’u?=0, ete, und durch Addition dieser Gleichungen: 
h®?+-h?=0; ferner K’Au+h?WwW=0, ete.; also annähernd A?=X?, u?= u?, etc., 
Au=hu, etc, woraus A:u:v:...=4W:uW:vV;:...folg. Wenn also ein reci- 
prokes Halbmesserquadrat unendlich klein wird, so muss wenigstens noch eines zugleich 
unendlich klein werden, und wenn dann alle übrigen endlich bleiben, so sind die un- 
endlich grossen Werte dieser zwei Halbmesserquadrate gleich und entgegengesetzt, und 
ihre Richtungen fallen unendlich nahe zusammen. Es scheint nun im allgemeinen 
immer möglich, ein System konjugierter Halbmesser von reeller Richtung allmählich 
durch eben solche Systeme hindurch in irgend ein anderes gegebenes System reeller 
konjugierter Richtungen überzuführen und dabei zu vermeiden, dass je mehr als zwei 
Halbmesser zugleich unendlich werden. Da nun bei jedem Durchgang bloss zweier. 
Halbmesserquadrate durchs Unendliche beide vorher entgegengesetzt gewesen sind und 
nachher ihre Zeichen gewechselt haben, und da sonst kein Halbmesserquadrat sein 
Zeichen wechseln kann, so scheint es im allgemeinen unmöglich, dass in zwei Systemen 
konjugierter Halbmesserquadrate die Anzahl der negativen Quadrate verschieden _ sei. 
Um dieses noch strenger zu beweisen, schicke ich folgenden leichten Hilfssatz voran: 

Sind in der n-fachen Totalität nur »ı konjugierte Halbmesser eines quadratischen 
Kontinuums (oder auch nur das durch dieselben gelegte m-fache lineare Kontinuum) 
gegeben, so ist dadurch das (n — m)-fache lineare Kontinuum, welches die n — m 
übrigen konjugierten Halbmesser enthält, schon bestimmt; aber innerhalb desselben 
können diese übrigen Halbmesser gerade mit derselben Freiheit gewählt werden, wie 
wenn überhaupt nur n — ın Variabeln in der quadratischen Gleichung vorkommen. 
Man kann daher sagen, in Beziehung auf ein gegebenes quadratisches Kontinuum in 
der n-fachen Totalıtät sei einem diametralen ın-fachen linearen Kontinuum immer ein 
bestimmtes (n — m)-faches lineares Kontinuum konjugiert. 

Beweis. Ist Ax®+ By?+(Cz2?+---=1 die auf Centrum und Hauptaxen 
bezogene quadratische Gleichung, und ist ein diametrales m-faches lineares Kontinuum 
durch die Richtungen (A, u, »,...), (A,w,»,...), etc. bestimmt, so wird jeder dem- 
selben angehörende Strahl durch die Projektionen 9A HOW + OA --...-, 
9u+QwW“+0O'wW'—+--:, etc. dargestellt, wo ©, ©, ©',... ganz beliebige reelle 
Faktoren bezeichnen. Sind nun /!, m, n,... die Projektionen irgend eines dem letzten 
konjugierten Strahls, so muss die Bedingung 


AAO LOK +. )I+ Bu + Qu + OU" +--)m-+ete—= 0 


erfüllt sein. Soll aber dieses unabhängig von den m Faktoren ®, ®©,... geschehen, 
so zerfällt die letzte Gleichung in m einzelne Gleichungen, welche ein diametrales 


— 18 — 


(n — m)-faches lineares Kontinuum darstellen, welches alle dem gegebenen m-fachen 
linearen Kontinuum konjugierte Strahlen enthält. 


Satz. In jedem System konjugierter Halbmesser eines Kontinuums 
zweiten Grades sind immer so viele negative Halbmesserquadrate als negative 
Hauptaxenquadrate. — Oder: Wenn n reelle Grössen A, B,C... gegeben sind, 


und n Gruppen von je n Grössen (A, u,»,...) (A,w@,”v,...), etc. den - n (n—]) 
Bedingungen AAX —- Buu + CvvV --...— (0, etc. genügen, so sind unter den 
n Grössen AX®—+ Bu? !-Cv?—+----, AX®+ Bu? Cv°!+---, etc. immer eben 
so viele negative, wie unter den gegebenen Grössen A, B,(,... 


Beweis. Zwischen das System der Hauptaxen a, b,c,... und dasjenige der 
konjugierten Halbmesser h, W,h”,... kann man immer zwei Systeme konjugierter 
Halbmesser einschalten, welche unter sich n — 2 Halbmesser gemein haben, und von 
denen das eine mit dem Hauptaxensystem z. B. den Halbmesser a, das andere mit dem 
gegebenen Systeme konjugierter Halbmesser z. B. den Halbmesser I gemein hat. Denn 
a und Ah bestimmen ein zweifaches lineares Kontinuum, welchem das durch die zwei 
Gleichungen & = 0, Buy-!-Crz-+---=0 dargestellte (n — 2)-fache lineare Kon- 
tinuum konjugiert ist. In diesem wähle man nach Belieben die konjugierten Halb- 
messer Ä,Äy,...%,_.. Im zweifachen Kontinuum seien die Halbmesser a,a und h,h 
konjugierte Paare. Dann hat man folgende Reihe von 4 Systemen konjugierter Halb- 
messer: 


(,d0%..) alla... ne) (ydhln...uo) Wie). 


Für eine Kurve zweiten Grades ist nun der Satz bekannt; also sind in den Systemen 
(a, a) und (R, bh) gleich viele negative Halbmesserquadrate. Nehmen wir nun an, der 
Satz sei für n — 1 Dimensionen bereits bewiesen, so enthalten auch die Systeme (2, c,...) 
und (a, A, l,...%„_2) gleich viele negative Halbmesserquadrate, ebenso die Systeme 
(di, ka... An_.) und (W,1,...). Also müssen auch die gegebenen Systeme (a,b, c,...) 
und (Rh, W,h,...) gleich viele negative Halbmesserquadrate enthalten. Da nun der 
Satz für n = 2 gilt, so gilt er auch für n = 3, deshalb auch für » = 4, u. s. f.; also 
gilt er allgemein. 


Wenn wir der Kürze wegen jedes durch m Hauptaxen gelegte m-fache lineare 
Kontinuum einen m-fachen Hauptschnitt des gegebenen quadratischen Kontinuums 
von n Dimensionen nennen, so gilt folgender 


Satz. Werden alle m-fachen Paralleloscheme, welche aus den konju- 
gierten Halbmessern irgend eines Systems gebildet werden können, auf 
einen oder auf zwei verschiedene m-fache Hauptschnitte projiziert, so ist 


— 149 — 


im ersten Falle die Summe der Quadrate der Projektionen gleich dem Qua- 
drate des Produkts der m Hauptaxen des betreffenden Hauptschnitts, und 
im zweiten Falle ist die Summe der Produkte je zweier gleichnamiger Pro- 
jektionen gleich Null. 


Beweis. Nimmt man z.B. m = 3 an, so ist vermöge der Gleichungen (2) und 
nach Sätzen, die aus der Theorie der Determinante bekannt sind: 


ab?t— |N?2?+h?X?+..., hK’au+h’iwW—+::--, KiAvH-htiv::- 
huh+hWX..., Hu+h?wu?+:.-, Muyrhtuv 4: 
h’va+th?vV—+:-.-, Mvu-+h? u ..., evt + W?y? +... 

= ls ER ee BAER EN ER N sa 

u.w.wW.W".....|heu.Hu. hu’. Wru".... 

v.vyv.vV .v"....|M#v.hKiv.Wv'.WrV".... 


= I NnNh’W'?|A.X.X|2, 
u.wW. u 


wo die durch }' bezeichnete Summe sich auf alle Kombinationen dritter Klasse, welche 
aus den n konjugierten Halbmessern h, h', h ... gebildet werden können, er- 
streckt. Da nun der Ausdruck 


Yu : ya 
j w j w 


] y ® v 


hu 


= 


z. B. die Projektion des von den Halbmessern h, h', W' gebildeten dreifachen Parallelo- 
schems auf den Hauptschnitt (abe) darstellt, so ist hiemit der erste Teil des Satzes 
bewiesen. 

Wird dasselbe Paralleloschem (A h’l'’) auf die Hauptschnitte (abc) und (aba) 
projiziert, so ist das Produkt der Projektionen 


WW |IA.N. . <huUW |... 
Bu. u.w.w 
v.v.v' EEE 


und die auf alle Kombinationen der n Halbmesser Rh, , h’,... sich erstreckende Summe 
solcher Produkte 


— 
— 


Snh’h?|A.A,.N ) ER a 

u.W.u) |B.wW.u 

vv .v' u u 
ENDE EN ER ae EIERN SEN EN SEN EN ih 
sl Mu.h?W.h?wW’.h"?u”..... 
VDE ie EEE: Nee a 


NEAR -H- WEN? +. -, MultHNwV +. -, Kvrlth?vit | = |a 
ru+ltiWt.., KHurhtwW?t..., hvuthtru:-- 0. 
MAEHHTNE+-.-, KHust+htuf—---, IvS+htvS-... 0 


Es wird kaum nötig sein, dem hier behandelten Fall, wo die zwei Hauptschnitte, auf 
welche projiziert ward, zwei Hauptaxen gemein hatten, noch Beispiele der zwei übrigen 
Fälle, wo die Hauptschnitte entweder nur eine oder gar keine Hauptaxe gemein haben, 
beizufügen. Wir können demnach den zweiten Teil des Satzes für m = 3 als bewiesen 
ansehen. Wenn wir endlich auch, um in der schriftlichen Darstellung Raum zu er- 
sparen, den ganzen Satz nur für m = 3 bewiesen haben, so ist doch die Verall- 
gemeinerung des gebrauchten Verfahrens klar genug. 

Erste Folgerung. Die Summe der Quadrate der orthogonalen Projek- 
tionen aller aus den konjugierten Halbmessern eines Systems gebildeten 
m-fachen Paralleloscheme auf irgend ein gegebenes m-faches lineares Kon- 
tinuum ist konstant. 

Denn, wenn z.B. nm =3 ist, und (a, Pıs Yır Is - I (gr Bar Ya; I - - .) 
(&g, Bgs Ya, O3, - - .) sind die Kosinus dreier unter sich an Richtungen, durch 
welche das gegebene dreifache lineare Kontinuum bestimmt wird, so ist z. B. die Pro- 
jektion des Paralleloschems (RA h’) auf dieses Kontinuum 


Uhl -tuß +, A, +uß,+:-, a 
Kat-uß +, a +uß,+, Wa,tuß + 
Yatußt re, Ktußt er, Mat aß: | 


—=hUM|ı. nv |. :.Pı-Yı | TRWN |A.u.5 &.ß1.0, | + ete. 
Kur &2. Pe: Ya K.w.s Q;. By. 0, 
ku 0. Ps. %; A.wW.5 03. ß3. 6; 


Bezeichnet nun X eine Summe, welche sich auf alle Kombinationen AA, S dagegen 
eine solche, die sich auf alle Kombinationen a bc der Hauptaxen oder auch auf alle 
binären Verbindungen von zweien dieser Kombinationen erstreckt, so ist 


—_- 11 — 


3 (Quadrat der obigen Projektion des Paralleloschems) 


= a. Bı-Yı ae k.u.v )\ 
en BR 
Us. ßz- 95 K.u.v 
wen Bde id EEE ee A } 
| Gy. Be: a. B,. Ö, K. B. v LK. w. 3 
Ag: a: Ya ag: By. 05 K.u.» V.u.g 
= Sa?’l?c?| a. P,.}ı 
Qg: Ba. Y5 
ag. B3. Ya 


Da der letzte Ausdruck von den Richtungen der konjugierten Halbmesser unabhängig 
ist, so ist die Behauptung bewiesen. 


Zweite Folgerung. Die Summe der Quadrate aller m-fachen aus den 
konjugierten Halbmessern eines Systems gebildeten Paralleloscheme ist 
gleich, wie wenn das System von den Hauptaxen gebildet wird. 


Wird nämlich das Quadrat eines jeden der zuerst genannten Paralleloscheme nach 
$ 12 der Summe der Quadrate seiner Projektionen auf alle m-fachen Hauptschnitte 
gleich gesetzt, und kehrt man dann in der so entstandenen Doppelsumme die Ordnung 
der Summationen um, so folgt die Richtigkeit der Behauptung sogleich aus dem ersten 
Teil des vorhergehenden Lehrsatzes. 


$ 39. Berührende Kontinua ersten (Grades. 


Wenn ein lineares Kontinuum eine Lösung und die derselben entsprechende erste 
Differentialgleichung mit einem höhern Kontinuum gemein hat, so ist jenes das Tan- 
gentialkontinuum für diese Lösung. Ist 


12 y® z3 IL 
er a 


die Gleichung eines quadratischen Kontinuums, so ist für die Lösung (x, y, 2,...) die 
Gleichung des Tangentialkontinuums Ä 


xx yy 4 _ 
++ te=1, 


wo die Variabeln x, y',z,... dem letzten linearen Kontinuum angehören. Dem vom 
Centrum nach der Lösung (x, y,...) hin gehenden Halbmesser A ist das diametrale 
Kontinuum, dessen Gleichung 


’ ' f 
TxX yy © 0 


a 


ist, konjugiert. Dieses ist also mit dem Tangentialkontinuum parallel. Der von der 
Lösung (x,y,...) ausgehende zum Tangentialkontinuum normale Strahl heisse die 
Normale jener Lösung. Setzt man 


pi A: B TC: i 
so sind 
x y 3 
e-, =, re 


die Richtungskosinus der Normale, und der Abstand des Centrums vom Tangential- 
kontinuum oder das Perpendikel ist «ax + ßy-+-- = p. Man hat also auch 


P=4Ad®"+-B$ß+ClCy—+:---- 


Hieraus erhellt, dass, wenn vom Centrum aus auf der Richtung des Perpendikels sein 
reciproker Wert aufgetragen wird, die so erhaltene Lösung wiederum einem quadratischen 
Kontinuum angehört, dessen Hauptaxen zwar gleich liegen wie beim ursprünglichen 
quadratischen Kontinuum, aber die reciproken Werte haben, ferner, dass die Normale 
mit A parallel ist, und dass das Perpendikel den Wert : hat. 

Das Tangentialkontinuum schneidet das quadratische Kontinuum in einem (n—2)- 
fachen Kontinuum. Die Beschaffenheit desselben wird am leichtesten erkannt, wenn 
man das System der Hauptaxen in ein System konjugierter Halbmesser transformiert, 
welchen A angehört. Geht dadurch die quadratische Gleichung über in 


EL 
Ta a 


wo H=Hh, so ist t=h die Gleichung des Tangentialkontinuums für die Lösung 
= ht=t"=...—=0) und das (n — 2)-fache Durchschnittskontinuum wird durch 
die Gleichungen 


r’3 1? er 
[== hi; ir tier time > 9 


dargestellt, ist also innerhalb der durch t= h bezeichneten (n — 1)-fachen Totalität 
ein strahliges Kontinuum zweiten Grades. Für dessen Reellität reicht es hin, wenn 
nicht alle Halbmesserquadrate 4’, ZH’, H'',... gleichartig sind. Diese Ausnahme er- 
eignet sich nur in zwei Fällen: 1. wenn alle Hauptaxenquadrate A, B,... positiv sind, 
2. wenn nur eines positiv, alle übrigen negativ sind. Daher der Satz: 


In den zwei Gattungen von quadratischen Kontinuen, wo entweder 
alle Hauptaxenquadrate oder nur eines positiv sind, hat jedes Tangential- 
kontinuum mit ihm nur die Berührungslösung in reeller Weise gemein; in 
den an — 2 übrigen Gattungen dagegen schneidet das Tangentialkontinuum 
das quadratische Kontinuum in einem strahligen Kontinuum aweiten Grades. 


Sind f, y, h,... die Werte einer beliebigen Lösung, durch welche ein Tangential- 
kontinuum an das gegebene quadratische Kontinuum gelegt werden soll, so muss die 
Berührungslösung (x, y, ...) der Bedingung 


Erd... -1 


„genügen. Diese stellt das polare lineare Kontinuum zu (f, 9,...) dar. Alle Tangential- 
strahlen, welche den Pol (/, 9, ...) mit je einer Berührungslösung (x, y, ... .) verbinden, 
bilden ein umschriebenes strahliges Kontinuum, dessen Gleichung 


Va SEBeT u Een zen Zr 


oder 


= = 2 r)? +- etc, — eh zei nZE — etc. —= 0 


ist. Der Beweis ist aus der Identität beider Formen dieser Gleichung zu entnehmen. 


Dass jeder vom Pol (/, 9, .. .) ausgehende Strahl vom polaren Jinearen Kontinuum 
in Beziehung auf die beiden Lösungen, in denen er das quadratische Kontinuum trifft, 
harmonisch geschnitten wird, ist leicht einzusehen. Man braucht nur durch den Strahl 
ein zweifaches lineares Kontinuum zu legen. 


Wenn, wie bisher, A, B,... die Quadrate der Hauptaxen eines Kontinuums 
zweiten Grades, p das auf ein Tangentialkontinuum aus dem Centrum gefällte Perpen- 
dikel und «a, ß,Y,... dessen Richtungskosinus oder, wenn man will, diejenigen der ent- 
sprechenden Normale bezeichnen, so war oben = Aa?’ Bß?+Cy?’+:--. Versieht 
man nun in dieser Gleichung p, «, ß,... nach und nach mit den Zeigern 1,2,...n 
und setzt die entsprechenden Richtungen als sämtlich unter sich orthogonal voraus, so 

20 


folgt sogleich aus den bekannten Eigenschaften eines orthogonalen Transformations- 
systenis 


BB trRtr tn SS ArB rer 


Dann sind aber auch die entsprechenden Tangentialkontinua alle zu einander orthogonal; 
es seien &,y,.... die Werte ihrer Durchschnittslösung. Dieselbe ist offenbar das dem 
Centrum entgegengesetzte Eck eines orthogonalen Paralleloschems, dessen Kanten 
Pır Pas»: + 2m Sind; folglich ist 2 + y’ + - = pi + pi +: -+ 945 also zuletzt 


a? -+-y„" +2+:.:=4A+-B+Ü-+:.- 


eine Gleichung, welcher jene Durchschnittslösung genügt. Wenn also ein solches 
Eck, wie wir es früher als Masseinheit des n-sphärischen Kontinuums ge- 
braucht haben, von lauter Tangentialkontinuen eines quadratischen Kon- 
tinuums der n-fachen Totalität gebildet wird, so liegt dasselbe auf einer 
konzentrischen n-Sphäre, deren Radiusquadrat gleich ist der Summe der 
n Hauptaxenquadrate. 

Die entsprechenden Sätze für die Ebene und den Raum sind bekannt, der letztere 
trägt Monge’s Namen. 


$ 40. Bestimmung der Hauptaxen eines diametralen Schnitts; Definition der 


konfokalen Kontinuen. 


Dem Halbmesser %, dessen Projektionen x, y,... sind, sei ein diametrales lineares 
Kontinuum konjugiert; a, ß,... seien die Richtungskosinus der Normale des letzten, 


IE ’1 . ’ D N ' N) ' . yo 
aloa—=!’, B=- ie .... Sind nun (a, 8,9, -..) (ed, ,Y sy...) ete. die Rich- 
tungskosinus der Hauptaxen dieses diametralen Schnitts, X’, R’, ete., deren Quadrate, 
so müssen die Bedingungen 


ed +HBßb +yYy tr —=(, aa -+- BB" yy' +. —=N, ete. 


a’ B’—+ v’— wu 1, etc. 


erfüllt sein; und dann ıst 


Stellt man nun die Gleichungen 


a“ BE; Et 0, 
re yL Lissef, 
etc 


zusammen, multipliziert sie mit &,a@,«',... und addiert sie, so folgt, naclhdeın man 
mit A — & dividiert hat: 


1 « 1 [7 


r ats ıze s . . & . . . . a (1) 


Multipliziert man diese Gleichung mit A« und summiert sie in Beziehung auf A, B,(,..., 
so ergiebt sich 
A? Bi er a 


IR +0 +: =, 
oder, wenn für @,ß,9,... ie Werte er . BE ... substituiert werden, 
a  , [ Zur er Tr I sense 
AA—R') 22 B(B-R) zu C(C-£R') ” io 
oder, da 
R' za 1 1 NE ER A N 2 
A(A—R) u een = 
ist, auch 
a" Ya 9 
rs a Er EEG) 


Wird diese Gleichung von Brüchen befreit, so erscheint sie in Beziehung auf die Un- 
bekannte AR’ vom n-ten Grade. Da sie aber schon durch R’ = 0 befriedigt ist, so sind 
ihre 2» — 1 übrigen Wurzeln gerade die gesuchten Quadrate X, R’, K"',... der Haupt- 
axen des der Lösung (x, %, .. .) konjugierten diametralen Schnitts. 


Die Gleichung (1) giebt nun 


a:ßiyen Sg W'BLW TOT! 


Wird (2) als Gleichung eines quadratischen Kontinuums aufgefasst und das entsprechende 
Perpendikel mit p bezeichnet, so sind 


zugleich die Richtungskosinus der Normale dieses neuen quadratischen Kontinuums. 

Wenn für zwei quadratische Kontinua die Hauptaxen der Richtung nach zu- 
sammenfallen. und die Hauptaxenquadrate des einen Kontinuums alle um gleich viel 
von den gleichnamigen des andern sich unterscheiden, so sollen sie konfokale Kon- 
tinua heissen, 


Wenn demnach in der Gleichung s + 4 + = 1 die Hauptaxenquadrate 


A, B,... so varliert werden, dass immer dA=dB=dC=--- ist, so stellt dieselbe 
eine Schar konfokaler Kontinua dar. Ist die reelle Lösung (x, y,...) gegeben, 
so zeigt die Diskussion der Gleichung, dass sie in Beziehung auf die Unbekannte A 
vom n-ten Grade ist, und dass ihre n Wurzeln immer alle reell sind; für die erste 
Wurzel sind alle Hauptaxenquadrate A, B, C,... positiv, für die zweite ist eines, für 
die dritte sind zwei, u. s. f., für die n-te sind deren u» — 1 negativ. Setzen wir 
A>B>C>-... und lassen A von 0 bis + © wachsen, so geht das quadratische 
Kontinuum n mal durch jede in der n-fachen Totalität enthaltene Lösung. Durch jede 
gegebene reelle Lösung gehen also immer gerade n konfokale Kontinua, und diese ge- 
hören allen n Gattungen von quadratischen Kontinuen an. 

Man kann auch leicht zeigen, dass zwei konfokale Kontinua derselben Gattung 


2 2 
keine reelle Lösung gemein haben können. Sind nämlich T -1- j + =], 
2 3 . 
7 z + ++. = 1 ihre Gleichungen, und zielt man diese von einander ab und di- 


vidiert durch A— A=B-B=(C-— (C=etec., so folgt 


y} y 


g? \ | 
erere er al: Eee 


Da aber hier der Voraussetzung zufolge alle Nenner positiv sind, so kann die Gleichung 
für reelle Werte x, y,... nicht bestehen. 

Gehören aber die beiden quadratischen Kontinua verschiedenen Gattungen an, so 
wird es in der Gleichung («) auch negative Nenner geben; diese ist daher möglich, und 
sie zeigt zugleich, dass die Normalen der konfokalen Kontinua in einer gemein- 
schaftlichen Lösung auf einander senkrecht stehen. 

Die obige Bestimmung der Hauptaxen eines diametralen Schnitts des quadratischen 
Kontinuums kann nun in folgendem Satze ausgesprochen werden: 


Ist ein diametraler Schnitt eines quadratischen Kontinuums gegeben, 
so ziehe man aus dem Centrum O den konjugierten Halbmesser 0A, führe 
durch die Lösung A die n—1 konfokalen Kontinua und errichte in A auf 


— 157 — 


jedes die Normale. Dann sind die Hauptaxen des Schnitts mit diesen Nor- 
malen parallel, und ihre Quadrate sind gleich den Ueberschüssen eines 
Hauptaxenquadrats des gegebenen quadratischen Kontinuums über das 
gleichnamige Hauptaxenquadrat eines jeden konfokalen Kontinuums. 


S$ 41. Fortsetzung der Lehre von den konfokalen Kontinuen. 


I. Konfokale Kontinua sind orthogonal. Schon bewiesen. 

I. Satz. Wenn n konfokale Kontinua, deren Centrum O, sich in einer 
Lösung P schneiden, und gilt P wiederum als Centrum einer Schar konfo- 
kaler Kontinua, deren Hauptaxen mit den Normalen der vorigen zusammen- 
fallen; werden ferner diese Hauptaxen resp. irgend n gleichnamigen Haupt- 
axen der vorigen n konfokalen Kontinua gleichgesetzt : so geht das so 
bestimmte quadratische Kontinuum durch O, und seine dortige Normale hat 
gleiche Richtung mit den erwähnten gleichnamigen Hauptaxen der ur- 
sprünglichen Schar. 

Beweis. Der Ausdruck 


5 2 2? 
Te ee (dA=dB=dC=---) 


erhalte für A = A,, A,, A;,... A, den Wert 1, oder, wenn man will, A,, A,,... A, 
seien die Wurzeln der Gleichung V = 1. Dann ist | 


_4—A)(A— 4)... (A— An) 


_*,%/ Be 
V=7+353+''=1 ABC 1) 


für jeden beliebigen Wert von A. Schafft man nämlich die Brüche weg, so sind Jinks 
die höchsten Glieder vom (n — 1)-ten Grade; rechts sind die höchsten Glieder ABC... 
und — 4", und es ist klar, dass bei ihrer Entwicklung die n-ten Potenzen der Variabeln 
A sich aufheben. Die vorliegende Gleichung ist also höchstens vom (n — 1)-ten Grade. 
Nun wird sie aber durch die n Werte A= 4,,4=4,4=4,,...4=4, befriedigt 
und muss also eine identische Gleichung sein. 

Multipliziert man die Gleichung (1) mit A und setzt dann A= 0, so erhält man 

B A;A, As: d, Bi By... B 


Dez a 2 — 
Bao rear ae ee 


Lässt man A — 4, verschwinden, so ergiebt sich nach vorhergegangener Differentiation 


Fu y* PEN (Ad, — A,) (di 4A,) ... (4, Er A„) 
4? 2. B: + u 4,B,C, 


— 158 — 


Wenn man also die vom Centrum auf die Tangentialkontinua der konfokalen Kontinua 
gefällten Perpendikel mit 9, ,P,, » - - Pu bezeichnet, so ist 


, AD O 5 ABO, u 
Bea Te ser a 
(4, — A,) (A — 45)... (A, — An) (As — A)) (A, ,) (As — An) 


Da diese Ausdrücke denen für x°, y?,... genau entsprechen, wenn man 4,B,(,... 
nit A,, A,, A,,... A, vertauscht, so ist 

EROE LIES ESERNDE DE Be De a ete 

A, A, A, BT," B, Zn 
Denkt man sich aber die Lösung (x, y,...) als Ursprung und die Normalen als neues 
Axensystem, so sind 9,, Pa, - - - ?„ die Werte der neuen Variabeln, welche dem alten 
Centrum 0 zukommen. Da nun die letzten n Gleichungen ein System konfokaler Kontinua 
darstellen, so ist die im Satz ausgesprochene wechselseitige Beziehung zwischen dem 
Centrum O und der Lösung P bewiesen. 


Ill. Satz. Wenn n konfokale Kontinua, welche eine reelle Lösung 
gemein haben, auf einem beliebigen Strahle resp. die Sehnen 25, 28,2s’,... 
abschneiden, wenn ferner H, H', H,... die Quadrate ihrer mit dem gegebenen 
Strahle parallelen Halbmesser, p,p p',... die aus dem Centrum auf die 
Tangentialkontinua der gemeinschaftlichen Lösung gefällten Perpendikel 
bedeuten, so ist 


sp 2 (52) (3) ER (N) - 
ee a) 


Beweis. Es sei (z,%,...) irgend eine dem gegebenen Strahl angehörende 


r . si . . v8 N y? ; 
Lösung L, und P eine Lösung, die er mit dem Kontinuum er 9 4- ++. = ] gemein 
hat; dann seien rA,ru,r»,... die Projektionen von LP= r auf die n Hauptaxen. 
Da A, u,»,... gegeben sind, so liefert die Gleichung 

OR EN NN 2 u, 


A B 


zwei Werte für die Unbekannte »; ihr Unterschied ist die Sehne 2s; ferner ist 


setzt man noch 


— 159 — 
so wird die Gleichung für r : 
r} iz. uy j r__ 
ze, ee ee 
woraus folgt, wenn man das Summenzeichen & auf die Variabeln x, y,... bezieht, 
s \2 Ar\? FE \, 
(nl) +r24 
Betrachtet man jetzt in der Gleichung V = 0 ein Axenquadrat, z. B. A, als Unbekannte, 
bezeichnet ihre Werte mit A,, As, . . . A„, die entsprechenden Perpendikel mit 9, ,9,,---P, 
und die Kosinus der Winkel, welche der gegebene Strahl mit den Normalen dieser 


durch Z gelegten konfokalen Kontinua bildet, durch &,&,...e, und gebraucht $ als 
Summenzeichen für den untern Zeiger i=1,2,...n, so ist 


\=as"f, u=ysSt, ete,, 


i 


Dun ehe) vg 


A— 4; 

E_ ‚Ar\ _o_&Pi (ya „Ar ‚ &Ppi ( Ar) &Ppi \2 
7 =S,n(24,)=$ "m (27 2,)=S A, 27) v(sZ#.); 
also 

Ss ru v &Ppi ix 
(7) 14 Se Mn) 
aber z.B 
ix a & 
__ ,° == Ei 
2 A SEP; (z A, 4) &, pP 27 Y 
daher 


ABC 
überdies 
2 ABC 3,5% 
ee iya aan. 
also 
s\* (A—A)(A—4,)...(A— An). e? 
(a. 


— 160 — 


Ist nun Q die gemeinschaftliche Lösung der n gegebenen konfokalen Kontinua, welche 
durch die ersten Hauptaxenquadrate A, A’, A”,... bestimmt sind, und werden die 
Normalen dieser Kontinua in Q als Axen der Variabeln {,t,t',... eines neuen durch 
die Gleichung 


r £> f. en 
PT a ee er au 
dargestellten Systems konfokaler Kontinua aufgefasst, werden endlich die Variabeln 
t,t,tÜ,... dadurch völlig bestimmt, dass sie den Werten v=A,,u=4,...u=4, 
entsprechen sollen, so giebt die Gleichung (2) 
ps De ps 20 _& 
(#7) = een. (dr) =t $ rg, , ele. = ae a (8) 


Addiert man diese Gleichungen und bedenkt, das 5 --& +. +& = list, so er- 


hält man 
Var Zu us 


| 


a) 


IV. Setzt man 


3 nn 
(A—4,% —+ (4' (A — AN? — Ar A j r* a 
woraus z.B. 
SEN MA) AA eu 
UT A Le. 


folgt, dividiert die Gleichungen (3) resp. durch A — A,4— 4,4 — 4,,... und 


addiert sie, so erhält man 
VORN) 
IT II 


) 
aM, un | 
1 =, ea ge ‚et 2 2.0.60) 


7 A; 


Sind die konfokalen Flächen A,4,4A',... und die Lösung L (also auch A,,4A,,... A,) 


BeBE DEN, so sind Ps P » +5 Air das» Q, bekannt. Man kann nun für die Brüche 
5 


I je en 
bestimmen die Gleichungen (5) die Richtung des von Z ausgehenden Strahls, welcher 


den genannten Bedingungen hinsichtlich der auf ihm abgeschnittenen Sehnen entspricht. 
V. Soll das quadratische Kontinuum, dessen erstes Axenquadrat A ist, den Strahl 
berühren, so muss die halbe Sehne s verschwinden; man bekommt so die Bedingung 


. beliebige Werte annehmen, welche der Relation (4) genügen, und dann 


2 2 2 


Stege. Bene (Ö) 


— 161 — 


Sie ist in Beziehung auf 4 vom (n— 1)-ten Grade. Irgend ein Strahl wird also 
gerade von n—1 konfokalen Kontinuen berührt. Sind diese dieselben mit denen, 
deren erste Axenquadrate vorhin mit A,4A',... 4A"" bezeichnet wurden, so ist 
s=s’=-..= 0, und die Gleichung (4) giebt ps = H. Sind die Kontinua 4, 4',4",... 
alle fest, aber die Richtung des Strahls veränderlich, so ist p konstant, und s daher mit 
H proportional. D. h.: 


Wenn durch einen beweglichen Strahl das erste von n festen konfo- 
kalen Kontinuen geschnitten und die übrigen berührt werden, so ist die vom 
ersten Kontinuum auf dem Strahl abgeschnittene Sehne dem Quadrat seines 
mit dieser parallelen Halbmessers proportional. 


VI. Denkt man sich in der Gleichung (6) nur die Kosinus &,&,, &,...&, VA- 
riabel, so bewegt sich der Strahl um die Lösung ZL herum, indem er fortwährend das 
quadratische Kontinuum (A) berührt; er beschreibt also um dieses ein strahliges Kon- 
tinuum. Die Formel (6) liefert dann den Satz: \ 


Wenn aus einer beliebigen Spitze einem quadratischen Kontinuum ein 
strahliges Kontinuum umschrieben wird, so sind seine Hauptaxen die Nor- 
malen der durch die Spitze gelegten mit dem erstern konfokalen Kontinua, 
und die unendlich kleinen Hauptaxenquadrate sind proportional mit den 
Ueberschüssen eines Axenquadrats des gegebenen Kontinuums über die 
gleichnamigen der konfokalen Kontinua. 


V1I. Bei diesem Anlasse wollen wir auch den allgemeinen Fall untersuchen, wo 
ein quadratisches Kontinuum überhaupt einem andern umschrieben ist. — Betrachten 
wir zuerst zwei quadratische Kontinua, die sich schneiden, und setzen uv=(0, tr = 0 
als Gleichungen derselben, so wird « --Arv = 0, wo A einen willkürlichen Faktor be- 
deutet, jedes quadratische Kontinuum darstellen, welches durch das (n — 2)-fache Kon- 


tinuum des Durchschnitts geht. (Durch _ n (n —- 3) Lösungen wird nämlich im all- 


i 2 ; 5 j e ie 1 
gemeinen ein quadratisches Kontinuum bestimmt. Wählt man nun Zn (n—+3)—1 


Lösungen auf dem Durchschnittskontinuunı und eine ausserhalb desselben auf dem durch- 
gelegten quadratischen Kontinuum nach Belieben, so befriedigen jene Lösungen die 
Gleichung «—+ Ar = 0 schon von selbst, und diese einzige Lösung dient zur Bestinnmung 
des Faktors A. Da jetzt das durch u !- Ar = 0 dargestellte Kontinuum mit dem vorigen 
—n (n +3) Lösungen gemein hat, so fallen beide in ihrer ganzen Ausdehnung zu- 
sammen.) Macht man nun die Polynome z, v durch Einführung einer (n — 1)-ten 
Variabeln homogen und setzt die Determinante der zweiten abgeleiteten Funktionen 
oder die Funktionaldeterminante Y(«— Ar) = 0, so bekommt man eine Gleichung 
21 


=; 69, = 


(n -+ 1)-ten Grades für A, durch welche die Bedingung eines strahligen Kontinuums 
ausgedrückt wird, das durch jenen Durchschnitt gehen soll. (Siehe die Bemerkung am 
Ende von $ 36.) Es giebt also solche strahlige Kontinua, seien sie nun reell oder 
imaginär. — Nehmen wir jetzt an, der Durchschnitt sei im Besondern eine Berührung, 
d. h. für jede gemeinschaftliche Lösung der Gleichungen « = 0, v = 0 seien die n—+1 
ersten abgeleiteten Funktionen von « mit den entsprechenden von v proportional, so 
sind sie es auch mit denen von @«—-Ar, d.h. alle in der Gleichung « -+-Av=0 ent- 
haltenen quadratischen Kontinua berühren einander in der ganzen Ausdehnung eines 
(n — 2)-fachen Berührungskontinuunis. Unter diesen giebt es strahlige Kontinua. Ist 
ein solches nicht schon linear, so liegt das Berührungskontinuum ganz in dem (n—1)- 
fachen linearen Polarkontinuum seiner Spitze. Hieraus fliesst der Satz: 


Wenn zwei quadratische Kontinua sich in einem (nu —2)-fachen Kon- 
tinuun berühren, so fällt dieses Berührungskontinuum ganz in ein (n —1)- 
faches lineares Kontinuum. 

. Wird dieses lineare Kontinuum durch die Gleichung s = 0 dargestellt, so muss 
also v die Form u —+- ks? haben, wo %k einen willkürlichen Faktor bedeutet. Setzen 
wir nun 


u’ ort een —l, s=uxz-Hby--'--—|1, 
so wird 
vw= 2 —1+k(Zaz— 1-0 


die Gleichung irgend eines dem Kontinuum x = 0 umschriebenen Kontinuums_ sein. 


Wir suchen zunächst die Werte f, g,h,... seines Centrums. Setzt man f, 9, h,.. 
anstatt z, Yy,..., so sind sie durch die Gleichungen 9 0, e =: 0, etc. bestimnit. 
Also ist 

K-kas=0, -kbs=0, etc. 


Multipliziert man diese Gleichungen mit Aa, Bb,... und addiert sie, so erhält man 


>. i 1 
s--1+-ks24W=(, =: Se 
__ kAa kb 
Vera Ina 


Hierdurch sind die Werte des Centrums bestimmt. Setzt man nn 2 =f-+x, 
Yy=4Y--Y,..., so wird 


r'? I: 


ae R VEN EN: 5 9 5 Eur: 
ee (Zur) +0 —1, wo © ERST, 


— 13 — 
Es seien ferner A, u, »,... die Richtungskosinus einer Hauptaxe, ww (1 — ©) das Quadrat 
derselben, /=aA-+bDbu--:-:--, so hat man 
ee  : 
a=, ete., 
also 


BR: Aa .ı ‚„.Db 
k=kAw—. u=kAug—,, ete, 


und wenn man diese Gleichungen mit a, b,... multipliziert und addiert, 


rem: Ad _, (Aa) n 3 
1=-kw2ij =k(r 7, — EA), 


wo A—ı 
oder 
Ada? _1 Peincn 
Fo = 50 oder Ze OR 
Es ist ferner a = eo: = Sp etc., also 


2 (2 


1 ° k 
ZA®d= 4,26, k-0+8zf, 


= : 


0 — 5 


u ° 


ee 


Die Gleichung des umschriebenen Kontinuums kann jetzt unter der Form 


Fe ee N ade BR) OR 
ba zer, o) 0 
gegeben werden. Es sind dann f,g,lı,... die Werte seines Centruns, 2 a ... 


diejenigen des Pols des (n — 1)-fachen linearen Kontinuums, welches durch die Berüh- 
rung gelegt ist. Wird das Centrum festgehalten, so kann also der Pol sich nur auf 
dem Strahle bewegen, welcher beide Centra verbindet. Man verändere nun die linearen 


. . « . . .. u Fr 
Dimensionen des ersten quadratischen Kontinuums im Verhältnisse 1: ©, und lasse 
dieses neue dem ersten ähnliche und konzentrische Kontinuum eine Schar konfokaler 
Kontinua bestimmen, von denen n durch das zweite Centrum (f,g,...) gehen werden 

j | 
und durch die Gleichung & 
Ta 
n verschiedene Werte zu denken hat. Da aus den obigen Relationen jezt leicht 


y} | h 


a BE en ee ee a TS sind die ım zweiten Centrum er- 
f A—w'’B-wu’C-vw gt, so d et 


richteten Normalen der Richtung nach die Hauptaxen des umschriebenen zweiten Kon- 
tinuums, und im Ausdruck « (1— ©) sind alle entsprechenden Axenquadrate enthalten. 


— @ dargestellt sind, wo man für w naclı und nach 


a A0h 


Durch diese Erörterung ist die Aufgabe gelöst, einem gegebenen quadratischen 
Kontinuum (dessen Centrum OÖ) ein anderes umzuschreiben, wenn sein Centrum L und 
auf dem beide Centra verbindenden Strahle OL nach Belieben ein das Berührungs- 


kontinuum bestimmender Pol P (0 Dr 4, O0 L) gegeben sind. 


$ 42. Reduzierte Form der Differentialgleichung zweiter Ordnung eines 
höhern Kontinuums. 


Es sei f (x, y,...) = 0 die Gleichung eines höhern Kontinuums, $,v,... seien 
die (als unendlich kleine Grössen erster Ordnung zu denkenden) Inkremente der n- 
Variabeln x, y,..., und 


d 
EI er PR 
rar 


ein Ableitungssymbol, für welches &,rv,... als konstant gelten; dann ist bis zur zweiten 
Ordnung der Inkremente 


Jat+syt+n..)=f(an..)+Df+, DDf=0, 
also 
Df+,DDf=0, 


und da D D/ von der zweiten Ordnung ist, so muss auch D/f von der zweiten Ordnung 
sein. Sind nun A, a,... die Richtungskosinus der Normale, [= RA, 2 = Klin 


also 


Df= R(AS+ur+v{i+.. )J=Rkt, 


so ist auch f, oder „die Entfernung der Lösung (ce + &y-H-rv,...) des gegebenen 
höhern Kontinuums vom linearen Tangentialkontinuum“, eine Grösse zweiter Ordnung. 
Demnach ist in der vollständigen Gleichung DDf= D. Rt-=-tDR: HR Dt rechts 
das Glied DR als Grösse dritter Ordnung im Vergleich mit Dt=5 DiA-+r Du—+--- 
als einer Grösse zweiter Ordnung zu vernachlässigen, sodass man einfach hat: 


DDf=RDt. Folglich ist 


eu Dee 


die Differentialgleichung zweiter Ordnung des gegebenen Kontinuunis. 


= oh = 


Es seien jetzt &= At + at at"...  vV=eunt- BB" +: -, etc. 
[22 ZB) 
orthogonale Transformationsformeln, durch welche Dt in F + Zr —+ +» +» - übergeht, und 


die Ableitungssymbole mögen sich nur auf A,u,»,..., aber nicht auf die übrigen bis 
jetzt noch unbestimmten Richtungskosinus beziehen, ebensowenig auf t',t",.... Es 
sei ferner 


’ ‚9 ‚Od [A ‚od ; ZN; nr 
6=a,,-tß ee = Beh öy T0 etc.; also D=-tö+td----,; 


0 dr 


r dt dl 5 ‚ ‚ 
daher —=Ööt-+D TA; aber es ee la +uß+: 


(Dt) 
01 
was bloss formell zu verstehen ist; also D 5 =«Di+Bß'Du-+--- Nun is 
ö‘Df=DöÖf, oder 


d(R)= «aD De+BD + = @D(RW--RD(Ru)-+:-- 
oder 


töER+Röt= R(@@Di+ PB Du+--)+(a@+uß-+:--)DR. 
Da aber t von der zweiten Ordnung und Aa -+ uß-- --- = 0 ist, so folgt 


öt= «DAB Du----- 


Demnach ist endlich 
9(D 


"sr — 2 Ö t, 


rn 


2 
oder, da Di= Mr + —+ + - » vorausgesetzt war, 


2 
0 
t' 


sE —-dt=FölA +-röu+--- 


Da diese Gleichung in Beziehung auf t’,t ,... identisch, und ohnehin wegen A’+ u‘. —=1 
auch AO + udu—:.:-=0 ist, so darf mant=A,t!=«,t"=a”,... darin sub- 
stituieren, wodurch © = 1,v=&=:-:.- = (0 wird, und bekommt 

yet 


a! r e ’ ' 
-, = Öd4, ebenso > =du,- =0d», etc., 
e p p 


oder in expliciter Form: 


== 66, 


IR I\ Oi, MI , 
echter | a A 
Iu ’ du 1 n Du ’ Sur 
tler zu + De 0.) 
etc. 


Eliminiert man aus diesen n Gleichungen die n —1 Verhältnisse «': B:y:..., 
so scheint sich auf den ersten Blick eine Endgleichung n-ten Grades für die Unbekannte 


Fr zu ergeben. Das von derselben freie Glied ist aber die Determinante & + 2 . - .. 


und muss wegen der Gleichungen 


OR du Ir 

terre, | 
OR Yu Or | | 
a Te 0, 


etc. 


verschwinden, da 4, u, »,... nicht alle zugleich verschwinden dürfen. Jene Endgleichung 


1 . . “s . . . 
hat also den Faktor ,;, den wir nicht brauchen können, und erniedrigt sich nach Ent- 


N 


fernung desselben auf den (n — 1)-ten Grad. Bezeichnet man ihre n — 1 Wurzeln mit 


1 | 1 


a etc., so geben die Gleichungen («) für jede derselben im allgemeinen nur eine 


Gruppe bestimmter Verhältnisse (a: B’':y:..., (@: BP :y':...), (@:ß":y':...), etc., 
und es bleibt noch nachzuweisen, dass diese Verhältnisse wirklich den Orthogonalitäts- 
bedingungen genügen. Multipliziert man die Gleichungen (a) mit A, u, »,.... und addiert 
sie, so ergieht sich 


SET RN 
_ nn 0, oder Aatuß-+ =). 


Multipliziert man sie mit Z, so erscheinen sie unter der Form: 


Of 


SGE-RIRHRU, 89, = uöR+RE,, ete. 


Multipliziert man jetzt die Gleichungen mit «@',ß”... und addiert sie, so erhält man, 
da schon A«@ — - u 3’ — --- = 0 bewiesen ist, 


Ru 2 (daB), ebenso dUf = : (ea BB rer): 


— 467 


da aber Gd f= ööf ist, so folgt hieraus 


ae 
o’ 0 


; 1 1 j ö i 
und, wenn die Wurzeln ge ungleich sind, notwendig 


) (dat BB") 


| 
o 


ae —- En re 


Hieraus kann ebenso, wie bei der Bestimmung der Hauptaxen eines quadratischen Kon- 
tinuums in $ 40, geschlossen werden, dass, wenn alles übrige reell ist, immer alle ge- 
suchten Grössen e,_',... und die entsprechenden Transformationselemente «', $',... 
reell sein werden. 


Was den Fall betrifft, wo die Endgleichung für eo. dieselbe Wurzel mehrfach ent- 
hält, so weiss ich da nicht anders zu helfen, als indem ich dem System der Gleichungen 
(a) eine Form gebe, wo die Vertikalzeilen der Koeffizienten mit den Horizontalzeilen 
gleichen Rangs übereinstimmen, nämlich: 


rer ar He =, 
ur leder e r | 
et et 
Mu ae + Br or rnmo 
etc. 
Hier ist = = vW= — ö’log R. Die Form dieses Systems giebt auch sogleich zu 


erkennen, dass die Endgleichung in s nur vom (n — 1)-ten Grade ist. Wendet man 
auf dieses System die gleichen Schlüsse an wie in $ 40, so gewinnt man auch die Ein- 
sicht, dass, wenn die Gleichung für s’ z. B. eine m-fache Wurzel hat, auch m Gleichungen 
des Systems von den übrigen abhängen müssen, sodass man statt der gesuchten ein- 
fachen Richtung ein m-faches lineares Kontinuum erhält. 


Zu den Gleichungen (b) gelangt man unmittelbar so. Es war Df—+ _ DD/=d0; 
und es sol Df=R AS+urv-+-.- )= Rt X +wW-+-:-- = |], ferner, wenn 
S=At—+a«t-+at"+--., etc. orthogonale Transformationsformeln sind und t= 0 


gesetzt wird, DDf=st’+s't'’+--- sein. Dann ist st!= z an DDf, und, wenn 
. D:= a + ß > 4 ..2=6, etc. gesetzt wird, Sst!= Dö'f. Da diese Gleichung 


ee. 68 


in Bezug auf t’,t",... identisch ist, so kann man auch !=a',t"=«',... setzen, 
a Bez, ee a 8 9 oo) 
wodurch $ =1 ie ber Au, = Av, also Di, a (A a 


wird. Setzt man nun abkürzend 


RE ‚df EIN nn 
 Rymad lt )=R, 


also "= — ö’log R, so hat man 


Of 


we 4 My, ee, 


sa = 
Or 


woraus durch Entwicklung die Gleichungen (b) hervorgehen. 


„ 


Setzen wirnuns= — wa gen (ändern also die Vorzeichen der früher 
gebrauchten 0,0 ',...), so nimmt die zweite Differentialgleichung des gegebenen höhern 


Kontinuunis die Gestalt 


y? 2 2 
2t=—-+t Tau u Tr 
& 2 0 


an. Denkt man sich im Tangentialkontinuum t= 0 von der Berührungslösung aus 
irgend einen Strahl » gezogen, der mit den orthogonalen Axen der f,',... Winkel 
bildet, deren Kosinus €, €',... seien, so ist 


Da das Aggregat auf der rechten Seite dieser Gleichung nur gegebene Grössen enthält, 
so ist k konstant, und man kann den Schnitt („= 2%kt) des durch die Variabeln t, 


bestimmten linearen zweifachen Kontinuums (Ebene) als Kreisbogen auffassen vom Halb- 
messer A; sein Centrum hätte die Werte + Ak, y-+ul,..... Wir nennen Bi die 
der Richtung r entsprechende Krümmung des höhern Kontinuums, # den Krümmungs- 
radıus, .. : ... die Hauptkrümmungen und die entsprechenden Richtungen 


) 
(d,Bsys...h (@,ß,Y ,...) etc. die Hauptkrümmungsrichtungen. Ist 
so ist 


unter den Hauptkrümmungsrichtungen ist also eine die Richtung der grössten, eine 
andere die der kleinsten Krümmung. 


— 169 — 


Satz. Werden in dem (n— 1)-fachen linearen Tangentialkontinuum 
aus der Berührungslösung Radien eines regulären Polyschems gezogen, so 
ist das arıthmetiscehe Mittel der allen diesen Radien entsprechenden Krüm- 
mungen des höhern Kontinuums gleich dem arithmetischen Mittel der n—1 
Hauptkrümmungen und bleibt also konstant, wenn auch jenes reguläre 
Polyschem um sein Centrum gedreht wird. 


. . P- 1 €? ee? ‚ . 
Beweis. Oben war die Krümmung = — +77 +» wenn e,0',... die 
v = 
Hauptkrümmungsradien und e’,E',... die Kosinus der Winkel bezeichnen, welche die 


Richtung der Krümmung . mit den » — 1 Hauptkrümmungsrichtungen bildet. Da nun 
vermöge $ 35, wenn das Symbol M ein arithmetisches Mittel anzeigt, im Sinne des 


ausgesprochenen Satzes M- E’=- M-d’=..:-— — ist, so folgt 
1 1 1 1 
Mo = („+ 7 +), oder 
Mi 
U; =M:- 


Da wenigstens für den Raum die Summe und das Produkt aller Hauptkrümmungen 
von Bedeutung sind, so wollen wir aus der algebraischen Gleichung für e die betreffenden 
Ausdrücke herleiten. Der Krümmungsradius o ist hier so zu verstehen, das x — Ag, 
Yy-—u0,.... die Werte des Krümmungszentrums sind. Wir können den (n — 1)-ten 
Teil der Summe aller Hauptkrümmungen auch mittlere Krümmung nennen; die al- 
gebraische Gleichung, welche aus dem Systeme (a) durch Elimination der Richtungs- 


kosinus «a, ß, %, - .. hervorgeht, giebt für dieselbe den Ausdruck 
| | IR Ju dv Ne: 
Tea ) 


Entwickelt man die Determinante der Koeffizienten in den Gleichungen (2), so bekommt 
die höchste Potenz s"-' den Koeffizienten — (— 1)""'R’, und da s”""'= k""':0""' 
ist, so erhält man für das Produkt aller Hauptkrümmungen den Ausdruck 


1 af af If. ‚{I9f\ af\? . a 
TE ae Ale ns e 
Bf dr aa 
du De Dedy dad 
SLUB 2 ER: BEER 
O4 Oydz MW Oyo: 


. ee -— 8 8 8 [Tr Te re Tr rı  —rı To oe 


Am Ende dieses Paragraphen gebe ich noch einige mehr unmittelbare Ausdrücke 
für die Krümmung und für ihre Variation. Oben waren die Hauptkrümmungsrichtungen 
durch die Gleichungen 


\} 


22 


— 170 — 


Da En 

‚os ze lisa 7 A, Fe Er etc. 

bestimmt. Geht nun im Tangentialkontinuum von der Berührungslösung aus irgend eine 
Richtung, welche mit den Axen der &,y,... Winkel, deren Kosinus «, ß,y,..., und 


mit den Hauptkrümmungsrichtungen Winkel, deren Kosinus €, €',... sind, bildet, so ist 


ne de ae a = Be+ Be + ash, etc.; 
also 
2 / 


a'g' a € 


vo u ’ 


OA IR 4 ’ [2 =. 
Beh IT ee 


' 


ee ee ns. 
eye u o' m 0" u  etc., 
ILWRE Bud ... BR RR NE | 
let t+ Hr Rleg tg, + )+ete= +7 u. = 
oder, add = ads, dy=ßds,... d’= de + dy-+ --- ‚ auch 


I _dedi+dydu+drdr+--- 


— 


k de + dy’+dze’+-- 


dies ist der anfangs erwähnte Ausdruck für die allgemeine Krümmung. 
Derselbe soll nun bloss in Beziehung auf die Differentiale dx,dy,... varliert 
werden, und d sei das Symbol dieser Variation. Es ist 


Zdzdayl = Edxö(Rda-tAdM—REdeddi+tddRkide; 


also, da 2Adx =0 sein muss, Idxoöd n —= R2dxoöddıA. Andererseits ist 


ar _ uf ef u 
a en a 


daher 


af _ sr ff Lu BR DRBE ERRER 


= dyl-das+dyl-0dy+ = EiRdr--AdR)dda= REda.öda--AR Eidda. 


Da aber Zi dx = 0 ist, so folgt auch 2ZAöde =; also ist Edaxdd a. = RM :Edıi.dde. 
Aus beiden Verwandlungen folgt endlich 


Zdcöodi= Edı.dde. 


— 171 — . 


Mittelst dieser Relation ergiebt sich nun leicht 


ee ne Ver 
k d.ec + dy” + dz? Here 


Wenn diese Variation, unabhängig von den Variationen ddx, ödy,..., ver- 
schwindet, so möge das betreffende k durch o ersetzt werden; man erhält dann die Be- 
dingungen 


welche die Bedingung Adx+udy-vdz-----=0 schon in sich -enthalten; es ist 
sogleich klar, dass sie mit den Gleichungen («) zusammenfallen; sie dienen daher eben- 
falls, um die einer Hauptkrümmungsrichtung entsprechenden Verhältnisse dx:dy:dz:... 
und den zugehörigen Hauptkrüämmungshalbmesser og zu bestimmen. D. h. dieselbe ana- 
lytische Bedingung dk = 0, welche den grössten und kleinsten Krümmungshalbmesser 
liefert, giebt zugleich alle Hauptkrümmungsrichtungen samt den zugehörigen Halb- 
messern. 


$ 48. Ueber orthogonale Kontinua überhaupt, und über die Hauptkrümmungen 
eines quadratischen Kontinuums. 


Definition. Wenn n Funktionen f, f,f ‚... der n Variabeln x, y,... so be- 
® ® 1 \ . 
schaffen sind, dass die — n (n — 1) Gleichungen von der Form 


apafı drop, Ardr 


Tu 


alle in identischer Weise bestehen, so bilden die n durch die Gleichungen f = const., 
f' = const., f= const., etc. dargestellten Scharen (n — 1)-facher höherer Kontinua ein 
System orthogonaler Kontinua. 

Dass solche Systeme auch für eine beliebige Dimensionszahl existieren, ist durch 
die konfokalen Kontinua zweiten Grades bewiesen. 

Satz. Orthogonale Kontinua schneiden einander in den Haupt- 
krümmungsrichtungen. 
If’ 


BER If _ af _ | ; > _ ee 
Beweis. Es sei 0 “--wW- =], I: = R4, 
L = Ru,..„ Mut... =1, etc, so sind A,u,...; A,w,...; etc. orthogonale 


Transformationselemente. 


Wenn man also die Gleichungen 


Fe rda-t andy: . = Aldca+wWdy--:-»vetec. 


mit 4,A',... multipliziert und addiert, so folgt 


dz=1. +4 Er A e0 dy=n u ur — +... 9,cetc. 


Daher ist, wenn man jetzt f, f,f ‚... als die unabhängigen Variabeln ansieht, 


_p9r _p9y ‚v_p' dr 
— A .— R af’ u —— R If’ . ’ A — R df' yeroy etc. = 
Wir wollen nun die Summe 
y [Z Ö ). : „ 6) u [7 Ö A 
G=4 öf' ; u df' ee — 24 df' 


betrachten. Zuerst folgt aus der Gleichung AA’—-uu”’—+---=0, wenn sie in Be- 
ziehung auf f differentiiert wird, sogleich 


9 
G=— Zipper. 


Zweitens folgt aus den Gleichungen A = R 57 ..., dass 


R Or 
‚ ' Bo If [7 0:r IR »öOx 
G=EN—,, U =REN pt ap Zi, 
ist. Da aber Z4 7 = 22 —0 ist, und der Ausdruck N4” yror durch Ver- 


tauschung von f und f’ nicht geändert wird, so folgt 


) ’ r [2 0? LE ’ » ’‚ Ö ). BR [2 OR 
RR df df' — = RR ZA of’ R SA of" . . . . . (2) 
Wegen der Relation (1) ist 
sn OÖ ‚X 


und wegen (2) sind 


’ IX [2 91' ‚9% ’ ’ IR 
xv —— ELSE _—— Leg 
RS>S4 If =R 21 ap iz za dp 
Da nun jeder der beiden Ausdrücke links = — R’@ ist, so folgt 
9% u‘ 
21 df” —= Zi 8,” 2 
Nach (1) ist aber auch 
8X u 
v Se n ER 
24 d77 4 34 7 0. 
. Ir 
Also ist 24 gr 0, oder @ =. 
Betrachten wir ferner die Summe H = 54 dr ,‚ so ist 
Ir r 1 
9-RT d- — 
__L n df RN Ay 0° nr D I’ EZ R' 
Differentiiert man endlich die Gleichung A?-+ u®+--- =1 nach f‘, so hat man 
| 


Nach dieser Vorbereitung stellen wir die n Gleichungen 


‚N pet et Peaeh 

Etage —H, 

B ALE 200 Ale 

KH = 0, 
etc. 


a, = uhH, IF = vH, ete. 


ist. Da wir aber = R' de etc. hatten, so bekommen wir nun die Proportionen 


I N art. ne. 
af "dr "9Hf Er af "9Hfr "df'" 


— 174 — 


oder, wenn f ,f ,‚f ,... als konstant angenommen werden, 


’ AA du _ dv  ,,,._41 
R H= dx en dy =. dz za en Q oe. . . . . . . (3) 
f ö f 5 : i d’ du 
Betrachten wir weiter nichts als diese an —1 Differentialgleichungen ee 


so ist klar, dass ihre vollständige Integration n — 1 finite Gleichungen mit n — 1 arbi- 
trären Konstanten erfordert. Nehmen wir alle früheren Voraussetzungen hinzu, so kennen 
wir wirklich das vollständige System Integralgleichungen für (3), nämlich / = const., 
f' = const., f "= const., ete.; denn dieses enthält n — 1 arbiträre Konstanten. 

Die Gleichungen (3) sind uns aber auch sonst schon aus $ 42 bekannt als Be- 
dingungen für eine Hauptkrümmungsrichtung des Kontinuuns f = const. Wenn also in 
der n-fachen Totalität ein System orthogonaler Kontinua existiert, so wird jedes einzelne 
Kontinuum von je n— 2 der übrigen in einer Hauptkrümmungsrichtung geschnitten. 
Wir wollen dieses noch strenger begründen. 


Durch das System der Gleichungen (3) sind die Verhältnisse dx: dy:dz:... 
in algebraischer Weise bestimmt. Nach der obigen Herleitung von (3) würden die- 
selben den Verhältnissen A: w: v':... gleich sein. Da man aber nur die Funktion f 
zu kennen braucht, um die Gleichungen (3) bilden zu können, so ist klar, dass auch die 


Verhältnisse A’: w':v":..., oder die Verhältnisse A”: u”: v’':...., oder u.s. f., für 
dx:dy:dz:... gesetzt, dem System (3) genügen. Dieses hat also wenigstens 
n — 1 algebraische Lösungen (dx:dy:dz:...). Wir wissen nun schon, dass es gerade 


» — 1 solche Lösungen hat; es sind die Hauptkrümmungsrichtungen. Wenn wir also 
die n arbiträren Konstanten durch die Substitution einer bestimmten Lösung (x, y,...), 
von der die Hauptkrümmungsrichtungen des Kontinuums f= const. ausgehen sollen, 
fixieren und dann der Gleichung dieses Kontinuums je n — 2 der Gleichungen f = const., 
f' > const., etc. beifügen, so bestimmt jede der so erhaltenen n — 1 Gruppen von 
finiten Gleichungen je eine Hauptkrümmungsrichtung des ersten Kontinuums. 


1 ‚ Zr e . n 
— = RH (siehe (3)) für H seinen früher gefundenen 


Wert setzt, so erhält man als Hauptkrümmung des Kontinuums f = const. in der Rich- 
tung der Normale des Kontinuums "= const. 


Wenn man in der Gleichung 


Die allgemeinen Betrachtungen sollen jetzt auf die konfokalen Kontinua arn- 
gewandt werden. Da eine vollständige Schar derselben alle n Gattungen reeller Kontinua 
zweiten Grades enthält, und jedes Kontinuum aus einer Gattung von allen Kontinuen 
der übrigen Gattungen reell und orthogonal, aber von keinem derselben Gattung 


— 175 — 


geschnitten wird, so zerfällt jene vollständige Schar in n besondere Scharen, die ein voll- 
ständiges System orthogonaler Kontinua darstellen. Wenn daher in der n-fachen 
Totalität irgend ein reelles quadratisches Kontinuum und auf demselben eine Lösung 
gegeben ist, und man legt durch diese die » — 1 konfokalen Kontinua, so wird jenes 
erste von irgend n — 2 aus diesen in einer Hauptkrümmungsrichtung geschnitten. Oder 
kürzer ausgedrückt: 


Konfokale Kontinua schneiden einander in den Hauptkrümmungs- 
richtungen. 


Sind nun, wie früher, A,, A,,... A, die ersten Axenquadrate konfokaler Kontinua 

aus n verschiedenen Gattungen, so treten diese Grössen an die Stelle von ,f ,/ s--- 

und wir wollen die Hauptkrümmung des Kontinuums (A,) suchen, deren Richtung in 

die Normale des Kontinuums (4A,) fällt. Zunächst haben wir A! = (4) + (5) ee ... 
x 9y 

zu berechnen. Wenn wir die Gleichung “ _- 2 4 ...—= 1 nach x differentiieren, so 


x? y° , dA, _ 0. od d t hende P 
Fr Bi “*) 9, = 0, oder wenn p, das entsprechende Perpen- 


dikel und A,, &,,-.. die Richtungskosinus der Normale bezeichnen 


. 9: 
erhalten wir — — ( 
4A, 


dA, ? dA, 
ae 2 = 29,,4,, ebenso u 297, 4, U. S. f.; 
also R=2p,, R;,=2p.. Bedeutet Pr die gesuchte Hauptkrümmung, so haben wir 


nach der obigen allgemeinen Formel 


1 log R, __ dlogp, 
EB A,.Bi Ca + 1, dloe(a—A) _ mM _ 
oder, da p= 4 aa 0. and dA, re 
oder endlich po= A, — 4.: 


D.h. für jede auf einem quadratischen Kontinuum gegebene Lösung L ist das Produkt 
des zugehörigen Perpendikels mit einem der n — 1 Hauptkrümmungsradien gleich dem 
Ueberschuss eines der Axenquadrate des gegebenen Kontinuums über das gleichnamige 
Axenquadrat desjenigen durch L gelegten konfokalen Kontinuums, dessen Normale in 
die gewählte Hauptkrümmungsrichtung fällt. Oder nach dem aın Ende von $ 40 aus- 
gesprochenen Satz: Die n — 1 von der Lösung L ausgehenden Hauptkrümmungs- 
richtungen sind parallel mit den Axen des zu L konjugierten diametralen Schnitts, und 
die Quadrate dieser Axen sind resp. gleich den Produkten des zu L gehörenden 


Perpendikels mit den entsprechenden Hauptkrümmungsradien. Hieraus folgt leicht, dass 
überhaupt das Quadrat irgend eines Halbmessers des diametralen Schnitts gleich ist 
dem Produkt des Perpendikels mit dem Radius der Krümmung von paralleler Richtung: 
— ein Satz, der auch unmittelbar bewiesen werden kann. 


S 44. Allgemeine Betrachtungen über die Existenz orthogonaler Kontinua; 


Konstruktion eines ganz beliebigen Systems orthogonaler Flächen im Raume. 


I. Während für den Raum die Untersuchung über die Bedingungen der Existenz 
eines beliebigen Systems orthogonaler Kontinua völlig erledigt werden kann, unterliegt 
sie für eine mehr als dreifache Totalität ° bedeutenden Schwierigkeiten. Man erwarte 
daher hier keine Entscheidung der Frage, ob z.B. in der vierfachen Totalität noch 
andere Systeme orthogonaler Kontinuen existieren ausser den konfokalen; sondern der 
Zweck dieses Paragraphen ist nur, die erwähnten Schwierigkeiten in den einfachsten 
Ausdrücken darzulegen. Für den Raum hingegen werde ich am Schluss dieses Para- 
graphen als Anwendung der allgemeinen Formeln die Konstruktion eines Systems ortho- 
gonaler Flächen zeigen, wenn eine einzige derselben beliebig gegeben ist. Ob diese 
Konstruktion neu ist, weiss ich nicht, da mir die Originalabhandlungen, worin der Be- 
griff der ortliogonalen Flächen zuerst erörtert ward, nicht zugänglich gewesen sind. 

Wenn die n Funktionen f, ff ,... ein orthogonales System in der n-fachen 


Totalität darstellen, so muss, da nach der Bezeichnungsweise des vorigen Paragraphen 
df=R(Xde+wWdy-----) ist, die Differentialgleichung 


Adz-:-Wdy--rde+ =0. . 0.0.0.2... 


integrabel sein. Die Zahl der hierdurch geforderten Bedingungen ist 


, (an —D)(n—2) en. nn — 1) —- n—]) 


und stimmt daher mit der Zahl der in der Natur der Aufgabe liegenden Bedingungen 


für die Funktion f überein; denn wir hatten ursprünglich -, n (n — 1) Gleichungen, 
worin die n— 1 Funktionen f’, f",... zu eliminieren sind. Da ferner A,w,... die 
Rtichtungskosinus einer Hauptkrümmung des Kontinuums f= const. und daher aus $ 42 
uns als irrationale Funktionen der partiellen Differentialkocffizienten erster und zweiter 
Ordnung von f bekannt sind, deren Verhältnisse sämtlich in rationalen Funktionen einer 
und derselben Wurzel einer algebraischen Gleichung (n — 1)-ten Grades ausgedrückt 


werden können, so muss auch jede der erwähnten Integrabilitätsbedingungen, von der 


— 17 — 


Irrationalität befreit, als partielle Differentialgleichung dritter Ordnung in Bezug auf 
die unbekannte Funktion / sich darstellen lassen; und man wird sich aus der Form 
der Gleichungen (a) $ 42 leicht davon überzeugen, dass sie in Beziehung auf die 
Differentialkoeffizienten dritter Ordnung höchstens auf den (n— 1)-ten Grad steigen 
wird. Haben wir aber einmal die > (n — 1) (n— 2) Integrabilitätsbedingungen der 
Differentialgleichung (4) in rationaler Form, so ist sofort klar, dass in denselben auch 
diejenigen für die übrigen Gleichungen A'’dx+u”’dy-+-:-=(, etc. schon mitbegriffen 
sind. Wir hätten demnach für die gesuchte Funktion f wirklich nur dieselbe Zahl 
> (n — 1) (n — 2) von Bedingungen zu erfüllen, welche die Natur der Aufgabe auf den 
ersten Blick zu erfordern scheint. Wir sollten es aber im allgemeinen für unmöglich 
halten, dass eine einzige Funktion mehrern partiellen Differentialgleichungen dritter 
Ordnung zugleich genügen könnte, wenn nicht die Existenz der orthogonalen Kontinuen 
uns faktisch von der Möglichkeit überzeugte. Es wäre daher höchst interessant, wenn 
es gelänge, a priori von den partiellen Differentialgleichungen aus zu entscheiden, ob 
ausser den konfokalen Kontinuen noch andere orthogonale Systeme existieren oder nicht, 
und im letzten Falle aus den Bedingungen mit Notwendigkeit auf die konfokalen Kon- 
tinuen zu schliessen. Das Wenige, was nun folgen wird, steht freilich weit hinter 
diesem Ziele zurück. 

Wir wollen sämtliche Integrabilitätsbedingungen der Gleichung (4) in einer ein- 
zigen Formel zusammenfassen, und um für diesen Zweck die Bezeichnung möglichst 
abzukürzen, setzen wir 


6) 0) 0) d 
erg, =D, 
wo A,&,... die zugleich mit der Funktion f gegebenen Richtungskosinus der Normale 


sind; und, um auch für das Auge die in irrationaler Weise bestimmten Haupt- 
krümmungsrichtungskosinus von jenen scharf zu unterscheiden und unsre gänzliche 
Unbekanntschaft mit den Funktionen f', f ,... anzuzeigen, bezeichnen wir diese n —1 
Kosinusreihen mit (a,ß, 7, ...), (@,ß ,%,...), etc. und setzen ferner 


8 8 8. _ er; BR 
a AT Pa et, rm, eii, 
so dass, wenn 0,0,_ ,‚... die entsprechenden Hauptkrümmungsradien bedeuten, 
a u.a... LU... 1 cd 
a By ar a Zu ae 


wird; endlich gebrauchen wir n — 3 unter sich unabhängige Reihen von je n beliebigen 
23 


— 1718 — 


Grössen q,, dis Cr» = +5 Ags Da, - . 5 etc; u_» &._s...- Wird nun über die Zeichen 
der Variabeln, auf welche die Operationen D,d,d',... einzig ausgeübt werden sollen, 
ein horizontaler Strich gesetzt, so sind sämtliche Integrabilitätsbedingungen der Gleichung 
edz-+-ßdy-+---=0 in der Formel 


velB 2:8 0 rel: e) 
a DB Yo rein 
ee DD EV 
u bb C 
lg. bb (, Er 
ER EL IE REN 


vereinigt. Denn man würde z. B. die Integrabilitätsbedingung 


93 dy Iy da Ir 93 Be 
rer) 
aus (5) erhalten, wenn man == --=q4,,=0, b=b,=:.--=b,_,=0, 
=Uu=*':':—= („_;3= 0 setzte. Wir können nun der Determinante U eine andere Gestalt 


geben, wenn wir die nicht überstrichenen Variabeln a, ß,Y,... durch Determinanten 
(2 — 1)-ter Ordnung ersetzen. Wenn nämlich 


d=EHtrByöe"... 


die Determinante aller orthogonalen Transformationselemente A, u,...;a,ß....;@,B,...;@, 

ß...; ete. bezeichnet, deren Wert bekanntlich + 1 oder — 1 sein kann, und wir uns für 

die Annahme des positiven Werts entscheiden, so ist, wenn die Differentialkoeffizienten rein 
9.4 94 


formell verstanden werden, & = ga p= 05’ etc.; daher 
U-=19,.0,. 0%, h EB area D. ad. d sel; 
Bis Pe u en (Aa) . (da) . (ae) .... 
Me: Ds Le BE a ee Aa). (@a). (@ a). -.. 
del R u e Ar). (aa). (ea). ... 


wo abkürzend z.B. (aa) =Aa+ub--vc-H---- gesetzt ward. Im ersten durch einen 
einfachen mittlern Vertikalstrich in zwei Hälften geschiedenen Schema enthält jede 
Hälfte a» —-1 Horizontalzeilen mit je n Elementen. Das Schema bedeutet, dass man in 


— 179 — 


beiden Hälften je zwei gleichnamige Vertikalzeilen weglassen, die zwei Determinanten 
der übrigen Elemente miteinander multiplizieren und die Summe der so entstandenen 
n Produkte nehmen solle. Diese Summe wird nun bekanntlich auch erhalten, wenn 
man die Elemente irgend einer Horizontalzeile der ersten Hälfte des Schemas mit den 
in irgend einer Horizontalzeile der zweiten Hälfte enthaltenen gleichnamigen Elementen 
multipliziert, die Produkte addiert und aus allen solchen Produktsummen die Deter- 
minante bildet. In der zweiten Horizontalzeile dieser Determinante steht (A «) als erstes 
Element; da es mit dem Öperationszeichen D in der gleichen Vertikalzeile liegt, so 
können auf dasselbe nur die übrigen mit d’,d,... bezeichneten Operationen ausgeübt 
werden. Nun ist A@a+uß---=(, also 


0=d'(Aa) =d (Aa) +d'(ie), oder d’(Ae)= — Fad'ı; 


aber di = z’ ...; also d’(Ae) = — ern — 0, ebenso d’(Ae)=0, u. = f. 
Man kann also in der letzten mit U äquivalenten Determinante das Element (A«) ge- 
radezu durch 0 ersetzen. Da man ferner die n (n — 3) freien Grössen a, b, c,... immer 
so wählen kann, dass in der betrachteten Determinante (n — 1)-ter Ordnung jedes in 
den n— 3 letzten Horizontalzeilen vorkommende Element einen willkürlich gegebenen 
Wert erhält, dass z. B. alle in irgend zweien Vertikalzeilen vorkommenden Elemente 
gleich Null werden, so folgt aus U= 0, dass alle im Schema 
D.d .d .d” ..... Bi Die. Au ai a 2a 200) 
0..(da). (da) .(d’a)..... 
enthaltenen Determinanten zweiter Ordnung einzeln verschwinden; und umgekehrt, aus 


(6) folgt (5) oder die Integrabilität der Differentialgleichung ad x + ßBdy-----—=(. 
Wir bekommen also n— 2 Gleichungen 


«Da+ßDB+--:-=0, «"Da+ß"DB+--=0,etee ... MN 
und > (n —2) (n— 3) Gleichungen 
a da+B’dB + =ad’a+4-Bd’B+---‚,ete. . 22...) 


In der Absicht, diesen Gleichungen eine Form zu geben, worin die dritten Diffe- 
rentialkoeffizienten der Funktion f sichtbar hervortreten, führen wir zuvor einige Ab- 
kürzungen ein. Wenn z.B. die Polynome «& c+ßy-H-yz+--- undAc+uy-+vz-t--- 
mit einander multipliziert und im entwickelten Produkt Glieder wie x°,& y resp. durch 
sn: 3er ersetzt werden, so soll die entsprechende zusammengesetzte Operation durch 


— 180° — 


(d._D) oder (D..d) bezeichnet werden; die Elemente der operativen Polynome D, d 
werden dann wie Konstanten behandelt, und bei ihrer Multiplikation wird den Opera- 
tionen selbst kein gegenseitiger Einfluss verstattet. Bezieht sich hingegen z. B. die 
Operation D nur auf die Elemente des operativen Polynoms d, so soll die daraus her- 
vorgehende neue Operation durch Dd bezeichnet sein. Es wäre demnach, wenn 9 
irgend eine Funktion der Variabeln x, 7, ... bezeichnet, 


er 4 — B) 8 
Ddyo= 5 Da+gEDß+---, aber aDp= „,dA-t y,du+--- 


Dieses vorausgesetzt, ist z. B. 
D(d9)=(D.d)y+Ddp, 
D ((d.d’)p) = (D.d.d)p+(d.Dd)p-+(d.Dd') 9, 


u.8.f. Die zusammengesetztern Anwendungen dieser Bezeichnungsart werden sich nun 
leicht von selbst verstehen. 


Mit Rücksicht auf 


R= (+ + gl RA, % Ra ehrt 


L 


erhält man leicht 


Df=R, df=0, df=0, d'f=!0, ete. 

Wenn nun d irgend ein lincares operatives Polynom bedeutet, so ist 

oDf=E DT örR= REidr=0 wegen A3-l- u?--- - =], 

wu Of 

ddf=2,,Je=hZidba=— RKSadlt. 

IX 

Man hat daher, weil d (Df)=(D.6)/f--6Df, u. s. f., 

(DI) FSUR,rn &- 8 9) (d.)f=REadH, ete.. . (10) 


. . . . 164 
Setzt man in der zweiten Formel dö—= d’ und erinnert sich, dass dA = etc., sO er- 


hält man 


d.d)f=0. .:.:..:..2.2.2.0.0. (1) 


— 131 — 


Es ist ferner 


(.dd)f- da. =Zia.AdR+RAM-AR.Lidd+ E Eada), 


oder, da (d .$J)f=RZ«edA=— RLrödu, auch 


ade Fa) rn "de. 
Wendet man aber die Operation d auf die Gleichung (11) an, so bekommt man 


(d.d.ö)f +ld.dÄA)f+ (d.dA)f—=0. 
Daher ist 


ads Has Fa. pri: ade. .. (12) 


Setzt man hier zuerst d=_D, dann dö=d’, und berücksichtigt die Gleichungen (9) und 
(11), so erhält man 


Das) fear B+R(l — Br: .220..(08) 


(d.d’.d)f= R(, ‚) ad’. 22... (4) 


oe € 


Da in (14) links die Symbole d, d’, d’ permutiert werden dürfen, so ergeben sich rechts 
sechs verschiedene Ausdrücke; unter anderm hat man 


1 1 ' [2 DER 1 =. 1 [2 ' 
(—-z)2ed’a=(, or) Fa’ d'a. 22.2.0. (1) 
Die Formel (13) kann auf folgende Weise vereinfacht werden. Es ist 


(d.d)R=(d.d)(Df)= ld. a) (25 5%) 
u nn. df ‚df . .0f 
- za.a)a. + zar.a ler zar.age+Eia.d)f 
— REI(d.U)A-4-Ldr.@dR+ Rd) -+Nda.GAR+RAN-+(D.d.dyf. 
Da nun überhaupt 24654 —=0 und daher ZA(d.0)A+-2654.0 = 0, so ist 


Ziı(d.)A= — Ndi.di= — (Laad):ooe= 0; 
folglich 
(d.d)R=(D.d.d)f. 


— 12 — 


Nun ist ferner (d.d') n Be, ee L +2 ne, Wenn man also die Gleichung (13) 
durch AR’ dividiert, so ergiebt sich 
| 1 /1 lI\o, 


Wenden wir jetzt diese allgemeinen Formeln auf die transformierten Integrabilitäts- 
bedingungen (7) und (8) an, so ergiebt sich namentlich aus der Vergleichung von (8) 
mit (15), da im allgemeinen eo’ und eg’ verschieden sein werden, offenbar Fa da = 0. 


Daher haben wir jetzt 


I=0,6e ... (17) (n — 2 Gleichungen) 


’ 1 [2 
d.N)Z=0, (4.4) 


(d.d’.d")f=0, (d.d’.d’")f= 0, ete., (d.d’.d'”)f=0, ete. (18) ("5") Gleichungen) 

als Bedingungen der Integrabilität der Gleichung ed + ßdy—+---=0. Da z.B. 
(d.d’.d") face + Btac'p + ««'ß") + etc. 

ist, so sind die Gleichungen (18) in Beziehung auf die dritten Differentialkoeffizienten 

von f linear und homogen, aber in Beziehung auf die ersten und zweiten irrational. 

Will man auch in den Gleichungen (17) die dritten Differentialkoeffizienten sichtbar 


machen, so bringe man sie unter die Form 


Da.) 


Da auch die übrigen Differentialgleichungen «dx + ßdy—+:--=0, etc. inte- 
grabel sein müssen, so bekommen wir im ganzen so viele Bedingungsgleichungen von 
der Form (d.d') - — 0, als de n— 1 Symbole d, d',d”,d’”,... zu zweien, und so viele 
von der Form (d.d'.d’)f= 0, als dieselben Symbole zu dreien kombiniert werden 


.. . KW —— 1 Zu; 1 . . . . . D 
können, im ganzen also (" R ) +- e g ) — () Bedingungen. Es liegt also die schwierige 


Aufgabe vor, nachzuweisen, dass alle diese (} ') Bedingungen schon in den s) Glei- 
chungen (17) und (18) enthalten seien, eine Aufgabe, für deren Lösung ich durchaus 
keinen Rat weiss. 


Wir wollen nun annehmen, die Form der Funktion f, welche der Aufgabe voll- 
kommen genügt, sei verloren gegangen; aber aus der ganzen Schar der durch /f = const. 


— 13 — 


dargestellten Kontinua sei ein einziges für unsre Anschauung zurückgeblieben und durch 
die Gleichung V = 0 dargestellt, welche explicite nur die n Variabeln x, y,2,... ent- 
hält. Wir müssen uns dann V auch implicite als Funktion von / denken, in der aber 
durch die Annahme eines konstanten Werts für f und Verschmelzung desselben mit 
allen andern Konstanten jede Spur der Funktionsweise in Beziehung auf f ausgelöscht 
ist. Welchen Bedingungen wird die Funktion V genügen müssen, damit das ent- 
sprechende einzelne Kontinuum einer Schar angehören könne, welche fähig ist, einem 
orthogonalen Systeme sich einzureihen? 


Wird V nicht nur explicite, sondern auch implicite vermittelst / als Funktion von 
X%,Y,... aufgefasst, so ist Y mit Null identisch; daher wird auch jede ableitende Operation 
ein mit Null identisches Resultat liefern. Wird V so aufgefasst, so soll es durch V be- 
zeichnet werden; sonst aber mögen alle ableitenden Operationen nur explicite verstanden 
werden und unter sich unabhängig sein. Werden sie mit d, d', d bezeichnet, so ist 


8V=(#-+3f- 5) v0, 
99 V-(6+8f- 3) (&+ 8: 0 V+Hööf- = — 0, 
ze (+öf- pr) (+ 6f- ») (#’+ d"f- 7) V 


+08: (6+5,F- LALLANGT 7 (+ 0f- 5 .) BT (+8) Gr r +0. 


Setzt man in der ersten Gleichung d = D, so erhält man 


DV+ Ru = on... (19) 


Werden in der dritten Gleichung 6, ö', 6’ durch d, d’, d” ersetzt, so ergiebt sich ver- 
möge der von speziellen Voraussetzungen unabhängigen Gleichung (11) 


(d.d'.d”) v+(d.d.d)f = 0: 222.2.20) 


Da ? or " unbekannt ist, so reicht die Gleichung (19) zur Bestimmung der Funktion R 


nicht hin; die Gleichung (20) hingegen verglichen mit (18) giebt (d.d’.d’) V=0. 
Wenn also das einzelne Kontinuum V/=0 einem orthogonalen System 


(n — 1) (n — 2) (mn — 3) 
GE u 


soll angehören können, so müssen erstens alle ın der Form 


(d.d.d”)V= 0 begriffenen Bedingungen erfüllt sein, und zweitens dürfen 


— 184 — 


die n (n — 1) (n — 2) partiellen Differentialgleichungen zweiter Ordnung von 


der Form (d.d') = 0, durch welche die unbekannte Funktiön R der n Va- 


riabeln &,y,... bestimmt wird, einander nicht widersprechen. 

Obgleich nach $ 42 die Elemente A, u... ,ß,..., @,ß,... der operativen 
Polynome D,d,d',... als Richtungskosinus der Normale und der Hauptkrümmungen 
des Kontinuums Y= 0 ihren Werten nach bekannt sind, so sind uns doch ihre Funktions- 
weisen wegen des Verlusts der Funktion f gänzlich unbekannt; und wenn wir auch 
die genannten Elemente durch Funktionen aller n Variabeln x, y,... ausdrücken, ohne 
irgend eine Substitution oder Elimination mittelst der Gleichung Y = 0 anzuwenden, 
so haben wir doch lauter unechte Funktionsweisen, welche sich ändern, so oft wir 
dasselbe Kontinuum durch eine von g(V) = 9 (0) verschiedene Gleichungsform dar- 
stellen, wie z.B. x —-v (y,z,...)= 0. Daher sind alle Variationen willkürlich, welche 
Richtungen entsprechen, die vom gegebenen Kontinuum V= 0 sich entfernen; und 
ihren Werten nach bestimmt sind nur diejenigen Variationen, welche tangierenden 
Richtungen entsprechen; zu diesen gehören nun allerdings die mit d, d',... bezeichneten 
Variationen, zu jenen unbestimmten hingegen die Variation D. Diese Betrachtungen 


mögen anschaulich zeigen, dass man allerdings, wenn die Werte einer Funktion ra W 


nur für jede dem Kontinuum Y= 0 angehörende Lösung bekannt sind, die Differential- 
gleichung (d.d’)W=- 0 in der ganzen Ausdehnung dieses Kontinuums verifizieren kann, 
wenn anders W derselben genügt. Denn da d’ einer tangierenden Richtung entspricht, 
so ist d’ W überall auf dem Kontinuum bekannt, daher auch d (d’ W). Da ferner «', f',... 


überall auf dem Kontinuum bekannt sind, so sind es auch d«,df',.... Die diesen 
1 


Elementen entsprechende Richtung tangiert aber, wel Mdd = — Fa l)= — Fr «=. 
Daher ist auch dd’ W überall auf dem Kontinuum bekannt; also ist es endlich auch 
(d.d)W=d(d'W) — dd'W. Da ferner leicht gezeigt werden kann, dass überhaupt 
(d. da”) V= DV. (55) Fade‘, 
g E 

so sicht man sogleich ein, dass auch die Gleichung (d.d’.d’)V= 0 auf dem ganzen 
gegebenen Kontinuum verifiziert werden kann, indem man sie durch Fa d «= 0 ersetzt. 

Die partielle Differentialgleichung (d. d’)W= 0 z.B. enthält eigentlich eine un- 
abhängige Variable zu viele Will man dieselbe nicht bloss gleichsam graphisch 
verifizieren, sondern sie auf eine echte analytische Form bringen, so kann man, um mög- 
lichst allgemein zu verfahren, jede der n Variabeln &, y,... so in Funktion von n neuen 
Variabeln &, t,...t, ausdrücken, dass l„= const. dasselbe Kontinuum, wie V= 0, dar- 
stellte. Es ist dann möglich, alle nach &, y,... genommenen partiellen Differential- 
koeffizienten durch solche, die nach t, t.,...t, genommen sind, auszudrücken; und 


— 15 — 


zuletzt wird man anstatt (d.d)W== 0 eine Gleichung erhalten, worin nur die nach 
den n — 1 Variabeln ti, i,...„_, genommenen partiellen Differentialkoeffizienten erster 
und zweiter Ordnung von x, %, ... ., W vorkommen. 

Um dieses Verfahren durch ein leichtes Beispiel zu erläutern, legen wir den 
Raum mit den drei orthogonalen Koordinaten x, y, z zu Grunde, und denken uns diese 
als solche Funktionen der drei neuen Variabeln t, u, v, dass 9 = const. eine krumme 
Fläche, und überdies, was angeht und zur Vereinfachung beiträgt, « = const. die der 
Richtung («, ß, y) entsprechende, t =: const. die andere Krümmungslinie darstellt. Es 


sei dann nn =»o, 2 —= pP, pp . —=g«, I — uf, 2 —=qy'; (A, u, »v) die 
Richtung der Normale. Da nun n = = von u = = +80 Ist leicht nachzuweisen, 
dass 

Ay + Red +9 ana = © 
ist, d. h., dass die den Elementen Bud » ++» entsprechende Richtung die Fläche tangiert. 


Man darf daher setzen 


rt _ mdx 9x Hy my Oy Oz _ md: UF; 
in Tr ln Tr Inn Tntr Im 


indem von diesen drei Gleichungen immer eine die notwendige Folge der zwei übrigen 
ist; und 7, U sind als bekannte Funktionen von t, « anzusehen. Nun ist 


1 . 
ge 
rt yOROW 1 „Ay dr OW_ 1? TOW, 1 „ dx dW 
Ra — »“" 8 3: et ET du dx 
i 1 
9. 
a TOW , 1 (mW , „OW 
un talattz): 


man erhält also zuletzt 


Nur 0?W dw oW _ 


eine partielle Differentialgleichung mit bloss 2 unabhängigen Variabeln. 

Um den Gang der folgenden auf den Raum bezüglichen speziellen Erörterung 
nicht zu unterbrechen, wollen wir hier noch eine allgemeine Relation voranschicken. 
Setzt man in (10) d = d, so ergiebt sich 

24 


— 156 — 


R 
e’ 


(d.)f= RFadi= 
thut man das Gleiche in (12), so bekommt man mit Rücksicht auf (11) 
’ AR 1 1 ’ 
d.da.d)f= "HR (.-,) Fade 


Wendet man aber die Operation d’ auf die vorletzte Gleichung an, so hat man 


a’ = — (d.d.d)f+20.0Nf. 


Hier ıst 
z 


(d.da)f=Lda.dyl = ZdadR+RdAN=—dR.Fadi+ 2 Fada=0; 


also (a.a.d)f=-E— nde. 
Durch Vergleichung der zwei Ausdrücke für (d.d.d’)f ergiebt sich demnach 


De LM 


i e—e@ 
folglich auch 
Za’dia = RR, ee Eee en a2) 


ein Ausdruck, den man als Wert einer Hauptkrümmung des Kontinuums mit der Normale 
(«, ß,...), und zwar nach der Richtung («, ß',...) hin, auffassen kann. 


II. Anwendung auf den Raum. Für n=3 giebt es nur die einzige Bedingung 


(d.d) I, — (0. Da nun überhaupt 
' [2 0? y ’ ’ 0° 


ist, so muss für 2» = 3 die Irrationalität wegfallen. Es sei ad = 4, $ßß=B,yy=C, 
By+Pßy=D yd+ya=k,aß+aß=F, so gelten die Gleichungen 


2,4A+ uF+ vE=(, 
‚F+-2uB+ vD=(, 
A\E+ uD-- 2 v0 =(, 


— 187 — 
aus denen sich leicht | 
uvD= V”A—wB—v’C, 
YAE=—-NWA+WB—vCh)).. 20.20.20... (22) 
Auf =—-WA— wW"B-+vC 


ergiebt. Wenn man ferner die zwei Gleichungen 


OR Or OR a ‚04 ‚04 ‚Hd 0 
rar rer an, rPß ra 


resp. mit «, @ multipliziert und addiert, so erhält man 


O1 91 94 1 1 1 1 IR du dv. 
19 et ee En m Are ze Sr Bu ee a ds 2 ae er 
2A, +tFfy,+Ey,=-1G | „;)» oder, da a a ey 
dA Ou: dv OR O1 
eE- 5 WitrnetnF 0. 


Multipliziert man diese Gleichung mit Aw», eliminiert E und F mittelst (22), setzt 
9 du 9 Bu 91 vr dv 91 du 


at ar tt, 099 au tr, 
und führt die abkürzenden Bezeichnungen 


ba men, Dee 
#5 dy’ 0% O2’ a, #5 
ein, wo dann I+-m-+n = 0 als Bedingung für die Integrabilität der Gleichung 
de + udy-+ vdz= 0 schon erfüllt ist, so erhält man (— um +v’n) A+W#l!B— v’lIl=0, 
und wenn ınan A mittelst der Gleichung A+ B+C=0 eliminiert, (u’+-»*) (m C—nB)=0. 
Also ist A:B:CÜ =1!:m:n. Setzt man deshalb 
Auv 


A=- en — y, a (23) 


so folgt | 
D= 7 (l— u’m— v'n), E= F (— Al +-u’m — v’n), F= 7 (— Al — u’m+v’'n). (24) 


Da ferner A=ßy— By, A=aa, D=ßy — ß’yist, so hat man AA D= au (B’y’— PB ’y’), ete., 


NAD-LuBE+vCF=lad.BB.yy|=jled+ßß+rYy.BR.vyl=|0.BR.yY 
a? . ß° .y’ a? + ß? A y’ . ß? .y' 1. ß? ap? 
a .B° .y’ PB + "+ y? Be .y° 1.” .y’ 


= — Br+PBr) By—Ey) =Auv, 


— 1383 — 


und, wenn man in dieser letzten Gleichung die vorigen Ausdrücke für A, B,... sub- 
stituiert, 
T’=Xl+ wm’ + vVn— 2 wWmvn — 2v’nAl— 2Mlum. . . (25) 


Durch die Gleichungen (23), (24) und (25) sind uns die Elemente des quadratischen 
operativen Polynoms (4. d') vollständig bekannt, und die einzige Bedingung, von der 


oben die Rede war, ist nun, wenn = W gesetzt wird, 
ae 9?W 0° 
T.(d.d)W=Rur(l5 tm ai 


HAN m) te Pl-+um — v" DraM ih Alm) = 


Setzt man endlich hier W = (5) -1- (3) + (3 I) : : 2 --; ; 4 ‚etc. und mul- 


tipliziert mit R'”, so wird die Gleichung in Bezichung auf alle partiellen Differential- 
koeffizienten der gesuchten Funktion f ganz und rational. 

Ich führe bloss noch an, dass die partielle Differentialgleichung dritter Ordnung 
für eine Funktion f, welche eine zu einem orthogonalen Systeme gehörende Flächen- 
schar darstellt, auch unter folgende Form gebracht werden kann: 


TEE BZ?) = Auv2a (m Eng") + ERLRT — um — rn) (3; 35) = 0. 


Trägt man auf jeder Normale des Kontinuums f = const. ein unendlich kleines 
Stück auf, so liegen die Endpunkte aller dieser Stücke in dem successiven Kontinuum 


derselben Schar, für welches f (z,y,...) = const. + öf ist. Wenn man also eine 
Funktion W kennt, welche der Bedingung (d.d)W= 0 genügt, und trägt dann auf 
jeder Normale der Fläche F= 0 em Stück Wo auf, wo wo einen sehr kleinen kon- 
stanten Faktor bedeutet, so liegen die Endpunkte in einer neuen Fläche, welche fähig 
ist, zugleich mit der vorigen einem orthogonalen System anzugehören. Diese Bemerkung 
führt uns zu einer graphischen Konstruktion eines beliebigen orthogonalen Flächen- 
systems. 

Da Zida=0, Fada=0 ist, so folgt d’a: d’B:d’y= «:Pß':y und hieraus 
de—=«.! «da, etc. Daher ist das operative Polynom d’d=X'd'a« ar "dad, 


und es wird dadurch (d. d)W = d(dW) — Lada xXd W. Wenn also die Funktion 
W der Bedingung (d.d’)W= 0 genügt, so ist mit Rücksicht auf die Formel (21) 
überall auf der Fläche 


(dA) = eabee, Won... (07) 


— 189 — 


Man wähle nun eine ganz beliebige Fläche, ziehe alle ihre Krümmungslinien, nehme von 
diesen zwei sich im Punkt A kreuzende |, !' heraus und verfüge nach Belieben über 
die Werte der Funktion W, welche diesen Krümmungslinien entlang stattfinden sollen. 
Entspricht die Krümmungslinie ? der Richtung («, £, y), so kennen wir derselben entlang 
die Werte von dW. Auf der andern !' liege A, unendlich nahe bei A, und es gehe 
durch A, die auf ! folgende Krümmungslinie . Da Wlängs !’ bekannt ist, so ist auch 


d'’W in A bekannt; der Faktor er ist auf der ganzen Fläche bekannt; folglich ist 


d’(AW) in A bekannt. Aber dWin A, ist gleich 4W in A plus 4A A, X d’(dW) in 4; 
also ist dW in A, bekannt; und da W in A, bekannt ist, so kennen wir, wenn A, B, ein 
Element der Krümmungslinie /, ist, auch Win B, (=Win 4,—+ 4,B,xdWin A,). 
Die zwei successiven Krümmungslinien !, !, mögen von den aufeinander folgenden 
Krümmungslinien !,m,n,... in die entsprechenden Elemente AB, 4,B,; BC, B,C;; 
CD,C,D,;... geteilt werden. Da Win B und in B, bekannt ist, so kennt man d’W 
in B, also vermöge jener Relation (27) auch d’(dW) ın B. Aber dW in B ist bekannt; 
man kennt also auch dW ın B,, und, da W in B, bekannt ist, auch W in C,. Folglich 
kennt man d Win C, u.s.f. Man lernt so W längs der ganzen Krümmunsgslinie |, 
kennen. Ist /, eine unmittelbar folgende Krümmungslinie, welche }’ in A, schneidet, so 
wird man ebenso, vom Werte der W in A, willkürlich beigelegt ward ausgehend, die 
Werte der Funktion W längs der ganzen Krümmungslinie !, bestimmen können. Wird 
dieses Verfahren fortgesetzt, so ist klar, dass die Werte der Funktion W für alle 
Punkte der Fläche durch die, welche wir längs der Kriimmungslinien ? und ! will- 
kührlich angenommen haben, bestimmt sind. 


Ist jetzt » eine unendlich kleine Grösse, und wird Ww in jedem Punkte der 
Fläche auf die Normale aufgetragen, so bilden die Endpunkte eine neue Fläche. Da 
die Bedingung (d. d’)W== 0 erfüllt ist, so werden die Endpunkte der auf den Normalen 
der ersten Fläche aufgetragenen Stücke, längs einer Krümmungslinie derselben verfolgt, 
immer eine Krümmungslinie der zweiten Fläche bilden. 

Die zweite Fläche kann man wieder wie die erste behandeln und unter anderm 
die beiden Krümmungslinien, längs denen über die Funktion W von neuem frei verfügt 
wird, den mit ! und !' bezeichneten der ersten Fläche entsprechen lassen. Nun ist 


IR I (pyy=- DU +EES=D,=RDAHIDE, 
und zugleich 
OR _, DEREN 
a DR-+oadR-«dlR; 


folglich 
Di=adloegR-+adlogR, et. . . . 2 .2..2..(28) 


— 19% — 


Man kennt also DA, Du, Dv für jeden Punkt der ersten Fläche (indem W= $); also 


auch A, u, » für jeden Punkt der zweiten. Wir sehen so durch die Bedingungen (28) 
die entsprechenden Krümmungslinien der ersten, zweiten, dritten, etc. Fläche sich an 
einander reihen, und dadurch die zwei andern Flächenscharen entstehen, welche mit 
jener ersten Schar ein orthogonales System bilden. 


Ich behaupte nun, dass, wenn drei im übrigen beliebige Flächen gegeben sind, 
welche sich in drei je zweien gemeinschaftliche Krümmungslinien orthogonal schneiden, 
diese Flächen, ohne einer ferneren Bedingung zu genügen, immer einem orthogonalen 
System angehören und dasselbe vollständig bestimmen. 


Vom Punkte A aus, in welchem die drei gegebenen Flächen sich schneiden, 
gehen auf der ersten die Krümmungslinien /, ! und die der zweiten und dritten Fläche 
gemeinschaftliche Krümmungslinie. Auf dieser schneide man von A an ein unendlich 
kleines Stück s ab und ziehe durch dessen Endpunkt die zu /, !' successiven Krümmungs- 
linien der zwei letzten Flächen; man kennt dann beiden ! und !’ entlang die Abstände 


w . ” RL i 1 : 
s=-z der genannten successiven Krümmungslinien, wobei der Wert von ;=-WnA4 


beliebig angenommen und so die unendlich kleine Konstante w bestimmt werden kann. 
Da somit die Funktion W längs zweien sich kreuzenden Krümmungslinien der ersten 
Fläche bekannt ist, so ist sie auch nach dem, was wir vorhin gesehen haben, auf der 
ganzen ersten Fläche bekannt. Man kennt daher auch die unmittelbar auf diese folgende 
Fläche der ersten Schar. Für das Gelingen der Fortsetzung dieser Konstruktion braucht 
bloss noch nachgewiesen zu werden, dass die Bedingungen (28) durch die zweite und 
dritte der ursprünglichen Flächen schon erfüllt ist. 


Führt man statt des dortigen A das unendlich kleine normale Element s = nn 
ein, so werden jene Bedingungen: 


DA= -— oadlogs— adlogs, etc.; also — dlgs=«DA+ßDu-+yD», 


oder | 
dlegs=ADa+uDß+»Dy . . ... . (28 bis) 


Es handelt sich also darum, die Variation des unendlich kleinen Abstandes zweier 
successiver Krümmungslinien /, !, einer Fläche auszudrücken, welche längs 2 stattfindet. 
Dieser Abstand, als Element der kreuzenden Krümmungslinie 7’ sei 6’, das Element von 
U hingegen sei 6. Vom Durchschnittspunkt A der Linien /, 2’ aus schneide man auf 
diesen die unendlich kleinen Stücke 6= AB, = AA, ab; die durch A, und B gehenden 
Krümmungslinien !, und m’ bilden dann mit I,’ das Viereck ABB, 4,, und es ist 
BB -AA=AB.do=06do. Von der Variation der Richtung von BB, im Ver- 
gleich mit 4 A, darf man absehen, weil sie wegen der orthogonalen Stellung dieser 


— 191 — 


Viereckseiten zu der Basis A B in der Länge dieser Linienelemente nur eine Variation 
zweiter Ordnung hervorbringt; deshalb darf man in obiger Differenz das Element 3 B, 
durch seine Projektion auf A A, oder auf die Richtung («', $’,y) ersetzen. Man kann 
also auch die Differenzen der Projektionen von BB, und AA, auf die Axen der x, y, 2,: 
oder die ihnen resp. gleichen Differenzen der Projektionen von 4,B, und ABmit «', ß',y 
multiplizieren und addieren; die Summe wird od 6 sein. Da man aber nach der vorigen 
Bemerkung von der Richtungsveränderung von B B, absehen darf, so braucht man bei 
4A, B, nur die Richtungsveränderung (weil bewirkt durch eine Längenvariation von BB,) 
zu berücksichtigen und kann hingegen die Längenvariation (weil sie keine solche für 
BB, bedingt) vernachlässigen. Die Variationen der Richtungskosinus von AB sind 
od’a, a’d'’ß, 0d’y; als Länge kann man diejenige von AB oder o behalten. Demnach 
dürfen statt der Differenzen der Projektionen von A,B, und AB auf die Koordinaten- 
axen die Grössen o0d'u, 00d'ß, o0’d’y gesetzt werden. Multipliziertt man nun mit 
«,ß,y, addiert und lässt den Faktor 6 weg, so erhält man 


do en 6 (dd’a ai. ß'd’ß SR yd'y). 


Vertauscht man hier «@,ß',y,6,d' mit A, u,»,s, D, so erhält man gerade die zu be- 
weisende Gleichung (28 bis). 

Da die partielle Differentialgleichung (26) in Beziehung auf die Funktion f von 
der dritten Ordnung ist, so muss ihre vollständige Lösung drei arbiträre Funktionen 
enthalten. Diese Forderung ist durch die vorige graphische Konstruktion insofern er- 
füllt, als die drei ursprünglichen Flächen mit Ausnahme der Bedingung, sich in Krüm- 
mungslinien und orthogonal zu schneiden, ganz willkührlich sind. 


$ 45. Anwendung der konfokalen Kontinua auf die Bestimmung des Masses 
der durch ein Kontinuum zweiten Grades (mit lauter reellen Axen) begrenzten 
Totalität und des begrenzenden Kontinuums selbst. Relationen zwischen voll- 


ständigen Abelschen Integralen. 


Wir wollen das Element der n-fachen Totalität mittelst der Variationen der 
Axenquadrate eines Systems konfokaler Kontinua zu bestimmen suchen. Es seien 
A,B,C,...J die n Axenquadrate irgend eines Kontinuums des Systems, und wenn 
n Kontinua die Lösung (x, y,...) gemein haben, so mögen die Axenquadrate eines 
jeden mit demselben untern Zeiger versehen werden, sodass die Zeiger 1,2,...n der 
Reihe nach allen durchgehenden Kontinuen entsprechen. Ist jetzt ds, das lineare Element, 
welches der Variation d A, entspricht, während A,, A,,... A, sich nicht ändern, sind 


— 192 — 


En, B, = ns - +. die Richtungskosinus der Normale des Kontinuums A4,, 
ı i 


so hat man de = ads, dy= ßds,..., und durch Differentiation der Gleichung 


ferner &, = 


x? ER SE 
Fe 
ergiebt sich 


rar an hre)aame 


woraus 


folgt, wobei man sıch an den Ausdruck 


p= 4,B.:0;3% ed 
(4— 4,)(4,— 435)... (A — An) 


zu erinnern hat. Bedeutet nun dV das Element der Totalität, so kann man dieses als 
orthogonales Paralleloschem auffassen, dessen Seiten ds,,ds,... ds, sind. Es ist also 


Die Integration dieser Formel kann auf unter sich unabhängige Quadraturen zurück- 
geführt werden, da die Variabeln A,, Aa, ... A„ sich trennen lassen. Wir müssen aber 
vorher einige Abkürzungen einführen. 

Wenn A>B>C>--->H>J angenommen wird, so sei auch A, >A,>--->A,. 
Dann ist J,>0, 3 >0>J,, 0, >0 > AH,,u.s.f. Die Quadratwurzeln R, = YA,BC... Jı» 
Bey AB. Js Reale Ir IB Ihe DD 22 23, 
sind also alle reell, und wir wollen sie überdies noch als positiv annehmen; jede der- 
selben enthält nur eine Variable. Wenn wir ferner die alternierende Funktion 


(4, — d,) ei 4,) (A, — A,) a (A: u A,-ı) (di _. 4,) 
de) essen): ef) 
x (4,— 4)... A) (4-4) 
x ete. 
ld, As) (As) 
x (A,_ı—A,) 


mit (2 bezeichnen, so ist 


_ 193 — 


WO &,&, . .. &, irgend eine Permutation der Exponenten n — 1,n— 2, n—3,...2,1,0 
sein, und das obere oder untere Vorzeichen des Produkts gelten soll, je nachdem die 
Permutation eine positive oder negative ist. (Der Beweis steht in Jacobis Abhandlung 
De functionibus alternantibus im Crelleschen Journal.) Wird 2 durch 


(A4— A) (Ah — 4)...(4;_-1ı— 4A) (A — Ayrı)-.-- (4, — A4,) 


dividiert, so soll ®,der Quotient sein; man kann also auch sagen, (— 1)'"' &, sei das 
Aggregat aller in der Entwicklung von 42 vorkommenden und durch A} "' teilbaren 
Glieder, wenn sie von diesem Faktor befreit sind. Es ıst klar, dass ®, wiederum eine 
alternierende Funktion ist. Es versteht sich übrigens, dass die Ausdrücke für 2 und 9, 
sich nicht ändern, wenn auch sämtliche Axenquadrate A um eine und dieselbe Konstante 
vermindert werden. Wir erhalten nun zunächst 


FE 1\” dA,dA , d An 
= (5) 2 R, R u 


also für das Mass einer von n Paaren zu derselben Gattung gehörender konfokaler 
Kontinua begrenzten Totalität den Ausdruck 


IN" yı ı dA, n „aA, 

V=(,) F+ u Aka... (Ardke. 
Wird das erste Integral zwischen den Grenzen J, = 0 und J,= J, das zweite zwischen 
H,= 0 und J,= (0, etc., das letzte zwischen A,„= 0 und B„= 0 genommen, so erhält 
man das Mass Y der von einem Kontinuum (4) erster Gattung begrenzten Totalität, 
dividiert durch 2”. Das ganze Mass ist aber offenbar R mal so gross als dasjenige 

einer Polysphäre vom Radius 1; folglich ist in diesem speziellen Fall 


1 > 


V= (5) rer) 
: 


der finite Wert eines Aggregats von Produkten von je n Abelschen Integralen, welche 
immer alle bis auf eines vollständig sind. Man kann aber überhaupt die Zahl der 
Faktoren solcher Produkte um 1 vermindern, wie wir jetzt zeigen wollen. 


R 


i=n 
Da 2 A? (— 1)" ®,=0 00der = 2 ist, je nachdem Oo <m <n—loderm=n—1 
i=!1 
ist, so ist überhaupt 


EI - 00-2, 


dV = 


— 194 — 


wenn f eine ganze Funktion (n — 1)-ten Grades bezeichnet, wo 1 der Koeffizient der 
höchsten Potenz ist. Nun ist 


OR; 


I 9A; 


= 5 (— 1y=1[BG...I4 AG... Jd4+ + ABiCi... H;\ 


eine ganze Funktion (n — 1)-ten Grades von A,, worin die höchste Potenz den Koeffizienten 
(— 1)'=' 5 hat; folglich ist 


OR; 
Zr 4, N. 


Man erhält demnach 


dA, dA; ‚cd 


A n 
-. ldR..o d A o,“ ‚dA; dA 


Re dR,.® 


u dA, dA, .. aa) 
"R, RB, In 


“RR, RB |, 


tdin.® 


wo z.B. 5 a dA, durch d.R, ersetzt ward, weil ZA, nur die Variable A, und ®, diese 


nicht enthält. Integriert man, so ist 


dad. 4. An % 
ı 7, RB +ete. 


wo die Klammern, in die man z.B. R, gesetzt hat, bedeuten, dass diese Funktion 
zwischen den auf A, bezüglichen Integrationsgrenzen zu nehmen sei. Da ®; eine alter- 
nierende Funktion ist, so zerfällt das (n — 1)-fache Integral in ein Aggregat von Pro- 
dukten von je n — 1 Abelschen Integralen. 


"— 


FE 
ng 


Nimmt man die auf A,, A, ... A, bezüglichen Integrationsgrenzen und die untere 
für A, so weit, als es die Bedingung der Realität der Funktionen I, Ru... R, nur 
erlaubt, so wird 


(R)=(R)= = (R)=0, (R)=R 
und man erhält 
"1 ddl du = 
i J en; Fe Fer - 
(3) 


eine Relation Be (n — 1)? vollständigen Abelschen Integralen, deren jedes in der 
Formel | (4 — I)” i2 ‚[n=0,1,2,...n — 2] enthalten ist. 


( num erst attung : n assen wir in 
Indem wir uns das Kontinuum erster Gattung als fest denken, lassen in den 
Zeichen seiner Axenquadrate den Zeiger 1 weg und setzen uns vor, das Mass $ eines 


— 195 — 


von n — 1 Paaren konfokaler Kontinua begrenzten Stücks des Kontinuums A erg | 
Gattung zu bestimmen. Man hat 


1\"r-1 dA, dA dAn _ pı (A AN TA A TAT as dA, ,, dAn, 
18- (5) nr ea A), rd 


Setzt man ,—k=K, A—k=K,,..., work eine beliebige Konstante bedeutet, 
‚so ist 


= (R—KR)(K-K)...(KR—-K,)X(RB—K,)...(K—K,)xX--xX(K,_ı—K,) 


En RK, , Kr: f Ki: EN Kr” =I+K, K,... K“, 
Kr j Kr: e Kr Bra Kr: 
K, r K, . ri eu K. 
K Re BET. 
1 | 1 et 


wo (&, &, .. . €) eine Permutation der Exponenten n — 2, n —1,...2,1,0 bezeichnet. 
Man hat also 


= (I) 2 ER RENATE R ga, 


ein Aggregat von Produkten von je an — 1 Abelschen Integralen.. Nimmt man jedes 
Integral vollständig und multipliziert die rechte Seite mit 2”, so erhält man das Mass 
des ganzen Kontinuums (A). 


„4A-B 


Setzt mann = 3, 6 MI k®, so dass k?+ k°?= 1, ferner 


e dr Fıufegere re 
k)= a __— k) = ey = .* a , 
F (1) J en Ei J YI-TFsin?e de 
so verwandelt sich die Gleichung (1) in 

FÜ)Ek) HEN FR)—- FWFR)=-5: 
die bekannte von Legendre gefundene Relation zwischen vollständigen elliptischen 


Integralen der ersten und zweiten Art mit komplementären Moduln. Die Gleichung 
(2) giebt für n = 3 die Oberfläche des Ellipsoids. 


== 196 = 


Was in diesem und dem folgenden Paragraphen vorkommt, ist eine Ausführung 
von sehr interessanten Andeutungen, welche Jacobi in jener Abhandlung (Crelle’s 
Journal B. XIX) gegeben hat, wo er zuerst die Gleichung und Rektifikation der geo- 
dätischen Linie auf dem Ellipsoid durch einfache Integrale darstellte. Ich habe diese 
Gegenstände hier aufgenommen, weil sie in einer Tlieorie der vielfachen Kontinuität 
nicht fehlen dürfen. 


S 46. Bestimmung des kürzesten Weges sowohl in der Totalität als auch auf 
einem quadratischen Kontinuum oder dem Durchschnitte mehrerer konfokaler 
Kontinua. 


Wenn die Werte x, y,... einer Lösung als Funktionen der ersten Axenquadrate 
A, A, ... A, der n durchgehenden konfokalen Kontinuen gedacht werden, so sind 


aA, As, ne ‚„IAn 
2» '92p 2m 


die Projektionen des Wegelements ds = Ydx°?-1- dy*-!-- - - auf die Normalen der kon- 
fokalen Kontinuen. Da diese ein System von orthogonalen Richtungen bilden, so ist 


ds? (=) en ie )' Bene Er 


oder auch, wenn A,,A,,...4, die Kosinus der Winkel bedeuten, welche das Wegelement 
ds mit den Normalen bildet, 


dAn 


ee det teen a 


Sn HescH 


; 


Wenn aber A, 4, ...4, überhaupt Grössen bezeichnen, welche der Bedingung Z%#° —=1 
genügen, so ist 


2 2 4 dA; z 
ae (zZ) Hz (0:0: 
Gelingt es nun für A,,A,,...A, solche Funktionen der Variabeln A,, A.,... A, anzu- 


1 


2 a2 se 
geben, dass z, Pur du: >. nur A,, u.s. f. enthält, und setzt man dann 
2 


s- + Bl nern Oö 


ı 


— 197° — 


so hängt, da hier die Variabeln getrennt sind, der Wert von S nur von beiden Grenz- 
lösungen ab, aber nicht von dem Wege, der sie verbindet. Es wird daher vermöge 
(1) im allgemeinen für irgend einen aus reellen Elementen zusammengesetzten Weg 
immer sein f[ ds > $, und nur dann f ds = $, wenn 


dA, ,dA,,, ,,. dAn 7 I A 
2Pı . 2p, : > 2 Pn 20 . n . . . . . . . (3) 


ist. Also ist dann der Weg, der diese Proportionen zu seinen Differentialgleichungen 
hat, der kürzeste zwischen den zwei gegebenen Grenzlösungen. 

Der kürzeste Weg muss ein Strahl sein. Ein solcher wird von n—1 konfokalen 
Kontinuen des gegebenen Systems berührt; ihre ersten Axenquadrate seien W,, As, - .. Ur. 
Dann gelten, wie wir bereits aus $ 41, V, Gl. (6) wissen, n — 1 Gleichungen von der 
Form 


2 LE _ 
ge ae a wer nee Se . . . . . . (4) 


wo zu X nach und nach die Zeiger 2,3,...n zu setzen sind. Die Realität des Strahls 
erfordert übrigens 
A>A,> L> >... ->A-ı > U>A,. 


Vermöge der Proportionen (3) sind die Gleichungen (4) als System von Differential- 
gleichungen erster Ordnung, hervorgegangen aus einmaliger Integration der n—1 
Gleichungen zweiter Ordnung, welche die gewöhnliche Variationsrechnung liefert, auf- 
zufassen; und da sie » — 1 arbiträre Konstanten enthalten, so ist diese Integration die 
allgemeine. 


. . . 4 A . . . 
Um nun untersuchen zu können, ob wirklich Pi ee Funktionen von je einer 
ı 


Variabeln sind, müssen wir zuerst A, 4,,... in Funktion der konfokalen Variabeln an- 
geben. Wenn wir das System aller „ Gleichungen, durch welche die Grössen A bestimmt 
sind, so schreiben 


w(A,— Ü 2; A) .r. .; A A) = 


wo zu W die Zeiger 2,3,...n hingehören, und ® einen verschwindenden Faktor be- 
deutet, so können wir auf das System (5) die aus $ 41, II bekannten Relationen zwischen 
orthogonalen und konfokalen Variabeln anwenden, und bekommen: 


A-+ A) ( (Ai WAR). en 


Mi = (44— 4,) (4 — 4;). . (4; — Ai_ ı) Grey . (Ari — An (Ai — An)’ U u 1, 2. n] 


— 198 — 


wo noch w = 0 zu setzen ist. Da der Ausdruck für 9; denselben Nenner und 4,B,C,...J; 
zum Zähler hat, so sieht man sogleich, dass der Ausdruck für nur die Variable 4; 


Pi 
a 
1= (4— A.) (A;:—X,) ...(A— Un) 


enthält. Wenn wir fortan der Kürze wegen q,; = — setzen, so ist 


(Da unter den Faktoren des Zählers die © — 1 letzten, und unter denen des Nenners 
die 2— 1 ersten negativ sind, so ist positiv.) Die Form dieses Ausdrucks giebt g; 
als Abstand des Centrums vom linearen Tangentialkontinuum des quadratischen Kon- 
tinuums (A,), welches durch seinen (imaginären oder reellen) Durchschnitt mit den n—1 
festen konfokalen Kontinuen (M) gelegt ist, zu erkennen. Da nicht einmal alle Kon- 
tinuen (W) zu n — 1 verschiedenen Gattungen zu gehören brauchen, so kann sehr wohl 
das einfache Kontinuum, in dem sie sich schneiden, imaginär sein; und wenn auch alle 
(A) n — 1 verschiedene Gattungen repräsentieren, so muss erst noch das variable Kon- 
tinuum (A,) der letzten noch übrigen Gattung (es kann nur ö=1 oder i=n sein) 
angehören, wenn das Perpendikel g, einer reellen Lösung entsprechen soll. In diesem 


einzigen Falle stellt das Integral i ar die Länge eines reell begrenzten Stücks der den 
n — 1 festen Kontinuen ({) gemeinsamen Krümmungslinie dar. Nichtsdestoweniger hat 
das Integral = , in allen Fällen, die hier in Betracht kommen werden, einen reellen 


Wert und kann analytisch immerhin als zwischen zweien Kontinuen (4) derselben 
Gattung befindliches Stück der reellen oder imaginären Krümmungslinie (U, A, . . . U.) 
gefasst werden. Wenn uns erlaubt wird, von zweien Wegen, welche durch dasselbe 
Paar konfokaler Kontinuen gleicher Gattung begrenzt werden, den einen Projektion 
des andern zu nennen, und wenn alle auf die einzelnen Variabeln A,, A... . A, bezüg- 
lichen Paare von Integrationsgrenzen von den zwei Grenzlösungen des Weges [ds 
hergenommen sind, so ist der kürzeste Weg 


— je A, dA, "dA 
S Yı dı — Er a S m . . . . . . . (6) 
gleich der Summe seiner Projektionen auf die feste Krümmungslinie (W,, U, . - . U.) 


welche von allen » durch die Grenzlösungen gelegten Paaren konfokaler Kontinuen je 
einer und derselben Gattung gebildet werden. 

Da p = q4, so geben die Proportionen (3) für den kürzesten Weg die Bedingungen 
—- — Ads, wo A,q,4 mit den untern Zeigern 1,2,...n zu verschen sind. Die 
Gleichungen (4) werden demnach 


2), ) (22) 


AL—A —- —ı —- » .— An EI — 0, .. . . . .. (7) 


— 19 — 


wo X nach und nach mit den untern Zeigern 2, 3,...n zu versehen ist. In diesen 
n — 1 Differentialgleichungen erster Ordnung sind die Variabeln getrennt; sie können 
also mittelst blosser Quadraturen integriert werden. Dadurch werden n — 1 Integrations- 
konstanten hereingebracht, sodass nunmehr die n — 1 finiten Gleichungen des kürzesten 
Wegs 2 (n — 1) verfügbare Konstanten enthalten, was gerade nötig ist und hinreicht, 
um die zwei Gruppen von je n — 1 Bedingungen, damit der Weg durch die zwei ge- 
gebenen Grenzlösungen gehe, zu befriedigen. 

Wird der Anfangswert einer Variabeln z. B. A, beliebig gesetzt, so ist dadurch 
der Weg noch nicht im geringsten näher bestimmt; denn dieser Weg muss im Verlaufe 
jedes Weges, dessen W, kleiner ist, zweimal vorkommen. Wenn daher die Anfangswerte 
der n Variabeln A,, A... . A, so angenommen werden, wie es die gegebene Anfangs- 
lösung verlangt, so zählt dieses nur für n — 1 Bestimmungsstücke des Wegs. . Wenn 
nun alle Integrale mit diesen Anfangswerten beginnen, so sind durch die n—1 Weges- 
gleichungen 


I da, (1 dh 1 dan _ 
AU 2" A,— Tr Eee 2 Un et) 


fortan immer n — 1 der Variabeln A, A, ... A, in Funktion einer einzigen unter ihnen 
und der n — 1 Konstanten X gegeben, und diese letzten sind durch die Bedingung, dass 
der Weg durch die Endlösung gehen soll, gerade bestimmt. 


Es ist noch zu bemerken, dass wegen er — Nds für ein positives Wegelement 


immer auch seine Projektion . positiv zu nehmen ist. Das Vorzeichen der Quadrat- 


2 
wurzel q muss also immer mit dem des Differentials d A übereinstimmen. Wenn also 
ein g durch Null oder Unendlich hindurchgeht und infolgedessen einen Zwischenwechsel 
erfährt, so muss auch das entsprechende dA diesen Zwischenwechsel mitmachen. Hiermit 


ist nun auch der Verlauf der einzelnen Integrale in (8) AareIeNend unnt DENN 
Fortschreiten des Weges nämlich ist im Ausdruck i 


nehmen. Ein Durchgang des Faktors von d A durch Unendlich stört die dliche Be- 
schaffenheit des Integrales nicht. Denn entweder rührt derselbe her vom Durchgang 


einer der Grössen A,B,...J durch Null; geht z. B. J durch Null, so sind ausser 
cs — d.yYJ alle übrigen Faktoren oder Divisoren endlich, und die Form d.YJ zeigt 
einen mit Zeichenwechsel des Inkrements, endlicher Faktor X YJ, begleiteten ununter- 
brochenen Fortgang (z. B. Wachstum, wenn A— W positiv ist) des Integrales an. Oder 


jener Durchgang rührt vom Verschwinden des rationalen Nenners A — W her; dann 


findet sich aber auch Y A — Wim Nenner von q, und da alles übrige endlich bleibt, 


dA ee ; u 2 
hat man nur Fee — IYA— X zu beachten, was ebenso wie vorhin einen ununter- 


brochenen re des Integrals anzeigt. Im letzten Falle ward vor dem betrachteten 


— 200 — 


Durchgang A>NX vorausgesetzt, und es ist aus dem Gesagten klar, dass auch nach dem 
Durchgang wieder A>XM sein wird. Ganz ähnlich verhält sich die Sache, wenn anfangs 


A<NM ist; man hat nur d YA — A zu beachten. Aus diesen Bemerkungen folgt, 1. dass 
jede Variable A die ihr, sei es durch ihre Gattung selbst oder durch Konstanten X der- 
selben Gattung, gesetzten Grenzen niemals überschreitet, sondern zwischen denselben 
oscilliert, 2. dass bei keinem der in den Gleichungen (8) vorkommenden Integrale je 
ein Uebergang vom Wachstum zur Abnahme oder umgekehrt eintritt, sondern jedes 
fortwährend wächst oder abnimmt, je nachdem die entsprechende Differenz A — X von 
Anfang an positiv oder negativ war. 

Da. man n — 1 algebraische Gleichungen zwischen den Variabeln A, A... 4A, 
angeben kann, welche denselben Weg darstellen, wie die aus transcendenten Funktionen 
 zusammengesetzten Gleichungen (8), so sind jene mit diesen äquivalönt. Werden die 
Abelschen Integrale, welche im System (8) vorkommen, wie Argumente, und die ur- 
sprünglichen Variabeln A,, A,... 4A, als Funktionen derselben aufgefasst, so kennen 
wir also n — 1 algebraische Relationen zwischen diesen Funktionen. Die Gleichung 
(6) endlich lehrt uns die Summe von n andern Abelschen Integralen, welche mit den 
vorigen in engem Zusammenhang stehen, in algebraischer Form kennen. Für n = 2 
enthält die alsdann einzige Gleichung (8) das Additionstheorem für elliptische Integrale 
der ersten Art, die Gleichung (6) für solche der zweiten Art. 

Wenn einige der konfokalen Kontinuen (X) verschwindende Axenquadrate haben, 
so sind sie als lineare durch die n — 1 übrigen Axen der Lage nach bestimmte Kontinua 
aufzufassen, begränzt von einem in denselben befindlichen (n — 2)-fachen quadratischen 
Kontinuum ((n — 2)-faches Fokalkontinuum), dem die übrigen Axenquadrate auch 
dem Werte nach zukommen. Der Strahl oder kürzeste Weg muss alsdann das (n—2)- 
fache Fokalkontinuum in einer Lösung treffen. Der Ausdruck für q vereinfacht sich 
desto mehr, je mehr Kontinua W diese Eigenschaft haben. Ist z. B. 


=0,8,=0 B=V(,...E_,=0, B=0, 


so wird g— YA, die den Kontinuen (X) gemeinschaftliche Krümmungslinie ist die Axe 
der x, und die Gleichungen (6) und (8) erhalten die Formen: 


per faya ze IK ++ fay. ’ 


IYA, day An 

rg En ee a 

dyA, [ZEN as fahdn = 
art C, 2 + co 9 


oA + fer. | 4 [are — 


— 201 — 


Die erste dieser Gleichungen zeigt uns die Länge eines Stücks des Strahls gleich der 
Summe seiner reellen Projektionen auf die Axe der x, welche von je einem Paare 
durch die Enden jenes Stückes gelegten konfokalen Kontinuen derselben Gattung ab- 
geschnitten werden; es ist aber wohl zu merken, dass die Elemente dieser Projektionen 
immer mit dem Elemente des Strahles selbst zugleich positiv zu nehmen sind, wenn sie 
auch auf der Axe der x bald in dieser, bald in jener Richtung auf einander folgen. 
Die n — 1 folgenden Gleichungen haben Integrale, wie 


YAı -YA-B VA —YVA—B, yAn — YA—B 


yAt+ya-B yatYyA-B YamtYVaA-B 


= const., 


u.s. f,, wenn man B durch (C, D,...J ersetzt. Dies ist übrigens der einzige Fall, wo 
alle jene sogenannten Projektionen auch der Lage nach reell sind. 

Indem wir wieder zum allgemeinen Fall zurückkehren, bemerken wir, dass die 
Gleichungen (8) unter die Form 


98 98 
=W, ——- —=l, ... FE) 


0 

zu bringen sind. Daraus ergiebt sich folgende Vorschrift für die Bestimmung des 
kürzesten Weges zwischen zweien gegebenen Endlösungen. Man lege durch diese die 
n Paare konfokaler Kontinuen der gleichen Gattung, nelıme die Summe der Projektionen, 
welche jedes Paar auf einer und derselben Krümmungslinie des Systems abschneidet, 
wiederhole das Verfahren so lange in Beziehung auf successive Krümmungslinien, bis 
man endlich eine gefunden hat, in deren nächster Umgebung die Variation jener Summe 
sogenannter Projektionen verschwindet. Die Summe selbst ist dann die Länge des 
kürzesten Weges, und jedes zum Strahl verlängerte Element wird die n — 1 festen 
Kontinuen des Systenis, die in jener Krümmungslinie sich schneiden, berühren, wodurch 
die Richtung jedes Elements, also auch der Verlauf des ganzen Weges hinreichend 
bestimmt sind. — Es versteht sich freilich von selbst, dass diese Elemente sich alle zu 
einem einzigen Strahle zusammensetzen; aber um der Uebereinstimmung mit dem Folgenden 
willen haben wir dem Satze diese Fassung gegeben. 


Wir können das Gesagte durch eine einzige identische Formel für das Wegelement 
ds ausdrücken. 

Wenn in den Gleichungen (5) die Grössen A,, A,,...A, gewöhnlichen Variabeln 
%, %, .. . entsprechen, so mögen m, 1,0, 15 @,...&„w den sonst mit Pı, Par - - » Pu be- 
zeichneten Perpendikeln entsprechen. Es ist dann 


E AROHER.. DERER SUEE.- VIERTE EENREIER UPREE._ IRB 
er AU (A W (AU 


26 


wo 4, u immer mit demselben Zeiger zu versehen sind; 


»_ A+eA)li+tonA,)... tod) _4_ on 
Wer). He I re@A—-EN +ete, 
Die Gleichung 
m? (1, o)* (u, 0)? 


zo 5, nt (uno? 
1+04, = o(A— U,) ' o(A,— 2;) zo . 


oh) 


verwandelt sich dadurch ın 


2 
hai 2 


2 
al Su ee ee re 


u.s. f., indem für A, nach und nach A,, A, ... 4A, gesetzt wird. Zieht man die zweite 
der n so erhaltenen Gleichungen von der ersten ab und dividiert durch A, — A,, so folgt 


x 122 EEE REN 
re re 
Vertauscht man hier A, mit A, und zieht beide Gleichungen von einander ab, so folgt 
leicht 

Se Di in en 

S Ua VA Del: 0 a a ee) 
Es ist ferner 

m? (u 0)? 1 


ER DER eg, 0 ee 
(L-to4,)® l»-Wü 8’ 
oder, wenn w = 0) gesetzt wird, 
u u 


1 
1-+ 2 Aw = vr etc. 


IUU 
D [ 


AEWIAZN) — () subtrahiert, 


und, wenn man 1-+ & 


: u \ 1 
ars (A1—4;) 2 AZ = 1’ etc. Eu u a ee (10) 


Diese Vorbereitungen sollen uns zur Verwandlung der identischen Formel (1) 
dienen. Setzen wir p = qA, so wird das dortige 


.eA__ AA __1 dA _ 1_dA 

1,.2Pı 1.29 Ah 2yı AA, 2 
== dA, x ei Ay | 
== (A, 4.) | > Ida = (A ArA,—WN 


2 A -WR- N 


— 203 — 


vermöge der Gleichungen (10), und wenn man die Gleichungen (9) hinzunimmt: 


--AMNEuamantraeet tr 
Wird nun 
AS- SE +5: +57 
gesetzt, so ist der eingeklammerte Ausdruck = — 2 d a also 
ss en pp 98 


- = 2 (A 4)8 4: d 


4.29 M2m A-WWA-MOHA 


und zuletzt 


ds = Va S+4L [AA (A—4,) 2 Ama d 55 ... M) 

Bis jetzt haben wir den kürzesten Weg in der Totalität betrachtet, von dem 

wir zum voraus wussten, dass er ein Strahl ist. Die letzte identische Formel (11) 

kann nun aber auch unmittelbar zur Bestimmung des kürzesten Weges auf einem 

quadratischen Kontinuum oder auf dem Durchschnitt mehrerer konfokaler 

Kontinuen benutzt werden. — Wenn z.B. der kürzeste Weg auf dem Durchschnitte 

der & konfokalen Kontinuen A,, Az... Aa verlangt wird, so sind ihre Axenquadrate 
konstant; es wird daher 


dA, 
—; 


dAa+ı dAa-+g 
dS—= ne en Aıniek 
Igatı _ Ydars BBET7 


wo in den Ausdrücken für y die frühern Axenquadrate W,, As, .. - Way nunmehr durch 
die ebenfalls konstanten A, As... Au ersetzt sind. Die Grössen A, Ay ...Aa ver- 
schwinden, und für die übrigen ist 


Kar tie te hl, 


ne BR AB. BIENEN URRRSL. DERRSEIR ee ee n] 
Ast - U Aare -Ü AU, ’ a 


le: 22 ei) ) ne (4°): 
Frl U wer need 


Nach dieser Verminderung der Gliederzahl fährt die identische Formel (11) zu bestehen 
fort, und es ist klar, dass auf dem gegebenen (n — «)-fachen Kontinuum zwischen irgend 
zweien gegebenen Grenzlösungen immer S von ihrem Verbindungswege unabhängig ist, 


und daher im allgemeinen [ds>S sein wird. Nun reichen aber die n — « — 1 Be- 


be Ö S ® . . .. » . 
dingungen R — — (0) gerade hin, um die n — @« — l arbiträren Konstanten W zu bestimmen, 


A 
und dann zeigt wiederum die Formel (11), dass, wenn der Verbindungsweg durch die 


n — a — 1 Differentialgleichungen d ) . = (0) bestimmt wird, [ds = $S wird. Der so 


bestimmte Verbindungsweg ist also unter allen der kürzeste. 

Wır wollen noch einen ganz speziellen Fall erwähnen, wo elliptische Integrale 
hinreichen, um einen kürzesten Weg auf dem allgemeinen quadratischen Kontinuum in 
der n-fachen Totalität darzustellen. Es sei «a =1, (A,) das feste Kontinuum, 9; = 0, 
&,=0,...,&,-ı=0, B,=0. Sind », w die letzten Variabeln, so ist die den Kon- 
tinuen A,, N, W,... U, gemeinsame Krümmungslinie durch die Gleichungen 


y-02=0,...,=-054+5 = 


bestimmt, also eine Ellipse. Diese wird von allen Kontinuen, welche nicht zur ersten 
Gattung gehören, geschnitten. Alle n — 1 Projektionen eines Stückes des kürzesten 
Weges sind also Bogen der genannten Ellipse und reell vorhanden; es ist ?=AJ:(A—A,), 


EVER aa Va 


und die n — 2 Wegesgleichungen sind 


V; 2— 4, SS A, — A, 2. 1.— 4A, dAn __ 
iE A,d, "+ 145% J; 3" 44 Vi 7 ze 


etc. 


AA d: Be P f- iz AıdAs ee dAn _ 
J i Aydı I, " A; sd NH, 1. 3 ArIn- Ha 0. 


Die Formel (11), aus der wir bei der allgemeinen Aufgabe die Minimums- 
bedingungen, in Forın von Differentialgleichungen erster Ordnung mit getrennten Va- 
riabeln, unmittelbar ablesen konnten, ersparte uns den für solche Zwecke gewöhnlichen 
Gebrauch der Variationsrechnung, welche zunächst auf Differentialgleichungen zweiter 
Ordnung führt, deren erste Integration schon schr schwierig erscheint. Wir wollen 
nun zeigen, wie auch diese ziemlich leicht ausgeführt werden kann. 


Sind A, A,... Aa die ersten Axenquadrate der festen konfokalen Kontinuen, 
auf deren Durchschnitt ein kürzester Weg angegeben werden soll, so giebt die Variations- 
rechnung folgende Bedingungen zweiter Ordnung: 


— 205 — 


iu arzt au) 245, | (12) 


ce 
alt re) de | 
etc., 


wo A, hs... a zu eliminierende Konstanten bedeuten. Da eine der Gleichungen (12) 
eine vollständige Folge der übrigen ist, so ist nach geschehener Elimination die Zahl 
der wesentlichen Gleichungen n — @« — 1. Die erste Integration wird also nur dann 
vollständig sein, wenn sie eben so viele arbiträre Konstanten einführt. 


Es seien nun X, ®B,€,...% die konstanten Axenquadrate irgend eines mit den 
gegebenen konfokalen Ban man multipliziere die Gleichungen (12) erstens mit 


LAN. IRRE SER... B0 
‚9 °*+ zweitens mit ds’ Bds 


18 --‚ und addiere; man erhält so die zwei Gleichungen 


x dx X h N, ha 
x 15-8 -1)G a ae 
y dx „de _ _ yadı 
d - 27. x natur ta) 


Als ds 


und hieraus durch Elimination des die Faktoren A enthaltenden Aggregats und nach 
gehöriger Reduktion: 
xda\? x da) __ 

dU=d (23) (25 -1)2404=%::::: (9 
Wir haben also ein erstes Integral U = const. gefunden. Es muss aber auffallen, dass 
für die Darstellung eines und desselben Weges alle beliebigen Werte der Konstanten A 
gebraucht werden können. Man kann nichts anderes daraus schliessen, als dass‘ die 
Integralgleichung in Beziehung auf W identisch sein müsse, sobald x, %,... in Funktion 
einer einzigen Variabeln, wie es der gesuchte Weg verlangt, ausgedrückt sind. Be- 


. . . . 
trachtet man nun die Grössen &, 9... ee welche irgend einem Wegeselement 


entsprechen, als gegeben, so findet man U, mit Weglassung der sich aufhebenden Glieder, 
als ein Aggregat von Brüchen, deren Nenner teils einfach U, ®,..., teils Produkte, 
wie WB, sind, während in den Zählern X gar nicht vorkomnit; setzt man W unendlich 
gross, in welchem Falle die Verhältnisse W:3:@:... unendlich wenig von der Einheit 
abweichen, so reduziert sich U auf x: Daher ist U=PE(MW:ABE...Y, wo Q eine 
ganze Funktion (n — 1)-ten Grades bezeichnet, deren höchstes Glied den Koeffizienten 
1 hat. Setzt man = A,A.,...: 4a, so wird & 1 —1=(, 23 —=(, also U=0 


Wir kennen also schon « Wurzeln der en p (AM) = 0, die n — 1 — « übrigen 


— 206 — 


seien Var, Yarsı - - - Yu. Demnach haben wir endlich das Integral der Gleichung (13) 
in seiner wahren Form, nämlich: 


2) -FE- 1): 


Ads A Ads? 
_ A-A) AA). (UA) A-Aar) A-Uarr)... (UA) (14) 
ABE...99 ee 


Da diese Integralgleichung wegen ihrer identischen Beschaffenheit in Beziehung auf die 
Unbestinımte V ein ganzes System von Gleichungen in sich schliesst und die geforderte 
Zahl n — @« — 1 arbiträrer Konstanten Wars, Wars - - . X. enthält, so ist diese erste 
Integration des Systems (12) vollständig. 

Um das Zusammenfallen der Gleichungen (4) und (14) nachzuweisen, bezeichnen 
wir die Kosinus der Winkel, welche das Wegelement ds mit den Normalen der n — « 
Varıabeln konfokalen Kontinuen bildet, mit 


kazyı, Aayay.. A, dann st dA = 2A4,pds, | = a +1, +2,...n], 


und wenn das Summenzeichen S sich nur auf diese letzten Zeiger erstreckt, 


—=ı sp, Y=y. SP, ete., 
2 2413 
(2) =, nr +2 a” „starr ‚ etc., 
dx? y x° . 
za SE (ET) H2SARpY (Ey); 
aber. 
ad. (3 :-:3 _At sy 
AA: (A— U) pl 4) A--A 4 
un (00, RR Ben 
— Aa: A TO pAaA—-M' 
N _ 1 v3 __4\, 
- AR T a-ZWaü (= A 1); 
daher 


el) DENE ee A. 
ET (!% 1 (542,) are 


Wenn man ferner die identische Gleichung 


—ıq de ar 


— 207 — 


logarithmisch differentiiert, so erhält man 


ri) Sr 


Mittelst dieser Formeln verwandelt sich endlich die Gleichung (14) in 


S 1? ne (A— Au+e) Ar). AU) 
AA 2 M— Aarı) A — Aut)... (U — An) 
woraus 
Aa+ı Aa+2 42 _ Kent. 
Aarı Wi a 7, 0 u "TA u 0, [? un zu 2, ” Tr 3, nz n] 


als System der n — « —- 1 Differentialgleichungen erster Ordnung des kürzesten Weges 
folgt, welches mit (4) zusammenfällt, indem man A,= A,= : - - Aa= 0 setzt, wie es die 
Konstanz der Axenquadrate A,, A,, . . . Aa erfordert. 


Es ist bekannt, mit welchem Erfolg in der Statik die Begriffe des Differential- 
parameters und des Potentials von Gauss, Lame, Liouville und andern eingeführt und 
angewandt worden sind. Die meisten hier einschlagenden Sätze sind aber durchaus nicht 
auf den Raum beschränkt, sondern gelten für jede beliebige Totalität. Dieses nachzuweisen, 
ist der Zweck der folgenden Paragraphen. Wenn darin auch das meiste dem Leser bloss 
als generalisierende Nachahmung der genialen Arbeiten der erwähnten Analysten er- 
scheinen muss, so wird er doch am Ende dieses Abschnitts eine sehr allgemeine Form 
der Entwicklung arbiträrer Funktionen von beliebig vielen Variabeln in Reihen von 
periodischer Natur finden, die vielleicht einiges Interesse darbietet; überdies glaubte ich, 
Dinge, die mit der Theorie der vielfachen Kontinuität in so engem Zusammenhang stehen, 
hier nicht übergehen zu sollen. 


S 47. Ueber die Verwandlung des Differentialparameters mittelst orthogonaler 
Funktionen. 


Werden auf die n unabhängigen Variabeln x, y,... einer Funktion V die linearen 
und orthogonalen Transformationen 


- 


z=et+tat Hat, y=ßt+Brt- Bit’: -, ete. 


angewandt, so ist 


woraus sogleich erhellt, dass dasselbe Rechnungsverfahren, welches 


ty et tt’ Hl 
giebt, auch zu 


3 V 9 V 
tat at - tantomt 


führen wird. Die Operation 2 + 35 —+ +» ändert also ihre symbolische Form nicht, 


wenn die Variabeln ortlıogonal transformiert werden. D.h., wenn x, y,... als ortlo- 
gonale Variabeln betrachtet werden, so ist jene Operation zweiter Ordnung von der 
Wahl des orthogonalen Systems unabhängig. Das Resultat derselben möge der Diffe- 
rentialparameter der gegebenen Funktion YV heissen. 

Wir stellen uns nun die Aufgabe, wenn n Funktionen f,f,/ ,... der n Va- 


i 1 SER » 
riabeln x, 9, ... den gan (n — 1) Orthogonalitätsbedingungen von der Form 


9:7 IT 
9% = I y: er 


gemäss der Forderung, dass f, f',f ‚... als unabhängige Variabeln erscheinen sollen, 
umzugestalten. 

Zu diesem Zwecke denken wir uns das n-fache Integral N = "MWdazdy... 
durch ein beliebiges einfach geschlossenes Kontinuum begränzt. Die Richtungskosinus 


einer Normale dieses Kontinuums seien A, u, »,...; und wenn die Werte der Variabeln 


einer Lösung desselben zukommen, so sei A en Fr pn + =D. Jenes Integral $ 


"22 
nun zerfällt in x Teile, wie | nz dxzdydz... Bei diesem z. B. kann die auf x be- 
n—| 
zügliche Integration ausgeführt werden; sie giebt | ( (5) dydz..., wo die Klammer 


r 


r i 
anzeigt, dass man vom Endwerte von Hr den Anfangswert zu subtrahieren hat. Be- 


zeichnet nun dw ein Element des Grenzkontinuuns, und wird überall die Richtung der 
Normale im gleichen Sinne verstanden, nämlich nach aussen, so ist beim Endwert 
dydz...=Adw, beim Anfangswert hingegen — A dw (wo A, dw andere Werte haben 


— 209 — 


'mögen als beim Endwert); die Subtraktion wird also durch dieses letzte Minuszeichen 
wieder aufgehoben, so dass man hat 


7 (Sr)avaz... = (1 Y au 


wo das letzte Integral sich ohne Unterbrechung über alle Elemente des Grenzkontinuums 
erstreckt. Da Aehnliches für die übrigen Teile des Integrals S gilt, so folgt 


S= /f[ DV.du. 


Die Operation D ist von der Wahl des orthogonalen Axensystems unabhängig. 
Man kann daher an der Stelle eines jeden Elements dw auch die Normalen der durch- 
gehenden Kontinuen des orthogonalen Systems (f,f,f ‚...) als Axen gebrauchen. 
In Beziehung auf diese seien ©, @',©",... die Richtungskosinus der Normale des 
Elements dw, so ist, wenn, wie früher, 


ne (5) - w ..., etc. 
gesetzt wird, 


dr 
= 0©- | | j . 


also 


D=®©R OR get 


Da die Form des Elements dw frei steht, so kann man seine Projektion auf das lineare 
Tangentialkontinuum ‚f — const. als orthogonales Paralleloschem auffassen, dessen Seiten 


°F ‚ I ‚... sind und daher O dw = EB ET setzen. Dadurch wird 
n—| 
R „ 1. 
fordlau - [| (er ar) U df « 
Dem Durchschnitt der Kontinuen f', f”,... entlang zielt sich ein Element der zugleich 


mit S begrenzten Totalität "dx dydz..., welches nur eine endliche Ausdehnung hat 
und an welchem Anfang und Ende zu unterscheiden ist, gerade wie bei der Anwendung 
der ursprünglichen Variabeln x, y,... Es ist also auch 


9V 
f OR! g7 il _ (wa K We = af) dfaSaL UF 225 


27 


_ 210 — 


also, wenn man wieder alle Teile zusammenfasst: 


ON ee I nen dl 
„(er ER'R”... m R”..öf, 3 4 mir ee + fafartaf” 


Da aber das Element der Totalität als Paralleloschem aufgefasst werden kann, dessen 


Seiten ur . ee .. sind, so ist 


I u W ! 9.2 [ZE 
S= | Wazdyda...=| ppm AS afaf df 


Die begrenzte Totalität, über welche sich das Integral $ erstreckt, kann so klein an- 
genommen werden, als man nur will; folglich muss der Differentialparameter 
WZRER'R”.. Aha R 9V 


öf\RER"’R”... ar)tor (Km R 98V 


R” 9V 
RR'R”... .Hf + (m 


RER”... ap) ee 
sein. 

Wir wollen noch im Besondern diese Formel auf konfokale und auf polysphärische 
Koordinaten anwenden. 

Werden die Bezeichnungen von $ 45 gebraucht, so sind bei Einführung konfokaler 
Variabeln , ff »:-„R,R,R”,...durch A, A, Ay... Au 2 pP, 2 Pa - - . 2 P. zu er- 
setzen, und man hat 


= 9( a9 _\...ı. 2 (_#_ IN 
N= 4 pı P: ia P- y (- Pı-- -Pn Ber ze = An (5; Pa. -Pn 32,)) 


,RR...B.(0 [ »R 09V ke BR 9 a) 

-. = ze a ee 57 R,R,... In-ı HA, 

d.R, ee 0.R 

4 ru. St 9A, n In 

nn a ra er 9A. ’ 
weil z.B. ®,, R,, R,,.... R, die Variable A, nicht enthalten. 

Wenn die polysphärischen Transformationen 
&ı=rc08SQp, M=rSingp C0SPp, = rsing, Sin 9 COSQPp,.... 
., u;-ı =’SNMY SINP;...SINP„_,2 COS, 1, o» = rSINQ, SINPY,...SIN@P,_.SIN P,- ı 


; 1 1 1 i 
sind, so muss man f,/ »S » 5 ee durch », 9, @1,...9,._-ı: 1,r, 7 sin Q,, 


FSMQ SM pn: 2 neueren. ‚rsingp Sin@...sing,_, ersetzen und erhält: 


— 2]1l — 


4 dr 1 N 2 leulrı. 97 
= wa Or 7 z 7? sin? y, sin? gy... sin? _ı sinn —'-1 y di (sin y I) 
Eine spezielle Folgerung aus dieser Formel hat für das folgende Bedeutung; 


en ie  « i 
wenn nämlich V = =; Ist, 80 wird W=0. 


S 48. Ueber das Potential. 


Wenn %k eine gegebene Funktion der n Variabeln x, y,... bezeichnet, 
welche ausserhalb eines begrenzten Teiles der Totalität verschwindet, und ferner 
r=Yla— a)" +(b—y)®”-+-... der Abstand der zwei Lösungen (a, b,c,...) und 
(x, Y,...) ist, so ist 


v-( k_dxdyde...., 


yr —? 
als Funktion der Variabeln a, db, c,.... betrachtet, das Potential der Masse 
f’kdxdydz... für die Lösung (a, b,...), und die gegebene Funktion % ist die jeder 
Lösung (x, y, ...) zukommende Dichtigkeit. Ist k innerhalb der Begrenzung konstant, 


so heisse die Masse homogen. 


Bestimmung des Potentials einer homogenen Polysphäre. 
Wir setzen uns vor, den Wert des Integrals 


ga = sin"g dy s 
°o (a —2acosp + 1)? 


zu ermitteln, wenn m eine ganze positive Zahl ist. Ist erstens a > 1, so setze man 
sin ıı = a sin (W — p), so wächst w gleichzeitig mit @ von O bis r, und man hat 


cos ıp sing sin w 
dp — (1 my; — et) d D, Be we = =: . 
Ya? — sin? ya — 2ucosy +1 


Demnach ist 


Ya? — sin? 


5. | (sinn y — HELEN) ap, 
0 
und wenn man die Elemente vereinigt, welche supplementären Werten von ı entsprechen, 


(5) 


r(5 +1):ar 


a”, 


gs "sin" vdv= 


Ist zweitens « < 1, so ist 
Ss,= 22 N" gdy 


. 
my 


1\2 2 ; 
(() ar ') 


5. = |” sin” vdw. 
0 


also 


do 


n—?‘ 


Nach dieser Vorbereitung gehen wir an die Bestimmung des Potentials V = [ 


« 


eines totalen polysphärischen Kontinuums vom Radius 1, wenn das Massenelement mit 
dem Element dw des Kontinuuns identisch und a der Abstand der Lösung, für welche 
das Potential gesucht wird, vom Zentrum der Polysphäre ist. Bedeutet g den Winkel, 
‘welchen der nach d® gehende Radius mit dem genannten Abstand «, den wir als erste 
Axe der polysphärischen Variabeln ansehen wollen, bildet, so ist = « — 2ucospg-+H1. 
Das Element do kann als Paralleloschem von n — 1 orthogonalen Seiten, welche den 
Variationen der polysphärischen Variabeln entsprechen, aufgefasst werden; seine erste 
Seite ist dp, und das Produkt der übrigen mit sin””"”@ proportional; wenn ınan 
do = sin"""pdgp-dw setzt, so ist das äquatoriale Element dw von p unabhängig. 
Die Masse ist 


Das Potential ıst also nach dem Vorigen 


en "sin’vdv- (dvW = 


ATERT 


a" —. 


je nachdem «a >1 oder a <1 ist; d. h. 

Das Potential eines homogenen polysphärischen Kontinuunis ist für 
eine äussere Lösung (oder auch für eine auf dem Kontinuum selbst befindliche) 
gerade so, wie wenn die Masse im Zentrum vereinigt wäre; für eine 
innere Lösung dagegen gleich, wie auf dem Kontinuum selbst, also inwen- 
dig konstant. 

Das Potential einer homogenen Polysphäre von der Dichtigkeit 1 und dem 
Radius ” ist für eine äussere Lösung, welche um «a vom Zentrum absteht, 


1? y 
RZ n ar? 
A 


für eine innere Lösung dagegen 


Da die Funktion V nur die Variable a enthält, so ist der Differentialparameter 
oV 
I. ar! —— 
Ww- 1 da 


ar! du 


und verschwindet für eine äussere Lösung; für eine innere dagegen ist 


” 
1? 


Weise fe 2 


(2-1) 


Differentialparameter des Potentials. Wir betrachten wieder eine beliebig 
verteilte endliche Masse und bezeichnen mit r den Abstand der variabeln Lösung, auf 
welche sich das Potential als Funktion bezieht, von irgend einem Element dın der ge- 


gebenen Masse; das Potential dieses Elements ist ; da nun für ein endliches r 


die unendlich kleinen Dimensionen von dm nicht in Betracht kommen, so enthält dieser 
Ausdruck nur die Variable », und sein Differentialparameter ist daher 


1 
8: —; 
dm- ni v2) = 0. 


rr-1 Or 


Nun ist das Potential V der totalen Masse gleich der Summe der Potentiale ihrer 
Elemente; also auch der Differentialparameter W von V gleich der Summe der Differential- 
parameter der Potentiale aller einzelnen Elemente. Daher muss W für jede ausserhalb 
der Masse befindliche Lösung verschwinden. 

Um nun auch für eine der Masse angehörende Lösung den Wert von W zu 
finden, beschreiben wir um dieselbe eine Polysphäre von unendlich kleinem Radius, so 
dass mit Vernachlässigung von Grössen erster Ordnung die Dichtigkeit % innerhalb 
dieser Polysphäre als konstant angenommen werden darf. Dann teilen wir Win einen 
dieser Polysphäre und einen der ganzen übrigen Masse entsprechenden Teil. Jener ist 


‚nach dem Obigen — 4% 7°: T(% — 1), dieser ist Null. Also ist überhaupt: 


—— —-. 1.1. 0. 08 © — 


vv BvV eo, 
9x Oy! 9: z 4 r($ -1) k 


— 214 — 


D.h. Der Differentialparameter des Potentials einer gegebenen Masse für 
irgend eine Lösung ist — (n— 2) mal das Produkt des totalen Masses des 
polysphärischen Kontinuums vom Radius 1 und der für die Lösung statt- 
findenden Dichtigkeit. 


$ 49. Bestimmung des Potentials der von einem quadratischen Kontinuum 


erster Gattung umschlossenen homogenen Totalttät. 


Es sei “ --%,-- +. =1 die Gleichung des Grenzkontinuums, («, b,...) die 


Lösung, für ee Fe Potential V gesucht werden soll, "= (e — a)’ + (y—b)’+ ---, 


"dedydz... x» 
‚-feug, [++ <il, 
dAY=Xda+Ydb-+-Zdc-+--»; 
dann Ist 
l 


IE 
xX=-(n-2| TIEZG@-)-—|' et drdyde |" ( ==) dydz.., 


wo die Klammer den Unterschied zwischen dem End- und Anfangswert anzeigt. Es 
seien nın A,B',... die Axenquadrate des durch die Lösung (a, b,...) gehenden kon- 


2 ai 
fokalen Kontinuums erster Gattung, also FT Zu 1, femer z=Y4A-«, 


y=YB-y,....: a=})4-a, b=}B-b,....; dann wird 


X=-1B0... | (a)dy dr..., 


n 
wo das Integral sich über das ganze durch die Gleichung &° -- y’—+- +» = 1 bestimmte 
polysphärische Kontinuum erstreckt. Wird das Element dieses Kontinuums mit do be- 
zeichnet, so kann dy dz.... durch x do ersetzt werden, und man hat 


yo? 


Yselpe, "de 


Wenn wir nun den Wert von r näher betrachten, so ergiebt sich eine merkwürdige 
Transformation des vorliegenden Integrals. Es ist nämlich 


"= 4X By’ —2(Aadl de +1BB-Vy+:)tAad’+BV’+---- 


— 215 — 


Da aber in der ganzen Ausdehnung des letzten Integrals «’+ y’-+- -=1=a’+l’+---, 
und überdies A— A = B—DB=-.- ist, so hat man auch 
(A—A)X"+(B— B)y’+ = (A—A)a’+(B—-B)V’+---, 
oder 
AX”’+ By’... - + Au” - BV’+.. =Ax"+ By’. -+Aad”’+ BV’+---; 


folglich auch 
"= 4x:'’+By’+---—2 (YAM aa +YBB-by-+--)+ Aa’--BV’+---; 
d. h. wenn die polysphärischen Variabeln sich gleich bleiben, so darf man beide kon- 


fokale Kontinua mit einander vertauschen, ohne dass der Wert von » sich ändert. Es 
sel nun 


= yBo...(zas, 


yn—! 


also X:X, = YBC...:YyBC'...; und ferner si = Yd-ad, b=YB-b,..., 
dV, = X, da, + Yıdb, zZ de, +:--; dann ist V, das Potential der vom zweiten kon- 
fokalen Kontinuum (4°) umschlossenen Totalität für eine auf dem ersten Kontinuum (4) 
befindliche Lösung (a,, bi, ...). Dadurch sind die zwei Fälle, wo die Lösung, für welche 
das Potential gesucht wird, innerhalb, und wo sie ausserhalb des quadratischen Grenz- 
kontinuums liegt, in gegenseitige Beziehung gebracht. 

Wir behandeln nun zuerst den Fall, wo die Lösung innerhalb liegt, indem wir 
von der Formel 


an (n — 2) f (2 — a) urlyır 


ausgehen und polysphärische Variabeln einführen, welche die Lösung («,b,...) zum 
Zentrum haben. Es sei z=a-—+rA, y=b-+ru...., also #+u’—+.---—=]1; und 
das Element des polysphärischen Kontinuums vom Radius sei do; dann wird das Ele- 
ment der Totalität r""'dr do, und wir haben demnach X = (n —2) ([fAdrdo = 
—=(n—2)([Ardo, wo r stets positiv zu nehmen, und das Integral über das ganze 
polysphärische Kontinuum auszudehnen ist. Da die Werte von r im letzten Integral 


2 
sich auf das Grenzkontinuum nr —- ” —:..—1 beziehen, so hat man vr’ —+ 2 ur =h, 


wenn 


eh RE ed = 58 
a a al h=1-(7+2+ ) 


— 216 — 
gesetzt wird; nach der Voraussetzung ist A positiv, und es folgt 


—u+Ye+hv 
er eng 
® 


wo die Wurzelgrösse als positiv gelten soll. Vergleicht man nun zweı Elemente des 
Integrals X, für welche die polysphärischen Variabeln A, «,... sämtlich gleich und 
entgegengesetzt sind, so sind die entsprechenden Werte von — Au:v einander gleich, 
hingegen die Werte von Aw Av:v gleich und entgegengesetzt. Dadurch ist die 
Wurzelgrösse beseitigt. Vergleicht man jetzt auch zwei Elemente, für welche u, v,... 
gleich, aber A gleich und entgegengesetzt ist, so ersieht man leicht, dass das Integral 
sich auf 


N) 
X nn (n er 2) T 22 RR, 


n) 
uU” 


A =. B + ae 
reduziert. Der Wert von X ändert sich also nicht, wenn man auch alle linearen Dimen- 
sionen der Masse proportional verändert, wofern dann nur die Lösung (a, b,...) immer 
noch innerhalb bleibt. 
Um nun für diesen Fall einer innern Lösung auch den Wert des Potentials F 
zu bestimmen, wollen wir denselben zuerst für das Zentrum suchen. Es ist für dieses 


(++ —1, V=ifrdrde—= | [vr de 
u ya! .) = ; = Il ra0—,.)1 ; 


also 


Diese Formel giebt uns die Konstante, wenn wir die Gleichung XV = X da --Ydb + -- 
integrieren. Wiır bekommen für irgend eine innere Lösung 


2° D? u? 
B 1 la n— 2 A an 
I Eee a ed, ae) 
2 Aue ur L 2 2? u r 
ATRB Fe 


Es wird sich in der Folge zeigen, dass diese (n — 1)-fachen Integrale sich in einfache 
verwandeln lassen. 

Wir wenden uns nun zur Behandlung des schwierigern Falls einer äussern Lösung. 
Aus dem früher Gesagten folgt leicht 


1 _._YABC...J a 2: do 
n-—2° 0 yABC..JAIM, Mt, vw 
A’ + B + Ce + 


Wenn wir aber die Gleichung dV/ = X da -+Ydb-+--:- integrieren wollen, so dürfen 


2 2 $. 
wir nicht vergessen, dass vermöge der Bedingung T + EG + Gr — +. -=]1 nunmehr 
A eine Funktion von a, b,c,... ist. Wären A, B',... konstant, so bekäme man bei 


der Integration die Funktion 


a??? D? u? 

ı YAB...J A '—B 1 

OO eyam. Jg) R,e z 
atpt 


EIRRRERRE zer 
AU av | 1 YAB...J | ie 


n-3 ta Yan. y A x 
A' 
a? 2? 2 a? ı? 
dA’ YAB...J 2 7 dA YAB...J 2452 
—- P) . SF FE do == eS , mar a Zu CA HE do. 
 VaBt...J YA'B'...d (27) 


: .. .. a2 . r 
Wir müssen suchen, für das letzte Integral, wo das Quadrat von 2-7 im Nenner 


steht, wegzuschaffen. Es ist 


a? ‚© a? 1? a? i? 4? a? )? 
U Ka a ee 6 
A 2» IT 8 22 FERN 
TR er. = (27) 
1 „dr zer zer > 13 zer | 
ar gr ar Tu ar A 
a un a ee en ee) 
a Pie A FE FE Pru 
A A 4' ( A' 
Auf der linken Seite ist der Faktor von do in Beziehung auf A, u,... homogen und 


vom nullten Grade. Wenn man also mit f n»"""dr =1 multipliziert und dann das 


Element »"=' dr do der Totalität durch dx dy... ersetzt, so kann man auch im Faktor 
desselben A, u,... durch x, y,.... ersetzen. Man erhält 
28 


Dr a? x? n-ı / X a? ı? 2 a? 2? 
"9 [A 2 Fe, AU A 
| N re ne 9 dedydz---=n Fuzeg dydz- =n ae. do. 
u 3 — P2 er > Gr 
A 4A 4A 


Also ist jene Summe auf der linken Seite 


d 2 3 


(X +y-+--- =]) 


2 2 
nf do=n (FIRdo+gledo+.), 


oder, da offenbar [A’do= f[udo= etc. — n S@A-H-u'--..)do= r f de ist, auch 


= (54% +. )fdo=fde=2 


n 


gr: 


Durch diese Vorbereitung in den Stand gesetzt, jenes Integral, wo im Nenner das 
Quadrat einer Summe steht, zu entfernen, bekommen wir 


und hieraus endlich 


n 
q?2 


ter er 
v-— E aB0.T | 
n_ YaB'...J' 
(#1) 


A' 


YABC...J 


ee u, 


a? ı? 

ea a eg 
2 YA’ B’C'...J' a, 
4' 


wo die Integrationskonstante so bestimmt ward, dass V für eine unendlich weit entfernte 


Lösung (r, b...) verschwindet. 


Liegt die Lösung («, b...) auf dem Grenzkontinuum (4), so muss dieser Aus- 
druck mit dem früher für eine innere Lösung gefundenen übereinstimmen. Man hat also 


2 abe... Jg’ 


P 


wodurch ein (n — 1)-faches Integral in ein einfaches Abelsches Integral verwandelt ist. 
Hiedurch zu der Vermutung geführt, dass auch das andere (n — 1)-fache Integral, 
welches in (1) und (3) vorkommt, in ein einfaches sich verwandeln lasse, untersuchen 


a u 


— 219 — 


wir in dieser Absicht die oben gefundene Reduktionsgleichung (2), welche, indem wir 


. sense | ie 43 
die Accente weglassen, a,b,... als unabhängig annehmen und abkürzend v= 3%, 


A 
v=& E u YABc.. BC...J setzen, folgende Form erhält: 
1 
1 „a? _ OlogR ] , v 
DEP ELLE y, Zd — 1, da — Swag ds 
—R, „ 15 je Fr 
wo die Differentialkoeffizienten im Sinne von dA=dB=dC=-:--—=d.J zu verstehen 


sind. Integriert man so, dass beide Seiten der Gleichung für ein unendlich grosses A 
übereinstimmen, so wird 


a5 ® a? dA 
BR BenN N 
el 00 r(' AR 


Beide Fälle, einer innern und einer äussern Lösung in einem Ausdruck vereinigend, 
können wir nun das Endergebnis dieses $, wie folgt, aussprechen: 


It = (2 — a’ + 2 — -, und das n-fache Integral V 
— (me®dedydz... durch I + r em -<]1 begrenzt, wofür alle A, B, (C\... 


positiv sein müssen, so ist 


: ie et u en 
RE = A+u B+u C+u 
‚= = ABU... Teen ET N. ; 4 
e-)' J YA+u) (B+W)(C-+u.. gu (4) 


wo als untere Grenze des Integrals «—=0 zu nehmen ist, wenn dadurch der 
Zähler des unter dem Integrationszeichen befindlichen Bruchs nicht nega- 
tiv gemacht wird, sonst aber der positive Wert von «a, für welchen dieser 
Zähler verschwindet. 


Die folgende allgemeine Betrachtung wird uns einen noch kürzern Weg kennen 
lehren, auf dem man zu diesem Satze gelangen kann, welcher für n = 3 den, wenn ich 
nicht irre, zuerst von Ivory gefundenen Ausdruck für die Attraktion eines homogenen 
Ellipsoids in sich schliesst, 


$ 50. Ueber eine Verteilung von Masse auf einem quadratischen Kontinuum 
erster Gattung, welche zugleich mit ihrem Potential bekannt ist. 
Gelten die Bezeichnungen des $ 45 und setzt man abkürzend 


dA, 
IR,’ 


dA, dAn 


do, = IR’ dp, = 37: . 


de: — 


so kennen wir aus $ 47 folgenden Ausdruck des Differentialparameters mittelst kon- 
fokaler Variabeln: 


1 0?V 9? 9? V 
Diffpar. ‚= 177 (®. Ip: 4 oO, dp? — nu re _ OD, 508) ' 
2 
Wäre nun (— 1)'"' Dr für ©=1,2,3,...n immer einer und derselben ganzen Funk- 
tion (n — 2)-ten oder niedrigeren Grades der einzigen Variabeln 4A, proportional, so 


müsste nach einer in $ 45 gemachten Bemerkung Diffpar. V verschwinden. Es sei M,; 
eine solche ganze Funktion von A,, und man soll bewirken, dass 


147 =MV 


wird. Dieses wird erreicht, wenn man 


V=PBP..D, (VTIA=MP 


setzt, wo für ©=1,2,...n ımmer P; eine und dieselbe Funktion von A, bedeutet. Ist 
diese Funktion P algebraisch und nicht gebrochen, d. h. wird sie für keinen endlichen 
Wert von A unendlich gross, so vermehrt die Operation vr ihren Grad um n — 2; 
also muss die Funktion M vom (n — 2)-ten Grade sein. Da die Differentiation nach 9 


Wurzelgrössen hineinbringt, so sehen wir uns bewogen, von vornherein die Funktion P 
als Produkt einiger Axen YA, YB,... mit einer ganzen Funktion des Axenquadrates A 
vorauszusetzen ; das Produkt jener Axen sei } X, diese Funktion f (4A), also P= YK.f(4). 
Ferner sei = ADBC....= KL, und », 9 seien die Grade von K und f in Beziehung 
auf A (was wir unter der Voraussetzung d4A=4B= --- als einzige Variable ansehen). 
Werden nun die nachı A abgeleiteten Funktionen durch Accente bezeichnet, so ver- 


wandelt sich die Bedingung a =MPın 


4KLf'HBB@KL+KL)F+@K"L+KL)f=Mf ... U 


2 — 


Da es auf einen konstanten Faktor in f nicht ankommt, so wollen wir 1 als Koeffizient 
von A® annehmen. Dann wird der Koeffizient der höchsten. Potenz A*-? in der Ent- 
wicklung von M gleich 


498 — 1) +2 (37a +n — )9-+2nm —- Y)+yn—n) 
—=409"+2 2 nr +n—- D9+,(n+n—2) 
= (29 +n)2?d9 +n+n—2). 


Ist m der Grad von Pin Beziehung auf die Axe YA, so ist m — 2 6+- 1: und mn (mn — 2) 
der Koeffizient von A”=* in der Entwicklung von M. Es bleiben in den ganzen Funk- 
tionen f und M noch n — 2-+ 9 Koeffizienten zu bestimmen übrig. Die Gleichung (1), 
die wir identisch zu machen haben, ist aber vom (n — 2-+-Ö)-ten Grade, und da wir 
die höchsten Potenzen schon berücksichtigt haben, so bleiben noch n — 2 +9 Beding- 
ungen übrig, welche wenigstens ihrer Zahl nach gerade hinreichen, das Verlangte zu 
leisten. Die nähere Erörterung dieser Aufgabe werden wir erst später in $ 52 vor- 
nehmen. 


Es ist klar, dass die algebraische Funktion P nicht das allgemeine Integral der 
Gleichung an — MY ist, weil nur der arbiträre Faktor, den sie haben kann, als 


Integrationskonstante zählt. Es sei @ ein von P wesentlich verschiedenes Integral der- 
selben Gleichung, so folgt, wenn man aus den Gleichungen . 


PP, 90 __ 
da MP, De MQ 
das Polynom M eliminiert, 
| ER 
—Q dp: 0, 


und durch Integration dieser Gleichung 


90 öPp 
Pe -Qg = 2.222000. 


wo wir —1 für die arbiträre Konstante gesetzt haben, da irgend eine andere Konstante 
nur der Multiplikation von Q mit einem konstanten Faktor entspricht. Da wir beab- 
sichtigen, Q@ für ein unendlich wachsendes A verschwinden zu lassen, so setzen wir 


Q=P("% a  ; 


222 — 


als Integral der Gleichung (2). Für ein unendlich grosses A verschwindet der Einfluss 


. . 10 
der Unterschiede zwischen den Axenquadraten A, B,C,..., und wenn man 14 =a 
setzt und 1 als Koeffizient der höchsten Potenz in P annıimnit, so wird 


De N 1 
oo n+2m—2 artr=: 


und verschwindet daher für ein unendlich wachsendes a, sobald n > 2 ist, was wir 
fortan voraussetzen wollen. 

Es ist jetzt leicht, das allgemeine Integral der vorliegenden Differentialgleichung 
zweiter Ordnung anzugeben; es ist « P-+ß@, wo «a, ß die arbiträren Integrationskon- 
stanten bedeuten. 

Da nur die erste Gattung quadratischer Kontinuen ein unendliches Wachstum der 
Axenquadrate verträgt, so können wir Q nur auf solche Kontinua beziehen und daher 
nur den Zeiger 1 bei dieser Funktion anbringen. 

Aus dem gleichen Grunde, warum Diffpar. (PP... P,) = 0 war, ist nun auch 
Diffpar. (Q, PP... P,) = 0, wofern nur die Funktion P für keinen zwischen A, und 
+- 00 liegenden Wert von 4 verschwindet. Man kann nun immer das Axenquadrat A 


i ae x y? . 
eines Kontinuums , + Gh = | erster Gattung gross genug annehmen, dass die 


Funktion P weder für diesen, noch für irgend einen grössern Wert von A verschwindet. 
Dann ist klar, dass nicht nur, wie sich von selbst versteht, das Produkt U=PRP:ı...P, 
für keine innerhalb des gegebenen quadratischen Kontinuums liegende, sondern auch das 
Produkt I[=Q, PP...P, für keine äussere Lösung unendlich gross wird. 

Wir wollen nun die zwei Integrale 


n 8 1 9 1 
I fon ra on m ey 
pi ne (90 Zee ay Zn dxdydz..., 15 + De <il 


” 0) 1 ) 1 
0) Ir gen a 2) IT yr _— 2 ‚r? y® 
w u = — — iz Ss — — -t- 010.380 06° ' = .- en oo.» 


näher betrachten. Ersetzt man für ein schr grosses A das Element dx dydz... der 
Totalität durch »""'dr do, wo wir auch ” uns als schr gross denken, so sind die 


Differentialkoeffizienten von jun; Von keiner niedrigern Ordnung des Unendlichkleinen 


n — 
1 . . 1 . . 
als ——; , und da Q, wie wir oben geschen haben, von der Ordnung -—..-,; Ist, so sind 
PUT y" ” 


auch II’ und dessen Differentialkoeffizienten wenigstens von keiner niedrigern Ordnung; 


2 2 j ß Bud : ’* dr IE 
daher ist endlich Q wenigstens von keiner niedrigern Ordnung als FE also für eın 
‘ 


2 93, 


unendlich wachsendes r von einer verschwindenden Ordnung, sobald n + m >3 ist. Für 


m=0 ist P=1, und (für ein sehr grosses A) nahezu Q = r nn I,Q = - 1 ( do. 


9) yr—? yr—!. 
Also hat überhaupt für n>2 das Integral O einen endlichen Wert, wenn nur A gross 
genug ist, dass P für A, > 4 nicht verschwinden kann; hiebei ist freilich der Einfluss, 
den das Hineinfallen der Gegend, wo r = 0 ist, in die Totalität des Integrals auf dessen 
Wert haben kann, nicht berücksichtigt. Umschreibt man mit dem unendlich kleinen 


Radius e um das Zentrum (a, b,...) eine Polysphäre, so kann man innerhalb derselben 


II, IT, , etc. als konstant ansehen. Dann ist z. B. 


ie 1 
(’® 2 2 2 Pr 
—, Andy da... [ey <el=| ( )aydz-.-=0, 


yr-? 


1 1 j : 3 . 
)= —— — —;=0 ist, oder auch, wenn man will, weil das vorliegende 


weil ( 

Q E 
Integral =e fAdo=0 ist. Wenn wir also auch die um die Lösung (a, b,....) mit dem 
unendlich kleinen Radius eg beschriebenen Polysphäre, mag sie in die Totalität des Inte- 
grals B oder die des Q) hineinfallen, davon ausschliessen, so wird dadurch der Wert des 
betreffenden Integrals nicht geändert. Wir können nun diese Integrale auf zwei Arten 
verwandeln. 


1. Es ıst 


1 
91 9 Be zu dm fa 9 i 
JOc 9x dı= (== a) ) FrEs Bar: Ver BR) 


wo die Klammern den Unterschied zwischen dem End- und Anfangswert anzeigen. Da 
nun das (n — 1)-fache Element dy dz... durch A dw ersetzt werden kann, wenn es einer 
Stelle des gegebenen quadratischen Kontinuums (A) entspricht, wo dw das Element 
dieses Grenzkontinuums, und A, u, ... die Richtungskosinus der entsprechenden Normale 


‚L 


Diffpar. [7 = 0, Diffpar. I2’= 0, berücksichtigt werden, 


bezeichnen, so ist, wenn abkürzend D=4 3: + u 3, -> ++» gesetzt, und die Gleichungen: 


BP | nde, = — an dw. 
r 


un — 2 
‘3 


m letz usdruck ist das auf die unendlich weit entfern ügli 1 
Im letzten Ausdruck ist d f die unendlich weit entfernte Grenze bezügliche mit 
positivem Vorzeichen zu versehende Integral von derselben Gestalt weggelassen wor- 
den. Dann für m>0 ist DIT wenigstens von derselben Ordnung mit II oder Q, 


1 .— . 
also von der Ordnung en und da dw = r""' do gesetzt werden kann, so ist das 


— 224 — 


. . 1 . eee ® 
fragliche Integral wenigstens von der Ordnung —_—., und verschwindet, wenn n > 3 Ist. 
r 


Für m = 0 ist II von der Panne daher DII’ von der Ordnung u also das frag- 


yn—2? 


liche Integral von der Ordnun alls für n > 3. 


Die Operation D et die Variation einer Funktion längs der Normale des 
Elements dw, dividiert durch das betreffende Element der Normale. Sie ist daher gleich 


2 Par wo » den Abstand des Zentrums vom linearen Tangentialkontinuum in dw 


bezeichnet, und von den Axenquadraten A;, A;,... A, der übrigen konfokalen Konti- 
nuen unabhängig; also DI = ADP):BBR=» 2 und DI = ID)»: BR 2 


Ferner ist p= R:Y(A— A)(A— 4)... (4 — A,); folglich, wenn wir abkürzend 
q=Y(A— 4A)(A— 4)... (A — A,) setzen, D= 7 35 Da nun in den vorliegen- 
den Integralen A als konstant gilt, so haben wir 


dp [Palı...? 


_ n - P,P. 
Pa) erden nz al gi du, 
und vermöge der Gleichung (2) 
PO+HQOP = St de....0 2... . (9) 
Man kann do durch °F = m — 2 ee! dydz... ersetzen. Verwandelt man 
px Rr 


ea : ES: ri au: . . . .. ® 
durch 2 = YA .£, y=YB.y, ete. das quadratische Kontinuum in ein polysphärisches 
vom Radius 1, dessen Element wir gewöhnlich mit do bezeichnen, so wird dy dz---=xdo, 


und C" = de. 


2. Die andere Verwandlung ist 


1 | = 
8 — 8° —, 
9 yı-2 yn-?2 

!0r 98: 1. [n? 5 = | = 


Bevor wir nun diese Gleichung mit dy dz... multiplizieren und in Beziehung auf x, y, 2,... 

summieren, wollen wir die Folgen der Ausschliessung der Polysphäre e um (a,b,...) 
3 he 9, 9 1 

beurteilen. Iın letzten Gliede rechts ist immer er ey +. ) („. 3) — 0, so lange 

» nicht verschwindet. Wenn also die Polysphäre o ausgeschlossen wird, so ist auf der 

rechten Seite in der Summe das zweite Glied wegzulassen. Hinsichtlich des ersten 


Gliedes rechts kann die durch Wegnahme der Polysphäre oe entstandene Lücke durch 


— 2235 — 


n (De do=n |, (5) de=— m HN [do= — in | 
r(2-1) 


ausgedrückt werden, wenn für II der der Lösung (a, b, ...) entsprechende Wert gesetzt 
wird. Steht II’ an der Stelle von II, so ist das der unendlich weit entfernten Grenze 


entsprechende Integral von der Ordnung f IT'do, verschwindet also. Durch das Gesagte 
wird die Richtigkeit der folgenden Gleichungen hinreichend begründet sein. 


Wenn ++. <i ist, so ist 


p-p[aho a do + = \ PD]; 
eu 
a Bl 2 


Po Ren 
=; I RR 2° er 
PP Do do, 
1 a 
r} 


= - — do + Eee 


wo die in Klammern geschlossenen Produkte sich auf die Lösung (a, b,...) beziehen. 
Diese Gleichungen geben im ersten Falle | 


FRA20I 2 m DB BRe:2]; 
r 1 


im zweiten 


3 


— —#_pfQBB...D. 


(=) 


Hält man damit die Formel (4) zusammen, so findet man 


S 


—— 26 — 


Mei Fa LER 
2 2 


je nachdem die Lösung (a, b,...) innerhalb oder ausserhalb des quadratischen Konti- 
nuums (4) liegt. Beide Formeln fallen zusammen, indem A =P, Q =Q wird, wenn 
die Lösung dem Kontinuum selbst angehört. 

Die linke Seite dieser Formel (5) stellt das Potential einer auf dem Kontinuum (4) 
verteilten Masse dar, wenn überall die Dichtigket k= PR PR...P,:q ist. 

Sind P, P’ zwei sich nicht nur durch einen konstanten Faktor unterscheidende 
Funktionen, welche die im Eingang dieses $ erwähnten Bedingungen erfüllen, und wendet 
man das soeben gebrauchte Verfahren auf das Integral 


Ox ox 


fe m Ned ete) dedydz... ++ <1] 


an, so findet man 
(PIE — pP) (BB...2.BPR..B@=0. 
Op pp). q 
Der vorgesetzte Faktor kann nicht verschwinden, wenn nicht P’: P konstant ist; 
daher muss 


feR..Pp.BP..BF@=0 ......: 0 


scin. — Da auch P=1 zu dieser Klasse der Funktionen gehört, so ist für eine Funk- 
tion P, deren Grad die Null übersteigt, 


[PR..n=0 5. 5 A, dagegen [ "= —_. ce 8) 


Hätte eine Funktion P imaginäre Koeffizienten, so gäbe es auch eine Funktion ? 
mit den konjugierten Koeffizienten; und wenn BP... P,=u-+vy-— 1 gesetzt würde, 
wo u,v reell sein sollen, so wäre PP}... P,=u—tr 1, und man hätte + u do =. 
Diess ıst nicht möglich, weil qg immer positiv ist. Die Funktionen P sind also 
alle reell. 


Die obigen Ausdrücke für das Potential eines quadratischen Kontinuums (A) sind 
unter der Voraussetzung bewiesen worden, dass P, für A, > A nicht verschwinde. Könnte 


(5) 


— 27 — 


P, für ein kleineres A,, das immer noch einem Kontinuum erster Gattung angehörte, 
verschwinden, so denke man sich das quadratische Kontinuum, welches dieses zunächst 
umschliesst; für dieses müsste dann Q einen sehr grossen Wert haben ; eine innere 
Lösung (a, b,...) wird immer anzugeben sein, für welche keine der Funktionen P,, P:, 
...P, einen sehr kleinen Wert annımnt, so dass das Produkt Q P, P,... P, immer noch 
sehr gross wird; dann haben wir aber für das Potential einen sehr grossen Wert, was 
nicht sein kann, da die Dichtigkeit auf dem ganzen quadratischen Kontinuum nirgends 
sehr gross werden kann. Wir schliessen hieraus, dass die Funktion P, nie verschwindet, 
dass also Q, nie unendlich gross wird. Die Formeln (5) sind daher allgemein gültig. 


$ 51. Anwendung des Vorigen auf die Bestimmung des Fotentials der 
von einem quadratischen Kontinuum erster Gattung umschlossenen homogenen 
Totalität. 


Die Funktion P vom niedrigsten Grade ist P=1;; für diese geben die Gleichungen 
(5) und (3) des vorigen $: 


al u n 2R 
r(3-') 

wo rechts als untere Grenze des Integrals A, = A oder der der Lösung (a, b,....) ent- 
sprechende Wert von A, zu nehmen ist, je nachdem diese Lösung innerhalb oder ausser- 
halb des quadratischen Kontinuums (A) liegt. 

Bedeutet Ah eine unendlich kleine Zahl, und werden alle linearen Dimensionen des 
gegebenen quadratischen Kontinuums (A) im Verhältnisse 1 A vergrössert, so dass ein 
mit jenem konzentrisches und ähnlich liegendes Kontinuunı entsteht, so ist ph die Dicke 


der zwischen beiden Kontinuen entlialtenen Schicht, und wenn man diese sich homogen 
und von der Dichtigkeit 1 denkt, /.pdw=hR- T das Massenelement. Das Potential 


dieser Schicht ist also 

BERN. 0 ‚(TA 
n I, 

Er 1) 


“ du 


YA+u)(B- u) (It 


n 
92 


u nen >; nYABC...T. | 


wo das Integral entweder bei dem positiven Werte von «, welcher der Gleichung 
a? 2 


A+u 


2 Paar +... = 1 genügt, oder, wenn es keinen solchen giebt, bei « = 0 anfängt. 


—_— 22383 —, 
Verkleinern wir die linearen Dimensionen des gegebenen quadratischen Konti- 
nuums in den Verhältnissen # und 9% -+-d® und suchen das Potential dV der zwischen 


den entsprechenden Kontinuen enthaltenen Schicht, so ist k = 2, die Axenquadrate 


A, B,... und die Variable « sind durch 0°A, @®’B,..., O’u zu ersetzen, und wir be- 
kommen 


“ie 


dv= — U 049.YABÜ... 


r(3-1) 


wo als untere Integrationsgrenze entweder der positive Wert A von «, für welchen 
a? b? 

A+u Brut 
Ist 9= 0, so muss h positiv unendlich gross sein. Wie 9 wächst, wird h immer kleiner; 
endlich erreicht 9 einen Wert e, für den A Null wird. In diesem Intervall isö das 
Integral I er 

‘ VMYA+W)(B+u.... 
h=0 sei E. So wie aber 9 über e hinaus wächst, muss man dem Integral den kon- 
stanten Wert E geben. Es ist aber 


= 7% du 
J Te Re re ey Ir re ee er ae Fee 
S VaroEru..d+w 


...— 0? ist, oder, wenn kein solcher existiert, «= 0 zu nehmen ist. 


— © eine Funktion von 9; ihr Wert für 9d9=e oder 


On 
da _ dad _ 6, 
86 Sn 80 YAtW(B+HM.... 
daher 
0=0 Il 
0? —— dO' 
II <E ' ıh=» 2 77" 
peter] ENT inte ne __ 
Be 0=0 YA+A)(B-+HW).... - oh yA+W)(B+HR).... 
"REEL, EISERREE RER 
se aM Ben di 
a YA+W(B+WÜ...... — 


Ist die obere Integrationsgrenze ein Wert von ®, welcher &e übertrifft, so hat man 


u= 8 a = a? 
WW=E » a ren 2 __,2 PUuU=2 
| OUd9-H PP | ee I ff ls 
zo Be 2 v_, yıkd+to) 2 uU Yı(d+ u) 


um u? 
0° —- I- in 
1 £ u 
= —- [ —— du. 
2 YIrLÄA+ u) 


— 229 — 


Erstreckt sich die Integration von d= 0 bis # =], so hat man endlich 


n dx dy .os. do i 2 y? | 3 
_ De ee rn, A — + +... +-_ <] 
} [a - + WB + + @- 7" ab 7<1] 


ne en y 


| ; = a? AR NR RR SIER 


= r(3 - VA+W)(B+W....J+%) 
2 
wo als untere Integrationsgrenze der Wert von «, für welchen der Zähler des Bruchs 
verschwindet, wenn jener positiv ist, sonst aber der Nullwert zu nehmen ist. — Dieses 


Resultat stimmt mit $ 49 (4) überein. 


$ 52. Ueber die algebraischen Lösungen der Gleichung a =MP. 


Es scheint etwas schwer, mit Sicherheit die Zahl der verschiedenen Formen der 
ganzen Funktion f anzugeben, welche der identischen Gleichung (1) in $ 50 genügt, 
wenn ihr Grad # und die n Axenquadrate, aus denen das Produkt X besteht, gegeben 
sind. Da die Koeffizienten der höchsten Potenzen in /f und M bekannt sind, so gehen, 
wie wir schon gesehen haben, aus (1) nur d-+n— 2 algebraische Gleichungen zweiten 
Grades zwischen den an Zahl gleichkommenden übrigen Koeffizienten hervor. Das System 


derselben hat also höchstens 2° +"? Lösungen. Da aber die Gleichungen eine sehr 
spezielle Beschaffenheit haben, so kann man wohl vermuten, dass diese Zahl zu hoch 
sei, und braucht nur für die ersten ganzen Werte von ®, n die Rechnung auszuführen, 
um diese Vermutung bestätigt zu finden. 

Um dem wahren Sachverhalt näher auf die Spur zu kommen, wollen wir die un- 
bekannte Funktion M dadurch eliminieren, dass wir für die Variable nach und nach alle 
ihre Werte substituieren, durch welche /= 0 wird und deren Zahl offenbar # ist. Sie 
treten als die Unbekannten des Systems an die Stelle der an Zahl gleichen unbekannten 
Koeffizienten der Funktion f; und da die Zahl der Gleichungen, die wir so erhalten, 
ebenfalls 8 ist, so reichen sie zur Bestimmung der Funktion f gerade hin, und dann 
ergiebt sich die andere unbekannte Funktion M aus der ursprünglichen Gleichung (1) 
von selbst. 

Es sei also dAA=dB= dl =... = du f(wW) = (u—a) uv—P)... w—d), 
R'’=KL=H(), 3KL+KL-=4J(uw, wo H, J resp. als Zeichen von ganzen 
Funktionen n-ten und (n — 1)-ten Grades gelten mögen. Dann ist 


Ha fe +2Ja.fa=0, ete. (9 Gleichungen. . . . . . (9 


— 2330 — 


Diese Gleichungen sind in Beziehung auf die Unbekannten a, ß,...C vom Grade 9-1-n — 2. 
Wenn wir aber von der ersten Gleichung des Systems nach und nach alle übrigen sub- 
trahieren, so können wir resp. mit & — ß, «a —y,..., «— dividieren, wodurch der 
Grad um eine Einheit hinuntergeht; subtrahieren wir dann wieder von der ersten dieser 
Gleichungen nach und nach alle übrigen, so können wir mitt P? — y,ß —6,... dividieren, 
u. 8. f.; und zuletzt haben wir eine Reihe von 9 Gleichungen, deren Grade resp. 
d-+n--23,0+n—3,...n,n —1 sind. Die Endgleichung für eine einzige Unbekannte 
ist also höchstens vom Grade (A + n — 2) (d-+n—3)...n(n— 1). Da aber hiebei 
alle durch Permutation einer und derselben Gruppe von Werten der Unbekannten a, ß,y... 
entstandenen Lösungen des Systems als unter sich verschiedene aufgezählt sind, obgleich 
sie nur eine und dieselbe Funktion f liefern, so reduziert sich die Zahl der Funktionen /, 
n+0— 2 
0 


welche dem Systeme (1) genügen, auf höchstens ( )- Dass dieses wirklich die wahre 


Zahl sei, geht zwar aus dieser Betrachtung nicht mit Sicherheit hervor ; aber die für 
bestimmte Werte von 7 und 6 angestellten Versuche bringen es zur höchsten Wahr- 
scheinlichkeit. 

Um die Form der Gleichungen, welche das soeben beschriebene Verfahren liefert, 
zu erkennen, setzen wir zuerst [u=(w—.a)gpu. Dadurch verwandelt sich die erste 
Gleichung des Systems (9) in 


Ha.ga+Jae.ga=(. 


et t tn und 9gß=(0,py=0, etc. ist, so kann diese 


erste Gleichung (9) auch so geschrieben werden: 


‚Ha.pg«— HB 
. w— ß 


ILS Ju.ga=0, 


wo die letzte Summe sich auf alle 9 unbekannten Wurzeln der Gleichung f = 0 und die 
erste auf deren Kombinationen zu zweien erstreckt. Ist nun 


Su=u Hu! Kulm dt... + Ig-ıutkyn 


so ist 
pua=u !hajuf rar | 3... a 
-FÄ + ke RN u: 
ER hg —- li, a! 2 


.oer >» 12.2 0 oo 


— 23 — 
daher wird, wenn man abkürzend 
g, = ze +LaJo 
setzt, die erste Gleichung (9) 


SG_-ıt+(e+K)Sg_,t (e+katk) Sy_st' + (Ir, a? L.. +kg_ı) S= 9 


und die übrigen Gleichungen des Systems (9) entstehen aus dieser, indem man nach und 
nach «@ durch ß, Y,...& ersetzt. Das System (9) ist also zu einem Systeme von 8 
linearen Gleichungen in Beziehung auf die d — 1 unbekannten Verhältnisse der Grössen S 
geworden. Wenn also diese Grössen nicht verschwinden, so muss die Determinante ihrer 
Koeffizienten es thun. Diese reduziert sich aber auf die Determinante £+ «0! 80 2,03, ,,.1g 
= II(@— ß). Man hat also nur die Wahl, entweder alle Grössen $ als verschwindend, 
oder in der Gleichung f=0 gleiche Wurzeln anzunehmen Das letztere als etwas 
Spezielles setzen wir einstweilen bei Seite und entscheiden uns für das Erstere, dem 
allgemeinen Fall Entsprechende. Wir haben dann die # Gleichungen S,, S,, 59, .--9_-ı=0; 
und wenn diese Statt haben, so ist auch das System (9) erfüllt. Man bemerke, dass 


diese Gleichungen, deren Grade resp. n —1,n,n+1,...,n+9-—.2 sind, in Beziehung 
alle Wurzeln «, ß,...& symmetrisch sind und daher rational und ganz mittelst der 
Koeffizienten k,, ka, ... kg ausgedrückt werden können. 


Das Produkt K kann auf (”) verschiedene Arten aus den Axenquadraten 4, B,... 


zusammengesetzt werden. Wenn also wiederum der Grad der ganzen und rationalen 
Funktion PP in Beziehung auf A mit m =29-+-n bezeichnet wird, so ist 


2 Ina) ) mt eo) 


die Zahl der einem gegebenen Grade entsprechenden Funktionen P. Sie ist also der 
Koeffizient von x” in der Entwicklung von (1 — =°?)"*+'(1-+ x)" nach steigenden Potenzen 
von x. Dieser Ausdruck reduziert sich auf (14x) (l—xz)""*'. Die fragliche Zahl 
ist also gleich 


—n-+1 > —n-+i1 Ze m+n—2 mens 

| m )=n + m—1 )-» -( n—2 )+( n—2 ) 

$ 53. Darstellung gewisser arbiträrer Funktionen von n — 1 unabhängigen 
Variabeln. 


Es sei p eine beliebige Funktion, deren Werte für alle auf dem quadratischen 
2 
Kontinuum pi + A + =1 befindlichen Lösungen bekannt sind, also, wenn man will, 


— 232 — 


eine bekannte Funktion der n — 1 konfokalen Variabeln A,, A,,...A,.. Man bestimme 
nach dem im vorigen $ beschriebenen Verfahren nach und nach für m =0,1,2,3... 


alle algebraischen Funktionen P, welche der Gleichung 5 = MP genügen. Denkt man 


sich p von der Form Zk BR P;... P,, wo k einen konstanten Koeffizienten bezeichnet, und 
die Summe sich über alle Formen der Funktion P erstreckt, wobei wir ferner annehmen, 
dass für n=0,1,2,.... die Koeffizienten k eine abnehmende Reihe bilden, welche 
schneller fällt als eine geometrische: so kann man jeden Koeffizienten k durch ein über 
das ganze quadratische Kontinuum (4) sich erstreckendes Integral ausdrücken. Vermöge 
der Gleichung (6) in $ 50 ist nämlich 


du _ ‚de 
[9-PR..pTF=rk[(BB...P) - 


Da das Integral rechts lauter positive Elemente enthält, in denjenigen links hingegen 
das Vorzeichen von P, P,... P, desto häufiger wechseln wird, je höher der Grad m von 
P in Beziehung auf YA ist, so wird im allgemeinen höchst wahrscheinlich der häufigste 
Fall der sein, dass das Integral links ungefähr :nach geometrischer Progression immer 
kleiner wird, je höher m steigt. Ist %, das konstante Glied der angenommenen Ent- 
wicklung von 9, so hat man 


n 
ni 


Kr e 
2 


Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass jede Funktion, deren Werte überall 
auf dem quadratischen Kontinuum (A) nach Belieben gegeben sind, unter die Form 
EkP,P...P, gebracht werden kann; allein die Schwierigkeit des Beweises erscheint 
mir fast unübersteiglich. Ä 


$ 54. Reduktion einiger vielfachen Integrale auf einfache. 


Bei der Bestimmung des Potentials der von einem quadratischen Kontinuum um- 
schlossenen homogenen Totalität in $ 49 kam die Reduktion eines gewissen (n — 1)- 
fachen Integrals auf ein einfaches vor. Hier sollen nun einige vielfache Integrale von 
allgemeinerer Beschaffenheit, welche jenes als speziellen Fall enthalten, reduziert werden. 

I. Aus der Theorie der Eulerschen Integrale folgt 


aan ya amt. urmtdydz...dum [OTTO 
| z>0, y>0d,...w>0 


c+y+2+:+w=]l 


_ 233) — 


Um die, wenn ıch nicht irre, von Catalan gegebene Formel zu beweisen, kann man mit 


„R .o ...- = ng * s 
Keetnretenyatßtee te Ide=T(a-+ßB-+----+e) multiplizieren, aux, uy,... uw 


v0 


in x, y,...w umsetzen, und endlich, da 2 +y-+---- !w=u sein muss, du durch dx 
ersetzen; das Integral zerfällt dann in ein Produkt von n einfachen Integralen. 

Setzen wir in der vorliegenden Formel 2 =4’, y= uw’,...w=w*, so stellt die 
Bedingung A’-H- uw’-+----— 0’= 1 ein polysphärisches Kontinuum dar ; das (n — 1)-fache 
Element du dv...d« ist daher eine Projektion des Elements do dieses Kontinuums und 
hat den Wert Ado. Wir bekommen so: 


u u = a 1\%r-17l(a) S(B).... Te) 
2a -1 „2B-1,2>7—1 2E--1 EN ER EEE 
IE u y2? ee do (z)} ee} (1) 
ee ee ; 
F?+-0W4+. +0-1 
II. Wird der Kürze wegen 1 = . - r er +- y gesetzt und bedeutet % eine 


beliebige Funktion von n Variabeln, so soll das Integral 


| u (9) do 
Bi L 27 2 4 SIT s 
YA YA Y-1 P 


ve 


verwandelt werden. Setzen wir für diesen Zweck oe’ -17=1, so kann das Integral auch 
unter der Form 


yo! Ör 


FEIr ‚rop(ra,ru,...va 
P= | (J en een ”'dr) Jo 
‘o 


”- 1.9. mwir, ee 
— WEM) dydz...diw 


yazı Or 

= 24 Y-l--— ur, 2=rl, etc 
7° y° 2: w 
ae se 


dargestellt werden. Bedeuten %,, %,,...%, die ersten abgeleiteten Funktionen von %, 
so Ist 

E; d.r" ıb 
p=i ür 


= np +ry +yY. + wb,, 


und, wenn = x YA, y=yYB,.., #=rX, y=rw,... angenommen wird, 


1 2. rip 
1" dr 


— U -+-r (ya. Yv,-—+- wWYB. vv, :: .) = A ae 


yo Ir’ 
30 


_ 9194 — 
Man erhält also 


da dy...dw, 


ABC... I |" 1 9. rap (7' ya, Y A, sy. 'YB,. de) 


yin-ı Ir 


(= a’+y’+...+w”<1) 


w— YABC.. 


oder, mit Weglassung der Accente und Ersetzung von dx dy dz...dw durch »*"'dr do, 


F—=YABC.. se au are 142) q,) ao: 


also endlich 


[v > Sc A = YAB...ISvYA,uYB,...oyN)do, . 2) 


wo 1= i nn Heat e und beide Integrale sich nur über den Teil des poly- 


sphärischen Kontinunms A’-H-u’+-----4 w’= 1 erstrecken, wo sämtliche Variabeln A, 
u,...@ positiv sind. 
Setzt man Y = 1 und lässt Er Er ...in1-- 2, 1—+ 5 ‚... übergehen, so ver- 


wandelt sich (2) in 


SD u in nen en einen 
ir +u.n3  7(5) Y: +7 )(1+3,)° (14 ) 


A B 


wenn das Integral links sich über das ganze polysphärische Kontinuum erstreckt. Je 
nachdem man auf beiden Seiten nach den steigenden oder nach den fallenden Potenzen 
von ıı entwickelt, enthält man finite Ausdrücke für .@ do, [ A’do, [ -T'do, etc., oder für 


IF ee [58 a. »rr 58. ‚etc. Den Wert für (5 ji, wenn i irgend eine zwischen 0 und 


5 liegende Grösse bezeichnet, werden wir bald auf ein einfaches Integral zurückführen. 


III. Um das auf alle Lösungen mit positiven Werten A, u,... eines polysphärischen 
Kontinuums vom Radius 1 sich erstreckende Integral 


da 


s-| f (5 7) % ("A,ru,...vo)ı" dr ei 


.Ii-pr =; 
zu verwandeln, setzen wir au also r=(1--u_7) ” und erhalten 


— 2395 0 — 


1 A u do 
S=y [er Yıtua in Pr 7) a 


Durch Anwendung der Gleichung (2) ergiebt sich hieraus 


ee a nn een. ee a zn 
SUFERFE) NH 


IV. Gehen wir zu speziellen Umwendungen dieser Formel über und setzen 
v(x, y,...w) = arety?Pl,..w?®=!, so bekommen wir vermöge (1) die Gleichung 


1—r 9 en do 
__ 1 z,2a@+ß°'-+e)- 3 2a-1,2ß-—-1 2Ee—1 
(Sr ) dr.‘4 u a 1) 
[?} 


y? 
ER (5) T(«) T(8)...Tfe) f(W du 
Ger) ae 


Die Funktion / («) unterliegt hier gewissen Bedingungen; sie muss vn4«a=0bsu=» 
kontinuierlich sein, und für ein verschwindendes « muss sich uf (uw) wie eine. Potenz 
von a4 mit positiven Exponenten, für ein unendlich wachsendes « dagegen muss sich 
uf(u): uetß+ te wie eine solche Potenz mit negativen Exponenten verhalten. Nimmt 
man f (u) = uw! an, so ist links das Integral 


—_ 2 9, 1 TO) T«+ß+:- BEE 
— yNi—1,2(a+ß+ +Ee)-2:1-1 dy — --- 
iz Weg rar+Br + 


Man hat also endlich 


a ar a ern du (4 
| ( Ee a +5) do (s) TÜO)T(e+ß+-- 7] (+4) (+4) 6) 


Diese Gleichung gilt nur für positive Werte von a, ß,...e und für Oo <i<«--ß-- +. 
Für = 0 tritt die Formel (1) an deren Stelle, und für «= « —+ß-+-:--"--e erhält man 
“durch Anwendung der Formel (2): 


a1 2-1. @2e-1 _(AMIT)TD...Te) gas Je 
Se POS er =) Beer 


FT 


i l 1 i 3 ie 
Setzt manin)ß=y=-.--=e= 'y, und erstens @ = -, , zweitens « = , ,sO erhält 


man die zwei Formeln 


1 DS EEE Ta IT) nn 
(3 ea ee ) u Tor ( er ı) [ (' ZN Ve + Bi u (14 u\ 
ATRB 2 . 4) ( al B 5) 
wo nunmehr die Integrale links sich über das ganze polysphärische Kontinuum erstrecken. 
Setzt man @= 1, so ergeben sich die in $ 49 gebrauchten Reduktionen. 
Setzt man in (4) A= -, u= = -, so ist ee ee a] 
a YA’ vB’ YJ' 4 B J : 
und das Integral links erstreckt sich über denjenigen Teil eines quadratischen Konti- 
nuums, wo alle Variabeln zugleich positive Werte haben. Nach der üblichen Bezeich- 
nung wird dann 


m—1 mn 2 a Sie REES (us. 
I o.n | AA 14) 


« m=— 2 


ER I. (A Be T(«)T(})... T(e) 5 % Te TR . (ö) 
 AIBC...J) ROTE ee 


u\a u\B 
hr = — ...0. 
1) (' A ) (1 us 5) 


wo links unter den Axenquadraten A„, Bas: Jm die m — 1 letzten entgegengesetzt zu 
nehmen sind, damit alle positiv erscheinen, und wo P = (4,— 4.) (A:— 4A)... (A»— 4,) 
x... (du — 4), wo ferner rechts das Produkt IT. (4 — B)**”"' so viele Fak- 
toren zählt, als die Grössen A, B. C,...J zu zweien kombiniert werden können. Die 
linke Seite zerfällt in ein Aggregat von Produkten von Je » — 1 einfachen und voll- 
ständigen Integralen. 

tichtet man für n => die Exponenten «, ß, Y, & so ein, dass vollständige cellip- 
tische Integrale herauskommen, so scheint trotz aller noch möglichen Mamnigfaltigkeit 
immer nur die bekannte Legendre'sche Relation, FU) FI) + FU) EI) — FÜ) Fk) 
IB-C 
u 


nr I = | 
= —, aus (6) hervorzugehen. Setzt man z.B a ß=-y=.,,i=l, } 


=k,, 


/ 2 3 ’ C D [} .. . [ . . 
2 = °-h, „ ==cos’9, und bezeichnet das vollständige elliptische Integral dritter Art 
4A m Ü A ! = oO 


B14 

8 l dr ® f fe .. be 

| . >. —— durch II (1, k), so verwandelt sich (6) zunächst in 
IHnswöryı - K2sin?:e 


{8} 


— 237 — 


T 

— tang 0 
1 2 2 ; Non. ri BER IE ' 
= TI (k* tang? 0, k) F(k)— II(— k’sin’ 6, K‘) F (k) ren F(k, 6). 


Substituiert man aber hier für die Funktion IT ihre durch elliptische Integrale der zwei 
ersten Arten ausgedrückten Werte, so erhält man nur: 


FR, O{[FWER)+FÜ) EM — FÜ) Fi) — 5} =0. 


Inhaltsübersicht, 


Erster Teil. Lehre von den linearen Kontinuen. Kae 
. elle 


1. Definitionen . ; ä ; 2 : u R a 2% j 6 
2. Orthogonale Transformation der Variabeln . i 2 ; : ß : : N j 9 
3. Ueber den Winkel zweier Richtungen . ; i ; . i j ; ; 10 
4. Anwendung der orthogonalen Transformation zum Bexteise es Satzes, dus der Strahl der 
kürzeste Weg sei zwischen zwei auf ihm befindlichen Lösungen PR: : ö ah i 11 
ö. Mass des Paralleloschems . : Ä h i ; : f ; ; : : ' 11 
6. Ueber schiefe Systeme . : k k i j ; ; Ä i ; 3 \ 15 
7. Mass der Pyramide & ; : 2 \ a j ; ; : ' s ; ; i 15 
8. Mass der Pyramide, ausgedrückt durch ihre zn (n — 1) Kanten i i 17 
9. Anwendung von $ 6 auf die Verwandlung vielfacher Integrale . : : i ; 18 
10. Ueber Polyscheme j s ; j ö . ; r + 2 A : ' ; z 19 
11. Berechnung des Masses eines Polyschems . ; ; : 21 
12. Ueber die Projektionen eines linearen m-fachen un wenn Mm swiselreni 1 ee N — N liegt 29 
13. Mass eines m-fachen höhern Kontinuums _. ; i A ; : i j 26 
14. Orthogonale Transformation der Projektionen eines Ineien Kontinuums . Ä ; ; 3 27 
15. Ueber das Verhalten linearer Kontinua zu einander . r ; ; i . 29 
16. Ueber die Zahl der Teile, in welche die »-fache Totalität durch eine beliebige Meiner en — 1)- 

facher linearer Kontinua geteilt wird . i & : f ; \ b 4 : : ; 39 
17. Reguläre Polyscheme der vierfachen Totalität . ; : : i ; ; e 42 
18. Reguläre Polyscheme der fünffachen und aller mehrfachen "Totalitäten : : : h 83 

Zweiter Teil. Lehre von den sphärischen Kontinuen. 

19. Einleitung. Begriffe der Polysphäre, Mass derselben und ihres Umschlusses . - } j 97 
20. Gegenseitige Abhängigkeit der Stücke eines sphärischen Plagioschems e ; . 60 
21. Hülfssatz N B ; ; i N 2 ; 5 u 6% 
92. Mass eines Shlanchen Pisgioächkens 5 : : : j ; ; 65 
33. Plagioschematische Funktionen ; reduzierbare Fälle von Orthogonalität i R k j ; 68 
234. Reduktion der perissosphärischen Plagioscheme auf artiosphärische . . ; N ; i 10 
25. Zerlegung der Plagioscheme in Orthoscheme i ; - ; j ; ; 4 
26. Reduktion der perissosphärischen Orthoscheine auf ieh: ärische . ; j S5 
27. Perioden arliosphärischer Orthoscheme ; N ; : ; ; e 58 
28. Anwendung des Vorigen auf die Bestimmung arliesphärtscher Örihaseheiien in einigen besonderen 

Fällen . ; i ; Ä 2 . i . : A s i ; ; ; ; : 93 
29. Ueber das Orthoschem f © 3 eh Er ‚a2, ı; ob ... +) ä s ; e 98 
30. Rationale tetrasphärische Orthoscheme, deren Argumente rationale Teile von z sind a : 101 


.n—. 


Dre ET m  — - - 
” 


Zu m 


Te EEE nen nun = N ee 


Seite 


nt A za ı rR n N in AR 
31. Ueber das Orthoschem f (3 U a 3) und einige mit die- 
sem und dem in $ 29 betrachteten in Beziehung stehende Sätze ö ; 3 103 


32. Ueber sphärische Polyscheme. (Differential eines Polyschems, Zahl seiner Bestiinungseideke, 
Reduktion eines perissosphärischen Polyschems auf artiosphärische, neuer Beweis der Formel 


%G—-h+ A — 4A -+a,=2, Summe zweier reziproker tetrasphärischer Polyscheme) i ; 106 
33. Ueber reguläre sphärische Polyscheme : i h ; . A N ; ; s ; 116 
34. Nähere Untersuchung der Hexakosioscheme a . i 120 
35. Ueber die Summe der Quadrate der Projektionen eines Strahls aut Siimeliisch ver teilte Rich- 

tungen . ; ; . ; ; : ß i A ; : \ : 8 ; 5 A 134 


Dritter Teil. Verschiedene Anwendungen der Theorie der vielfachen Kontinuität, 
welche das Gebiet des Linearen und Sphärischen übersteigen. 


36. Bestimmung des Zentrums eines quadratischen Kontinuums j A A ; ; 140 
37. Bestimmung der Hauptaxen . ; s ; 5 i F ; i A A 141 
38. ‚Konjugierte Halbmesser : s ä i ; ; ; > i ; j 145 
39. Berührende Kontinua ersten Grades ; : ; ' ; ; ; : ; A 151 
40. Bestimmung der Hauptaxen eines diametralen Schnills: Definition der konfokalen Kontinua 154 
41. Fortsetzung der Theorie der konfokalen Kontinua : ; A z i ; 197 
42. Reduzierte Form der Differentialgleichung zweiter Örkniie eines höhern Kartinsuhe ; 164 
43. Ueber orthogonale Kontinua überhaupt und über die Hauptkrümmungen eines iadrelischen 
Kontinuums . 2 : 2 ; } i : A 171 
44. Allgemeine Betriälungen über die ae or ihagonaler Könliiäs Konstruktion eines ganz 
beliebigen Systems orthogonaler Flächen im Raume . ; : 176 


45. Anwendung der konfokalen Kontinua auf die Bestimmung des Mae: der Hören ein a he 
Kontinuumm begrenzten Totalität und des begrenzenden Kontinuums selbst. Relationen zwischen 


vollständigen Abelschen Integralen i ; r ö ; i 191 
46. Bestimmung des kürzesten Weges sowohl in der Totalität als auch auf einem qu: haltatizchen 

Kontinuum oder dem Durchschnitte mehrerer konfokaler Kontinua . h : ; z ; 196 
47. Ueber die Verwandlung des Ben en mittelst orthogonaler Funktionen . 207 
48. Ueber das Potential f : 3 ; . 5 : ; ; 211 
49. Bestimmung des Potentials der von einem ihdraischen Kontinieht erster lung iimachles- 

senen homogenen Totalität . ; e ; . ; 214 
0. Ueber eine Verteilung von Masse auf einem Huaabatischen Kent Zielen Galane welche 

zugleich mit ihrem Potential bekamnt ist . : i ; ; ; 5 . 220 
91. Anwendung des Vorigen auf die Bestimmung des Polenkals der von einem ienlachen 

Kontinuumn umschlossenen homogenen Totalität . F h : ; j ; ; ö ; 227 

9°P | 

52. Ueber die algebraischen Lösungen der Gleichung dyE = MP. ; ; ; - 239 
93. Darstellung gewisser arbiträrer Funktionen von a — 1 unabhängigen Variablen ; i h 231 
54. Reduktion einiger vielfachen Integrale auf einfache . i ; ; A : a ; ; 232 


—— 


an 


- 


ren Google 


SEELE Mi. 2 


nn 
48 678 811 


. 
- 
’ 


Dei — | | — en 777 


Digitized by Google